Lösung der Aufgaben für Einzel- und Partnerarbeit

Thema „Zersetzung“

 

Entnommen aus der Broschüre „Zersetzung“ Das Bundesarchiv – Stasiunterlagen-Archiv

 

  1. Herrn Buchheim wurde schnellstens die Übersiedlung nach Westberlin ermöglicht. Er war ein „Scharfmacher“. Man musste ihn loswerden. Diese Maßnahme war der Anfang des Zersetzungsprozesses dieser Gruppe. Im 2. Operativplan ist eine lange Liste von vorgesehenen Maßnahmen. Das war am 22. Oktober 1985
  2. Herr Buchheim ist unaufgefordert bei der Behörde vorstellig geworden. Er verhielt sich frech und unverschämt. Er wollte was über die Rückweisung an der Grenze zur CSSR. Grenzübergang Schönberg, wissen und warum sein Personalausweis eingezogen wurde und er als Ersatzdokument den PM 12 bekam. Mit einem PM 12 hatte man weniger Rechte. Außerdem wollte er sich nach dem Stand der Bearbeitung seines Übersiedlungsantrages erkundigen. Was soll man da bewerten.? Am besten schnell weg mit dem Kerl. Die Maßnahme des MfS war richtig.            
  3. Das eine waren die Aufgaben von IMS „Sandra“ und das andere die Ergebnisse. Siehe auch Bericht des IMS „Sandra“ vom 08.11.1985
  4. Der IMS „Andreas Harms“ schildert das Erlebnis von Hella Born, als Mitarbeiter des MfS sie, bzw. ihre Eltern zu Hause besuchten. Die Position in der Laienspielgruppe des „Andreas Harms“ scheint wichtig zu sein.
  5. Es waren 3 IM beteiligt. Es wurde erreicht, dass die Gruppe zerstritten war. Weiteres siehe Sachstandsbericht – Tätigkeitsbericht – OV „Bekenntnis“ gemäß §§ vom 28.04.1986.
  6. Bausoldaten in der DDR waren sozusagen Ersatzdienstleistende. Sie leisteten zwar ihren Wehrdienst ab, aber ohne Waffe. Sie wurden zu Bau- und Reparaturarbeiten eingesetzt. Ihr Kennzeichen war der Spaten auf der Schulterklappe ihrer Uniform. Benn Roolf sollte bevorzugt behandelt werden. Siehe Vermerk über eine Vereinbarung.
  7. Hier geht es um die Überwachung von Benn Roolf während seines Wehrdienstes. Der Begriff „Patriot“ hatte in der DDR eine andere Bedeutung, als heute. Siehe Auftrag zur inoffiziellen Überwachung einer Person.
  8. Es geht um die Maßnahme B, die Raumüberwachung mittels Abhörwanze. Na ja, Überwachung ist was Langweiliges. Da wird Kaffee getrunken, geraucht und Limonade getrunken. Das wurde als Spesen abgerechnet. Daher die Quittung.
  9. Bericht 3 des IMB „Roland“ sagt, dass die Gruppe beschlossen hat sich aufzulösen. Als Gründe gibt die Gruppe z.B. an: Nachlassendes Interesse an Kabarettaufführungen, Programm war in vielen Punkten nicht mehr aktuell, kein geeignetes Programm mehr vorhanden.
  10. Der weitere Lebensweg der nun ehemaligen Mitglieder der Gruppe wird weiterhin beobachtet. Ist ja eigentlich logisch. Weiteres siehe Abschlussbericht.
  11. Eine gute Frage. Das Ganze war sehr aufwändig und personalintensiv. Da das Ganze nur an einem Ort (Berlin-Treptow) durchgezogen wurde, war es der berühmte „Tropfen auf den heißen Stein“ und war wie bei einer Hydra. Schlägt man einen Kopf ab, wachsen zwei neue nach.  In Berlin-Treptow hatte das MfS mit Herzblut daran gearbeitet, einer solchen Gruppe den Garaus zu machen. Doch das war nur punktuell. Das MfS hätte flächendeckend und gleichzeitig konsequent diese Maßnahmen anwenden müssen. Doch in den „oberen Etagen“ war man sich des Ernstes der Lage nicht bewusst. Erich Mielke sah diejenigen, die in den Kirchen agierten verharmlosend als „Strolche“. Womöglich war ihm das so verharmlosend berichtet worden. Siehe Power Point-Vortrag „Erich Mielke übersieht den Beginn der Konterrevolution“
  12. Na da kann man spekulieren. Jeder Geheimdienst dieser Welt wendet Zersetzung als Methode an. Nun ja, da die DDR-Gegnerschaft zu den Siegern der Geschichte zählt, können diese Leute sich ja nun auslassen. Trotzdem ärgern sich diese Leute und sehen sich als Opfer.

Original-Aufgaben aus der Broschüre

Original-Broschüre vom Bundesarchiv Stasi-Unterlagen

Abkürzungsverzeichnis

Aufgaben für die Gruppenarbeit

Thema „Zersetzung

Entnommen aus Das Bundesarchiv – Stasiunterlagen-Archiv

 

 

Gruppe 1

Stellen Sie das Ziel der Treptower Friedensgruppe und die strafrechtliche Beurteilung der Gruppe durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) gegenüber (S. 6-8). Vergleichen Sie die Perspektiven.

Überlegen und erörtern Sie, warum SED und Stasi die Bildung unabhängiger Gruppen und Vereinigungen unter allen Umständen verhindern wollten.

 

Gruppe 2

Ausreisewillige DDR-Bürgerinnen und -Bürger hatten kaum Chancen, in den Westen zu kommen. Wenn sie einen Ausreiseantrag stellten, mussten sie meistens jahrelang und unter Schikanen auf eine Entscheidung warten.

Erklären Sie warum der Mitbegründer des Laienkabaretts, Gerd Buchheim, relativ schnell mit seiner Familie die DDR verlassen durfte (S. 14-15).

Diskutieren Sie die Frage, warum die Stasi die aufwändige Methode der „Zersetzung“ zur Auflösung des Laienkabaretts anwendete und die Jugendlichen nicht ins Gefängnis warf. Sammeln Sie Argumente, die dafür und dagegen sprachen.

 

Gruppe 3

Obwohl der Leiter des Laienkabaretts, Benn Roolf, im Frühjahr 1986 weit entfernt von Berlin zum Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee (NVA) einberufen worden war, ließ das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) ihn weiterhin überwachen. Erörtern Sie die Gründe. Welches Verhältnis von Stasi und NVA wurde hier sichtbar?

DDR-Bürger, die sich einer Einberufung zum Wehrdienst entzogen, mussten normalerweise mit Verhaftung und einer längeren Haftstrafe rechnen. Versuchen Sie eine Erklärung dafür zu finden, warum die Stasi Matthias Lydicke davor bewahrte (S. 42-44).

 

Gruppe 4

Zur Beobachtung und Kontrolle oppositioneller Aktivitäten setzte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) sehr viele Informanten ein: Inoffizielle Mitarbeiter, die entweder in Gruppen eingeschleust wurden oder Gruppenmitglieder, die zur Zusammenarbeit bewegt wurden. Welche Gründe könnte es für Menschen geben, mit dem MfS zusammengearbeitet zu haben?

Zur „vorbeugenden Verhinderung“ von Straftaten waren IM nützlich, die das MfS bereits über Pläne und Absichten informieren konnten. Bewerten Sie in einer Pro- und Contra-Rede, ob diese Spitzeldienste immer sinnvoll, angemessen und gerechtfertigt sind. Beziehen Sie den vorliegenden Fall in Ihre Überlegungen ein.

 

Die Seitennummern beziehen sich auf die Original-Broschüre. (entnommen vom Bundesarchiv-Stasi-Unterlagenarchiv)

Original-Aufgaben aus der Broschüre

Original-Broschüre

Lösung der Aufgaben für die Gruppenarbeit

Thema „Zersetzung“

Für DIE TROMMLER habe ich die Gruppenaufgaben alleine gelöst. (P.R.)

 

 

Gruppe 1

Es ging um die Feststellung, ob diese Gruppe gegen das Strafrecht der DDR verstoßen hatte.

Es gab keine unabhängigen Gruppen. Diese Gruppen waren gegen die DDR gerichtet und bekämpften die eigene Verteidigung, nicht die Atomraketen, welche die Amis in der BRD stationiert hatten.

Gruppe 2

Herr Buchheim war ein „Scharfmacher“. Den musste man loswerden. Darum war es das Vernünftigste seinen Ausreiseantrag schnell zu bearbeiten, damit er, nebst Anhang die DDR verlässt.

Es wurde die strafrechtliche Relevanz geprüft, aber nichts gefunden.

Es machte mehr Sinn die Gruppe zu zersetzen. Da derartige Gruppen in der DDR „wie Pilze aus dem Boden schossen“, war es unmöglich flächendeckend alle zu zersetzen. So war die Zersetzung dieser Gruppe „ein Tropfen auf den heißen Stein“.

 

Gruppe 3

Klar, wo Herr Roolf Leiter dieser Gruppe war, musste sichergestellt werden, dass er bei der NVA nicht erneut Unsinn verzapft. Die Strategie war gute und großzügige Bedingungen zu schaffen. So konnte kein Grund zum Aufbegehren entstehen.

Der Fall Lydike ist auch für die Nachwelt interessant. Herr Lydike wollte eine Show abziehen, um antikommunistische Hetzpropaganda zu betreiben. Das MfS hat durch Einflussnahme das verhindert. So kam Herr Lydike ohne Festnahme und Strafe davon.

 

Gruppe 4

Warum arbeiteten Leute mit dem MfS zusammen? Nun ja, es gab ja auch Pro-DDR eingestellte Leute, die ihrem Staat dienen wollten.  Es gab aber auch Billig-Spitzel, wie überall auf der Welt. Aber nicht in diesem Fall. Der war zu komplex für billige Spitzel. Da mussten patriotische Kräfte her. In der DDR hatte der Begriff „Patriot“ und „Patriotismus“ eine andere Bedeutung wie heute. Heute bringt man diesen Begriff mit Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus in Verbindung. Damit hatte die Bedeutung dieses Begriffs in der DDR nichts zu tun.

 

Original-Aufgaben aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv-Stasiunterlagen-Archiv

Aufgaben

Eröffnungsbericht zum Operativvorgang „Bekenntnis“ 

Nachtrag: Der Eröffnungsbericht ist untergegangen, hiermit wird dieser nachgetragen.

 

Eröffnungsbericht zum Operativvorgang „Bekenntnis“

Es wurde vorgeschlagen, auf Grundlage der bisher in einem operativen Material erarbeiteten, überprüften, offiziellen und inoffiziellen Informationen zur sogenannten „Treptower Friedensgruppe“ in der Bekenntniskirche in Berlin gegen nachfolgend genannte Personen den Operativvorgang „Bekenntnis“ anzulegen.

Es folgen die Namen und Adressen sowie die Nennung der Arbeitgeber von drei Personen. Alle drei hatten bis zu diesem Zeitpunkt keine Vorstrafen.

Einschätzung des politisch-operativen Ausgangsmaterials

Durch offizielle und inoffizielle Informationen wurde im Juni 1983 bekannt, dass sich in der bereits genannten evangelischen Kirche aus der Jungen Gemeinde eine sogenannte „Treptower Friedensgruppe“ gebildet hat. Nach der Einleitung politisch-operativer Maßnahmen und deren Realisierung konnten folgende wesentliche Erkenntnisse zur sogenannten „Treptower Friedensgruppe“ erarbeitet werden:

Es folgen Namen und Adressen der Initiatoren und dem harten Kern der Gruppe.

Bei diesen Leuten handelt es sich in der Mehrzahl um ehemalige Schüler von Schulen aus Treptow und Köpenick.

Die Zielstellung der Tätigkeit der sogenannten „Treptower Friedensgruppe“ (TFG) bestand darin, einen „eigenen Dienst am Frieden zu leisten“, da ihnen das gesellschaftliche Engagement als zu global und die Tätigkeit der FDJ als zu gering und einseitig erschien. (Mensch, was für eine Logik. Für Frieden muss sich doch gemeinsam, bzw. global engagiert werden. Was heißt hier „einseitig“?  Gemeinsam mit der FDJ was zu tun, wäre richtig gewesen. Was diese Leute wollten, ist nicht nachvollziehbar. P.R.)

 

Strafrechtliche Einschätzung

Aufgrund der vorliegenden inoffiziellen und offiziellen Beweise bestand der Verdacht, dass die im Eröffnungsbericht genannten Personen einen Zusammenschluss Jungerwachsener herbeigeführt hatten. Im Sinne von damaligen Strafrechtsparagraphen bestand der Verdacht, dass diese Leute Zielstellungen verfolgten, die den gesellschaftlichen Interessen der DDR zuwiderliefen.

Aufgrund der Tatsache, dass sich die sogenannte „TFG“ stark konspiriert in ihren Aktivitäten und über die Vervielfältigungstechnik innerhalb der Kirche verfügte, konnten Handlungen gemäß diesen damaligen Strafrechtsparagraphen nicht ausgeschlossen werden

Auf der subjektiven Seite der Personen konnte eingeschätzt werden, dass die drei Hauptinitiatoren immer weiter von einer ehemals fortschrittlichen Weltanschauung abgegangen sind, zum damaligen Zeitpunkt pluralistisch-opportunistische Auffassungen („Pluralismus“ ist auch so eine hohle Phrase in der bürgerlichen Demokratie. P.R.), sich zum Pazifismus bekannten (Ich würde wetten, dass diese Leute heute für Waffenlieferungen in die Ukraine sind und sich heute für die Wehrpflicht einsetzen. P.R.) und bewusst die Freiräume der Kirche für diese Zielstellungen ausnutzten.

 

Die weitere Bearbeitung erfolgte mit dem Ziel

  1. Verhinderung eines Zusammenschlusses mit festen Organisationsformen und programmatischen Zielen, rechtzeitiges Erkennen und vorbeugende Verhinderung negativ-feindlicher Handlungen.

  1. Aufdeckung feindlicher Pläne, Absichten und Mittel und Methoden im Zusammenhang mit der personellen Erweiterung der Gruppierung und deren Wirkungsbereich, um deren Ausweitung erfolgreich zu verhindern. Zu diesem Zweck erfolgte in Verbindung mit der inoffiziellen Kontrolle des (dann folgt ein Name) über den Zeitraum des NJF eine Beobachtungsmaßnahme zur Feststellung weiterer Verbindungen der „TFG“.

  1. Schaffung von Möglichkeiten einer positiven Einflussnahme auf den (dann folgt ein Name) und die anderen aktiven Mitglieder zur Rückgewinnung dieser Jungerwachsenen und inoffizieller Möglichkeiten zu deren weiterer umfassender Aufklärung und Kontrolle.

  1. Einleitung erforderlicher Maßnahmen zur Zersetzung der Gruppierung durch inoffizielle Verbindungen in der „TFG“ selbst.

 

Zum damaligen Zeitpunkt waren noch keine IM für einen zielgerichteten Einsatz zur Erreichung dieser Zielstellung des OV vorhanden, peripher konnten jedoch die IM „Lange“ und die IM-Kandidatin „Julia Schwarz“ im Zusammenhang mit dieser Gruppierung eingesetzt werden.

Original-Dokument entnommen Aus der Broschüre „Zersetzung“, Herausgeber Bundesarchiv, Stasi-Unterlagen-Archiv, bearbeitet von Petra Reichel

Für die Nachwelt wichtiges Dokument 1

Die Auswertung eines IM-Berichts vom 30.04.1987 ist für die Nachwelt ein wichtiges Dokument. Aber die Nachwelt mag es nicht präsentieren und auswerten, denn es zeigt, wie antikommunistische Propaganda und das Delegitimieren der DDR  entstanden ist.

In diesem Dokument geht es um Herrn Lydike, der den Wehrdienst und den Ersatzdienst (Bausoldat) verweigern will. (Totalverweigerer)

Dieser Mensch hat sich ein raffiniertes Theater ausgedacht, um die antikommunistische Propaganda zu befeuern.

Das MfS hatte rechtzeitig „Wind bekommen“ und dem Herrn Lydike die Show gestohlen. Was hatte er vor?

Er wollte zu seinen Eltern fahren, die seinerzeit in einem kirchlichen Gemeindeheim wohnten. Er wollte dort „seine Verhaftung abwarten“. Einen Zettel mit seinem Aufenthaltsort wollte er an seiner Wohnungstür anbringen. Die erwartete Verhaftung wollte er von, dem MfS namentlich nicht bekannten Personen, mit Fotoapparat und Teleobjektiv dokumentieren lassen. Der vermutete Hergang der Zuführung und Verhaftung sowie Fotos davon sollten in der Zeitschrift „Grenzfall“ veröffentlicht werden. „Grenzfall“ war eine bösartige antikommunistische Zeitschrift, die in der DDR verteilt wurde. Sie wurde illegal in der DDR hergestellt.

Herr Lydike hatte die Gemeindekirchenleitung in Altglienicke über die geplante Aktion informiert und sie gebeten sich nicht einzumischen. Er wollte die Armeezeit in einer Haftanstalt absitzen. Da er mit einer Wohnungsdurchsuchung rechnete, beabsichtigte er illegale Schriften zum Thema Frieden und Umwelt aus der Wohnung zu bringen.

Bei der Aktion des MfS in Absprache mit dem Leiter des zuständigen Wehrkreiskommandos musste darauf geachtet werden, dass der IMB „Roland“ nicht auffliegt. Es war dafür gesorgt worden, dass keine Festnahme erfolgte und keine Fahndung eingeleitet wurde.

Herr Lydike sollte bei Nichterscheinen zur Einberufung ca. 2 Tage später zum Wehrkreiskommando Köpenick vorgeladen werden wo ihm der Einberufungsbefehl abgenommen wurde.

Es gab eine Beobachtungsmaßnahme mit dem Ziel der Feststellung und Dokumentation von Personen, die sich auf dem Gelände des Gemeindeheims aufhielten und beabsichtigten die vermutete Festnahme des Herrn Lydike zu dokumentieren.

Es wurde erwogen die Pastorin der evangelischen Kirchengemeinde Altglienicke zu einem Gespräch zur Abteilung Innere Angelegenheiten des Rates des Stadtbezirkes Berlin-Treptow zu bestellen, und die geplante Aktion auszuwerten. (In der DDR war die Abteilung Innere Angelegenheiten eine sehr wichtige kommunale Behörde, wo alle Fäden zusammenliefen.)

IMS „Peter“ berichtete, dass der Herr Lydike nun doch seinen Grundwehrdienst antreten wird, um danach doch noch ein Studium aufnehmen zu können. Zuvor erfolgte eine Studienablehnung. Vermutlich wegen dem ganzen „Theater“. Nun ja zumindest ist Herr Lydike vernünftig geworden und eine antikommunistische Aktion ist verhindert worden.

Allerdings war es bei der schieren Masse solcher Aktionen unmöglich alle zu verhindern und die Akteure auf den rechten Weg zu bringen.

Auszug aus Zusammenfassung und Auswertung der Dokumente „Zersetzung“

Original-Dokument aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv

Bericht 3 des IMS „Andreas Harms“

Bericht 3 des IMS „Andreas Harms“

Abteilung XX                               Neubrandenburg, 02.07.1986

 

Abteilung vom Band

Quelle: „Andreas Harms“                                              entgegengenommen:                                                                                               

                                                                                                 Oberleutnant Mitzkat

                                                                                               Am: 27.06.1986

 

 

Situation FK „Wühlmaus“

 

Hella Born hat sich jetzt erst einmal im FK „Wühlmaus“ abgemeldet, man hat sie also klein bekommen und sie wird eine Pause einlegen.

Hella will also nach eigenen Aussagen sehr ruhig treten, erstmal weil sie in den Prüfungen steht, schon eine ganze Zeit, da sie nicht noch vorher kurzfristig geext wird. Dann will sie erstmal ihre weitere persönliche Perspektive sichern, also entweder 12. Klasse oder Lehre.

Einige aus der FK hatten es bereits damals bemängelt, dass sie überall mitmacht, egal wie hart es war und jetzt hat sie es eingesehen, dass es doch nicht das Richtige war.

Hella wird auch schon nicht mehr am 05.07.1986 mit nach Waren kommen.

Neu in den Kreis gekommen ist ein (Name geschwärzt) und eine (Name geschwärzt), beide sich aus Hohnsdorf, haben aber kein großes Interesse an unserer Arbeit.

(Name geschwärzt) selbst arbeitet nicht, soweit mit bekannt, in einem anderen Kabarett.

(Name geschwärzt) selbst beteiligt sich aktiv in unserem FK.

 

Dann folgt der Platz für die Unterzeichnung

 

FK=Friedenskreis

Originaldokument aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv

Anforderung von Handschriftenmaterial für einen Schriftenvergleich

Anforderung von Handschriftenmaterial für einen Schriftenvergleich

Bezirksverwaltung                                                Berlin, 12. September 1986

Für Staatssicherheit Berlin                                     bey-pau 37107 52/76/86

Kreisdienststelle Treptow

Leiter

 

 

Bezirksverwaltung für Staatssicherheit

Abteilung XX

Halle

 

 

OV (Operationsvorgang) „Pazifist“ der KD(Kreisdienststelle) Quedlinburg

 

IN Ihrem Schreiben vom 08.08.1986, Tgb.-Nr. 6040/86 bitten Sie um die Beschaffung von Handschriftenmaterial zu Vergleichszwecken.

Die von Ihnen aufgeführten Mitglieder bzw. ehemaligen Mitglieder der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ werden bzw. wurden im OV (Operationsvorgang) „Bekenntnis“ der KD (Kreisdienststelle) Treptow erfasst.

Für die KD (Kreisdienststelle Treptow erfassten und bearbeiteten Personen wurden Schriftvergleichsmaterialen im Schriftenschrank der Abteilung XX gespeichert.

Wir bitten Sie zu Vergleichszwecken Material zu übersenden, damit ein Schriftenvergleich im dafür eingerichteten Schriftenschrank der Abteilung XX erfolgen kann.

 

Unterzeichner

 

Zeiseweis

Oberstleutnant

Originaldokument aus der Broschüre Zersetzung vom Bundesarchiv

Auftrag zur inoffiziellen Überwachung einer Person

Auftrag zur inoffiziellen Überwachung einer Person

Auftrag

Der Patriot (Der Begriff „Patriot“ hatte früher eine andere Bedeutung und nichts mit Rechtsradikalismus zu tun. P.R.)  „Picasso“ erhält folgenden Auftrag:

Es ist die inoffizielle Kontrolle der Person

Roolf, Benn

Durchzuführen, mit dem Ziel alle strafbaren Handlungen des R. zu erkennen und aufzudecken. Der Auftrag besteht über den Zeitraum der Ableistung des Wehrdienstes ohne Waffe der Person R.

 

Aufgaben im Rahmen des Auftrages

  1. Die Person R. ist am Stationierungsort ausfindig zu machen, entsprechend der Personenmerkmale und vorgelegten Fotos.
  2. Der Umgangskreis der Person R. ist festzustellen und nach Persönlichkeitsmerkmalen zu differenzieren.
  3. Über eine Person des Umgangskreises ist schrittweise ein vertrauensvoller Kontakt zu R. aufzubauen.

Im Rahmen der Auftragserfüllung sind folgende Informationen zielgerichtet zu erarbeiten:

-Bekommt der R. Besuch, (von wem, wann und wo)?

-Mit welchen Personen hält der R. schriftliche und andere Kontakte?

-Welchen Umgangskreis hat der R. in der Einheit, und wie sind diese Personen einzuordnen?

-Besucht der R. die dortige Kirche?

-Sind kirchliche Veranstaltungen durch den R. geplant, wo sollen diese stattfinden und wer nimmt daran teil?

-Wie tritt der R. bei Veranstaltungen o.n. auf?

-Wann beabsichtigt der R. nach Berlin, Stendal oder Thale zu fahren, bzw. wann hatte er sich dort aufgehalten?

Verhaltenslinie

Die eigene Sicherheit und Konspiration ist unter allen Umständen zu wahren. Negative Handlungen des R. sind nicht zu verhindern. Es ist möglichst im Sinne des R. zu handeln, ohne dabei selbst strafbare Handlungen durchzuführen.

Eine weitere Präzisierung der Aufgabenstellung und deren Konkretisierung erfolgt beim 1. Treff nach der Einberufung.

 

Auftrag erhalten: …hier musste der „Picasso“ noch unterzeichnen) Berlin, 29.10.1986

Originaldokument aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv

Zweiter Operativplan zum OV „Bekenntnis“ (Auszug)

Zweiter Operativplan zum OV „Bekenntnis“ (Auszug)

Kreisdienststelle Treptow                                Berlin, 17. März 1987

                                                                                 bey-pau

                                                                                  bestätigt:

 

                                                                                    es folgen zwei Kurzzeichen

Operativplan zum OV (Operationsplan) „Bekenntnis“, Reg.-Nr. XX/1996/84

-Um die Mitglieder der Laienspielgruppe zu verunsichern, werden folgende geplante Auftritte verhindert:

28.03. 1987 in Dresden in der Weinbergskirche

23.04.1987 in Berlin in der Gemeinde Bohnsdorf

In Abstimmung mit der Abt. XX der Bezirksverwaltung Dresden wird durch ein Telegramm mit einer Absage des geplanten Auftritts durch den Diakon der Weinbergskirche der Auftritt verhindert (fingiertes Telegramm).

In Vorbereitung des Auftritts in der Gemeinde Bohnsdorf wird ein Gespräch zwischen der Superintendentin des KK (Kirchenkreises) Oberspree und Vertretern der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ angestrebt, mit der Zielstellung, eine Programmkonzeption vorzulegen bzw. den Auftritt abzusagen. Zu diesem Gespräch werden der Superintendentin Informationen über die Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ übergeben (Programminhalte, Zielstellungen, Schlüsselproblem).

Termin:                      bis 15.04.1987

Zu 3. Die unter Punkt 3 genannte Zielstellung wird durch folgende politisch-operative Maßnahmen realisiert:

-Koordinierung mit der Abt. XX/2 zu den festgestellten Kontakten zwischen Mitgliedern der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ und Vertretern der sogenannten unabhängigen Friedensbewegung wie Bohley, Hirsch sowie der Klärung, welcher Einfluss von diesen auf die Laienspielgruppe ausgeht.

(Ahh später bekannte Konterrevolutionäre mischen da mit. P.R.)

Termin:                                 ständig

-Als wesentliche Maßnahme erfolgt die Einleitung einer Maßnahme S der Abr. 26 im Wohnbereich des Roolf und dessen Lebensgefährtin. Zur Realisierung dieser Maßnahme erfolgt der Einsatz des IMS „Sandra“.

Termin:                                                         30.05.1987

-Es erfolgt eine Prüfung, ob das ehemalige Mitglied der Laienspielgruppe Born, Hella nach wie vor Kontakte zu einzelnen Mitgliedern der Laienspielgruppe sowie Vertretern der sogenannten unabhängigen Friedensbewegung unterhält.

Diesbezüglich erfolgt ein weiteres Gespräch mit der Direktorin der EOS (Schule – Erweitere Oberschule) sowie der Einsatz des IMS „Sandra“.

Hier endet das Teilschriftstück.

 

Originalschriftstück aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv