Deutsche Notenbank

Die Deutsche Notenbank war die Zentralbank in der Sowjetischen Besatzungszone sowie der DDR von 1948 bis 1968. Sie wurde am 20. Juli 1948 als Nachfolgerin der Deutschen Emissions- und Girobank gegründet. Die Deutsche Emissions- und Girobank war am 21. Mai 1948 als ein zentrales Bankorgan gegründet worden, sie hatte aber nicht das Recht der Geldemission.[1]

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Deutsche Emissions- und Girobanken waren bereits im Februar 1947 in den fünf Ländern der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands gegründet worden.[2] Ihnen oblag es bisher, den Geldumlauf zu regeln und den Zahlungsverkehr innerhalb der Länder rationell durchzuführen. In den Westzonen und der BRD übernahm die Bank deutscher Länder und ab 1957 die Bundesbank diese Aufgaben.

Ihren Sitz hatte die Bank zuerst in Potsdam,[3] später in Berlin/DDR. Mit Beschluss der Deutschen Wirtschaftskommission bekam die Deutsche Notenbank ab dem 20. Juli 1948 das alleinige Recht, in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands und im damaligen Gebiet von Groß-Berlin neue Geldzeichen auszugeben.[4] Das Gesetz über die Deutsche Notenbank vom 31. Oktober 1951 übertrug der Deutschen Notenbank das alleinige Recht zur Ausgabe von Banknoten und zur Führung der Kassengeschäfte des Staatshaushaltes in der DDR. Die Bank gab ab 1957 bis 1967 die ersten Reiseschecks der DDR aus. Diese Aufgabe übernahm ab 1967 die Deutsche Außenhandelsbank (DABA). Sie unterstand als nicht-selbständige Institution jedoch der Aufsicht des Ministeriums der Finanzen.

Eine Reihe von Kreditinstituten auf Landesebene wurde in die Deutsche Notenbank integriert. So wurden z. B. aus Sachsen 1950 die Sächsische Landesbank und die Emissions- und Girobank Sachsen in die Deutsche Notenbank eingegliedert.[5]

Rechtsgrundlage der Arbeit der Deutschen Notenbank war zunächst die Anordnung vom 20. Juli 1948 über die Deutsche Notenbank (ZVOBl. S. 291)[6] und später das „Gesetz über die Deutsche Notenbank“ vom 31. Oktober 1951.[7]

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Als Organe der Bank fungierten der Verwaltungsrat und das Direktorium. Das Direktorium führte die gesamten Geschäfte der DNB, vertrat die Bank gerichtlich und zeichnete verantwortlich für die Einstellung und Entlassung von Angestellten. Es bestand aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und bis zu vier weiteren Direktoren. Der Verwaltungsrat hatte die allgemeine Leitung und die Kontrolle der Tätigkeit der DNB zu gewährleisten. Ihm gehörten 17 Mitglieder an, die ehrenamtlich arbeiteten und ihre Beschlüsse mit einfacher Stimmenmehrheit unter dem Vorsitz des Leiters der HV Finanzen der DWK fassten. Im Verwaltungsrat saßen die Leiter der am Grundkapital beteiligten Hauptverwaltungen der DWK, die Präsidenten der Emissions- und Girobanken, zwei Vertreter des Bundesvorstandes des FDGB, ein Vertreter der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe und ein von der DWK bestellter Vertreter der volkseigenen Betriebe. Mit dem „Gesetz über die Deutsche Notenbank“ vom Oktober 1951, durch das die DNB den Status einer Staatsbank und das alleinige Recht zur Ausgabe von Banknoten erhielt, unterstand sie nun unmittelbar dem Ministerrat, in dem der Präsident der DNB mit Sitz und Stimme vertreten war. Als Organe der DNB blieben das Direktorium und der Verwaltungsrat bestehen, jedoch führte nunmehr der Ministerpräsident den Vorsitz im Verwaltungsrat. Der Minister für Finanzen übernahm die Funktion des Stellvertreters. Das Direktorium setzte sich aus dem Präsidenten, einem Vizepräsidenten und fünf Direktoren zusammen.[8]

Zum 1. Januar 1968 wurde die Deutsche Notenbank in Staatsbank der DDR umbenannt.

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Ministerium der Finanzen der DDR (MdF)

Das Ministerium der Finanzen (MdF) war ein Organ des Ministerrats der DDR für die Planung, Bilanzierung und Abrechnung der Staatsfinanzen. Von April 1990 bis zur Annexion der DDR durch die BRD im Oktober 1990 hatte es die Bezeichnung „Ministerium für Finanzen und Preise“.[1] Das Ministerium der Finanzen residierte bis 1959 im Haus am Werderschen Markt. Mit dem Einzug des Zentralkomitees der SED verlegte das Ministerium seinen Sitz in das Haus der Ministerien in der Leipziger Straße 5–7. Die Vorgängerinstitutionen waren von 1945 bis 1948 die Deutsche Zentralverwaltung der Finanzen und von 1948 bis 1949 die DWK (Deutsche Wirtschaftskommission), Hauptverwaltung Finanzen.

 

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Aufgaben des Finanzministeriums waren:

  • Sicherung der Liquidität des Staatshaushaltes
  • Finanzierung der Volkswirtschaft (Investitionen)
  • Vorbereitung der Finanzgesetzgebung
  • Lenkungs- und Kontrollfunktion im Wirtschaftsablauf
  • Vorbereitung und Durchführung internationaler Zahlungs- und Finanzabkommen
  • Leitung der Finanzrevision für staatliche Einrichtungen und Wirtschaftsbetriebe
  • Erarbeitung von Rechtsvorschriften für
    • Versicherungswesen (Staatliche Versicherung der DDR)
    • Besteuerung
    • Stellenplanwesen
    • Aufkommen und Verwendung vonEdelmetallen
    • Verwaltung und Nutzung von Volkseigentum

Das Ministerium war als Organ des Ministerrates zuständig für die Planung, Bilanzierung und Abrechnung der Staatsfinanzen, die Leitung und Planung des Staatshaushaltes, die Vorbereitung der Finanzgesetzgebung, die Vorbereitung und Umsetzung internationaler Zahlungs- und Finanzabkommen, die Mitarbeit in den Organen des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW), die Leitung der Staatlichen Finanzrevision (SFR), die Erarbeitung von Rechtsvorschriften, die Besteuerung, das Stellenplanwesen, für Aufkommen und Verwendung von Edelmetallen sowie für die Verwaltung und Nutzung von Volkseigentum. Es hatte Lenkungs- und Kontrollfunktionen im Wirtschaftsablauf der DDR-Wirtschaft inne. Das MdF erarbeitete die Finanzbilanz des Staates und war zuständig für den Valutadienstleistungsplan.

Seit 1965 setzte das Ministerium dafür auf Computertechnik, vor allem zur Berechnung des Staatshaushaltes und der Durchführung der Industriepreisreform. Damit war es neben anderen Ministerien ein früher Computeranwender in der breitflächigen Anwendung von EDV in der DDR. 1970 wurden die Rechenzentren des Ministeriums als VEB Datenverarbeitung der Finanzorgane ausgegliedert.[2]

 

Finanzminister der DDR:

  • Hans Loch(LDPD, 1949–1955)
  • Willy Rumpf(SED, 1955–1966)
  • Siegfried Böhm(SED, 1966–1980)
  • Werner Schmieder(SED, 1980–1981)
  • Ernst Höfner(SED, 1981–1989)
  • Uta Nickel(SED-PDS, 1989–1990)
  • Walter Siegert(SED-PDS / parteilos, 1990)
  • Walter Romberg(SPD, 1990)
  • Werner Skowron(CDU, 1990)

 

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Deutsche Handelsbank (1956-2001)

Das Institut war „eine vom Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik beauftragte staatliche Bank für die Valutaabwicklung der sich aus den Außenhandelsbeziehungen mit kapitalistischen Ländern (Nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet, NSW) ergebenden bankmäßigen Geschäfte“. Diese Bank entsprach somit in der DDR dem rechtlichen Status eines Devisenausländers und stand damit außerhalb der Kontrollhoheit des Finanzministeriums der DDR.

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Aktieninhaber war zunächst dieDeutsche Notenbank[1] und ab 1968 hielten an der Deutschen Handelsbank AG dieStaatsbank der DDR 64 Prozent der Anteile, das DDR-Außenhandelsunternehmens VEB „Metallurgiehandel GmbH“ in Berlin 14,06 Prozent, die „Heimelectronic Verwaltungs-GmbH“ in Berlin 10,31 Prozent, die Berliner „Kali-Bergbau-Handelsgesellschaft mbH“ 5,63 % und die Auslands- und Rückversicherungs-AG der DDR (DARAG) in Berlin 1 Prozent.[2] Seit 1972 nutzte die Kommerzielle Koordinierung – zuletzt unter Leitung von Alexander Schalck-Golodkowski – die Deutsche Handelsbank als Hausbank[3] für die Abwicklung ihrer Auslandsgeschäfte.[4] Generaldirektor der DHB war Feodor Ziesche (* 14. Juli 1927).[5]

Ein Teil der bei Geschäften vom Bereich Kommerzielle Koordinierung und dem Ministerium für Staatssicherheit erwirtschafteten Devisen landete auf dem sogenannten Honecker-Konto und dem sogenannten Mielke-Konto bei der Deutschen Handelsbank und wurde zur Versorgung der politischen Elite in Wandlitz verwendet[6]

Besondere Konten bei der Deutschen Handelsbank (DHB) waren:

  • 0528 – das sogenannte Mielke-Konto, Kontostand am 1. Dezember 1989 38 Mio. DM; seit 1972 für Sondergeschäfte der KoKo-Hauptabteilung I genutzt.[7][8]
  • 0584 – Sonderkonto zur Unterstützung ausländischer Parteien und Organisationen (Disponibler Parteifonds der SED); beispielhafte Abflüsse waren z. B. 1988 12,0 Mio. DM für die DKP-Zeitung „Unsere Zeit“(UZ), oder 1987 10 Mio. US-$ an die Sandinisten in Nicaragua u. v. a. (Das Geld für Nicaragua war sinnvoll ausgegeben, während das Geld für die DKP, bzw. die UZ in ein „Faß ohne Boden“ floss. P.R.)
  • 0628 – das sogenannte Generalsekretärs-Konto, auch Honecker-Konto, eingerichtet am 29. März 1974; laut Schalcks Erinnerungen war der Kontostand im Dezember 1989 ca. 2,2 Mrd. DM. Auf dem Konto waren die bundesdeutschen Gelder aus Familienzusammenführungen und Häftlingsfreikäufen Das Konto wurde insbesondere zur Sicherung der Zahlungsbilanz der DDR, Linderung von akuten Warenengpässen durch Importe aus dem Westen , z. B. Untertrikotagen, Kaffee, Getreide, Pkw u. v. a. eingesetzt.[9][10]
  • Konto 0773 der Waffenhandelsfirma Imesim Bereich der Koko, das von Manfred Seidel, dem Stellvertreter von Schalck-Golodkowski, verwaltet wurde.

 

Nach der Konterrevolution:

Ende 1990, kurz nach der Annexion der DDR durch die BRD, sollte die Deutsche Handelsbank zügig privatisiert werden. Zunächst bekam die BHF-Bank – für 2/3 der Anteile der Deutschen Handelsbank – für 370 Millionen Mark den Zuschlag, zog sich jedoch zurück. Laut dem Nachrichtenmagazin „Focus“ waren „Umstände bekannt geworden, die einer Vertragsunterzeichnung im Wege standen. Gerüchte über dunkle DHB-Geldgeschäfte machten die Runde.“ Am 13. November erwarb dann die Bank für Gemeinwirtschaft (BfG) den 2/3-Anteil für lediglich 225,28 Millionen Mark.[11] Die verbliebenen 30 Prozent hielt die Treuhandanstalt. Ab 1990 bis 1995 übernahm Peter Schüring den Vorsitz des Vorstands der Deutschen Handelsbank AG.[12]

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ schrieb 1991: „Die Deutsche Handelsbank ist eines der Filetstücke aus der Hinterlassenschaft des Schalck-Imperiums – und ihr Verkauf eine der merkwürdigsten Transaktionen seit dem Vollzug der deutschen Einheit.“[13]

Am 1. Juli 1992 übernahm die Deutsche Handelsbank 10 Prozent der Anteile von der Kühne + Nagel International AG mit der Begründung, „die Bank soll die weltweiten Aktivitäten des Transportkonzerns unterstützen“[14] und verkaufte im Mai 1994 ihr Aktienpaket beim Kühne + Nagel-Börsengang.[15]

Im März 2001 wurde bekannt, dass die Deutsche Handelsbank rückwirkend zum 1. Januar 2001 mit der BfG Bank AG verschmolzen wurde, der Geschäftsbetrieb eingestellt und die Betriebsorganisation aufgelöst wird.[16]

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Einzelhandel in der DDR

Wenn man auf das Einkaufen in der DDR zurückblickt, denkt man schon im Unterbewusstsein an Mangelwirtschaft und vergebliche Suche. 

Was gab es für Geschäfte in der DDR? Die heutige Generation und die Mehrheit der Westdeutschen wird das nicht wissen. Darum stellt DIE TROMMLER die wichtigsten Geschäfte, bzw. Handelsketten der DDR vor.

Es gab nicht nur staatliche, bzw. genossenschaftliche Geschäfte in der DDR. Es gab auch private, inhabergeführte Geschäfte. Die privaten Inhaber machten sich oft viel Mühe und fuhren in der ganzen DDR herum, um ihr Angebot für ihre Kunden möglichst vollständig zu halten. Privathändler konnten mit der HO Kommissionsverträge abschließen (Ähnlich wie Kleinhändler in der BRD sich großen Handelsketten angeschlossen haben.). 

Beliebt waren die Bäcker in der DDR. Sie backten nach alter Art noch alles selber. Fertige Rohlinge gab es nicht. Auf die Bäcker von damals blicken manche wehmütig zurück.

Es ist schade, dass es nicht gelungen ist den Mangel in den Griff zu kriegen und dabei allen gerecht zu werden.

Alles weitere siehe Inhaltsverzeichnis.

Zu Beginn ein satirisches Gedicht, das ich im Netz gefunden habe. Siehe Dateianhang.

Einzelhandelsverkaufspreis

Einzelhandelsverkaufspreis bzw. Endverbraucherpreis (abgekürzt EVP) war in der DDR die Bezeichnung für staatlich vorgeschriebene Festpreise von auszeichnungspflichtigen Einzelhandelswaren in Mark. Vor der Einführung des EVP gab es den Verkaufseinzel(handels)- oder Verbraucherendpreis (VEP). Diese Preise galten landesweit (einige Lebensmittel, jedoch keine auszeichnungspflichtigen, sowie Gaststättenpreise und Mieten waren in Berlin/DDR etwas teurer) und waren auf jeder Verpackung aufgedruckt oder auf der Ware selbst angebracht, da die Preise bei vielen Produkten über lange Zeiträume unverändert galten. Nur bei wenigen Artikeln wurde z. B. aus Gründen des Exports kein EVP angebracht. So hatten die meisten Filmpackungen von ORWO (VEB Filmfabrik Wolfen) keinen EVP-Aufdruck, da sie genauso in den Export gingen, wie sie im Inland verkauft wurden. Seit Anfang der 1980er Jahre wurden die Preise in Büchern, auf Landkarten und ähnlichen Druckerzeugnissen codiert aufgeführt, in der Regel in Form einer halbfett gedruckten fünfstelligen Zahlenfolge, wobei die letzten beiden Ziffern die Pfennige auswiesen. (Der Vorläufer des heutigen Barcodes. P.R.)

Typischer Preisaufdruck aus der DDR
Von Scan: de:Benutzer:Bettenburg – Eigener Scan, CC BY-SA 2.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32920037

Die Preisfestsetzung erfolgte unter staatlicher Aufsicht durch das Amt für Preise beim Ministerrat, im Wesentlichen unter Berücksichtigung der Herstellungskosten.[1] Die Preise wurden im Statistischen Jahrbuch der Deutschen Demokratischen Republik exemplarisch publiziert. Die EVP für Grundnahrungsmittel, Arbeits- und Kinderbekleidung, Spielwaren etc. wurden häufig mit staatlichen Zuschüssen gestützt, d. h. die Herstellungskosten dieser Waren lagen teilweise deutlich über dem jeweiligen EVP.[2] Langlebige Konsumgüter, Güter des gehobenen Bedarfs und Luxusartikel wurden dagegen mit erheblichen, staatlich festgelegten Preisaufschlägen verkauft.

+Wartburg HTS mit schwarzem Unterboden – VEB Prefo Dresden – Art.-Nr.44870 – EVP 3,80 M – Bild 004
Von Lupus in Saxonia – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=77422869

Es gab für die Warenabgabe von Großhandel an Einzelhandel im Übrigen auch den sogenannten Großhandelsverkaufspreis (GVP).

Preisaufdruck
Von Sumwiki – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=86866534
+DDR – Verkaufsschild aus Glas – Schweinefleisch und Preise in Mark Ost – Ende 1970er Jahre – Bild 001
Von Lupus in Saxonia – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=71604195
Eierbecher „Huhn“ mit eingeprägtem EVP
Von GodeNehler – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=85545910
+ Damen-Unterkleid – VEB Burgstädter Wirkerzeugnisse – 9112 Burgstädt – GDR – Größe 42 – Art. Nr. 17064 von 1974
Von Lupus in Saxonia – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=106435149
Mehrfachfahrkarten der VEB Erfurter Verkehrsbetriebe (DDR 1983)
Von Mabit1 – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=91979808

Zur Einschätzung der Kaufpreise sollte man folgendes Nettoeinkommen berücksichtigen: Der staatlich festgesetzte monatliche Mindestlohn (Vollzeittätigkeit) betrug 1976 in der DDR 400 Mark. Die Mindestrente betrug 315 Mark und ein Student bekam 200 Mark Stipendium monatlich (bei einer Miete im Studentenwohnheim von 10 Mark). Das tatsächliche Haushaltsnettoeinkommen betrug 1980 bei einem Einpersonenhaushalt 778 Mark, bei einem Vierpersonenhaushalt 1720 Mark (Statistisches Jahrbuch der DDR 1981).

Der Durchschnittsverdienst eines Industriearbeiters betrug im Jahr 1970 748 Mark pro Monat brutto. Der Bruttoverdienst eines Ingenieurs nach dem Fachschulstudium betrug 1979 640,- M Anfangsgehalt und erhöhte sich bis etwa 900,- M im Laufe der weiteren Arbeitsjahre. Die steuerliche Belastung war vergleichsweise gering, für die Kranken- und Rentenversicherung mussten insgesamt 10 Prozent (maximal 60 Mark bzw. 120 Mark bei freiwilliger Zusatzrentenversicherung und Kappungsgrenze bei 1200 Mark, auf Wunsch auch über das gesamte Bruttogehalt) abgeführt werden. Eine Arbeitslosenversicherung existierte nicht und war auch nicht notwendig. Pro Kind erhielten die Eltern 20 Mark Kindergeld. Familien mit drei oder mehr Kindern galten als kinderreich und erhielten zusätzliche finanzielle und materielle Unterstützung. Ein Fabrikarbeiter im Schichtdienst konnte mit Zulagen in Ost-Berlin aber auch Spitzenverdienste von etwa 1400 Mark erzielen.

Von Hans Wollny, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1795062
DDR_VEB Fernsehgerätewerke Straßfurt_Fernseher COLOR 21_HO Verkaufsbeleg_1973_über 3500 Mark
Von Lupus in Saxonia – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55115602

Technische Geräte hatten in der DDR einen hohen Preis (Farbfernseher bis zu 8300 Mark). Hohe Preise für bestimmte Güter bedeutete allerdings nicht, dass die Artikel in ausreichender Anzahl zur Verfügung standen. Häufig war ein Kauf nur möglich, wenn der Käufer entsprechende Beziehungen hatte. Oft war eine Fahrt nach Berlin (Als Hauptstadt wurde Berlin bevorzugt beliefert. P.R.) nötig, um z.B. ein Großgerät für den Haushalt kaufen zu können. Das musste direkt mitgenommen werden. So musste man das Großgerät im kleinen PKW, oft einem Trabant, verstauen und das so über viele Kilometer hinweg nach Hause transportieren.

Für viele knappe Waren und Dienstleistungen bildete sich ein Schwarzmarkt. Auf diesem wurde, so etwa für gebrauchte Autos, oft deutlich mehr als der offizielle Neupreis verlangt. Teilweise wurden dort Waren oder Dienstleistungen nur gegen DM (Westmark) bzw. Forumschecks angeboten.

Kaufkraftbereinigt verteuerten sich 1990 vor Einführung der DM im Vergleich zu heutigen Preisen besonders die Wohnungsmieten und Fahrpreise im ÖPNV. Preise für Grundnahrungsmittel blieben (unter Heranziehung eines Lebensmittel-Discounters) in etwa konstant, während die Preise für höherwertige Lebensmittel und langlebige Konsumgüter teils drastisch zurückgingen. Dabei ist zu beachten, dass die bereinigten Güterpreise heute auch im Vergleich zum damaligen Preisniveau in Westdeutschland erheblich gesunken sind (etwa bei Fernsehgeräten und anderer Elektronik).

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Handelsorganisation (HO)

Die Handelsorganisation (HO) war ein in der juristischen Form des Volkseigentums geführtes staatliches Einzelhandelsunternehmen in der SBZ, weitergeführt in der DDR bis zu ihrer Auflösung nach der Konterrevolution. Der Handel umfasste alle privaten Bereiche des Lebens – von Lebensmitteln bis zu Haushaltswaren.

Logo HO
Von unbekannt – selbst gezeichnet, Logo, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=4110395

Die HO wurde 1948 auf Weisung der DWK in sowjetischen Sektor von Berlin gegründet. Nach kurzer Vorbereitungszeit eröffnete die Organisation am 15. November 1948 im damaligen Bezirk Friedrichshain in der Frankfurter Allee am U-Bahnhof Samariterstraße ein Geschäft für Textilien und Schuhe.[1] Schuhe ohne Bezugsschein kosteten 120 bis 300 DM (Das war vor Gründung der DDR. Daher gab es damals auch im Osten die DM.), Herrenanzüge bis zu 630 DM bei einem durchschnittlichen Monatslohn eines Industriearbeiters von 200 DM. Am 16. November eröffnete ein Süßwarenladen in der Neuen Königstraße. Eine Tafel Schokolade kostete hier 20 DM.[2] Die in der HO angebotenen Lebensmittel konnten ohne Abgabe von Lebensmittelmarken erworben werden. Dafür waren die Preise anfänglich durchschnittlich doppelt so teuer, aber in allen Geschäften waren sie stets gleich hoch.[3] Zugleich eröffneten weitere 28 HO-Läden und 21 HO-Gaststätten, auch außerhalb von Berlin.[4]

Eröffnung des ersten HO-Geschäftes (1948)
Von Bundesarchiv, Bild 183-R80013 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5368596

Bereits ein knappes Jahr später, am 1. April 1949 erhöhte sich die Zahl der HO-Verkaufseinrichtungen sprunghaft: mit dem SMAD-Befehl 124 wurden bis dahin treuhänderisch verwaltete Läden zu HO-Filialen umgewandelt. In den kleinen Städten und Dörfern etablierten sich fliegende HO-Läden, Privathändler konnten mit der HO Kommissionsverträge abschließen (Ähnlich wie Kleinhändler in der BRD sich großen Handelsketten angeschlossen haben.).[4] Mit den Gewinnen begann die HO, auch Neubauten zu errichten.

Bald senkte die HO ihre Preise schrittweise, im April 1950 sogar um bis zu 30 Prozent.[4]

Am 22. Februar 1949 verabschiedete die Volkskammer der SBZ das Gesetz „Zur Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung“, welches die juristischen und finanziellen Grundlagen für die HO regelte. Die Organisation erhielt ein Grundkapital von 50 Millionen Ostmark und nahm ihren Hauptsitz in Potsdam. Erster Geschäftsführer der staatlichen Verkaufseinrichtung wurde Paul Baender.[4]

Die Zahl der Verkaufseinrichtungen erhöhte sich schnell: so erwirtschafteten 2.300 HO-Läden im Jahr 1950 schon zirka 26 Prozent des Einzelhandelsumsatzes der DDR. Bis 1960 hatten sich 35.000 Geschäfte etabliert, die einen Umsatzanteil von über 37 Prozent erreichten. Den weitaus größeren Teil des Umsatzes erzielten die Verkaufseinrichtungen des Konsum. Da diese genossenschaftlich geführt wurden und kein Staatsbetrieb waren wie die HO, wurde besonders in den Anfangsjahren der DDR von Regierungsseite versucht, die HO zu bevorteilen. Trotzdem etablierten sich beide parallel in der Alltagswelt der DDR. Das kam auch in dem Nebeneinander in fast allen Neubaugebieten der Großstädte zum Ausdruck.

Auch neue Verkaufsformen fanden zuerst Einzug in ein HO-Lebensmittelgeschäft in Berlin-Weißensee, Klement-Gottwald-Allee: eine Selbstbedienungseinrichtung eröffnete hier am 13. Dezember 1956.[5]

HO-Kaufhaus in Berlin (1949)
Von Bundesarchiv, Bild 183-S84361 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5369617
Lebensmittelgeschäft der HO (1950)
Von Bundesarchiv, Bild 183-08328-0006 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5338770

Die Handelsorganisation war gegliedert in die Bereiche Industriewaren, Lebensmittel, Gaststätten, Warenhäuser und Hotels. In den 1960er Jahren entstand die Tochtergesellschaft der Centrum Warenhäuser, die in vielen Bezirksstädten der DDR ihre Einkaufszentren unterhielten. Für den gehobenen Bedarf wurden ab 1962 die Exquisit-Läden auf Beschluss des Ministerrates der DDR geschaffen und 1966 durch die Delikatläden ergänzt. Die Einzelhandelsgeschäfte und Warenhäuser der HO existierten neben denen der Konsum-Kette.

Eine Besonderheit stellte die HO für die Wismut dar, die sich speziell in den Uranbergbaugebieten der DDR etablierte und ein besseres Warensortiment bei günstigeren Preisen bot. Hinzu kamen thematisch ausgerichtete Verkaufseinrichtungen wie das 1961 in Leipzig eröffnete HO-Schachzentrum, das vorwiegend Schachartikel verkaufte. Sogar der damalige Weltmeister, Bobby Fischer gehörte zu seinen Kunden.[6]

Industriewaren-HO-Stadt Dresden
Von Lupus in Saxonia – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=71460956
HO-Kaufhaus Schmiedefeld
Von Hejkal in der Wikipedia auf Deutsch – Selbst fotografiert (Originaltext: selbst fotografiert), CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=13958647

Eine weitere Besonderheit war der HO-Spezialhandel, der hochwertige Waren, auch aus Import oder Gestattungsproduktion, führte und dessen Verkaufseinrichtungen nur für besondere Personenkreise offenstanden. Für die Belegschaft des Spezialhandels gab es intern „Dresdner Ware“ genannte hochwertige Warenkontingente insbesondere aus dem Nahrungsmittelbereich, die zu normalen Preisen (nicht Delikatpreise) verkauft wurden. Der Spezialhandel belieferte auch die „Speztorg“-Läden.(„Russenmagazin“) Die Verkaufseinrichtungen im Bereich der NVA wurden unter dem Kürzel MHO (Militär-Handelsorganisation) geführt. Ab 1987 firmierte der Spezialhandel unter VEB Spezialhandel Taucha.[6]

HO-Kaufhalle in Dresden
Von K. Franze – archive, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32393546

Bis zur Neustrukturierung der IFA (Industrieverband Fahrzeugzeugbau) im Jahr 1968 wurden auch Fahrzeuge und deren Ersatzteile für den Privatgebrauch von der HO vertrieben. Ab 1968 erfolgte dieser Verkauf über spezielle Fachgeschäfte, die direkt der IFA angegliedert waren. (Na ja, damit war das so eine Sache in der DDR. Auf ein Auto musste man viele Jahre warten. Autoteile suchte man meist vergeblich. P.R.)

Die Handelsorganisation betrieb auch Hotels und Gaststätten in allen Bezirken der DDR.

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Konsument (Warenhaus)

Von Lumu – Neuzeichnung nach einem Stempelabdruck des Konsument-Warenhauses Leipzig vom 20. Dezember 1987, Logo, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=6583409

Das Zentrale Handelsunternehmen „konsument“ (ZU Konsument) war eine Warenhauskette und unterstand dem Verband der Konsumgenossenschaften der DDR.[1]Nach Centrum war sie die zweitgrößte Warenhauskette des Landes.

Das ZU Konsument wurde mit Wirkung zum 1. Januar 1965 durch den Verband deutscher Konsumgenossenschaften eG (VDK) gegründet. Gebildet wurde die Warenhauskette aus größeren, zuvor als „Konsum“ betriebenen Kaufhäusern, da sich die regionalen Konsumgenossenschaften eher auf den Kernbereich, der Grundversorgung mit Lebensmitteln konzentrieren wollten. Insgesamt waren bis 1966 elf Kaufhäuser der neuen Kette unterstellt, tatsächlich im Corporate Design (Erscheinungsbild) des neuen Unternehmens jedoch erst nur vier. Flaggschiff der Kette war das 1966 umgebaute und von 8000 auf 11.500 m² Verkaufsfläche erweiterte, im Volksmund „Blechbüchse“ genannte Warenhaus am Brühl in Leipzig, das sich von 1947 bis 1964 im Besitz der Konsumgenossenschaft Leipzig befand. 83 Prozent seiner Waren bezog Konsument direkt von den Herstellern. Ab 1972 führte die Kette Wühltische nach westlichem Vorbild ein. 1988 betrieb die Kette 13 Warenhäuser und war ebenso groß wie das Pendant Centrum der Handelsorganisation (HO).

Zentralbild Kluge 23.8.1968 Leipzig: Das „konsument“-Warenhaus am Leipziger Brühl öffnete am 22.8.1968 nach zweijähriger Bauzeit -es wurde in großem Umfang rekonstruiert und erweitert- wieder seine Pforten. In dem viergeschossigen Warenhaus, dem größten der DDR, ist das Warensortiment in sieben Bedarfskomplexe gegliedert nach modernsten Handelsmethoden auf einer Verkaufsfläche von 11000 qm zusammengestellt.
Von Bundesarchiv, Bild 183-G0823-0205-001 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5363384
ADN-ZB Deutsche Demokratische Republik 3.8.1972 cu Cottbus: Im Dienste des Kunden steht dieses Warenhaus, die modernste Einkaufsstätte für die Cottbuser Bevölkerung. Reporter: Schutt Copyright: ADN-Zentralbild
Von Bundesarchiv, Bild 183-L0721-0339 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5365788

Nach der Konterrevolution:

Nach 1990 wurde vom Verband der Konsumgenossenschaften der DDR (VdK) und der Horten AG das Joint Venture „Horten-konsument“ gegründet, beide Gesellschafter hatten jeweils 50 Prozent der Anteile.[2]Die Warenhäuser wurden von der neuen Horten-Konsument Warenhaus GmbH fortgeführt. Den 50-prozentigen Anteil des VdK eG verkaufte dieser nach der Übernahme von Horten durch Kaufhof im Jahr 1994 an Kaufhof.[3] Ausschlaggebend waren wirtschaftliche Gründe, beispielsweise hatte der Gesellschafter VdK eG keinen Einfluss auf den Einkauf, trug aber das wirtschaftliche (Verlust-)Ergebnis mit.[4] Mit der Fusion der Muttergesellschaft mit der Kaufhof AG wechselten viele Gebäude abermals den Namen. Nicht zu allen Warenhäusern konnte durch den Gesellschafter VdK eG, der Eigentümer der Gebäude war und blieb, Volleigentum hergestellt werden. Dort, wo es gelang, wurden die Warenhäuser (neben der eigentlichen Beteiligung, resp. Gesellschafteranteilen) ebenfalls an die Kaufhof Warenhaus AG verkauft. So etwa in Cottbus, Plauen und Gera. In Leipzig gelang dies nicht. Hier wurde durch den VdK eG als Gebäudeeigentümer und durch eine jüdische Erbengemeinschaft als Eigentümerin von Grund und Boden der Standort gemeinsam an Hertie/Karstadt verkauft.[5] Die Filiale in Leipzig wurde später so ein Provisorium der Karstadt Warenhaus AG, die das Gebäude bis Oktober 2006 nutzte. Andere Standorte, wie etwa in Cottbus, werden heute noch vom Kaufhof betrieben. Das Kaufhaus am Berliner Anton-Saefkow-Platz befand sich bis zum Jahr 2009 im Besitz der Zentralkonsum eG (Gebäudeeigentümer) und war an die Kaufhof AG verpachtet. Nach deren Auszug wurde es im Jahr 2009 gemeinsam mit dem Bund und dem Land Berlin (Grundstückseigentümer) an eine Investorengruppe verkauft.

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Centrum Warenhaus

Centrum war eine Warenhauskette und Tochtergesellschaft der Handelsorganisation HO der DDR. Die Warenhäuser befanden sich in Ober- und Mittelzentren der DDR und waren zumeist größer als die Konsument-Kaufhäuser der Konsum-Genossenschaft.

Logo der Centrum Warenhäuser
Von Autor/-in unbekannt – selbst gezeichnet durch Peter Wiegel, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46206764

Viele während des Bestehens der DDR errichtete Gebäude besaßen als gemeinsames Merkmal rasterartig ornamentierte Metallfassaden, die sich stilistisch an Hortenkacheln orientierten.

Die ersten Centrum Warenhäuser entstanden in bereits bestehenden Kaufhausbauten, so in Chemnitz in den ehemaligen Kaufhäusern Schocken (bereits 1965) und Tietz und in Görlitz im HO-Warenhaus. In Dresden wurde der zum Altmarkt mit einem Eckbau ergänzte 1950er Bau an der Ernst-Thälmann-Straße (heute Wilsdruffer Straße) zum Centrum-Warenhaus umfirmiert.

Haus am Altmarkt 25, der Kopfbau von 1956/57.
Von Foto Fitti, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55161928

Im August 1965 erfolgte der erste Spatenstich zur Errichtung des ersten Warenhausneubaus der VVW Centrum in Montagebauweise der DDR in der Neustadt von Hoyerswerda (am heutigen Lausitzer Platz).[1] 

Centrum Warenhaus Hoyerswerda auf einer Briefmarke der Deutschen Post der DDR, 1969
Von Deutsche Post der DDR – Eigener Scan, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5250616

Weitere Neubauten wie beispielsweise das „alte“ Centrum am Altmarkt in Dresden entstanden im damals vorherrschenden Stil des Sozialistischen Klassizismus. (Baustil aus der Stalin-Zeit)

Teile der Kelleranlagen bei den Neubauten wurden als Zivilschutzraum für die Mitarbeiter angelegt, so im Centrum Warenhaus Suhl und Berlin (Anton-Saefkow-Platz).

Centrum-Warenhaus in Suhl
Von Bundesarchiv, Bild 183-J0316-0001-001 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5364246
Centrum-Warenhaus Berlin/DDR, Alexanderplatz
Von Bundesarchiv, Bild 183-K0212-0301-001 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5364952

Ab 1970 wurden Kaufhausneubauten im Stil der Klassischen Moderne geplant, die z. B. in Berlin am Alexanderplatz, in Dresden an der Prager Straße und in Magdeburg, Breiter Weg mit einer neuartigen Fassade aus Aluminiumelementen errichtet wurden. Dabei wurden auch Konstruktionen aus Stahlbeton verwendet, wie z. B. an statische Lastverläufe angepasste Decken (Dresden). Der Entwurf der Aluminiumfassade des Suhler Centrum stammte von Fritz Kühn. Das größte und modernste Centrum Warenhaus eröffnete im Jahr 1979 am Berliner Ostbahnhof.

Centrum am Ostbahnhof
Von Bundesarchiv, Bild 183-Z0609-022 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5371613

Tasse aus dem Kaufhausrestaurant
Von Iclandicviking – eigenes Bild, Bild-frei, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=5806825

Nach der Konterrevolution:

Nach 1990 wurden die damals betriebenen 14 Centrum Warenhäuser durch Entscheidung der Treuhandanstalt unter den westdeutschen Kaufhausketten aufgeteilt: Karstadt sollte 6, Kaufhof 5 und Hertie 3 Standorte übernehmen.

Nach der Konterrevolution wurden die meisten Centrum Warenhäuser von Kaufhof, Karstadt und Hertie übernommen und werden in der Mehrzahl bis heute weiter betrieben. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Karstadt-Konzerns traf die Konzernleitung die Entscheidung, eine Reihe von Häusern (z. B. Halle (Saale), Hoyerswerda – April 2007) zu schließen.

Wie die Nachfolger weiterverfuhren, gebe ich (P.R.) hier nicht wieder. Ich will ja den Einzelhandel der DDR vorstellen und nicht was nach dem Ende der DDR getrieben wurde.  Wen’s interessiert, kann die Details auf Wikipedia nachlesen. Diese Art Kaufhäuser ist heute weniger gefragt und heutige Kaufhauskonzerne, wie z.B. Kaufhof sind in der Krise. Heute gibt es die Fachmärkte auf der „grünen Wiese“. In der DDR war die Wiese tatsächlich grün, denn da waren keine Geschäfte, bzw. diese Art von Geschäften gab es nicht in der DDR.

Am Ende noch ein paar Beispiel-Bilder, wie die Centrum-Warenhäuser direkt nach der Konterrevolution aussahen.

Fassade des ehemaligen Centrum-Kaufhauses Dresden, Prager Straße, nach der Konterrevolution
Von Bernd Hutschenreuther – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=730287
Centrum-Warenhaus in Magdeburg 1991 (kurz nach der Übernahme durch Karstadt)
Von Bundesarchiv, B 145 Bild-F088970-0025 / Thurn, Joachim F. / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5474022

Die Werbung an dem abgebildeten Kaufhaus in Magdeburg im Jahre 1991 spiegelt den Zeitgeist nach dem Sieg der Konterrevolution wider. Das es mit „Schwung“ und „Zukunft“ nicht so weit her war, wissen wir heute. P.R.

Ein interessanter Link zum Gebäude des Centrum Warenhauses in Dresden. Wie bei so vielem aus der DDR, musste auch hier die Erinnerung getilgt werden. Das Gebäude wurde 2007 abgerissen.

https://archive.ph/20130210191300/http://www.centrum-warenhaus-dresden.de/html/FS_hintergrund_centrum.htm

entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel