Vorwort Juni 2026

Dieses Jahr wird 250 Jahre USA gefeiert. Ein Grund zur Propaganda. Aus diesem Anlass beschäftigt sich auch DIE TROMMLER mit diesem Thema. 

Anhand des Buches „Aufstieg und Verfall bürgerlicher Demokratie -USA“ präsentiert DIE TROMMLER eine längere Abhandlung, über die Anfänge der USA aus Sicht der Akademie der Wissenschaften der DDR, Institut des Staates und des Rechts, Berlin/DDR.

Dieses Buch war aus Anlass der 200jährigen Bestehens der USA herausgekommen. Zum 250jährigen Bestehen ist dieses Buch noch genauso aktuell. Da es die DDR und dieses Institut nicht mehr gibt, ist dieses Buch ein wertvoller Schatz, um die Anfänge der USA aus einer anderen Sicht zu betrachten.

Dieser Beitrag ist ein langer Beitrag, aber sehr interessant. Im nächsten TROMMLER gibt es den zweiten Teil zum Thema. Man muss sich die Zeit nehmen, um die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Unter anderem wird der Historiker Herbert Aptheker zitiert.  Er ist einer der Wenigen, der als US-Amerikaner nicht die Geschichte aus Sicht der Sieger propagiert. Leider lebt er nicht mehr. Näheres siehe Wikipedia. Solche Historiker und Historikerinnen braucht die Welt weiterhin dringend.

Die Unabhängigkeitserklärung der USA proklamierte die Gleichberechtigung aller Menschen schloss aber nicht nur die Sklaven von allen Rechten aus. Ihre Unterzeichner gingen auch davon aus, dass diese Rechte im Wesentlichen den Männern, nur im beschränkten Maße den Frauen und bei den Männern vorrangig den Besitzenden zuzuerkennen seien. Dennoch waren die Ideen der Unabhängigkeitserklärung, gemessen an den historischen Erfordernissen ihrer Epoche, der Epoche des Übergangs vom Feudalismus zum Kapitalismus, ein wesentlicher Schritt nach vorn mit entscheidender Wirkung.

Jefferson hatte in den Entwurf der Unabhängigkeitserklärung einen Absatz aufgenommen, der sich scharf gegen den von der englischen Krone betriebenen Sklavenhandel und damit im Kern gegen die Sklaverei überhaupt wandte. Doch das kollidierte mit den Interessen von Kaufleuten und Reedern des Nordens sowie der Sklavenhalter im Süden. So musste Jefferson den Passus auf Verlangen der Mehrheit der Abgeordneten im Kongress streichen.

Ein Kommentar zu „Vorwort Juni 2026

  1. Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag. Es ist immer sinnvoll, historische Ereignisse auch aus Perspektiven zu betrachten, die heute weniger bekannt oder weniger präsent sind. Die Beschäftigung mit unterschiedlichen Quellen kann helfen, ein umfassenderes Bild der Geschichte zu gewinnen.

    Besonders wichtig erscheint mir dabei jedoch die kritische Einordnung aller Quellen. Das vorgestellte Werk entstand im Umfeld der DDR und spiegelt daher zwangsläufig auch den politischen und ideologischen Kontext seiner Entstehungszeit wider. Das schmälert nicht automatisch seinen historischen Wert, macht aber eine sorgfältige Quellenkritik erforderlich – genauso wie bei Darstellungen aus den USA oder anderen Ländern.

    Die von Ihnen angesprochenen Widersprüche der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung sind historisch gut dokumentiert. Die Ideale von Freiheit und Gleichheit standen tatsächlich im Gegensatz zur fortbestehenden Sklaverei, zur Benachteiligung von Frauen und zu den begrenzten politischen Rechten vieler Menschen jener Zeit. Gleichzeitig hatten die Ideen der Unabhängigkeitserklärung eine weitreichende Wirkung auf spätere Freiheits- und Bürgerrechtsbewegungen.

    Aus meiner Sicht liegt der historische Erkenntnisgewinn gerade darin, beide Seiten zu betrachten: die fortschrittlichen Ideen ebenso wie die erheblichen Widersprüche und Defizite ihrer damaligen Umsetzung.

    Ich freue mich auf den angekündigten zweiten Teil zur Verfassung von 1787 und hoffe auf eine ebenso differenzierte Betrachtung dieses wichtigen Kapitels der Geschichte.

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