Peter Grimm

Ein später bekannter Konterrevolutionär war auch Mitglied der Gruppe „Die Wühlmaus“.

Peter Grimm wurde am 24. März 1965 in Berlin geboren.

Peter Grimm (1990)
Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1990-0105-315 / Uhlemann, Thomas / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5424984

Peter Grimm wuchs in Berlin-Friedrichshagen auf. Sein Vater ist Diplom-Ökonom, seine Mutter Diplom-Vermessungsingenieurin. Er wurde kurz vor dem Abitur von der Erweiterten Oberschule (EOS) unter dem Vorwurf ausgeschlossen, seine „moralisch-charakterlichen Grundlagen“ erfüllten die Anforderungen nicht. Grimm hatte unter anderem 1982 an der Beerdigung von Robert Havemann teilgenommen. Seitdem steht er in Kontakt zu Werner Fischer und Ralf Hirsch.

Das MfS versuchte ihn anzuwerben, doch Peter Grimm lehnte 1983 entschieden ab.

Nachdem er neun Tage vor dem Abitur die EOS verlassen musste, verrichtete er anschließend Hilfstätigkeiten im Transformatorenwerk Oberspree, um nicht wegen „asozialen Verhaltens“ (§ 249 StGB der DDR) verurteilt zu werden. Im selben Jahr beteiligte er sich an der Gründung eines Friedenskreises in der Bekenntniskirche in Berlin-Treptow und wurde Mitglied des „Friedenskreises Wühlmaus“.[1]   Aus dieser Gruppierung ging die Laienspielgruppe hervor. Wikipedia nennt diese Gruppe nun „Friedenskreis Wühlmaus“.

1985 war er Mitherausgeber eines Protestbriefes anlässlich des Internationalen Jahres der Jugend, im Juli unterzeichnete er einen offenen Brief an die Teilnehmer der XII. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Moskau. Er war einer der Sprecher des Vorbereitungskreises eines Menschenrechtsseminars in der Bekenntnisgemeinde, das von der Leitung der Berlin-Brandenburgischen Evangelischen Kirche verboten wurde. Na, da gab es doch einige vernünftige Kirchenleute.

Am 24. November 1985 wurde in der Wohnung von Wolfgang Templin aus der Vorbereitungsgruppe des Menschenrechtsseminars die „Initiative Frieden und Menschenrechte“ gegründet. Grimm zählte zu den Gründern „Initiative Frieden und Menschenrechte“ (IFM) in Berlin/DDR und war einer ihrer ersten Sprecher.[2]   Diese Organisationen hatten alle so wohlklingende Namen, doch sie waren konterrevolutionäre Organisationen.

Peter Grimm war auch an der Herausgabe der illegalen Zeitschrift „Grenzfall“ beteiligt.

Nun erfolgte der Zusammenschluss mit konterrevolutionären Gruppierungen aus den anderen sozialistischen Ländern, die eine gemeinsame Erklärung herausgaben. Weitere Details des konterrevolutionären Treibens lasse ich hier aus. Wer Interesse hat, kann das aus Wikipedia entnehmen.

Im Oktober 1989 Schloss sich Peter Grimm während der Konterrevolution in der DDR der neugegründeten sozialdemokratischen Partei in der DDR, der SDP an, der er bis 1990 angehörte.

In den Jahren 1990/1991 arbeitete er als Redakteur der Zeitung „die andere“ in Berlin. Ab November 1990 bis März 1991 war Grimm als Pressesprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im ersten bürgerlich gewählten Landtag der nun neuen Bundesländer, dem Sächsischen Landtag tätig.

Danach arbeitet er bei verschiedenen Fernseh-Produktionsfirmen. Seit Herbst 1995 ist Peter Grimm freier Autor und Journalist, drehte Dokumentarfilme über konterrevolutionäres Treiben in der DDR, war Filmproduzent bei Tangens-TV. Zwischenzeitlich war er von 2007 bis 2012 Redakteur der Zeitschrift Horch & Guck“. Daneben veröffentlicht er regelmäßig in dem Weblog Achse des Guten“.[4] Seit 1998 engagierte er sich im Archiv der „Initiative Frieden und Menschenrechte Sachsen e.V.“ (IFM-Archiv Sachsen) im Vorstand sowie in der Forschungsarbeit.

Im Jahre 2011 erschien im AVANT-Verlag eine Comic-Adaption der Geschichte über Peter Grimm als Konterrevolutionär und den „Grenzfall“. Dies wurde von der „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ gefördert, also aus Steuergeldern finanziert. Dieses Schriftgut soll als Unterrichtsmaterial für die Schulen eingesetzt werden, also der Volksverdummung dienen.

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Die Zeitschrift „Grenzfall“

Die Zeitschrift „Grenzfall“ kam ab 1986 in Berlin/DDR illegal heraus.  Herausgeber waren spätere Konterrevolutionäre.

Die illegale Zeitschrift „Grenzfall“ zeigt schon mit dem Titelbild der ersten Nummer ihre Zielsetzung: Grenz-Fall im Sinne von Mauer-Fall oder Zerstörung der Staatsgrenze der DDR. Nun ja, das Ziel ist schließlich erreicht worden. Rainer Dietrich war als IM des MfS unter den Herausgebern. Allerdings konnte er nichts ausrichten. Möglicherweise haben die verantwortlichen Stellen seine Berichte zwar entgegengenommen und abgeheftet, aber den bitteren Ernst der Lage nicht erkannt.

Bild entnommen von AMAZON

Die Zeitschrift wurde 1986 bis 1987 illegal in Berlin/DDR herausgegeben. Die ersten beiden Ausgaben in einer Auflage von ca. 50 Exemplaren auf Fotopapier hergestellt, erreichten die mit Ormig-Hektografie vervielfältigten 800 Exemplare, aber erst durch die Vervielfältigungstechnik mit Wachs-Matrize konnten die Auflagen von über 1000 Exemplaren hergestellt werden. Gedruckt wurde in wechselnden Wohnungen und in der Umwelt-Bibliothek in der Zionskirchengemeinde, wo auch die „Umweltblätter“ erschienen sind.

Weitere Mitarbeiter und Unterstützer waren unter anderem Bärbel Bohley und Gerd Poppe. In der Nacht vom 24. Auf den 25. November 1987 wurde in der „Aktion Falle“ vom MfS die Umwelt-Bibliothek durchsucht, sieben Mitarbeiter der Umwelt-Bibliothek wurden verhaftet.

Dank der Macht der BRD-Medien, die in die DDR hineinstrahlten sowie Mahnwachen und Solidaritätsbekundungen in der DDR erlangte die Zeitschrift eine größere Bekanntheit und die Verhafteten kamen frei. Eine erste Niederlage der DDR.

In dieser Situation hätte Joachim Herrmann als Medienchef der DDR abgelöst werden müssen. Ein neuer Medienchef, bzw. -chefin hätte die Medienlandschaft der DDR umgestalten müssen. Eine Gegenmacht gegenüber den Westmedien hätte geschaffen werden müssen. Da wäre noch eine Chance gewesen die DDR zu schützen. Stattdessen hat man aufgegeben.

2011 erschien im Advant-Verlag eine Comic-Adaption der Geschichte von Peter Grimm als Konterrevolutionär und des „Grenzfalls“, die mit den Mitteln der „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ gefördert wurde, also letztendlich aus Steuergeldern finanziert. Dieses Schriftgut soll als Unterrichtsmaterial in der Schule eingesetzt werden, also der Volksverdummung dienen.

Ein großes Online-Versandhaus bietet den Nachdruck aller in der DDR erschienen Ausgaben an. Ist aber „derzeit nicht verfügbar“. Tatsächlich alle ausverkauft?

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Vorwort zur Mai-Ausgabe 2025

Von Februar 2025 bis Mai 2025 hat sich DIE TROMMLER mit der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber: Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv, beschäftigt. Manches war ganz schön knifflig.

Diese Broschüre ist an die heutigen Schülerinnen und Schüler gerichtet. Ob im Unterricht soviel Zeit ist, um das alles auszuarbeiten, ist fraglich. Vielleicht ist es als Projektarbeit gedacht. Sind die heutigen Lehrerinnen und Lehrer in der Lage entsprechende Anleitung zu geben? Denn die meisten Lehrkräfte sind zu jung, um die DDR noch zu kennen. Es besteht die Gefahr, dass letztendlich die Geschichtsschreibung der Sieger vermittelt wird. Doch Original-Dokumente geben die Chance die historischen Ereignisse ohne Vorurteile auszuwerten. DIE TROMMLER bietet der heutigen und nachfolgenden Generationen die Möglichkeit historische Ereignisse aus der Sicht der Verlierer der Geschichte wahrzunehmen.

Näheres siehe Inhaltsverzeichnis

Broschüre

Arbeitsaufträge 5

Aufgabe 1

Informieren Sie sich im Abkürzungsverzeichnis und im Internet über die Stasi-Abteilung „M“. In welchen Gebäuden hatte sie ihre Außenstellen? Nennen Sie Argumente, mit denen die Einstellung der Arbeit dieser Abteilung begründet wurde.

 

Aufgabe 2

Erläutern Sie, welche Auswirkungen die Umwandlung des MfS in das AfNS für viele Stasi-Mitarbeiter hatte. Auf welche Weise wollte die Stasi das Arbeitsplatzproblem für ehemalige Mitarbeiter lösen?

 

Aufgabe 3

Fassen Sie anhand des Dokumentes 11 zusammen, worin die angeblich wichtigsten Neuerungen beim AfNS (ANS) bestanden.

 

Aufgabe 4

Dokument 12 ist ein mit Bleistiftbemerkungen versehener Entwurf der Leitung der AfNS. Untersuchen Sie anhand dieses Dokuments, mit welchen Spitzeln das neue Amt nicht mehr zusammenarbeiten wollte.

 

Aufgabe 5

Setzen Sie sich mit der 1989 oft zu hörenden Auffassung auseinander, das AfNS sei nur Etikettenschwindel gewesen, um die Stasi über die Krisenzeit zu retten. Schreiben Sie auf, was dafür und dagegen spricht. Bilden Sie sich eine abschließende Meinung und begründen diese.

Antwort zu Aufgabe 1

Die Abteilung „M“ beim MfS war die Abteilung für Postkontrolle. Diese Diensteinheit war für die Kontrolle und Auswertung der Postsendungen sowie für die Führung des Schriftenspeichers und spezieller Adressdateien zuständig.

Die Außenstellen befanden sich in Gebäuden der Post und der Zollverwaltung. Die Räumlichkeiten mussten geräumt und im Anschluss so hergerichtet werden, das nichts auf die Abteilung „M“ hinweist.

Trotz gesetzlicher Regelungen wurde auch die Postzollfahndung beendet. Aufgrund der Krise waren diese Tätigkeiten nicht mehr durchführbar. Der amtierende Minister, Rudi Mittig, hat das so entschieden.

Siehe auch: „Dokument zur Postkontrolle nach Abschluss der KSZE“

 

Antwort zu Aufgabe 2

Man wollte sich angleichen, an wen auch immer. Es sah nach Angleichung an die BRD aus. Andererseits schwurbelte man herum, dass es um Erneuerung des Sozialismus ginge und ähnlichen Stuss. Das war Irreführung der Aufrechten.

Bei der Lösung des Arbeitsplatzproblems für ausscheidende Mitarbeiter des MfS, bzw. AfNS hat man auf eine alte Regelung aus dem Jahre 1982 zurückgegriffen.  Man hatte nicht beachtet, dass bei der Krisen- und Umbruchssituation die Regelung aus alter Zeit nicht mehr real anwendbar war.

Siehe auch Beitrag „Erklärung des Kollegiums des MfS zum Thema Umstellung des MfS zum AfNS (Vom Ministerium für Staatssicherheit zum Amt für Nationale Sicherheit)“

 

Antwort zu Aufgabe 3

Ausführlich ist das im Beitrag „Über ein Gespräch im Landestheater Halle in Reaktion auf einen Brief des Landestheaters“ dargelegt worden.

Es geht um eine Angleichung in Richtung Geheimdienst eines bürgerlichen Staates. Mit dem Sozialismus hatte man abgeschlossen. Die Aufgaben des Geheimdienstes änderten sich folglich. Es wurden innerhalb des Theaters keine Spitzel und IM mehr gebraucht.

 

Antwort zu Aufgabe 4

Im Beitrag „(Vorläufige) Grundsätze für die inhaltliche und methodische Gestaltung der Arbeit mit IM“ wird auf einen früheren Beitrag in DIE TROMMLER verwiesen, der das Thema IM ausführlich behandelt. Außerdem wird auf den entsprechenden Abschnitt aus dem Buch „Die Sicherheit“ hingewiesen, dass man in Teilen oder als Ganzes auf der Website des ISOR Sozialvereins Archiv herunterladen kann.

Nicht mehr zusammenarbeiten wollte man mit IMs, die für innere und äußere Feinde zuständig waren. (Mensch wozu ist dann ein Geheimdienst da? P.R.)

  • mit IMs die mit den Bereichen Politik, leitenden Mitarbeitern staatlicher Organe, Funktionären aus Parteien und Organisationen zu tun hatten.
  • mit IMs die unzuverlässig und unehrlich waren.
  • mit IMs die eine weitere Zusammenarbeit ablehnten
  • mit IMs, die man nicht mehr für geeignet hielt
  • na und mit IMs, die die Umstellung und Angleichung nicht mitmachen wollten

Soweit in Kürze die Antwort auf die gestellte Aufgabe. Man könnte noch viel sagen, wenn man ins Detail ginge.

 

Antwort zu Aufgabe 5

Dass die Umstellung vom MfS auf das AfNS nur ein Etikettenschwindel wäre, nur eine Namensänderung stattgefunden hätte usw. wurde 1989 stets behauptet. Doch befasst man sich tiefer mit der Materie, stellt man fest, dass dem nicht so ist. Es ist die Angleichung und Umstellung auf den Geheimdienst eines bürgerlichen Staates vorgenommen worden. Als Vorbild diente die BRD.  Doch letztendlich war das sinnlos. Es war eben noch nicht entschieden, ob die DDR ohne Sozialismus weiterhin bestehen sollte oder, wie dann geschehen, die DDR nicht mehr existent sein wird.

 

 

 

Dokument 9

Dokument 10

Dokument 11

Dokument 12

Entnommen aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv, bearbeitet von Petra Reichel

Arbeitsaufträge 6

Aufgabe 1

Anfang Dezember besetzten Bürgerinnen und Bürger der DDR viele Stasi-Dienststellen. Was war der Auslöser für diese Aktionen? Überlegen Sie, warum die Häuser der Staatssicherheit erst zu diesem Zeitpunkt besetzt wurden.

 

Aufgabe 2

Beschreiben Sie die Reaktionen des AfNS auf die Ereignisse am 4. Und 5. Dezember 1989. Erörtern Sie die Gründe für das Zurückweichen der Stasi-Mitarbeiter in den Bezirken und Kreisen der DDR.

 

Aufgabe 3

Im Dokument 15 beklagt die Staatssicherheit die schlechte Zusammenarbeit mit der Volkspolizei Anfang Dezember 1989. Geben Sie mit eigenen Worten wieder, welche Punkte bemängelt wurden.

 

Aufgabe 4

Jahrzehntelang waren die DDR-Behörden, wie die Volkspolizei, gezwungen, sich nach Anweisungen der Stasi zu richten. Diskutieren Sie, warum diese ungeschriebene Regel seit Anfang Dezember 1989 nicht mehr funktionierte.

Antwort zu Aufgabe 1

Ob das nur Bürgerinnen und Bürger waren, welche die Dienststellen des MfS besetzten, sei mal dahingestellt. Ich denke da haben sich Krawallmacher, Kriminelle und Spione anderer Geheimdienste druntergemischt. Anhand des bekanntgewordenen Falls der „Rosenholzdateien“ wurde ja zugegeben, dass fremde Geheimdienste die Gunst der Stunde nutzten. Was war der Auslöser? Gute Frage. Ist auch uninteressant. Ein Geheimdienst, der seine Gebäude und Anlagen nicht schützen kann, hat versagt.

 

Antwort zu Aufgabe 2

Kurz und gut, die Geheimdienstmitarbeiter haben aufgegeben. Ein Geheimdienst, der sein Land nicht schützen kann, nicht mal seine Gebäude und Anlagen schützen kann, hat versagt.

 

Antwort zu Aufgabe 3

Siehe auch Beitrag „Hinweise zum Zusammenwirken des Amtes für Nationale Sicherheit, Ministeriums für innere Angelegenheiten und der Staatsanwälte auf verschiedenen Ebenen.“

Es war die gesetzlose Zeit, während die Konterrevolution marschierte. Ausführliches im Beitrag.

 

Antwort zu Aufgabe 4

Sehr sinnig. In bestimmten Fällen, insbesondere bei Delikten mit politischem Hintergrund, muss die Polizei, bzw. die Staatsanwaltschaft mit dem Geheimdienst zusammenarbeiten. Das ist überall so. Nun gut, das MfS übernahm Aufgaben, die in anderen Ländern von anderen Behörden erledigt werden. Aber ob das so entscheidend ist?

Siehe auch Beitrag „MfS: Der Anfang“

Was gibt’s da zu diskutieren? Die Konterrevolution marschierte. Behörden waren nicht mehr handlungsfähig, wurden umstrukturiert u.ä.  Das MfS/AfNS war in Auflösung begriffen.  Die Endzeit der DDR war faktisch eine gesetzlose Zeit.

Dokument 13

Dokument 14

Dokument 15

Entnommen aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv, bearbeitet von Petra Reichel

Arbeitsaufträge 7

Aufgabe 1

Die beiden Telegramme wurden innerhalb von 24 Stunden geschickt. Vergleichen Sie die Inhalte und benennen Sie die wichtigsten Unterschiede. Diskutieren Sie, was die Gründe dafür gewesen sein könnten.

 

Aufgabe 2

Ministerpräsident Modrow hatte die Schaffung eines Amtes für Nationale Sicherheit (AfNS) Mitte November initiiert. Finden Sie Motive, warum er das Amt nur drei Wochen später wieder fallen ließ!

 

Aufgabe 3

Auf einer der letzten Dienstberatungen im AfNS musste der Leiter große Veränderungen verkünden (Dok. 17). Geben Sie die wichtigsten Veränderungen mit eigenen Worten wieder.

 

Aufgabe 4

An den Rand der „Hinweise“ hatte ein Stasi-Mitarbeiter geschrieben: „Zoll, Passkontrolle(olle)“. Entwickeln Sie Szenarien, aus denen hervorgeht, was die Staatssicherheit vorhatte. Bedenken Sie dabei, dass eine große Entlassungswelle von Stasi-Mitarbeitern bevorstand.

 

Aufgabe 5

Erläutern Sie, warum ab 9. Dezember Volkspolizisten und Vertreter der Bürgerbewegung die Sicherung aller Stasi-Dienststellen übernehmen sollten.

Antwort zu Aufgabe 1

Die Ersteller der Broschüre und der darin enthaltenen Aufgaben sind anscheinend jüngere Leute, die nicht wissen, dass Telegramme und Fernschreiben verschiedene Dinge waren. Hier geht es um Fernschreiben und nicht um Telegramme.

Na, was soll man da sagen? Die konterrevolutionären Ereignisse überschlugen sich. So war nach 24 Stunden manche Festlegung nicht mehr aktuell. Ansonsten fehlen einem für die damaligen Zustände die Worte.

Siehe Beitrag: „Zwei Fernschreiben an die Beauftragten des Vorsitzenden des Ministerrates“

Antwort zu Aufgabe 2

Was soll man dazu noch sagen? Die Konterrevolution schritt voran. Möglicherweise war absehbar, dass die DDR nicht mehr lange existiert. Es ging darum alles für die Übergabe vorzubereiten. Näheres siehe Beitrag „Hinweise für die Dienstbesprechung am 08.12.1989, 17 Uhr“

 

Antwort zu Aufgabe 3

Siehe auch Beitrag „Hinweise für die Dienstbesprechung am 08.12.1989, 17:00 Uhr“

Zum damaligen Zeitpunkt war zu erwarten, dass das Amt für Nationale Sicherheit (AfNS) bald aufgelöst wird. Man sah voraus, dass eine größere Anzahl von Mitarbeitern keine weitere Dienstverwendung finden wird.

Die Dienststellen sollten aufgelöst werden.

Alles Weitere: bitte Link zum Beitrag klicken.

Antwort zu Aufgabe 4

Na, was da noch handschriftlich zum Dokument hinzugefügt wurde, war wohl die falsche Hoffnung die ehemaligen Mitarbeiter des nunmehrigen AfNS beim Zoll und der Passkontrolle unterzubringen. Wir wissen, dass das bald obsolet wurde.

Antwort zu Aufgabe 5

Nun musste die Volkspolizei herhalten, um die Sicherung der Dienststellen des MfS (in der Aufgabe als „Stasi-Dienststellen“ bezeichnet), gemeinsam mit den Konterrevolutionären, in der Aufgabe als „Bürgerbewegung“ bezeichnet, zu sichern. Na ja, der Fall „Rosenholzdateien“ ist ja bekannt geworden. Es ist davon auszugehen, dass westliche Geheimdienste die Gunst der Stunde nutzten und vieles abgegriffen haben. Schließlich ist ja nicht alles bekanntgeworden.

Dokument 16

Dokument 17

Entnommen aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv, bearbeitet von Petra Reichel

Arbeitsaufträge 8

Aufgabe 1

Erläutern Sie, mit welchen Schwierigkeiten das in der Auflösung befindliche AfNS seit Mitte Dezember 1989 zu kämpfen hatte.

Aufgabe 2

Erklären Sie, weshalb sich die Beschäftigten in Betrieben und öffentlichen Einrichtungen erst ab Dezember 1989 massiv gegen die Einstellung ehemaliger Stasi-Mitarbeiter wehrten.

Aufgabe 3

Seit Dezember herrschte in vielen Familien von Stasi-Mitarbeitern die Angst vor Ausgrenzung, Verhaftung und sogar Lynchjustiz. Erörtern Sie, was die ehemaligen Stasi-Mitarbeiter befürchteten. Waren ihre Ängste real zu begründen? Was für Ansichten und Vorstellungen der Stasi-Leute kamen dabei zum Vorschein?

Antwort zu Aufgabe 1

Man konnte die ehemaligen Mitarbeiter nicht oder nur schwer in Arbeit unterbringen.  Die Zusammenarbeit mit anderen Behörden ist zum Erliegen gekommen. Es herrschte eine gesetzlose Zeit.

Siehe auch „Bericht über die Lage in den Bezirksämtern für Nationale Sicherheit sowie im Zusammenhang mit der Auflösung der Kreisämter für Nationale Sicherheit (15.12.1989)“

Antwort zu Aufgabe 2

Was soll man dazu sagen?  Die sahen, dass es mit dem MfS, bzw. AfNS zu Ende ging und sie fühlten sich sicher. So zeigten sie offen die Ablehnung gegenüber den ehemaligen Mitarbeitern des MfS/AfNS. Ja, sie „rechneten sogar mit ihnen ab“.

Siehe auch „Tagesbericht aus Halle“

Antwort zu Aufgabe 3

Natürlich waren die Ängste zu begründen. Es herrschte die gesetzlose Zeit. Der Mob war damals zu allem fähig.

Entnommen aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv, bearbeitet von Petra Reichel

Dokument 18

Dokument 19

entnommen aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv, bearbeitet von Petra Reichel

Arbeitsaufträge 1

Brief der Kirchen an Erich Honecker

Aufgabe 1

Erarbeiten Sie anhand des Briefs an den DDR-Staatschef, welche Veränderungen die Kirchenleitung in der DDR wünschte. Geben Sie die Forderungen mit eignen Worten wieder.

Aufgabe 2

Erörtern Sie, warum die Kirchenoberen ihre Anhänger zum Dableiben aufriefen.

Aufgabe 3

Ermitteln Sie mithilfe des Abkürzungsverzeichnisses die Aufgaben und Befugnisse einer Bezirkseinsatzleitung in der DDR. Diskutieren Sie anhand Ihrer Erkenntnisse, mit welcher drastischen Maßnahme die alte SED-Führung um Honecker im Oktober 1989 die friedliche Revolution verhindern wollte.

Antwort zu Aufgabe 1

Das ist weitgehend in der Bearbeitung und den Nachbemerkungen zu diesem Dokument erledigt.

Hier nochmal die Forderungen:

  • offene und wirklichkeitsnahe Diskussionen über die allgemeine Unzufriedenheit in der DDR
  • kritische Einwände von Bürgerinnen und Bürgern der DDR zu berücksichtigen und zum Wohle aller in erkennbaren Veränderungen wirksam werden zu lassen
  • Änderung der Medienpolitik
  • besserer Umgang der Behörden mit den Bürgerinnen und Bürgern Reisemöglichkeiten in alle Länder
  • ehemaligen Bürgerinnen und Bürgern der DDR, die in ein anderes Land übergesiedelt sind die Rückkehr zu ermöglichen.  (Zu dieser Thematik siehe Schwesterblog „Aufnahmeheim Röntgental“. P.R.)

    Die aufgelisteten Forderungen klingen vernünftig, denn es geht da tatsächlich um Defizite in der DDR.

Antwort zu Aufgabe 2

Werner Leich hatte als Vertreter der Evangelischen Kirchen in der DDR an die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger der DDR appelliert.

Er warnte vor der Illusion vom besseren Leben in der BRD. Außerdem zeigte er auf, welche Lücken der Weggang von vielen Bürgerinnen und Bürgern gerissen hatte. So z.B. im Gesundheitswesen und in der Wirtschaft.

Werner Leich appellierte an das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen nicht nur für sein eigenes Leben, sondern für das Leben der Gemeinschaft.

Um den Frieden zu wahren und des geordneten Miteinanders von verschiedenen Staaten, hatte er die Botschaftsbesetzungen und die Massenflucht über Ungarn nicht gutgeheißen.

Er appellierte in der heimatlichen Gemeinschaft zu bleiben und die DDR nicht zu verlassen und erklärte außerdem, dass alle an ihrem Platz wichtig sind.

Werner Leich hatte geschrieben, dass die Kirche ihre Aufgabe darin sieht, in der Gesellschaft der DDR zu wirken und hatte die Menschen gelobt, die keinen Antrag auf Entlassung aus der Staatsbürgerschaft der DDR (Ausreisantrag) mehr stellen wollten.

Er hatte auch geschrieben, dass die Mitarbeit aller gefragt ist, unter den Defiziten der DDR leiden und Veränderungen anstreben. (Na ja, das ist „Wischi-Waschi“. Ging es um die Hilfe von Ungerechtigkeit Betroffenen oder um Konterrevolution? Außerdem hielt sich die Kirche ein „Hintertürchen“ offen, um flexibel reagieren zu können, egal was kommt.)

Siehe Bearbeitung des Dokuments

Aufruf der Konferenz der evangelischen Kirchen vom 08. September 1989

Antwort zu Aufgabe 3

Entnommen aus dem Abkürzungsverzeichnis der Broschüre, wie in der Aufgabe vorgegeben.

„Oberstes Führungsorgan im Bezirk zur Leitung der Verteidigungsmaßnahmen im Kriegsfall und in Krisensituationen. Der BEL gehörten u.a. die Chefs von Staatssicherheit, Polizei und Militär im Bezirk an. Vorsitzender war der Chef der SED-Bezirksleitung. Die BEL unterstand dem vom SED-Generalsekretär geführten Nationalen Verteidigungsrat, der die Mobilmachung anordnen und den Ausnahmezustand verhängen konnte.“

Was gibt es da zu diskutieren? Jeder Staat trifft Maßnahmen in Kriegs- und Krisensituationen. Wir kennen das ja noch aus der Corona-Zeit. Heute wissen wir, dass die Maßnahmen überzogen waren. Doch da findet keine Aufarbeitung statt. Wenn es echte Krisen oder gar Kriegssituationen gibt, hat jeder Staat entsprechende Maßnahmen in der Reserve. In der DDR war das natürlich auch angedacht. Doch letztendlich war die Staatsmacht nicht in der Lage diese durchzusetzen. Erich Honecker war durch seine Krankheit zu lange handlungsunfähig. Als er wieder handlungsfähig war, war die Konterrevolution bereits zu weit fortgeschritten und er musste zurücktreten.

Aufgaben entnommen aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv

Arbeitsaufträge 2

Vergleich Montagsdemo Halle Geheimdienst – und Polizeibericht sowie des MfS Dresden

 

  1. Vergleichen Sie Inhalt und Stil der Dokumente 4 und 5 (Fernschreiben des MfS Dresden nach Berlin und der Bericht des MfS Halle an die SED-Kreisleitung) Fassen Sie Unterschiede und Gemeinsamkeiten zusammen. Versuchen Sie Erklärungen für die Unterschiede zu finden. Besprechen Sie die Ergebnisse in der Gruppe.

 

  1. Die Dokumente 5 und 6, sind der Geheimdienstbericht (des MfS) und der Polizeibericht. Es sind verschiedene Berichte zu ein und demselben Ereignis. Arbeiten Sie durch Vergleiche heraus, welche Eindrücke der Verfasser von Dokument 5 (Bericht an die SED) beim Leser erwecken wollte.

 

  1. Charakterisieren Sie die in den Berichten Dok.5 und 6, also dem Polizeibericht und dem Geheimdienstbericht, geschilderten Verhaltensweisen der kirchlichen Amtsträger während der Ereignisse am 09.Oktober 1989 in Halle. Erörtern Sie die Gründe für das Verhalten. Beachten Sie dabei, wer die Berichte verfasst hatte.

 

 

  1. Auch in Demokratien, wie der Bundesrepublik Deutschland, kann es vorkommen, dass Polizeikräfte gewaltsam gegen Demonstranten vorgehen. Diskutieren Sie in der Gruppe, worin Sie Unterschiede zum Vorgehen der DDR-Sicherheitskräfte sehen.

 

 

Dokument 4

Dokument 5

Dokument 6

Diese Aufgaben sind knifflig. Es geht einmal um den Polizeibericht und den Geheimdienstbericht zur Montagsdemo am 10.10.1989 in Halle. Das soll verglichen werden. Dann kommt noch der Geheimdienstbericht von Dresden ins Spiel, der auch verglichen werden muss.

In den Beiträgen habe ich mich mehr auf den Geheimdienstbericht konzentriert, was Halle angeht, da es sich um einunddasselbe Ereignis handelt. Erst bei der Lösung der Aufgaben sind mir die Unterschiede bewusst geworden. Der Geheimdienstbericht von Dresden war MfS-intern. Der Geheimdienstbericht von Halle ging an die SED-Kreisleitung und war subjektiv abgefasst.

Den Geheimdienstbericht von Dresden habe ich extra abgefasst, da es sich um ein anderes Ereignis handelt. Da dieser Bericht MfS-intern war, wurde dieser nüchtern-sachlich abgefasst.

Petra Reichel

Antwort zu Aufgabe 1

Das Schreiben des MfS-Dresden (Dokument 4) ist nüchtern-sachlich abgefasst. Die Kirchen, wo die Veranstaltungen stattfanden, wurden genannt und die Forderungen von Demonstranten aufgelistet. In Dresden gab es laut diesem Bericht keine „feindlich-negative“ oder „provozierende Vorkommnisse“. Es war ein MfS internes Schreiben. Man konnte dabei nüchtern-sachlich bleiben.

Das Schreiben der MfS-Kreisdienststelle Halle an die SED-Kreisleitung (Dokument 5) enthält die Meinung des Verfassers.  Es wird von internen Quellen berichtet, die vor Störungshandlungen warnen. Es wird über einen Sicherungseinsatz in Zusammenarbeit mit der Volkspolizei und den Kampfgruppen der Arbeiterklasse berichtet. Der Hauptfokus wird auf „feindlich-negative Kräfte“ und „dekadenter Jugendlicher“ gerichtet. Das werden die Demonstranten mit dem Inhalt ihrer Transparente genannt. Die mitwirkenden Pfarrer werden genannt. Die rebellischen Jugendlichen waren aber eine Nebenhandlung, die das Ereignis ausnutzten. Das MfS sah es aber anders.

Es wird eine Mitarbeiterin der Kaderabteilung (Personalabteilung) der HO (eine Handelskette in der DDR) genannt, die neben anderen Personen vorläufig festgenommen wurde, im DDR-Amtsdeutsch „zugeführt“ wurde.

Die Amtspersonen der Kirche machten laut diesem Bericht erst verspätet ihren Einfluss geltend, dass die Versammlung ordnungsgemäß aufgelöst wurde. Im Bericht werden Amtspersonen der Kirche beschuldigt die rebellischen Jugendlichen zu ihren Aktionen ermuntert zu haben.

Laut Bericht wurde durch das konsequente Handeln der Sicherungskräfte die beabsichtigte Konfrontation unterbunden.

Antwort auf Aufgabe 2

Welchen Eindruck wollte der Verfasser des Schreibens der Kreisdienststelle des MfS (Bericht an die SED-Kreisleitung) (Dokument 5) beim Leser erwecken? Der Verfasser war ein Oberstleutnant Thomas. Ob er noch lebt?  Leider besteht nicht die Möglichkeit ihn selbst zu fragen, was ja der Fairness dienen würde. So äußere ich meine, in der Aufgabe geforderte, Meinung.

Der Fokus wurde auf die rebellischen Jugendlichen gerichtet. Allerdings nutzten diese nur die Veranstaltung um zu provozieren und über die Stränge zu schlagen. Ihre Aktion war ein Nebenereignis. Das Beschuldigen der kirchlichen Amtspersonen für zu spätes Eingreifen wäre nicht nötig gewesen. Dass es mehrheitlich unbescholtene Bürgerinnen und Bürger waren, welche die Veranstaltung in der Kirche besuchten, war das Hauptereignis. Das ist in diesem Schreiben untergegangen.

Der Verfasser wollte vermutlich vor der SED-Kreisleitung das Ereignis verharmlosen und „gut dastehen“. Von unzufriedenen Bürgerinnen und Bürgern sollte die SED-Kreisleitung keine Kenntnis erhalten. Warum auch immer. Im Schlusssatz wurde vermittelt: „Wir haben die Lage im Griff.“

Die Festnahme der Mitarbeiterin der Kaderabteilung (Personalabteilung) der HO (Handelskette in der DDR) Industriewaren ist in diesem Schreiben herausgestellt worden. Warum war diese Person so wichtig, dass man dies der SED-Kreisleitung mitteilen musste? War sie SED-Mitglied? Wenn ja, wurde sie als einzelne Person hingestellt, die sich parteischädigend verhalten hatte.  Nur sie war dann von Disziplinarmaßnahmen betroffen. So machte man es sich einfach. Es ist die Frage, ob sie ins Gegnerlager übergelaufen ist oder sich nur ihrer Unzufriedenheit Luft machen wollte und es dabei übertrieben hatte. Doch man machte sich wohl nicht die Mühe das herauszufinden. Es war einfacher Disziplinarmaßnahmen zu verhängen. Das machte diese Frau noch unzufriedener und ließ sie tatsächlich ins Gegnerlager überlaufen.

In Halle wurde die Aktion der rebellischen Jugendlichen aufgebauscht. In Dresden wird wohl ähnliches als Nebenhandlungen passiert sein, aber das wurde nicht wichtig genommen. Da wurde der Bericht an das MfS in Berlin nüchtern-sachlich abgefasst.

Der Polizeibericht über den Sicherungseinsatz vom 09.10.1989, von 16:30 bis 22:00 Uhr ist nüchtern sachlich abgefasst.

Gegnerische Personen werden benannt, hier aus heutigen Datenschutzgründen geschwärzt.

Es wird erwähnt, dass eine Demo außerhalb der Kirche geplant war. Man hatte Angst vor möglichem gewalttätigen Einschreiten der Volkspolizei. Die Kirche öffnete die Türen für Schutzsuchende. (Menschenskind, die wissen gar nicht, was gewalttätiges Einschreiten der Polizei ist.)

Die Sicherung wird beschrieben.

Über ein Gespräch mit Kirchenvertretern wird berichtet und die Aufforderung ein draußenhängendes Transparent zu entfernen. (Damals war es nur in privaten Innenräumen, wozu Kirchenräume zählten, zulässig solcherart Transparente aufzuhängen.)

Es wird über kleine Auseinandersetzungen berichtet, wobei es zu ersten Festnahmen kam. Es werden zwei Leute genannt, wobei einer unter Alkoholeinfluss stand. Womöglich ging es diesen Leuten ums Krawallmachen, wobei sie die ersten konterrevolutionären Ereignisse ausnutzten.

Nochmal wird ein Plakat erwähnt, das Leute mit aus der Kirche genommen haben. Nach Aufforderung brachten sie es wieder in die Kirche zurück.

Nun kommt auch in diesem Bericht, die bereits im Bericht des MfS an die SED-Kreisleitung, benannte Frau vor, die damals in der Kaderabteilung (Personalabteilung) der HO (Handelskette in der DDR) Industriewaren arbeitete. Hier ist ersichtlich, dass sie für das „Neue Forum“ aktiv war. Also war sie bereits eine Gegnerin. Sie leistete Widerstand und der Schlagstock kam zum Einsatz.

Dann werden noch eine Sachbearbeiterin und eine Sekretärin im Bereich Medizin (vermutlich eine Arztsekretärin) benannt. Diese Frauen leisteten Widerstand, zeigten sich später aber einsichtig.

Diese Widerstandshandlungen ereigneten sich in Halle in Höhe des Kaufhauses „1000 kleine Dinge“.

An anderer Stelle ist ein Ingenieur vorläufig festgenommen worden, der, nach eigenen Angaben, als Abgeordneter beim Rat des Stadtbezirkes Halle/Ost tätig war. Es ist nicht sicher, ob er tatsächlich ein Abgeordneter war, weil im Bericht mit „..nach eigenen Angaben..“ eingeschränkt wird. Er könnte ein Hochstapler sein. Falls er doch Abgeordneter war, gehörte er vermutlich einer Blockpartei an. Denn das MfS interessierte sich nicht für diesen Mann. Hätte er der SED angehört, hätte das MfS an die SED-Kreisleitung gemeldet. Das MfS interessierte sich ohnehin nur für den Ereignisort Kirche, aber nicht für die anderen, im Polizeibericht aufgeführten Ereignisorte.

Insgesamt wurden 41 Leute vorläufig festgenommen. Über den Einsatz und Befehl zum Einsatz des Schlagstockes wird berichtet. Eine Frau, bereits oben erwähnt, aus heutigen Datenschutzgründen geschwärzt, ist beim Schlagstockeinsatz verletzt worden. Aus dem Zusammenhang erkennt man, dass es sich um die um die renitente Frau handelt, die in der Kaderabteilung (Personalabteilung) der HO (Handelskette in der DDR) Industriewaren arbeitete.

Soweit in Kürze der Polizeibericht.

Antwort zu Aufgabe 3

Hier wird nochmal der Vergleich zwischen dem Geheimdienst- und Polizeibericht betreffs der Verhaltensweisen der Amtsträger der Kirche gefordert. Bei der Lösung der vorigen Aufgaben ist das bereits eingeflossen. Hier nochmal.

Der Bericht des MfS ist subjektiv. Die Amtspersonen der Kirche machten laut diesem Bericht erst verspätet ihren Einfluss geltend, dass die Versammlung ordnungsgemäß aufgelöst wurde. Im Bericht werden Amtspersonen der Kirche beschuldigt die rebellischen Jugendlichen zu ihren Aktionen ermuntert zu haben.

Der Verfasser, Oberstleutnant Thomas, wollte vermutlich vor der SED-Kreisleitung gut dastehen. Er lenkte von der Unzufriedenheit der Bevölkerung ab.

Der Polizeibericht ist nüchtern sachlich über Gespräche mit den anwesenden Kirchenvertretern und dass durch Aufforderung die in der Öffentlichkeit illegalen Transparente entfernt und in den Innenraum gebracht wurden, berichtet worden.

Antwort zu Aufgabe 4

Na, das ist ja sinnig. Was in damals in der DDR abging, war harmlos gegen das, was heute los ist, wenn sich der Staat angegriffen fühlt. Die Volkspolizei der DDR war nicht derart ausgerüstet, wie heutige Spezialeinheiten. Die Sonderausrüstung der Volkspolizei gab es erst im Verlaufe der konterevolutionären Ereignisse. In diesem Bericht wird eine Verletzte genannt.  (Vermutlich diese renitente Frau.) Heute gibt es mehr Verletzte, wenn die Spezialeinheiten zuschlagen. Dabei wurde damals tatsächlich der Staat aus den Angeln gehoben. Das ist heute undenkbar. Wenn sich heute der Staat angegriffen fühlt, wird zugeschlagen und Festnahmen durchgeführt.

Siehe auch folgende Beiträge:

Siehe Beitrag „Wurden in der DDR Demonstranten misshandelt?“ in „Was war die DDR?“ Bitte auch den Nachtrag des Zeitzeugen Gernot Budach lesen.

Ich erinnere an Phillip Müller, ein Kommunist aus der alten BRD, der am 11. Mai 1952 auf einer Demonstration in Essen von der Polizei erschossen wurde. Siehe Beiträge in DIE TROMMLER-ARCHIV und Kalter Krieg und „Entspannungspolitik“. In der DDR wurden Straßen nach Phillip Müller benannt. Diese Namensgebung  fiel nach der Konterrevolution und Annexion der DDR durch die BRD der Schilderstürmerei zum Opfer.

Aufgaben entnommen aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv

Arbeitsaufträge 3

Dokument 7

Arbeitsaufträge zu Dokument 7

  1. Ermitteln Sie im Abkürzungsverzeichnis und im Internet, was die „Kampfgruppen der Arbeiterklasse“ waren und welche Funktion sie im System der DDR hatten.
  2. Erläutern Sie, welche Aufgabe die Kampfgruppen während der Friedlichen Revolution (Unter diesem Slogan wird die Konterrevolution in der DDR heute „verkauft“ P.R.) im Oktober 1989 erledigen sollten und ob sie, laut Quelle, dazu in der Lage waren.
  3. Mitglieder der Kampfgruppen sollten nur vom Sozialismus überzeugte Menschen sein. Analysieren Sie, warum es 1989 trotzdem zu massenhaften Austritten aus den Kampfgruppen kam.

Hier geht es um das in der Broschüre als Dokument 7 bezeichnete Schriftstück.

Thema ist der Zerfall der Kampfgruppen der Arbeiterklasse.

Das sind drei Aufgaben. Die kann man aber zusammenziehen. Im Beitrag in DIE TROMMLER zu diesem Schriftstück und im Beitrag in DIE TROMMLER-ARCHIV zum Thema ist alles gesagt, um auf diese Aufgaben zu antworten.

Aufgaben entnommen aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv

Aufgaben beantwortet von Petra Reichel