Am 09.06.1986 erfolgte zwischen dem Genosse Hauptmann Pogge und Leutnant Beyer der Kreisdienststelle Treptow und dem Genossen Gottwald der Hauptabteilung I, Abt. MfNV. Militärakademie Dresden, (Telefonnr.) ein Gespräch zu dem im OV „Bekenntnis“ bearbeiteten Roolf, Benn.
Genosse Gottwald brauchte eine erste Einschätzung zu Roolf nach seiner Einberufung als Bausoldat zur NVA.
Er leistet seinen Dienst im Teillager Charlottenhof, welches zum Panzergerätelager im Ostritz gehört.
Im Teilelager Charlottenhof sind 36 Bausoldaten tätig. 7 Bausoldaten unter ihnen Roolf wurden jetzt aus Berlin einberufen.
Ausgang und Urlaub für Bausoldaten ist sehr großzügig gestaltet. So erhalten die Bausoldaten alle 14 Tage bis 3 Wochen, Wochenendurlaub und 2-3 mal wöchentlich Ausgang.
Folgende Vereinbarungen werden getroffen:
Roolf bleibt für die Kreisdienststelle Treptow weiter erfasst. Genosse Gottwald veranlasst die Maßnahme -M- (Postkontrolle)zum NPV (Nationaler Postverkehr).
Weiterhin wird registriert, von wem Roolf am Dienstort Besuch erhält.
Darüber hinaus wird Roolf bevorzugt behandelt. So erhält er öfter Ausgang und wird bevorzugt mit Urlaub. Er wird auch öfter zum Vorgesetzten vorgeladen. Mit diesen Maßnahmen könnte eine Isolierung von Roolf erreicht werden.
Genosse Gottwald wies darauf hin, dass im Herbst 3 Bausoldaten aus Berlin Treptow zum Einsatzort von Roolf einberufen werden. (Eine diesbezügliche Überprüfung erfolgt über das Wehrkreiskommando Treptow.)
Die zuständige Kreisdienstelle für Ostritz ist die Kreisdienststelle Görlitz. Seitens der Kreisdienststelle sowie vom Genossen Gottwald bestehen keine inoffiziellen Möglichkeiten.
Der Genosse Gottwald wird einen Abschlussbericht von Roolf übergeben.
Am 19.06.1986 erfolgte die Absprache zwischen dem Genossen Mitzkat der Abteilung xx der Bezirksverwaltung Neubrandenburg und dem Unterzeichner. Genosse Mitzkat brachte zum Ausdruck, dass es derzeitig unmöglich ist, den IMS „Andreas Harms“ aus der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ herauszulösen.
Es gibt Schwierigkeiten mit dem IM. Er ist auch nicht bereit offen über alles zu sprechen.
So deutete der IM nur an, dass 2 Mitarbeiter des MfS mit der Born, Hella und ihren Eltern gesprochen haben. Dadurch habe die Born Schwierigkeiten in der kirchlichen Tätigkeit. Weitere Fragen zu diesem Sachverhalt wollte der IM nicht beantworten. Er sagte dazu wörtlich „die gehört nicht hierher!“
Der IMS reagierte sehr ungehalten als ihm dargelegt wurde, dass er sich aus der Laienspielgruppe zurückziehen soll. Er sieht seine Tätigkeit in dieser Gruppe als Sprungbrett für eine noch festere Integrierung in der sogenannten unabhängigen Friedensbewegung.
Der IMS „Andreas Harms“ beabsichtigt ab September/Oktober 1986 eine neue Tätigkeit auszuüben. Ihm wurde die Möglichkeit gegeben als Handwerker im Bund der evangelischen Kirchen zu arbeiten. Verbunden damit ist ein Umzug nach Berlin Mitte.
Nach der Aufnahme der neuen Tätigkeit sowie des Umzuges wäre der IMS bereit, sich aus der Laienspielgruppe zurückzuziehen.
Von den Genossen der Abteilung xx der Bezirksverwaltung Neubrandenburg wird angestrebt, den IMS bis zum Oktober 1986 aus der Laienspielgruppe herauszulösen.
Dem Genossen Mitzkat wurde ein umfassender Informationsbedarf übergeben.
Eine weitere Absprache ist für September vorgesehen.
Von Februar 2025 bis Mai 2025 hat sich DIE TROMMLER mit derBroschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber: Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv, beschäftigt. Manches war ganz schön knifflig.
Diese Broschüre ist an die heutigen Schülerinnen und Schüler gerichtet. Ob im Unterricht soviel Zeit ist, um das alles auszuarbeiten, ist fraglich. Vielleicht ist es als Projektarbeit gedacht. Sind die heutigen Lehrerinnen und Lehrer in der Lage entsprechende Anleitung zu geben? Denn die meisten Lehrkräfte sind zu jung, um die DDR noch zu kennen. Es besteht die Gefahr, dass letztendlich die Geschichtsschreibung der Sieger vermittelt wird. Doch Original-Dokumente geben die Chance die historischen Ereignisse ohne Vorurteile auszuwerten. DIE TROMMLER bietet der heutigen und nachfolgenden Generationen die Möglichkeit historische Ereignisse aus der Sicht der Verlierer der Geschichte wahrzunehmen.
Informieren Sie sich im Abkürzungsverzeichnis und im Internet über die Stasi-Abteilung „M“. In welchen Gebäuden hatte sie ihre Außenstellen? Nennen Sie Argumente, mit denen die Einstellung der Arbeit dieser Abteilung begründet wurde.
Aufgabe 2
Erläutern Sie, welche Auswirkungen die Umwandlung des MfS in das AfNS für viele Stasi-Mitarbeiter hatte. Auf welche Weise wollte die Stasi das Arbeitsplatzproblem für ehemalige Mitarbeiter lösen?
Aufgabe 3
Fassen Sie anhand des Dokumentes 11 zusammen, worin die angeblich wichtigsten Neuerungen beim AfNS (ANS) bestanden.
Aufgabe 4
Dokument 12 ist ein mit Bleistiftbemerkungen versehener Entwurf der Leitung der AfNS. Untersuchen Sie anhand dieses Dokuments, mit welchen Spitzeln das neue Amt nicht mehr zusammenarbeiten wollte.
Aufgabe 5
Setzen Sie sich mit der 1989 oft zu hörenden Auffassung auseinander, das AfNS sei nur Etikettenschwindel gewesen, um die Stasi über die Krisenzeit zu retten. Schreiben Sie auf, was dafür und dagegen spricht. Bilden Sie sich eine abschließende Meinung und begründen diese.
Antwort zu Aufgabe 1
Die Abteilung „M“ beim MfS war die Abteilung für Postkontrolle. Diese Diensteinheit war für die Kontrolle und Auswertung der Postsendungen sowie für die Führung des Schriftenspeichers und spezieller Adressdateien zuständig.
Die Außenstellen befanden sich in Gebäuden der Post und der Zollverwaltung. Die Räumlichkeiten mussten geräumt und im Anschluss so hergerichtet werden, das nichts auf die Abteilung „M“ hinweist.
Trotz gesetzlicher Regelungen wurde auch die Postzollfahndung beendet. Aufgrund der Krise waren diese Tätigkeiten nicht mehr durchführbar. Der amtierende Minister, Rudi Mittig, hat das so entschieden.
Man wollte sich angleichen, an wen auch immer. Es sah nach Angleichung an die BRD aus. Andererseits schwurbelte man herum, dass es um Erneuerung des Sozialismus ginge und ähnlichen Stuss. Das war Irreführung der Aufrechten.
Bei der Lösung des Arbeitsplatzproblems für ausscheidende Mitarbeiter des MfS, bzw. AfNS hat man auf eine alte Regelung aus dem Jahre 1982 zurückgegriffen. Man hatte nicht beachtet, dass bei der Krisen- und Umbruchssituation die Regelung aus alter Zeit nicht mehr real anwendbar war.
Es geht um eine Angleichung in Richtung Geheimdienst eines bürgerlichen Staates. Mit dem Sozialismus hatte man abgeschlossen. Die Aufgaben des Geheimdienstes änderten sich folglich. Es wurden innerhalb des Theaters keine Spitzel und IM mehr gebraucht.
Nicht mehr zusammenarbeiten wollte man mit IMs, die für innere und äußere Feinde zuständig waren. (Mensch wozu ist dann ein Geheimdienst da? P.R.)
mit IMs die mit den Bereichen Politik, leitenden Mitarbeitern staatlicher Organe, Funktionären aus Parteien und Organisationen zu tun hatten.
mit IMs die unzuverlässig und unehrlich waren.
mit IMs die eine weitere Zusammenarbeit ablehnten
mit IMs, die man nicht mehr für geeignet hielt
na und mit IMs, die die Umstellung und Angleichung nicht mitmachen wollten
Soweit in Kürze die Antwort auf die gestellte Aufgabe. Man könnte noch viel sagen, wenn man ins Detail ginge.
Antwort zu Aufgabe 5
Dass die Umstellung vom MfS auf das AfNS nur ein Etikettenschwindel wäre, nur eine Namensänderung stattgefunden hätte usw. wurde 1989 stets behauptet. Doch befasst man sich tiefer mit der Materie, stellt man fest, dass dem nicht so ist. Es ist die Angleichung und Umstellung auf den Geheimdienst eines bürgerlichen Staates vorgenommen worden. Als Vorbild diente die BRD. Doch letztendlich war das sinnlos. Es war eben noch nicht entschieden, ob die DDR ohne Sozialismus weiterhin bestehen sollte oder, wie dann geschehen, die DDR nicht mehr existent sein wird.
Anfang Dezember besetzten Bürgerinnen und Bürger der DDR viele Stasi-Dienststellen. Was war der Auslöser für diese Aktionen? Überlegen Sie, warum die Häuser der Staatssicherheit erst zu diesem Zeitpunkt besetzt wurden.
Aufgabe 2
Beschreiben Sie die Reaktionen des AfNS auf die Ereignisse am 4. Und 5. Dezember 1989. Erörtern Sie die Gründe für das Zurückweichen der Stasi-Mitarbeiter in den Bezirken und Kreisen der DDR.
Aufgabe 3
Im Dokument 15 beklagt die Staatssicherheit die schlechte Zusammenarbeit mit der Volkspolizei Anfang Dezember 1989. Geben Sie mit eigenen Worten wieder, welche Punkte bemängelt wurden.
Aufgabe 4
Jahrzehntelang waren die DDR-Behörden, wie die Volkspolizei, gezwungen, sich nach Anweisungen der Stasi zu richten. Diskutieren Sie, warum diese ungeschriebene Regel seit Anfang Dezember 1989 nicht mehr funktionierte.
Antwort zu Aufgabe 1
Ob das nur Bürgerinnen und Bürger waren, welche die Dienststellen des MfS besetzten, sei mal dahingestellt. Ich denke da haben sich Krawallmacher, Kriminelle und Spione anderer Geheimdienste druntergemischt. Anhand des bekanntgewordenen Falls der „Rosenholzdateien“ wurde ja zugegeben, dass fremde Geheimdienste die Gunst der Stunde nutzten. Was war der Auslöser? Gute Frage. Ist auch uninteressant. Ein Geheimdienst, der seine Gebäude und Anlagen nicht schützen kann, hat versagt.
Antwort zu Aufgabe 2
Kurz und gut, die Geheimdienstmitarbeiter haben aufgegeben. Ein Geheimdienst, der sein Land nicht schützen kann, nicht mal seine Gebäude und Anlagen schützen kann, hat versagt.
Es war die gesetzlose Zeit, während die Konterrevolution marschierte. Ausführliches im Beitrag.
Antwort zu Aufgabe 4
Sehr sinnig. In bestimmten Fällen, insbesondere bei Delikten mit politischem Hintergrund, muss die Polizei, bzw. die Staatsanwaltschaft mit dem Geheimdienst zusammenarbeiten. Das ist überall so. Nun gut, das MfS übernahm Aufgaben, die in anderen Ländern von anderen Behörden erledigt werden. Aber ob das so entscheidend ist?
Was gibt’s da zu diskutieren? Die Konterrevolution marschierte. Behörden waren nicht mehr handlungsfähig, wurden umstrukturiert u.ä. Das MfS/AfNS war in Auflösung begriffen. Die Endzeit der DDR war faktisch eine gesetzlose Zeit.
Die beiden Telegramme wurden innerhalb von 24 Stunden geschickt. Vergleichen Sie die Inhalte und benennen Sie die wichtigsten Unterschiede. Diskutieren Sie, was die Gründe dafür gewesen sein könnten.
Aufgabe 2
Ministerpräsident Modrow hatte die Schaffung eines Amtes für Nationale Sicherheit (AfNS) Mitte November initiiert. Finden Sie Motive, warum er das Amt nur drei Wochen später wieder fallen ließ!
Aufgabe 3
Auf einer der letzten Dienstberatungen im AfNS musste der Leiter große Veränderungen verkünden (Dok. 17). Geben Sie die wichtigsten Veränderungen mit eigenen Worten wieder.
Aufgabe 4
An den Rand der „Hinweise“ hatte ein Stasi-Mitarbeiter geschrieben: „Zoll, Passkontrolle(olle)“. Entwickeln Sie Szenarien, aus denen hervorgeht, was die Staatssicherheit vorhatte. Bedenken Sie dabei, dass eine große Entlassungswelle von Stasi-Mitarbeitern bevorstand.
Aufgabe 5
Erläutern Sie, warum ab 9. Dezember Volkspolizisten und Vertreter der Bürgerbewegung die Sicherung aller Stasi-Dienststellen übernehmen sollten.
Antwort zu Aufgabe 1
Die Ersteller der Broschüre und der darin enthaltenen Aufgaben sind anscheinend jüngere Leute, die nicht wissen, dass Telegramme und Fernschreiben verschiedene Dinge waren. Hier geht es um Fernschreiben und nicht um Telegramme.
Na, was soll man da sagen? Die konterrevolutionären Ereignisse überschlugen sich. So war nach 24 Stunden manche Festlegung nicht mehr aktuell. Ansonsten fehlen einem für die damaligen Zustände die Worte.
Was soll man dazu noch sagen? Die Konterrevolution schritt voran. Möglicherweise war absehbar, dass die DDR nicht mehr lange existiert. Es ging darum alles für die Übergabe vorzubereiten. Näheres siehe Beitrag „Hinweise für die Dienstbesprechung am 08.12.1989, 17 Uhr“
Zum damaligen Zeitpunkt war zu erwarten, dass das Amt für Nationale Sicherheit (AfNS) bald aufgelöst wird. Man sah voraus, dass eine größere Anzahl von Mitarbeitern keine weitere Dienstverwendung finden wird.
Na, was da noch handschriftlich zum Dokument hinzugefügt wurde, war wohl die falsche Hoffnung die ehemaligen Mitarbeiter des nunmehrigen AfNS beim Zoll und der Passkontrolle unterzubringen. Wir wissen, dass das bald obsolet wurde.
Antwort zu Aufgabe 5
Nun musste die Volkspolizei herhalten, um die Sicherung der Dienststellen des MfS (in der Aufgabe als „Stasi-Dienststellen“ bezeichnet), gemeinsam mit den Konterrevolutionären, in der Aufgabe als „Bürgerbewegung“ bezeichnet, zu sichern. Na ja, der Fall „Rosenholzdateien“ ist ja bekannt geworden. Es ist davon auszugehen, dass westliche Geheimdienste die Gunst der Stunde nutzten und vieles abgegriffen haben. Schließlich ist ja nicht alles bekanntgeworden.
Erläutern Sie, mit welchen Schwierigkeiten das in der Auflösung befindliche AfNS seit Mitte Dezember 1989 zu kämpfen hatte.
Aufgabe 2
Erklären Sie, weshalb sich die Beschäftigten in Betrieben und öffentlichen Einrichtungen erst ab Dezember 1989 massiv gegen die Einstellung ehemaliger Stasi-Mitarbeiter wehrten.
Aufgabe 3
Seit Dezember herrschte in vielen Familien von Stasi-Mitarbeitern die Angst vor Ausgrenzung, Verhaftung und sogar Lynchjustiz. Erörtern Sie, was die ehemaligen Stasi-Mitarbeiter befürchteten. Waren ihre Ängste real zu begründen? Was für Ansichten und Vorstellungen der Stasi-Leute kamen dabei zum Vorschein?
Antwort zu Aufgabe 1
Man konnte die ehemaligen Mitarbeiter nicht oder nur schwer in Arbeit unterbringen. Die Zusammenarbeit mit anderen Behörden ist zum Erliegen gekommen. Es herrschte eine gesetzlose Zeit.
Was soll man dazu sagen? Die sahen, dass es mit dem MfS, bzw. AfNS zu Ende ging und sie fühlten sich sicher. So zeigten sie offen die Ablehnung gegenüber den ehemaligen Mitarbeitern des MfS/AfNS. Ja, sie „rechneten sogar mit ihnen ab“.
Erläutern Sie, worin Stasi-Minister Mielke die Ursachen für Demonstrationen und Proteste im Herbst 1989 sah. Vergleichen Sie dies mit Ihren Kenntnissen über die Ursachen der Friedlichen Revolution in der DDR. Legen Sie dazu eine schriftliche Gegenüberstellung an.
Erich Mielke glaubte, auch diese Krise wieder überstehen zu können. Suchen Sie den entsprechenden Abschnitt heraus und geben mit eignen Worten wieder, welche Vorkehrungen die Stasi-Mitarbeiter für die Zeit danach treffen sollten.
Ergründen Sie anhand des Dokuments, welche Bevölkerungsgruppen im Oktober 1989 als erste von der revolutionären Stimmung erfasst wurden und auf die Straßen gingen. Versuchen Sie, Erklärungen dafür zu finden.
Erörtern Sie, warum Minister Mielke besonderen Wert auf Ruhe innerhalb der Arbeiterschaft in den Betrieben legte. Überlegen Sie, weshalb sich die Arbeiter bis Mitte November kaum an den Demonstrationen beteiligten. Stellen Sie dazu vier bis 5 Thesen auf.
Erich Mielke sieht die Ursachen für die Proteste und Demonstrationen in äußeren Einflüssen, wie westliche Medien.
In der Aufgabenstellung wird der Slogan „Friedliche Revolution“ verwendet. Das ist ein Propagandabegriff, vergleichbar mit einem Werbespruch. Es handelt sich um eine Konterrevolution. Vom Sozialismus zum Kapitalismus, von einem gesellschaftlich fortschrittlicheren System zurück zu einem gesellschaftlich rückschrittlichen System.
Erich Mielke hat Recht, denn ohne die äußeren Einflüsse hätte es keine Konterrevolution gegeben. Ohne äußere Einflüsse wäre die Unzufriedenheit der Bevölkerung nicht derart geschürt worden, dass es am Ende keinen Lösungsweg mehr gab.
Allerdings gab es auch innere Versäumnisse und Fehler. Die Politik hatte die Unzufriedenheit der Bevölkerung ignoriert und saß diese aus. Am Ende war die Politik sprachlos.
Aufgabe 2
Erich Mielke glaubte an das Klassenbewusstsein der Arbeiter und Funktionäre aus Staat und Wirtschaft. Da es aus diesem Personenkreis nur wenige an den Protesten beteiligten, ging Erich Mielke davon aus, dass die arbeitenden Menschen Ruhe und Ordnung wollten. Er glaubte, dass dieser Personenkreis am Schutz der Errungenschaften der DDR interessiert wären. Er hatte übersehen, dass es den arbeitenden Menschen nur um Pflichterfüllung, Ruhe und Frieden ging. Die Errungenschaften wurden als selbstverständlich angesehen. Die Unzufriedenheit ging quer durch alle Bevölkerungsschichten. Auch das nahm Erich Mielke nicht wahr.
Aufgabe 3
Teile der wissenschaftlich-technischen, medizinischen und pädagogischen Intelligenz, Kunst- und Kulturschaffende, Studentinnen und Studenten, andere Jugendliche sowie Mitglieder befreundeter Parteien (Blockparteien) und Personen im kirchlichen Bereich waren die Bevölkerungsgruppen, die als erstes von der konterrevolutionären Stimmung erfasst wurden. Wie soll man dafür eine Erklärung finden, wenn man nicht spekulieren will?
Aufgabe 4
Die Arbeiter wollten Ruhe und Frieden und ihre Plicht erfüllen. Darum beteiligten sie sich zunächst nicht an den konterrevolutionären Aktionen.
Erich Mielke legte Wert auf Ruhe innerhalb der Arbeiterschaft. Logisch, denn es ist die größte Bevölkerungsgruppe, die ein Land am Laufen hält. Das war in der DDR nicht anders. Darum war es Erich Mielke sehr wichtig, dass es so bleibt.
Was soll man sonst noch für Thesen aufstellen, wie in der Aufgabe gefordert?
In der DDR wurde die Postkontrolle durch das MfS als Abteilung M tituliert.
Hier geht es um das Ende der Postkontrolle, die noch vom noch amtierenden Rudi Mittig durchgeführt wurde. Am 08.11.1989 hatte er entschieden, dass die Außenstellen der Abteilung M, also der Postkontrolle geschlossen werden.
Rudi Mittig wies an, die Räumlichkeiten zu räumen und so zu hinterlassen, das nichts auf die Postkontrolle des MfS hinweist. Die Räume sollten so eingerichtet werden, dass sie aussehen, als wären es Räume der Post oder der Zollverwaltung der DDR.
Dann wurden entsprechende Paragraphen und verantwortliche Personen genannt, die über die Umstellung informiert wurden.
Original-Dokument entnommen aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv, bearbeitet von Petra Reichel
Mit der Ankündigung, dass am 17. November 1989 der seinerzeitige Vorsitzende des MinisterratesHans Modrow, in seiner Regierungserklärung vor der Volkskammer einen Vorschlag zur grundsätzlichen Neubestimmung der Aufgaben und zur Reorganisation des Ministerrates, der einzelnen Ministerien und weiterer staatlicher Organe und Einrichtung unterbreiten wird.
Bezogen auf das Ministerium für Staatssicherheit wurde vorgeschlagen, dass das MfS durch ein Amt für Nationale Sicherheit beim Vorsitzenden des Ministerrates der DDR zu ersetzen. (Ach nee, da nahm man die BRD zum Vorbild. Der BND ist beim Bundeskanzleramt angesiedelt. P.R.)
(Die Begründung ist ja „toll“. Man geht von einer revolutionären Erneuerung des Sozialismus und der Erneuerung der DDR als sozialistischer Staat aus, die unter völlig neuen Bedingungen erfolgen muss. Menschenskind und dann folgt noch weiteres Geschwurbele. Das war Irreführung der Aufrechten. Am 09.11.1989 hat die DDR als Arbeiter und Bauernstaat aufgehört zu existieren. P.R.)
Nun soll es um „detaillierte Regelungen“ gehen, für diejenigen, die aus dem MfS ausscheiden. Auch um deren persönliche Probleme soll sich gekümmert werden. Bei der Eingliederung der ausscheidenden MfS-Angehörigen beruft man sich auf eine Fördungsverordung vom 25.03.1982 (Das war eine ganz andere Zeit. P.R.), wonach Leute, die aus den bewaffneten Organen, wie es in der DDR hieß, ausscheiden umfassende Unterstützung gegeben werden muss bei der Wiedereingliederung in die zivilberufliche Tätigkeit. Dann folgen noch einige Details.Vom Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit diesen Leuten ist die Rede.
(Heute wissen wir, dass das alles Makulatur war. Wie es für die ehemaligen MfS-Angehörigen weitergangen ist, wissen wir. Ein bitteres Ende inklusive Arbeitslosigkeit, Rentenstrafrecht und der Begegnung mit Hass und Häme. P.R.)