Die Grundpflichten der Sowjetbürger (Stand 1947)

Eins vorweg: Hier wird nicht gegendert. 

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1. Über Rechte und Pflichten

Wenn man Sowjetmenschen der älteren Generation fragte: „Wie war Ihre Einstellung zu den Pflichten, die Ihnen vom alten Staat auferlegt wurden, und zu den Gesetzen, die durch die Zarenregierung erlassen wurden?“, so antworteten sie: „Wir waren bestrebt, diesen Pflichten auszuweichen und die zaristischen Gesetze zu umgehen.“

Und das ist begreiflich, denn die Herren des alten Russlands waren die Gutsbesitzer und Kapitalisten. Sie hatten ihre den Werktätigen verhasste Ordnung errichtet. Die Rechte und Pflichten verteilten sie auf folgende Weise: die Rechte – der Bourgeoisie, die Pflichten – den Werktätigen.

Nehmen wir zum Beispiel die Arbeit. Wer hatte die Pflicht zu arbeiten? Ausschließlich die besitzlosen und besitzarmen Klassen – die Arbeiter und Bauernmassen. Wer genoss das Recht, die Früchte der Arbeit zu ernten und die Güter des Lebens zu genießen? Die Reichen, die Ausbeuterklassen – die Kapitalisten, Gutsbesitzer, Kulaken.

Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die Werktätigen danach trachteten, den ihnen vom bürgerlichen Staat auferlegten Pflichten sowie der Erfüllung der durch eine fremde Macht erlassenen Gesetze auszuweichen. Zwischen den Interessen der Werktätigen und Interessen des bürgerlichen Staates, der bürgerlichen Gesellschaft bestand ein tiefer, unversöhnlicher Gegensatz: was für die Bourgeoisie günstig war, war für die Werktätigen ungünstig und umgekehrt. Der führende Teil der Arbeiter und Bauern war bestrebt, die Macht der Bourgeoisie zu stürzen und die Macht der Werktätigen zu errichten. (Heute, nach dem Sieg der Konterrevolution, sieht das anders aus. P.R.)

Unter der Sowjetmacht wurden die Werktätigen zu Herren des Landes und führten ihre eigene Ordnung ein.

In der UdSSR gab es keine Rechte ohne Pflichten, genauso wie es keine Pflichten ohne Rechte gab. Nehmen wir die Arbeit. Wer war in der Sowjetunion zur Arbeit verpflichtet? Alle. Die Stalinistische Verfassung verkündete die Arbeit als „Pflicht und Ehrensache jedes arbeitsfähigen Bürgers“. Gleichzeitig räumte die Verfassung jedem Sowjetbürger das Recht auf die Früchte der Arbeit entsprechend der Menge und Qualität der von ihm geleisteten Arbeit ein. Umgekehrt entzog die Sowjetverfassung einem nichtarbeitenden, aber arbeitsfähigen Menschen das Recht, Früchte der Arbeit zu erhalten: „Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen.“  (Dieser Spruch ist aus heutiger Sicht kritisch zu sehen. Näheres: bitte Link klicken. P.R.)

 

Als vollberechtigte Herren im Lande hatten die Werktätigen sowohl Rechte als auch die Pflichten der Sowjetbürger selbst festgesetzt. Jede dieser Pflichten entsprach voll und ganz den lebenswichtigen Interessen der Werktätigen. In der UdSSR gab es keinen Gegensatz zwischen den Interessen der Werktätigen und des Staates, der Gesellschaft. Diese Interessen stimmten völlig überein. In der UdSSR wurde eine gerechte Gesellschafts- und Staatsordnung geschaffen. Diese wurde gefestigt und weiterentwickelt. Die Sowjetbürger waren bereit, die Ordnung zu verteidigen und ihr sowjetisches Heimatland mit allen Kräften zu schützen. Was war dazu notwendig? (zu Lebzeiten Stalins P.R.)

Dazu wurde von jedem Sowjetbürger vor allem gefordert, dass er ehrlich jene Pflichten, jene sowjetischen Gebote erfüllte, die von der Stalinschen Verfassung in den Artikeln 130-133 festgesetzt waren. Was waren das für Gebote?

2. Die Stalinsche Verfassung einhalten, die Sowjetgesetze befolgen

In der Verfassung waren die Grundlagen der sowjetischen Gesellschafts- und Staatsordnung niedergelegt. Jeder Sowjetbürger war der Tatsache eingedenk, dass die Stalinsche Verfassung eine Ordnung verankert hatte, bei der Ausbeutung, Unterdrückung des Menschen durch Menschen unmöglich war, eine Ordnung, bei der die Macht im Lande den Werktätigen gehörte. Die Verfassung war das Statut des gesamten Gesellschafts- und Staatslebens. Die strikte Befolgung der Verfassung gewährleistete die Blüte und die Macht des Sowjetlandes und folglich auch den persönlichen Wohlstand der Sowjetbürger.

Deshalb lautete das erste Gebot des Sowjetbürgers: die Verfassung der Sowjetunion sowie die Verfassungen der Sowjetrepubliken waren genauestens einzuhalten.

Die Stalinsche Verfassung war das Gesetz der Gesetze. Auf ihrer Grundlage wurden alle anderen Gesetze ausgearbeitet. In den sowjetischen Gesetzen kam der Wille der Werktätigen zum Ausdruck. In ihnen war niedergeschrieben, was die Vertreter des Volkes im Interesse des Sowjetstaates, im Interesse der gesamten Gesellschaft, das heißt aller Werktätigen, für richtig erkannt und für notwendig befunden hatten. Die Interessen des Sowjetstaates, der Gesellschaft sowie die Interessen der Sowjetbürger waren die gleichen. Wer die Sowjetgesetze nicht befolgte und verletzte, der widersetzte sich dem Willen des Volkes, der schädigte die Interessen des Sowjetstaates, der gesamten Gesellschaft.

Strikt und bedingungslos die Gesetze zu befolgen, das war das zweite gebot des Sowjetbürgers. Für die Verletzung der Sowjetgesetze wurden die Schuldigen je nach Schwere des Verbrechens und nach dem Schuldgrad des Verbrechers bestraft.

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3. Die Arbeitsdisziplin wahren

In der alten Zeit fing ein Neuling, der gerade in ein Werk gekommen war, gewöhnlich an, aus allen Kräften zu arbeiten. Aber die Kameraden dämpften bald seinen Eifer: „Was strengst du dich denn an? Für den Säckel des Unternehmers etwa?“ Und in der Tat, eine eifrige Arbeit im kapitalistischen Betrieb bereicherte den Besitzer nur noch mehr, brachte aber dem Arbeiter keinen Nutzen ein. Die Arbeitsorganisation im kapitalistischen Betrieb wurde vor allem durch Hungerdisziplin aufrechterhalten. Der Arbeiter befürchtete, bei schlechter Arbeit vor die Tür gesetzt zu werden und dann hungern zu müssen. (Ähnlich sieht es heute aus. Auch wenn es nicht überall der nackte Hunger ist, der als Konsequenz droht, so ist es die geringe Unterstützung mit Gängelung. Diese Aussicht wirkt ebenso abschreckend. Insbesondere nach dem weltweiten Sieg des Kapitalismus. Durch falsche Hoffnungen und/oder durch Angst den Arbeitsplatz zu verlieren, Beeinflussung durch die Faullenzerdiskussion, und vielerlei anderen Gründen sind arbeiten die Leute im Kapitalismus sehr eifrig. Die Vertreter des Kapitals freut es. P-R.)

Das hatte sich während der Sowjetmacht in grundlegender Weise geändert. Die Wirtschaftsbetriebe gehörten in der UdSSR dem Staat oder den Kollektivwirtschaften und Genossenschaften. Je eifriger die Arbeiter und Kollektivbauern arbeiteten, desto reicher wurde der Sowjetstaat und die Sowjetgesellschaft, die sich nur aus Werktätigen zusammensetzte, um so reicher wurden die Kollektivwirtschaften, um so mehr erhielten die Arbeiter und Kollektivbauern für ihre Arbeit, um so besser wurden sie versorgt. Die Werktätigen wurden selbst zu Herren im Lande. Sie arbeiteten nur für sich selbst und waren daran interessiert, möglichst gut zu arbeiten. Deshalb beruhte die Organisation der Arbeit in den sozialistischen Betrieben auf einer freien, bewussten Disziplin der Werktätigen selbst.

Ohne eine solche freie, bewusste Disziplin wären in den Sowjetbetrieben der sozialistische Wettbewerb der Werktätigen um die rascheste Erfüllung und Übererfüllung der Erzeugungsaufgaben sowie die Stachanow-Bewegung unmöglich gewesen. Die Stachanow-Arbeiter waren führende Arbeiter und Bauern, welche die Technik ihrer Arbeit beherrschten. Die Stachanow-Arbeiter erfanden täglich eine Unmenge von verbesserten Arbeitsmethoden und technischen Vervollkommnungen zur Erhöhung der Arbeitsproduktivität. In jedem Betrieb gab es „Zweihundertprozentler“, „Dreihundertprozentler“ und manchmal sogar „Tausendprozentler“, das heißt Stachanow-Arbeiter, welche die Produktivität ihrer Arbeit im Vergleich zur Norm verdoppelt, verdreifacht oder verzehnfacht haben. Sie dienten als Vorbild für die übrigen Arbeiter. (Im Kapitalismus sind solche eifrigen Arbeiter Arbeiterverräter. P.R.) 

Siehe auch: „Der Aufbau des Sozialismus in der UdSSR“ P.R.)

Die Entlohnung der Arbeit in der UdSSR erfolgte entsprechend der Menge und Qualität der geleisteten Arbeit. Werktätige, die besondere Leistungen aufzuweisen hatten, erhielten Prämien und wurden durch Urkunden, Abzeichen, Medaillen und Orden ausgezeichnet.  Die höchste Auszeichnung für Arbeitsleistungen war der Titel des „Helden der Sozialistischen Arbeit“. Er wurde bei gleichzeitiger Aushändigung des Lenin-Ordens und der goldenen Medaille „Sichel und Hammer“ für außerordentliche Verdienste zuerkannt, die zur Entwicklung der Volkswirtschaft, Kultur und Wissenschaft, zum Wachstum der Macht und des Ruhms der Sowjetunion beigetragen hatten. (Auch in der kapitalistischen Welt gab, bzw. gibt es Arbeiter, die hohe Leistungen und besonderen Einsatz aufzuweisen hatten. In der Regel sind diese Helden der Arbeit unsichtbar geblieben. Nur in Ausnahmefällen wurden diese geehrt. P.R.)

Unter den Helden der Sozialistischen Arbeit waren hervorragende Staatsmänner, Wirtschaftler, Konstrukteure und Gelehrte, aber auch einfache Arbeiter und Kollektivbauern zu finden.

Die Entlohnung der Arbeit nach Menge und Qualität sowie besondere Auszeichnungen für hervorragende Arbeit dienten als überaus wichtiges Erziehungsmittel, welche die Werktätigen zur disziplinierten, gewissenhaften Erfüllung und Übererfüllung der Arbeitsaufgaben anregten und aufmunterten.

4. Den gesellschaftlichen Pflichten nachkommen


In seinem Buch „Südural“ berichtet der Schriftsteller L. Nikulin folgende Episode.

Ein schwerer, mit Panzern und Munition beladener Transportzug war auf dem Weg an die Front. Der Lokomotivführer steigerte das Tempo, das die Eisenbahnbauten und Stationen nur so vorbeiflogen. Plötzlich kreischten die Bremsen, und der Zug hielt mitten in der Steppe. „Was ist hier los?“ fragte Obersergeant Rodinow, der zur Lokomotive gerannt kam. „Der hintere Kontrollstopfen ist am Gewinde undicht geworden, der Kessel kann explodieren“, antwortete der Lokomotivführer. „Bis zum nächsten Depot werden wir noch irgendwie hin kriechen…Den Stopfen nachzuziehen, wäre eine Kleinigkeit, aber das Feuer muss gelöscht werden. Dadurch scheidet die Maschine für einen ganzen Tag aus. Dabei haben wir so einen wichtigen Transport! Jede Minute ist kostbar.“ Er trat zur Feuerkiste und öffnete die Klappe. Die Flamme schlug wütend heraus. Plötzlich warf der Lokomotivführer einen sonderbaren Blick auf seinen Gehilfen und kommandierte: „Alles auf! Luft `rein! Durchzug!“ „Jetzt Kohle drauf!“ befahl der Lokomotivführer. Die blutigrote Flamme begann unter der wachsenden Schicht schwarzer Kohle allmählich zu erlöschen. Giftige Gase schlugen unter der Schicht empor. Oben im Kessel tobte der bis auf 10 Atmosphären zusammengepresste Dampf. „Los, pass auf!“ sagte der Lokomotivführer heiser. „Wenn was ist, ziehst mich zurück.“ Und er verschwand in der finsteren glutspeienden Öffnung der Feuerkiste. Es vergingen quälend lange Augenblicke. Rodionow, der Dutzende von Malen dem Tod ins Auge geblickt hatte, der selbst beinahe im Panzer verbrannt wäre, fühlte, wie ihm zwischen den Schulterblättern Schweißtropfen den Rücken entlangliefen. Endlich erschien eine schwarze, gebeugte Silhouette in der Öffnung. Der Lokomotivführer sank fast in Rodionows Arme. Sein Gesicht war spitz geworden und völlig schwarz vor Ruß. Er atmete tief und gierig die kalte, feuchte Luft ein. Dann sagte er: „Fertig…Wir können…abfahren…“ „Lokomotivführer!“ sagte Rodionow mit stockender Stimme. Dieser schaute ihn schweigend an. „Hör mal Genosse! Wie heißt du?“ „Tschernischow.“ „Aus welchem Depot?“ „Troizkoje. Wozu fragst du denn?“ „Bloß so. Ihr seid ein gutes Volk, ihr Uraler!“ Rodionow umarmte den Lokomotivführer und sprang von der Lokomotive herunter. Es klirrten die Puffer. Der Zug begann die Geschwindigkeit zu steigern….


Wir wollen uns fragen: was hat eigentlich den Lokomotivführer Tschernichow zu solch einer aufopfernden Tat bewogen?

Er wurde durch hohes Bewusstsein der gesellschaftlichen Pflicht bewogen. Er war sich bewusst, dass die Interessen genau solcher Werktätiger, wie er selbst einer war, die Interessen der Sowjetgesellschaft des Landes, wo die Werktätigen selbst die Herren waren, diese Tat von ihm forderten. Er fühlte seine innere Verbundenheit mit der gesamten Gesellschaft, mit dem gesamten Lande und setzte ihretwegen sein Leben ein.

Ein solch hohes Bewusstsein der gesellschaftlichen Pflicht konnte es im alten Russland (und kann es im heutigen Russland P.R.) natürlich nicht geben und gibt es auch in keinem kapitalistischen Land, wo die Gesellschaft in feindliche Klassen mit gegensätzlichen Interessen geteilt ist. (Heute ist ein solcher Einsatz undenkbar. P.R.)

Die gesellschaftliche Pflicht des Sowjetbürgers forderte vor allem eine ehrliche Befolgung der durch die Sowjetmacht festgesetzten Gesetze. Das Gesetz brachte in der UdSSR zum Ausdruck, was die besten, von dem gesamte Volk erwählten Vertreter als im Interesse der gesamten Gesellschaft für notwendig und obligatorisch anerkannt hatten. Die Forderungen des Gesetzes, die vom sowjetischen Bürger begriffen wurden, waren für ihn Gebote der gesellschaftlichen Pflicht, die er nicht aus Furcht vor Strafe, sondern freiwillig erfüllte, weil er sich der Notwendigkeit dieser Forderungen für die Gesellschaft, für das Land bewusst war.

Die Auffassung, die der führende Teil der Sowjetbürger von der gesellschaftlichen Pflicht hatte, ging weit über die unmittelbaren Forderungen des Gesetzes hinaus. Unter gesellschaftlicher Pflicht verstand er alles, was zur Festigung und Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft, für das Wohl des sozialistischen Heimatlandes notwendig und nützlich könnte.

So forderten zum Beispiel das Gesetz und die Dienstregeln vom Lokomotivführer Tschernichow, dass er, wenn er an der Lokomotive einen Defekt entdeckt, diese mit aller Vorsicht bis zum nächsten Depot zu bringen und zur Reparatur abzuliefern hatte. Aber dadurch wäre der Zug an die Front um einen ganzen Tag verspätet eingetroffen. Und das hohe Pflichtgefühlt des Sowjetbürgers diktierte Tschernichow einen anderen Entschluss, obwohl dieser mit Gefahr für sein Leben verbunden war.

Das sowjetische Gesetz forderte von jedem die Erfüllung der Erzeugungsnormen. Die führenden Arbeiter und Kollektivbauern, die Stachanow-Arbeiter erfüllten aber nicht nur die Erzeugungsnormen, sondern übertrafen diese um ein Vielfaches. Es kam immer wieder vor, dass eine Arbeitsbrigade, die einen eiligen Auftrag erhielt, tagelang die Werkhallen nicht verließ, um die Arbeit vor Ablauf der Frist abliefern zu können.

Die gesellschaftliche Pflicht- wie sie von den führenden Sowjetbürgern verstanden wurde – forderte, dass jeder sich mit Leib und Seele für die Sache der Gesellschaft einsetzt, dass er die gesellschaftlichen Interessen über seine persönlichen Interessen stellt, dass er alles bekämpft, was der sozialistischen Gesellschaft und dem Land Schaden zufügen könnte. Der bewusste Sowjetbürger, der in seinem Werk, in seiner Kollektivwirtschaft einen Missstand bemerkte, warte nicht ab, bis dieser beseitigt worden war, sondern griff selber ein. Wenn die Stachanow-Arbeiter feststellten, dass einige Arbeiter die Norm nicht erfüllen konnten, bemühten sei sich, den zurückbleibenden Kameraden zu helfen und ihnen ihre Erfahrungen mitzuteilen. (Heute undenkbar. P.R.)  So erreichten sie eine allgemeine Steigerung der Arbeitsproduktivität. Ein bewusster Sowjetbürger hätte keinen Fall einer unehrlichen und erst recht einer verbrecherischen Einstellung seinen Pflichten gegenüber geduldet, ohne die sowjetische Öffentlichkeit zum Kampfe gegen derartige Fälle aufzurufen.

Durch die Vorbilder einer selbstlosen Erfüllung der gesellschaftlichen Pflicht wurden sowohl aus der Jugend als auch aus den erwachsenen Bürgern bewusste aktive Mitglieder der sozialistischen Gesellschaft erzogen, die bereit waren, alle ihre Kräfte und – falls notwendig – auch das Leben für das Wohl des sowjetischen Heimatlandes hinzugeben. (Nach Stalins Tod ist das alles langsam, aber sich aufgeweicht worden. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wuchs. So wurde langsam, aber sicher der Nährboden für die Konterrevolution bereitet. P.R.)

5. Die Regeln des sozialistischen Gemeinschaftslebens achten

Unter sozialistischem Gemeinschaftsleben verstand die Verfassung die gesamte sozialistische Gesellschaft. In der Verfassung wurde von jenen Verhaltensregeln gesprochen, welche die Sowjetbürger in ihren Beziehungen zur Gesellschaft und untereinander einzuhalten hatten.

Regeln des Gemeinschaftslebens gibt es natürlich in jeder menschlichen Gesellschaft. Ihr Wesen hängt von der Gesellschaftsordnung des betreffenden Landes ab. Wie eine Gesellschaftsordnung ist, so sind auch die Regeln des Gemeinschaftslebens.

Im alten und heutigen Russland war und ist wieder das Privateigentum an den Produktionsmitteln die Grundlage der Gesellschaftsordnung. Das Privateigentum bietet dem einen Menschen die Möglichkeit, andere Menschen auszubeuten und zu unterdrücken. Die alte (und wieder neue P.R.) Gesellschaft, so sagte Lenin, beruht(e) auf dem Prinzip: entweder du raubst den anderen aus, oder er raubt dich aus, entweder du arbeitest für den anderen oder für dich. Das Privateigentum trennt die Menschen und schafft unter ihnen Verhältnisse des Misstrauens, der Feindschaft, des Kampfes. Es ist begreiflich, dass die bürgerliche Gesellschaft die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen sowie alle Beziehungen zwischen den Menschen und alle Verhaltensmaßregeln, die sich daraus ergeben, zulässt und rechtfertigt. Die praktischen Regeln des bürgerlichen Gemeinschaftslebens kommen anschaulich in alten Sprichwörtern zum Ausdruck, wie zum Beispiel: „Jeder für sich, Gott allein für alle“, „Das eigene Hemd ist am nächsten“ usw..

Der zeitweilige Sieg des gesellschaftlichen, sozialistischen Eigentums in der gesamten Volkswirtschaft der UdSSR machte die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen unmöglich. Das gesellschaftliche, sozialistische Eigentum einte die Menschen auf der Grundlage der gemeinsamen Arbeit in gesellschaftlichen Betrieben und schaffte unter ihnen ein Verhältnis des Vertrauens, der Freundschaft und der Kameradschaft.

Auf dieser Grundlage entstanden in der UdSSR ganz andere Regeln des Gemeinschaftslebens, die den Regeln der bürgerlichen Gesellschaft direkt entgegengesetzt waren und die immer tiefer in das Bewusstsein aller Sowjetbürger eindrangen.

Die sozialistische Gesellschaft verurteilte natürlich scharf die Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen durch den Menschen sowie alle Verhältnisse und Verhaltensmaßregeln, die damit in Zusammenhang stehen. In der Sowjetgesellschaft stießen die geringsten Versuche, der Arbeitspflicht auszuweichen und auf Kosten der Arbeit der anderen ein Nichtstuerleben zu führen, auf heftige Verurteilung. (Ist aus heutiger Sicht kritisch zu sehen. Auch im Sozialismus wurde der Wert eines Menschen an seiner Erwerbsarbeit gemessen. P.R.)

Die Bürger der UdSSR verurteilten und verachteten jene Überreste der alten (und jetzt wieder neuen P.R.) Welt, jene schwarzen Schafe in der Sowjetfamilie, die sich in die enge Eierschale persönlicher, selbstsüchtiger Interessen einschließen und nur um ihr eigenes Wohlergehen besorgt sind. (Diesen gelang es mit der Zeit sich trotzdem einzuschleichen. Während der Konterrevolution raubten sie sich Partei- und Volksvermögen zusammen und sind dann zu Oligarchen aufgestiegen. P.R.)

Die sozialistische Gesellschaft forderte von ihren Mitgliedern, dass sie sich in ihrem ganzen Verhalten vor allem durch die Interessen der Gesellschaft, des Staates leiten lassen. Die sozialistische Gesellschaft forderte brüderliche gegenseitige Hilfsbereitschaft, brüderliches Verhalten gegenüber den Werktätigen aller Nationen und Rassen der sowjetischen Völkerfamilie, kameradschaftliche Einstellung zur Frau als zum gleichberechtigten Mitglied der Gesellschaft (Das schafft man nicht durch gendern. P.R.), rührende Fürsorge um Kinder und Greise (heute würde man sagen Senioren P.R.), Achtung vor der Menschenwürde, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit usw.

Diese Forderungen der Gesellschaft an ihre Mitglieder kamen in solchen Regeln des sozialistischen Gemeinschaftslebens zum Ausdruck, wie zum Beispiel: „Einer für alle, alle für einen.“ (Diesen Spruch findet man auch in bürgerlichen Gesellschaften, aber in anderen Zusammenhängen. P.R.)

Der Sowjetbürger sonderte sein persönliches Leben, seine persönlichen Interessen nicht von den großen Interessen des Heimatlandes ab. Die Sowjetbürger stellten die Interessen des Sowjetstaates an erste Stelle. (Das hat sich später, insbesondere nach dem Tode Stalins, nach und nach zum Schlechten geändert. P.R.)

6. Das gesellschaftliche, sozialistische Eigentum hüten und festigen

Im Zaristischen Russland hätte man vom gesellschaftlichen, sozialistischen Eigentum wohl nur auf einer illegalen Versammlung von einem bolschewistischen Agitator (Propagandist P.R.) etwas zu hören bekommen.

Die Kapitalisten, Gutsbesitzer, Kulaken und bürgerlichen Schriftsteller hoben das Privateigentum in den Himmel. Sie redeten den Arbeitern und Bauern ein, dass das Privateigentum die Grundlage für den Wohlstand eines jeden sei. „Arbeitet“, so sagten sie, im Schweiße des Angesichts, seid sparsam, legt etwas zurück, und ihr werdet es zu einem reichen und glücklichen Leben für euch und eure Kinder bringen.“  Aber das war nur eine Täuschung der werktätigen Massen. (An dieser Propaganda hat sich bis heute nichts geändert.  Diese ist heute umso wirksamer, da sie durch die modernen Medien transportiert wird. Als es noch die sozialistischen Länder in Europa gab, wurde durch westlichen Einfluss die Bevölkerung Glauben gemacht, dass die kapitalistische Wirtschaftsordnung mehr Wohlstand für alle bringen würden. Viele machten sich diese Illusion zu eigen. Die Konterrevolution konnte marschieren. P.R.)

Wenn man damals die alten Arbeiter fragte, was für sie Privateigentum bedeutete, antworteten sie einem, dass die außer ihren Arbeiterhänden und einem elenden Hausrat niemals irgendeinen Besitz ihr Eigen nannten, während das „gepriesene“ Privateigentum für sie hemmungslose Ausbeutung ihrer Arbeit durch die Kapitalisten bedeutete.

Wenn man damals die alten Bauern fragte, so erinnerten sie sich daran, wie die Bauern geschlagen, ausgepeitscht, verurteilt und in die Kerker geworfen wurden, weil sie Holz im Wald des Gutsbesitzers geschlagen oder aber im Wald gejagt oder Beeren gesammelt hatten. Sie erinnerten sich auch daran, wie den Bauern der Besitz weggenommen und für die Schulden beim Gutsbesitzer und Kulaken das letzte Schaft vom Hof getrieben und wie dem Bauern das Hemd ausgezogen wurde. Und mit welchem Recht? Nach dem Gesetz von dem „gepriesenen“ Privateigentum! (Heute sind die nicht mehr überall so drastisch. Allerdings ist dies in vielen Ländern noch oder wieder der Fall. Scheinheilig wird über das Schicksal der Bauarbeiter in Katar, welche die Stadien für die WM 2022 erbaut haben, diskutiert. Das ist nichts anderes, als der Kapitalismus in Reinkultur. Auch über die Zustände in anderen Ländern wird sich scheinheilig empört. Andererseits ist der Kapitalismus froh, dort auf billige Arbeitskräfte zurückgreifen zu können. Durch die Existenz der sozialistischen Länder in Europa mussten die Kapitalisten Zugeständnisse machen. Darum ist die Lage in Westeuropa besser, da die sozialistischen Länder als  Konkurrenz sich in Nachbarschaft befanden.  Nach der Niederlage des Sozialismus in Europa werden diese Zugeständnisse aber nach und nach abgebaut. P.R.)

Das war und ist die Kehrseite des „heiligen und unantastbaren“ Privateigentums, die der Arbeiter und Bauer zu sehen bekam, bzw. bekommt. Unantastbar war, bzw. ist nur das Eigentum der Großbesitzer. Das Eigentum der Kapitalisten, Gutsbesitzer und Kulaken wurde von Polizisten, Landgendarmen, Gerichtsvollziehern und Richtern wie von Kettenhunden bewacht. (Heute kommen private Wachdienste hinzu. P.R.) Der Schutz des Privateigentums bedeutete in Wirklichkeit den Schutz ihrer Reichtümer, den Schutz ihrer „Rechte“ auf Ausbeutung der Armen.

Gewalt und Macht der Gutsbesitzer und Kapitalisten beruhten auf dem Privateigentum. Das Privateigentum an Produktionsmitteln war, bzw. ist die Grundlage der gesamten kapitalistischen Ordnung mit ihrer Ausplünderung und Vergewaltigung der Massen.

Das alles hatte sich in der Sowjetunion grundlegend geändert, seit die Macht der Bourgeoisie gestürzt und das gesellschaftliche, sozialistische Eigentum an Produktionswerkzeugen und -mitteln eingeführt wurde. Das gesellschaftliche Eigentum war die Grundlage, auf der die Sowjetmenschen eine neue, sozialistische Ordnung aufgebaut und ein glückliches, gesichertes Leben für alle Werktätigen wirklich geschaffen hatten.

Jeder Werktätige war mit Leib und Seele daran interessiert, das sozialistische Eigentum als heilige und unverletzliche Grundlage der Sowjetordnung, als Quelle des Reichtums und der Macht der Heimat, als Quelle des wohlhabenden und kulturvollen Lebens aller Werktätigen zu hüten, zu festigen und zu mehren. (Nach dem Tode Stalins ist dies immer mehr aufgeweicht und ist am Ende ganz abhandengekommen. Die Konterrevolution konnte marschieren. P.R.)

7. Ehrenpflicht der Bürger der UdSSR

Es ist aus der Geschichte des Sowjetlandes bekannt, dass die junge Sowjetrepublik von den ersten Tagen ihres Bestehens an einen überaus schweren bewaffneten Kampf gegen die ausländischen Interventen und gegen die innere Konterrevolution führen musste. W.I. Lenin sagte: „Um die Macht der Arbeiter und Bauern vor den Räubern, das heißt vor den Gutsbesitzern und Kapitalisten zu schützen, brauchen wir eine mächtige Rote Armee.“ Die Hauptorganisatoren und Führer der Roten Armee waren W.I. Lenin und J.W. Stalin. Wie ein Lieblingskind zogen sie die Rote Armee groß. Ihre nächsten Gehilfen bei der Organisation und Führung der Roten Armee waren M.W. Frunse und K.J. Woroschilow.

Die Rote Armee wurde auf den Schlachtfeldern, im Feuer der Kämpfe gegen die Feinde der Sowjetmacht geboren und gestählt. In den Jahren 1918-1920 verteidigte die Rote Armee, vom Sowjetvolk einmütig unterstützt, in einem schweren und ruhmreichen Kampf gegen die Feinde der Arbeiter- und Bauernmacht die Errungenschaften der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution. Ohne die Rote Armee hätte es keine freie und unabhängige Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken gegeben.

In den Jahren 1941-1945 behauptete die Rote Armee die Freiheit und Unabhängigkeit der Sowjetunion in einem beispiellos heroischen Kampf gegen das faschistische Deutschland und seine Komplizen. Die Rote Armee zog drei Viertel der faschistischen Armeen auf sich und zerschmetterte einen gewaltigen, den besten Teil der Streitkräfte des Feindes. Dadurch gab sie den verbündeten Staaten -Großbritannien und den USA- die Möglichkeit, ihre Kräfte zu sammeln und den Schlag gegen den gemeinsamen Feind zu führen. Die Streitkräfte des faschistischen Deutschlands und seiner Komplizen wurden vor allem und in der Hauptsache durch die Rote Armee zerschlagen. Der deutsch-faschistische Staat, der den Boden von ganz Europa mit Blut getränkt hatte, wurde vernichtet. Die Rote Armee befreite das Sowjetland von der ständigen Bedrohung durch eine deutsche Invasion im Westen. Anschließend zwang die Rote Armee durch ihre entschlossenen und geschickten Operationen im Fernen Osten den letzten Raubstaat, der den Krieg fortsetzte, den Hauptverbündeten des faschistischen Deutschlands – Japan, die Waffen zu strecken. Damit trug die Rote Armee zur rascheren Beendigung des II. Weltkrieges mit einem vollen Sieg der demokratischen Länder bei. Die Rote Armee befreite das Sowjetland von der ständigen Bedrohung durch eine japanische Invasion im Osten.

Die Rote Armee hat nicht nur ihr Land von den fremden Eindringlingen befreit. Sie hat auch in Ehren die hohe und edle Aufgabe erfüllt, die unter das Joch der deutschen Faschisten geratenen Völker Europas zu befreien, sie bei ihrem Befreiungskampf zu unterstützen. Die Rote Armee brachte allen jenen Menschen Freiheit, die in die faschistischen Kerker und Konzentrationslager geraten, zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt oder im eigenen Lande von den faschistischen Eroberern versklavt worden waren. Die Rote Armee befreite viele Millionen der Bevölkerung Ost- und Mittelasiens aus der Sklaverei der japanischen Eindringlinge. Die Sowjetische Armee unterschied sich grundlegend von den Armeen aller anderen Staaten. (Stand 1947 P.R.)

Die erste und wichtigste Besonderheit der Sowjetischen Armee bestand darin, dass die von der Staatsgewalt der durch die Oktoberrevolution befreiten Arbeiter und Bauern geschaffen wurde und den Interessen des Sowjetstaates diente. Sie hielt Wacht über alle Errungenschaften des Sowjetvolkes. Sie verteidigte das Land der Sowjetmenschen, ihre Werke, Fabriken, ihre Kollektivwirtschaften und Sowjetgüter, ihre Schulen und Universitäten, ihre Kulturschätze, ihre Freiheit und Unabhängigkeit, ihre sozialistische Sowjetheimat gegen die Feinde der Sowjetmacht.

Deshalb liebte das Sowjetvolk seine Sowjetische Armee, sorgte für sie und war stolz auf sie. In der UdSSR bildeten Volk und Armee eine einzige Familie, und das war eine der Kraftquellen der Sowjetischen Armee.

Die zweite wichtige Besonderheit der Sowjetischen Armee bestand darin, dass sie eine Armee war, die den einst unterdrückten Völkern des eigenen Landes Freiheit brachte, dass sie eine Armee zur Verteidigung aller nationalen Sowjetrepubliken, eine Armee der brüderlichen Eintracht aller Völker der Sowjetunion war. Deshalb wurde auch die Sowjetische Armee von allen Nationalitäten, die das Sowjetland bevölkerten, eifrig und einmütig unterstützt, und das war die andere Kraftquelle der Stärke der Sowjetischen Armee.

Die dritte wichtige Besonderheit der Sowjetischen Armee bestand darin, dass sie im Geiste der Achtung der Rechte anderer Völker erzogen war, dass sie eine Armee zur Verteidigung der Rechte eines jeden Volkes auf Freiheit und Unabhängigkeit, eine Armee des Friedens und der Freundschaft zwischen den Völkern aller Länder war.

Das ist auch der Grund, weshalb die Sowjetische Armee die Sympathien und die Unterstützung aller freiheitsliebenden Völker der Welt genoss.

Die Verfassung der UdSSR bezeichnete den Militärdienst in den Streitkräften der Sowjetunion als Ehrenpflicht der Bürger der UdSSR.

Die Kommandeure der Sowjetischen Armee stammten ebenso sie die Soldaten aus den Reihen der Arbeiter, Bauern und Intellektuellen. In der Sowjetischen Armee gab es keine Klassenunterschiede, wie sie zwischen den Offizieren und Soldaten der Armeen kapitalistischer Länder üblich sind. Die Offiziere und Soldaten der Sowjetischen Armee stellten eine einheitliche Kampfgemeinschaft dar, die nicht nur durch eine hohe militärische Disziplin, sondern auch durch eine weitgehende innere moralisch-politische Einheit – Einheit der Ansichten, Bestrebungen und Ziele- sowie durch bedingungslose Treue dem sowjetischen Heimatland gegenüber zusammengeschweißt ist. Die Sowjetische Armee wahrte die besten Kampftraditionen der alten russischen Armee, die das Heimatland ehrenvoll verteidigt und dessen Feinde geschlagen hat. Die Sowjetische Armee übernahm die flammende Begeisterung, den beispiellosen Opfergeist und das unvergleichliche Heldentum der Kämpfer der größten Revolutionen – der Sozialistischen Oktoberrevolution.

Die von Stalin erzogenen begabten Feldherren ließen sich bei ihren Operationen durch die von ihm entwickelte fortgeschrittene Militärwissenschaft leiten. Unter dieser Führung erwarb sich die Sowjetische Armee ihre vortrefflichen Kampfqualitäten und ihre unvergleichliche Kunst, den Feind zu schlagen.

8. Die Verteidigung des Vaterlandes ist die heilige Pflicht eines jeden Bürgers der UdSSR

Worin bestand die heilige Pflicht eines jeden Bürgers der UdSSR bei der Verteidigung des sowjetischen Vaterlandes? Auf diese Frage gab J.W. Stalin die Antwort. In seiner bekannten Rundfunkrede an das Volk am 3. Juli 1941 entwickelte er ein ganzes Kampfprogramm zur Verteidigung des sowjetischen Vaterlandes. Er sagte, dass nicht nur die Soldaten und Kommandeure der Roten Armee und der Roten Flotte, sondern auch alle Bürger der Sowjetunion jeden Fußbreit sowjetischen Bodens verteidigen und um ihre Städte und Dörfer bis zum letzten Blutstropfen kämpfen müssen. Er rief das ganze Volk auf, die Rote Armee in ihrem Kampf gegen den Feind allseitig zu unterstützen. Er rief dazu auf, im Rücken des Feindes einen Partisanenkrieg zu entfachen. Weshalb fand dieser Apell J.W. Stalins einen solch begeisterten und einmütigen Widerhall bei dem Sowjetvolk? Weshalb kämpfte es ohne Rücksicht auf die Opfer so hingebungsvoll bis zum Ende – bis zum vollen Sieg der Sowjetunion? Es ist auch früher mehr als einmal vorgekommen, dass das russische Volk zusammen mit den anderen Völkern seines Landes heldenmütig gegen fremde Eindringlinge kämpfte und diese besiegte. Aber seit der Zeit, da im Lande die Sowjetmacht errichtet wurde, gewann die Verteidigung des Heimatlandes für die Volksmassen einen ganz besonderen Sinn und eine außerordentlich große Bedeutung.

In den Jahren 1918-1920 verteidigten die Volkmassen gegen den Feind zum ersten Mal in der Geschichte nicht nur ihr Heimatland, sondern auch ihre eigene Macht, die sie soeben in ihrem eigenen Land geschaffen hatten. Sie verteidigten gegen den Feind den mit Schweiß und Blut getränkten Boden, den sie gerade den Gutsbesitzern, ihre Fabriken und Werke, die sie gerade den Kapitalisten weggenommen hatten. Sie kämpften um ihr wahres, sowjetisches Vaterland, das sie gerade geschaffen hatten und in dem sie gerade uneingeschränkte Herren geworden waren.  Deshalb vermochte auch das in jenen Jahren schwache, ausgezehrte und schlecht bewaffnete Sowjetland mit allen starken und zahlreichen Feinden fertig zu werden. Lenin sagte damals: „Das Volk ist niemals zu besiegen, das in seiner Mehrheit begriffen und verspürt hat, dass es seine eigene, die Sowjetmacht verteidigt, dass es um seine Sache kämpft, die ihm und seinen Kindern die Möglichkeit gewährleisten wird, alle Früchte seiner Arbeit und alle Segnungen der Kultur zu genießen.“

Mehr als 20 Jahre später musste das Sowjetvolk wieder seine Macht und sein Sowjetland heldenmütig gegen fremde Eindringlinge verteidigen. Diesmal kämpfte ein Sowjetvolk, das bereits erfahren hat, was freies Leben innerhalb der neuen, sozialistischen Sowjetordnung bedeutet. Diesmal kämpfte es in voller Einmütigkeit nicht nur um die Möglichkeit alle Früchte seiner Arbeit und alle Segnungen der Kultur zu genießen, sondern auch um die bereits bestehenden, von ihm selbst geschaffenen großen Güter der freien, einträchtigen Arbeit.

Um so weniger wird es jemanden gelingen, ein solches Volk zu besiegen. Der sowjetische Patriotismus kam aus dem Gefühl der glühenden Liebe zu seinem Heimatland, in dem er geboren wurde und heranwuchs, zum Ausdruck. Im sowjetischen Patriotismus fand die grenzenlose Ergebenheit der Sowjetbürger ihrem großen Heimatland- der Sowjetunion gegenüber Ausdruck, die allen Sowjetvölkern ein freies und glückliches Leben gewährleistet hatte. Im sowjetischen Patriotismus äußerte sich auch die Kraft der moralisch-politischen Einheit, die unlösbare brüderliche Verbundenheit des Sowjetmenschen mit der gesamte Sowjetgesellschaft, die Kraft des gerechten Hasses der Sowjetbürger gegen die Feinde des Heimatlandes sowie der unerschütterliche Glaube an die volle Gerechtigkeit ihres großen Werkes. Der sowjetische Patriotismus verzehnfachte die Kräfte des Sowjetvolkes im Kampf gegen seine Feinde, überwand alle Schwierigkeiten und räumte Hindernisse aus dem Weg. Die Quelle der Arbeitsgroßtaten der Sowjetmenschen in der Heimat, so sagte J.W. Stalin, ebenso wie der unvergänglichen Kampftaten der sowjetischen Krieger an der Front ist im glühenden und lebensspendenden Sowjetpatriotismus zu suchen. Der Sowjetpatriotismus war eine der Hauptquellen der großen Stärke und Macht der Sowjetunion.

(Nun ja, bei den nächsten Generationen hat es anders ausgesehen, denn nach seinem Tod wurde Stalin verdammt. Der Niedergang begann dann langsam aber stetig über Jahrzehnte hinweg bis zum Sieg der Konterevolution 1989/90. So war der opfereiche Kampf letztendlich umsonst. P.R.)

Entnommen aus „Das Sowjetland“, Band 3 aus dem Jahre 1947, Original-Autor W.A. Karpinskij, bearbeitet von Petra Reichel

Original-Text aus dem Buch „Das Sowjetland“, Band 3, aus dem Jahre 1947, Original-Autor W.A. Karpinskij

„Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“

Dieser Spruch stammt ursprünglich aus der Bibel.

Bibelzitat: https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/LU84/2TH.3/2.-Thessalonicher-3 

Quer durch alle Weltanschauungen von Links bis Rechts haben Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Kirchen quer durch alle bisherigen Epochen bis zum heutigen Tage, auf dieses Motto gebaut. Die Erwerbsarbeit gilt als der Grundstein der Gesellschaft.  Wer als arbeitsfähige Person keiner Erwerbsarbeit nachgeht, gilt als faul. So gibt es bis heute die Faulenzerdiskussion. 

Bildquelle: „Gute Zitate“    https://gutezitate.com/zitat/226603
Bildquelle: „Gute Zitate“ https://gutezitate.com/zitat/259330

Über dieses Thema kann endlos diskutiert werden. An dieser Stelle möchte ich(P.R.) es nicht weiter vertiefen, denn es wird immer wieder Diskussionsgrundlage sein.

Siehe auch den Link.

 

Beitrag zusammengestellt von Petra Reichel