Maßnahmeplan zum Auftritt der „Wühlmäuse“ (OV „Bekenntnis“) am 19.01.1985 in der Bekenntniskirche in Berlin

Kreisdienststelle Treptow

Berlin, 17. Januar 1985

Maßnahmeplan zum Auftritt der „Wühlmäuse“ (OV „Bekenntnis“) am 19.01.1985 in der Bekenntniskirche in Berlin

Nachfolgend genannte Maßnahmen zur am 19.01.1985 um 19:00 Uhr in der evangelischen Bekenntniskirche Treptow stattfindenden Veranstaltung der im OV „Bekenntnis“ bearbeiteten Gruppe „Wühlmäuse“ erfolgten mit folgender Zielstellung:

  1. Vorbeugende Verhinderung politisch-negativer und negativ-feindliche Aussagen und Handlungen in der Öffentlichkeit, Missbrauch der genannten kirchlichen Einrichtung.
  1. Erarbeitung von offiziellen und inoffiziellen Beweisen (es folgen Paragraphen P.R.) in Verwirklichung der Zielstellung der Bearbeitung des OV „Bekenntnis“.

Maßnahmen

  1. Mit dem Ziel der Verhinderung gegen den Staat gerichteter negativ-feindlicher Handlungen erfolgte durch den Stadtbezirksrat für Inneres (Es folgt der geschwärzter Name P.R.), eine Aussprache mit dem Superintendenten des Kirchenkreises Oberspree. (geschwärzter Name P.R.) in welcher dieser
  • auf die Einhaltung der Veranstaltungsordnung hingewiesen wird.
  • In einige bekannte inhaltliche Probleme des Programms eingewiesen und
  • Aufgefordert wird, gegenüber den Veranstaltern und mitwirkenden Personen seinen Einfluss geltend zu machen, dass es nicht zu negativ-feindlichen Handlungen kommt.

Dann folgen die Unterschriften der damaligen Verantwortlichen des MfS.

Anmerkung von Petra Reichel:

In der DDR war das mit Kabarett und Satire eine schwierige Sache. Man musste die „feine Klinge“ beherrschen. Als Laie musste nochmals extra aufgepasst werden.

Hier ist von die „Wühlmäuse“ die Rede. Sicher eine Verwechslung mit dem gleichklingenden „Die Wühlmaus“ und „Die Wühlmäuse“ aus Westberlin.

Original-Dokument aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv

Aktenvermerk Buchheim 

Aktenvermerk Buchheim

Kreisdienststelle Treptow, Papier ausgestellt in Berlin am 07. März 1985

Am 05.03.1985 erschien Buchheim, Gerd gegen 15 Uhr unaufgefordert in der Abteilung Innere Angelegenheiten des Rates des Stadtbezirkes Berlin-Treptow, um sich

  1. Über die erfolgte Rückweisung am 01.03.1985 an der Grenze zur CSSR, Grenzübergangsstelle Schönberg, zu beschweren.
  2. Nach dem Stand der Bearbeitung seines Übersiedlungsantrages (in ein nichtsozialistisches Land P.R.)zu erkundigen.

Über das Erscheinen des Herrn Buchheim in der Abteilung Inneres wurde die Kreisdienststelle des MfS verständigt und von Unterzeichner (dieses Schreibens P.R.) wurde die Führung des Gespräches übernommen. Ziel des Gespräches war zu prüfen:

  • Die Ernsthaftigkeit des Übersiedlungsantrages, einschließlich weiterer Pläne und Absichten zu dessen Durchsetzung.
  • Die Erarbeitung von Informationen im Zusammenhang mit der Bearbeitung des OV (geheimes Ermittlungsverfahren des MfS) „Bekenntnis“,
  • die Einziehung seines Personalausweises und die Aushändigung einer PM 12 (ein Ersatzausweis mit Beschränkungen für die betroffene Person P.R.)

Der Unterzeichner dieses Schreibens stellte sich nicht als Angehöriger des MfS vor.

Zu Punkt 1. Seines Anliegens wurde Herr Buchheim mitgeteilt, dass ihm zur Rückweisung an der Grenze zur CSSR keine andere Auskunft gegeben werden kann, als ihm am 01.03.1985 durch die verantwortlichen Genossen der Grenzsicherungskräfte bereits gegeben wurde.

Herr Buchheim reagierte bereits darauf sehr ungehalten und brachte sinngemäß zum Ausdruck, man kann schon nicht ins kapitalistische Ausland reisen und jetzt wird man noch gänzlich eingesperrt. Er empfindet die Rückweisung als reine Willkürmaßnahme bzw. Schikane der verantwortlichen Organe (Behörden Institutionen P.R.) der DDR.

Durch den Unterzeichner dieses Schreibens wurde Herr Buchheim zur Mäßigung ermahnt, anderenfalls kann er das Gespräch als beendet betrachten. Gleichzeitig wurde auf seinen Übersiedlungsantrag Bezug genommen und aufgefordert, seine Motive zu nennen.

Daraufhin verfiel Herr Buchheim erneut in einen gehobenen Tonfall und antwortete, dass ihm ja nichts anderes übrigbleibt, da er in der DDR eingesperrt ist, seine Meinung nicht frei äußern darf und er nicht will, dass seine Kinder zum Hass erzogen werden.

Er fügte hinzu, dass er auch für seine Lebensgefährtin spricht, die eine ähnliche Haltung zu den aufgezeigten Problemen hat wie er.

Aufgrund der gezeigten Aggressivität wurde vorerst verzichtet, den Personalausweis des Herrn Buchheim einzuziehen. Er wurde zum Schluss des Gespräches aufgefordert, sich an die Gesetze der DDR zu halten, der er anderenfalls mit den entsprechenden Konsequenzen zu rechnen hat.

Maßnahmen

Die Bearbeitung eines Vorschlages gemäß einer Dienstanweisung des Ministers zur Übersiedlung des Herrn Buchheim und seiner Lebensgefährtin aus politisch-operativen Gründen.

 

 

Anmerkungen von Petra Reichel:

So wichtig war Herr Buchheim, dass sich der Minister selbst drum kümmerte? Es kann aber auch eine allgemeine Dienstanweisung für solche Fälle sein.

Also Herr Buchheim wurde bei der Behörde ausfällig, bzw. aggressiv und wird milde behandelt (Er darf seinen Personalausweis behalten.) Menschenskind, das soll mal jemand bei einer heutigen Behörde probieren. Diese Person käme damit nicht weit.

Original-Schriftstück aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv

Vorschlag zur Einleitung von Prüfungshandlungen ..wg. Verdacht eines (politischen) Straftatbestandes (Auszug)

Vorschlag zur Einleitung von Prüfungshandlungen ..wg. Verdacht eines (politischen) Straftatbestandes (Auszug)

Schreiben ausgestellt von der Kreisdienststelle Treptow Berlin, 03.Juli 1985

Der Operativvorgang „Bekenntnis“ wurde am 05. Juni 1984 auf der Grundlage überprüfter inoffizieller und offizieller Informationen wegen Verdacht der Begehung von Strafbaren Handlungen gem. (es folgen §§ bezüglich politischer Straftaten) zur sogenannten „Treptower Friedensgruppe“ eingeleitet. Diese sogenannte „Treptower Friedensgruppe“ löste sich 1984 auf. Aus ihr ging die Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ hervor, der nachstehend aufgeführte Personen angehören:

(Es folgen Namen, Adressen, Berufe, nebst Arbeitgeber und wo diese Leute erfasst sind.)

Aufgrund des bis zum damaligen Zeitpunkt vorliegenden Erkenntnissen zu den Aktivitäten er Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“, insbesondere jedoch des politisch-negativen Auftretens des Herrn Buchheim mit eigenen, sich gegen gesellschaftliche Bereiche der DDR gerichteten Texten und Liedern, besteht der Verdacht der Verletzung des Straftatbestandes § 220 StGB der DDR (politischer §) durch Herrn Buchheim. Hervorzuheben ist, dass innerhalb der Laienspielgruppe nicht bekannt ist, dass Herr Buchheim einen Antrag auf Übersiedlung gestellt hat und zu vermuten ist, dass er die Auftritte innerhalb der Laienspielgruppe nutzt, um seine eigenen Ziele zu verfolgen.

Aus genannten Gründen wird vorgeschlagen, gem. (der entsprechende §) zu Herrn Buchheim Prüfungshandlungen zur Verletzung des obengenannten Straftatbestandes durchzuführen und die damit im Zusammenhang stehenden Maßnahmen zu nutzen, um die Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ zu zersetzen.

Es folgt die Unterzeichnung des Schreibens- Der untere Teil des Schreibens ist geschwärzt.

 

Anmerkungen von Petra Reichel:

Menschenskind die hätten den Herrn Buchheim nebst seiner Lebensgefährtin gehen lassen sollen. Dann wäre viel Aufwand und Ärger erspart geblieben. Später kam man zur Vernunft und hat Herrn Buchheim, nebst Anhang, gehen lassen.

Den Namen „Die Wühlmaus“ klingt ähnlich wie „Die Wühlmäuse“ aus Westberlin. Ob da Absicht dahintersteckte?

Original-Schriftstück aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv

Aktenvermerk zum OV (geheimes Ermittlungsverfahren des MfS) „Bekenntnis“

Kreisdienststelle Treptow Berlin, 04.07.1985

Der Operativvorgang „Bekenntnis“ wurde am 03.07.1985 der Abteilung IX zur strafrechtlichen Einschätzung vorgelegt.

Die Entscheidung der Abteilung IX sieht keine strafrechtlichen Maßnahmen vor.

Zu Herrn Buchheim und dessen Lebensgefährtin erfolgt eine kurzfristige Übersiedlung entsprechend der Dienstanweisung des Ministers.

Das übergebende Material zum OV „Bekenntnis“ wurde von der Abteilung IX nicht strafrechtlich eingeschätzt.

Der OV „Bekenntnis“ wurde am 04.07.1985 zur weiteren Bearbeitung an die Kreisdienststelle Treptow zurückgegeben. 

Original-Schriftstück aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv

Vorschlag zur Übersiedlung und Entlassung aus der Staatsbürgerschaft (Auszug)

Vorschlag zur Übersiedlung und Entlassung aus der Staatsbürgerschaft (Auszug)

Zu wem soll die Übersiedlung erfolgen?

Die Übersiedlung soll nach Westberlin ohne Angabe von Zielpersonen erfolgen.

Begründung des Vorschlages

Bei Herrn Buchheim und seiner Lebensgefährtin handelt es sich um Personen, die hartnäckig ihre Übersiedlungsgenehmigung anstreben. Alle mit den Übersiedlungsersuchenden im Rat des Stadtbezirkes Treptow geführten Gespräche zeigten, dass sie nicht bereit sind, vorgebrachte Argumente anzuerkennen.

Es muss eingeschätzt werden, das von Herrn Buchheim und seiner Lebensgefährtin keine arbeitsmäßigen oder gesellschaftlichen Aktivitäten mehr ausgehen werden. Beide besitzen eine verfestigte negative Einstellung zu den in der DDR herrschenden gesellschaftlichen Verhältnissen. In Gesprächen brachten die Übersiedlungsersuchenden zum Ausdruck, dass sie niemals die in der DDR bestehenden Gesetze akzeptieren werden. Diesbezüglich ist Herr Buchheim auch nicht bereit, einen Wehrdienst zu leisten. Er würde es vorziehen, dafür inhaftiert zu werden.

Die Übersiedlungsersuchenden sind von der westlichen Lebensweise so stark beeinflusst, dass sie glauben, dort mit ihren Kindern besser leben zu können. In diesem Sinne werden auch die Kinder erzogen.

Mit der Übersiedlung des Herrn Buchheim soll der Zersetzungsprozess der im Operationsvorgang „Bekenntnis“ der Kreisdienststelle Treptow bearbeiteten Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ eingeleitet werden.

Es wird vorgeschlagen, die Übersiedlung des Herrn Buchheim und seiner Lebensgefährtin sowie ihrer beiden Kinder nach Westberlin zu genehmigen. Sie sind aus der Staatsbürgerschaft der DDR zu entlassen, eine Reisesperre ist einzuleiten.

Bis zur Genehmigung der Ausreise des Herrn Buchheim und dessen Lebensgefährtin werden die IMB „Andreas Braun“ und der IMS „Sandra“ zu deren Kontrolle eingesetzt.

Dann folgt die Unterzeichnung durch einen Sachbearbeiter und der Verteiler

 

Original-Schriftstück aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv

Operativplan Zersetzung der Gruppe

Operativplan Zersetzung der Gruppe

Kreisdienststelle Treptow Berlin, 22. Oktober 1985

Zum Erreichen der im Sachstandsbericht vom 16.04.1985 zum OV (geheime Ermittlungen) „Bekenntnis“ genannten Zielstellung macht es erforderlich vorrangig und intensiv solche politisch-operativen Maßnahmen einzuleiten, die zur Zersetzung der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ führen. Im Einzelnen werden folgende Maßnahmen realisiert:

  1. Einsatz inoffizieller Kräfte der KD(Kreisdienststelle) Treptow und anderer Diensteinheiten
    • IMS „Sandra“

Der Einsatz des IMS „Sandra“ erfolgt entsprechend eines konkreten Informationsbedarfs mit folgenden Schwerpunkten:

  • Weitere Aufklärung der Mitglieder der Laienspielgruppe,
  • Informationen zur Aufgabenverteilung der Mitglieder der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“,
  • Erkennen von Handlungsbereitschaft zur Begehung von strafbaren oder negativen Handlungen,
  • Aufklärung bestehender Kontakte zu ähnlichen Gruppierungen sowie Verbindungen in das Operationsgebiet,
  • Reaktionen von Mitgliedern der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ zu eingeleiteten operativen Maßnahmen, vorrangig Maßnahmen, die zur Zersetzung der Gruppierung führen sollen,
  • Beschaffung von Texten und dem Inhalt des Programmablaufs der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“,
  • Erarbeitung von Informationen zu geplanten Auftritten und anderen Aktivitäten der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“,
  • Erarbeitung von Beweisen gemäß §§ 218 (1), (2) und 220 (2) StGB,
  • Beschaffung von Schriftenvergleichsmaterial (Hand- und Maschinenschrift von den Mitgliedern der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“.

1.2 IMS „Andreas Harms“

Der IMS „Andreas Harms“ der KD (Kreisdienststelle) Waren wird im Interesse der Zersetzung der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ aus dieser herausgelöst. Der IMS wird so instruiert, dass er den Grimm, Peter (OV ((geheime Ermittlungen)) „Robert“ der KD ((Kreisdienststelle)) Köpenick beeinflusst, ebenfalls die Laienspielgruppe zu verlassen. Zwischen Grimm und dem IM besteht ein freundschaftliches Verhältnis. Diesbezüglich erfolgt eine Absprache mit dem Genossen Mietzner der KD Waren, in der konkrete Vorstellungen über das Herauslösen des IMS „Andreas Harms“ festgelegt werden.

Termin:                           November 1985

1.3 IMS „Zwerg“

In Abstimmung mit der KD (Kreisdienststelle) Königs Wusterhausen, Gen. Hendrich, wird der IMS „Zwerg“ aus der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ herausgelöst. Der IM wird so auftreten, dass er keine Lust mehr an der Arbeit in der Laienspielgruppe hat, da er die Tätigkeit dieser Gruppe für sinnlos erachtet.

  1. nicht leserlich

2.1  ist unleserlich gemacht worden

2.2

In Abstimmung mit der KD (Kreisdienststelle) Köpenick, Genossen Piepkorn, werden in die Laienspielgruppe solche (Wort unleserlich) eingespielt, die für die Kreisdienststelle Köpenick erfassten und im OV (geheime Ermittlungen) „Robert“ bearbeiteten Grimm, Peter verunsichern und ihn veranlassen, sich aus der Gruppierung zurückzuziehen. Grimm sieht die Tätigkeit in der Laienspielgruppe nicht als sein Hauptbetätigungsfeld. Zur Erreichung dieser Zielstellung werden im Einzelnen realisiert:

  • Zusammenstellung von verwertbaren Informationen und vorliegenden Erkenntnissen zu Grimm, Peter durch Genossen Piepkorn der KD Köpenick.

Termin:                                28.10.1985

  • Nutzung der Person Meier, Bernd mit dem bereits ein Gespräch im WKK Treptow geführt wurde (siehe Gesprächsbericht vom 23.09. 1985 und Treffbericht des IMS „Sandra“ vom 18.09. 1985), um über diesen gezielt Informationen in die Laienspielgruppe einzuspielen, die den Grimm und auch die anderen Mitglieder der Gruppierung zu verunsichern. Meier soll mit solchen Informationen ausgestattet werden, die den anderen Mitgliedern der Laienspielgruppe bisher nicht bekannt sich und den Grimm in Bezug auf seine Stellung in der Gruppierung diskriminieren.
  • Die eingespielten Informationen sollen dazu beitragen, dass die Mitglieder der Laienspielgruppe Vorbehalte gegen Grimm anmelden. Diesbezüglich wird mit Meier, Bernd ein weiteres Gespräch geführt.

Termin:               29.10. 1985

2.3

Über den stellvertretenden Stadtbezirksbürgermeister für Inneres, Genossen (Name geschwärzt) wird dem Superintendenten (Name geschwärzt) gegenüber in einem Gespräch das Befremden zum Ausdruck gebracht, dass die Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ nach wie vor unter dem Deckmantel der Kirche sich in einem Sinn betätigt, der den konstruktiven Beziehungen Staat-Kirche nicht förderlich ist. Ziel des Gespräches ist es, dass der Laienspielgruppe die Betätigungsmöglichkeit im Kirchenkreis Oberspree und Treptow entzogen wird.

Termin:                    November 1985

2.4 Über die HA XX/9 wird anlasst, den für dies DE erfassten

Metzner, Jörg

Geb. 05.09.1965

Im Interesse der Zersetzung der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ aus dieser herauszulösen. Diesbezüglich erfolgt mit Genossen Paulik der HA XX/9 eine Absprache, bei der ihm konkrete Vorstellungen zum Herauslösen des Metzner unterbreitet werden.

Termin:                 November 1985

2.5

Rücksprache mit Genossen Nitz von der HA II/14 zur Durchführung eines Gespräches mit den Eltern des Mitgliedes der Laienspielgruppe

Born, Hella

Geb. (geschwärzt) 1969

erf. KD Treptow

mit der Zielstellung der positiven Beeinflussung der Born und Übersendung aller vorhanden Informationen zu ihr an die KD Treptow.

Termin:                   November 1985

  1. Maßnahmen zur weiteren Aufklärung von Verbindungen der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“
  • Aufklärung von Verbindungen in das Operationsgebiet. Bestehende Kontakte einzelner Mitglieder in das Operationsgebiet werden weiter aufgeklärt und über weitere einzuleitende politisch-operative Maßnahmen entschieden.
  • Aufklärung von Verbindungen innerhalb der DDR. Entsprechend unter Punkt 1.1. genannten Informationsbedarf erfolgt der Einsatz des IMS „Sandra“ zur Feststellung von Verbindungen und Kontakten zu Personen in der DDR mit ähnlichen Interessen und Anschauungen.

Unterzeichnet vom Referatsleiter und dem Sachbearbeiter

Handgeschriebener Verteiler

Original-Schriftstück aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv

Bericht 1 des IMS „Andreas Harms“ (Auszug)

Bericht 1 des IMS „Andreas Harms“ (Auszug)

Abteilung XX    Neubrandenburg, 13. Februar 1986

 

Tonbandabschrift

Quelle „Andreas Harms“                            entgegengenommen: Oblt. Mitzkat 12.02.1986

 

Friedenskreis „Wühlmaus“

Mitglieder sind:

Es folgt eine Namensliste wovon einige geschwärzt sind.

Dadurch, dass vor ca. 2 Wochen Peter Grimm und (Name geschwärzt) die Zusammenarbeit im Friedenskreis gekündigt haben, hat die Gruppe die Möglichkeit, in einem anderen Stil und auf eine andere Art weiterzumachen. Das Verhältnis von Peter Grimm zu Gruppe war im letzten halben Jahr nicht mehr gut. Von ihm kamen keine konstruktiven Sachen mehr. Er hatte auch Streitereien mit Benn Roolf, die noch weiter ausuferten in Vorbereitung des „Menschenrechtsseminars“. (Name geschwärzt) hat bemängelt, dass im Kreis zu wenig abläuft, obwohl sie selbst in der Vergangenheit ebenfalls nichts dazu beigetragen hat. Sie hatte sich mehrmals entschuldigt, dass sie nicht der Typ ist, der Aktionen vorbereiten kann. Peter Grimm hatte in letzter Zeit ebenfalls gewartet, ob was kommt, woran er sich beherrlichen kann, ohne selbst was einzubringen.

Die Abende (dienstags) verliefen mehr oder weniger belanglos, d.h., es wurde wenig diskutiert, beschlossen, ausgedacht. Es waren mehr oder weniger Privatabende, an denen sich ausgetauscht wurde. Es hat sich im Nachhinein herausgestellt, dass es viel an Peter Grimm lag, dass die Kreativität völlig verlorengegangen ist, da alle Ideen aus der letzten Zeit durch Diskussionen als nicht brauchbar verworfen wurden, obwohl viele Ideen hätten verwirklicht werden können. Jetzt hat sich das so entwickelt, dass sich der Friedenskreis fester zusammenschließen wird, denn die persönliche Bindung untereinander ist größer.

Der Rest des Schreibens ist nicht lesbar.

Original-Schriftstück aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv

Bericht 2 des IMS „Andreas Harms“

Abteilung XX                                                               Neubrandenburg 31. März 1986

Abschrift vom Band

Quelle: „Andreas Harms“                                             entgegengenommen: Oltn. Mitzkat

              

                                                                                                   am:     13.03.1986

 

2. Bericht des IMS „Andreas Harms“

Information

Zur Gruppe „Wühlmäuse“, Gemeinde Schönewalde

Anmerkung von Petra Reichel: Hier hat der IM versehentlich die Gruppe „Wühlmäuse“ genannt. „Die Wühlmäuse“ ist ein Kabarett aus Westberlin.

Das Programm nimmt jetzt langsam Form an.

Thema:

„Die da oben und wir da unten“

„Was versprechen wir uns vom Parteitag?“

Zur Zeit laufen hierzu auch starke Diskussionen, weil wir uns bis jetzt noch nicht im klaren darüber sind, was die Leute am meisten interessiert.

Es folgt ein unleserlicher Abschnitt.

Weiter:

Bei Hella Born waren vor kurzem 2 Genossen vom Ministerium für Staatssicherheit, so erzählte es uns Hella. Das Gespräch soll am letzten Freitag, 07.03.1986, in der Wohnung der Eltern von Hella geführt worden sein. Die beiden Genossen sollen sie in der elterlichen Wohnung empfangen haben.

Hella erzählte uns, dass sie ihre Eltern von 2 Monaten darüber informierte, was sie macht. Vorher erzählte sie ihnen immer nur, dass sie sich bei Freunden aufhält und nun sprach sie erstmals über ihre Mitgliedschaft zur Gruppe „Wühlmäuse“. Darüber waren die Eltern echt erschrocken, sie führten mit ihr eine Diskussion, was sie sich von ihrer Zukunft erhofft, wenn sie sich an sowas beteiligt. Es handele sich doch bei der Gruppe um Leute, die alle fehlgeleitet sind und irrige Ansichten vertreten usw.

Beide Elternteile von Hella sind Staatsangestellte. (Den Beamtenstatus gab es in der DDR nicht. P.R.)

Jedenfalls sprachen die Genossen vom MfS mit ihr darüber, wie sie sich ihre Zukunft vorstellt, wenn sie weiter in der Gruppe mitmacht. Ob sie nicht Dialogbereitschaft zeigen würde usw.

Nach Aussagen der Hella hat immer nur einer der beiden geredet, sie nimmt an, ein Höhergestellter. Dieser hat ihr einiges erzählt über alle möglichen Leute, die in der Friedensbewegung aktiv sind und gefragt, ob sie diesen oder jenen kennt, ob sie bestimmte Vorgänge/Sachverhalte kennt bzw. dabei war, so z.B. den Brief, der von Hirsch, nächster Name unleserlich, Templin und Eppelmann (spätere Konterrevolutionäre P.R.) abgeschickt wurde, ob sie über Stendal informiert ist – Friedensseminar- usw. Speziell wurde nach Templin, Hirsch, Grimm gefragt. Das Interesse soll sich wohl auf Hirsch konzentriert haben.

Also dieser ältere Genosse hat fast die ganze Zeit geredet und erzählt, was das MfS schon alles herausbekommen hat.

Hella selbst verhielt sich dabei nach eigenen Aussagen absolut bockig und patzig. Sie soll entgegnet haben: „Ich habe Sie nicht eingeladen und beabsichtige nicht, mit Ihnen zu reden.“

Dies alles erzählte sie innerhalb der Gruppe, sie ist sofort damit herausgeplatzt.

Auch über Benn Roolf haben sich die beiden ziemlich ausgelassen, dass Benn die Hella negativ beeinflusst usw. So, sie sie die beiden vom MfS beschrieben hat, soll es sich um die beiden Genossen handeln, die vor 2 Jahren bereits mit Benn Roolf gesprochen haben.

Auf alle Fälle besteht jetzt ein gespanntes Verhältnis zu den Eltern. Da die Eltern jetzt absolut nicht mehr wissen, wie sie ihre Tochter in den Griff bekommen sollen.

Benn Roolf erzählte, dass er zur NVA gezogen wird. Er teilte in diesem Zusammenhang mit, dass er bei der Musterung seine Erklärung zur Ableistung des Bausoldatendienstes abgegeben habe. Er hofft ganz stark, dass er deswegen zurückgestellt wird.

Gez. „Andreas Harms“

Original-Schriftstück aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv

Bericht 1 des IMS „Roland“ (Auszug)

Bericht 1 des IMS „Roland“ (Auszug) Es muss IMS heißen, aber in der Broschüre steht IMB. Vermutlich ein Schreibfehler. P.R.

Kreisdienststelle Treptow                          Berlin, 25.04.1986

Information

Quelle: IMS „Roland“ (zuverlässig, ehrlich und überprüft)

Der IM besuchte die Zusammenkunft der Mitglieder der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ am 22.04.1986 im Gebäude des evangelischen Kindergartens (Hier steht auch wieder „Kindergarten“, obwohl es wohl eher „Kirchengarten“ heißt. P.R.) in der Firlstraße 16.

Benn Roolf berichtete, dass er zum 6. Mai 1986 als Bausoldat zur NVA nach 8906 Ostritz, August-Bebel-Straße 259 (Panzergerätelager) einberufen wird.

Roolf zeigt sich sehr verärgert. Er hatte nicht mit einer so kurzfristigen Einberufung gerechnet.

Roolf brachte zum Ausdruck, dass die Einberufung aus dem Grunde erfolgen wird, dass er inzwischen den Sicherheitsorganen bekannt ist und einen Namen hat. Er ist den Sicherheitsorganen wahrscheinlich unbequem und man wollte ihn erst einmal loswerden.

Roolf brachte zum Ausdruck, dass diese Rechnung nicht aufgehen werde. Er werde als Bausoldat die „illegale Arbeit organisieren und eine Gruppe aufbauen“ (wörtliche Formulierung)

Roolf vertrat die Meinung, dass unter den Einberufenen ein „Spitzel der Staasi“ sein wird den es gilt vor der Gründung der Gruppe herauszufinden.

Roolf war auch deshalb über die kurzfristige Einberufung verärgert, da es für ihn den Anschein hatte, dass sich die Mitglieder der Laienspielgruppe jetzt fester zusammengeschlossen hatten und die Arbeit wieder vorwärts geht.

Roolf verkündete, dass er am 3. Oder 4. Mai in seiner Wohnung eine Abschlussfeier veranstalten wird.

Roolf bat alle Mitglieder der Laienspielgruppe darum, Bemühungen zu unternehmen, dass die Gruppe jetzt nicht auseinanderfällt.

Die in Besitz von Roolf befindlichen Schriftstücke (Kabarettstücke, Lieder, Texte und Bücher) sowie Matrizen zum Drucken für Texte wolle er demnächst an Jörg Metzner übergeben.

Ohne dass es ausgesprochen wurde war für die Mitglieder der Laienspielgruppe klar, dass Metzner die Leitung übernehmen wird.

Der Rest des Schreibens ist unleserlich gemacht worden.

Original-Schriftstück, entnommen aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv.

Tätigkeitsbericht OV (Operationsvorgang/Ermittlungen) „Bekenntnis“ gemäß §§…

Kreisdienststelle Treptow                                          Berlin 28. April 1986

Tätigkeitsbericht OV (Operationsvorgang/Ermittlungen) „Bekenntnis“ gemäß §§…

Angelegt am 5. Juni 1984

Bearbeitete Personen: 10

IM-Einsatz: IMS „Lange“ KD Treptow

                     IMS „Sandra“ KD Treptow

                     IMS „Andreas Harms“, BV (Bezirksverwaltung) Neubrandenburg, Abt. XX

Nächster Abschnitt ist unleserlich gemacht worden.

  1. Operative Ausgangsinformation, die zur Anlage des OV(Operationsvorganges) führte und Zielstellung und Bearbeitung

Durch überprüfte offizielle und inoffizielle Informationen wurde im Juni 1983 bekannt, dass sich in der Treptower evangelischen Bekenntniskirche (Es folgt die Adresse der Kirche.) eine Gruppe Jugendlicher etabliert hat, die sich als sogenannte „Treptower Friedensgruppe“ (TFG) bezeichnete und durch die an dieser kirchlichen Einrichtung fungierenden Pfarrer (Namen geschwärzt) angeleitet und unterstützt wurden. Die Zielstellung der TFG bestand darin, einen „eigenen Dienst am Frieden“ zu leisten und dafür möglichst viele Jugendliche zu gewinnen.

Zum Zeitpunkt der Einleitung des OV gehörten fast ausschließlich ehemalige Schüler der EOS „Klement Gottwald“-Treptow und der EOS „Alexander von Humboldt“- Köpenick zum Personenkreis der sogenannten „Treptower Friedensgruppe“.

Die Bearbeitung erfolgte mit folgender Zielstellung:

  1. Verhinderung eines Zusammenschlusses mit festen Organisationsformen und pragmatischen Zielen, rechtzeitiges Erkennen und vorbeugende Verhinderung negativ-feindlicher Handlungen.
  2. Aufdeckung feindlicher Pläne, Absichten, Mittel und Methoden im Zusammenhang mit der personellen Erweiterung der Gruppierung und deren Wirkungsbereich, um deren Ausweitung erfolgreich zu verhindern.
  3. Schaffung von Möglichkeiten zur positiven Einflussnahme auf den R. zur Rückgewinnung auf gesellschaftsgerechte Positionen und zu Schaffung inoffizieller Möglichkeiten.
  4. Einleitung erforderlicher Maßnahmen zur Zersetzung der Gruppierung durch inoffizielle Verbindungen in der TFG selbst.

Wesentliche Ergebnisse der bisherigen operativen Bearbeitung des OV

In Auswertung der durchgeführten operativen Maßnahmen zur Erreichung der Zielstellung des OV kann folgendes eingeschätzt werden:

Mitte 1984 wurde inoffiziell bekannt, dass die sogenannte „TFG“ zerstritten war und um eine neue Zusammensetzung und Funktionsaufteilung rang. Verschiedene Gründe führten dann zur vollständigen Auflösung der „TFG“.

Im 2. Halbjahr wirkte der Roolf vorwiegend individuell auf verschiedenen kirchlichen Veranstaltungen. Die damalige Freundin des Roolf. (Name geschwärzt) trennte sich in dieser Phase von Roolf.

Eine Zusammenarbeit der (Name geschwärzt) mit dem MfS zur Rückgewinnung des Roolf wurde von ihr abgelehnt. Es musste eingeschätzt werden, dass die durch die KD (Kreisdienststelle)Treptow eingeleiteten Maßnahmen, den Roolf unter positive Beeinflussung zu stellen, nicht fruchteten.

Durch den IMS „Lange“ wurde im 2. Halbjahr 1984 bekannt, dass der R. eine Theatergruppe „Die Wühlmaus“ gegründet hat. Diese Theatergruppe trat in der Folgezeit in den verschiedensten kirchlichen Einrichtungen in Berlin und Neuruppin mit eigenem Programm auf. Zu diesem Zeitpunkt gehörten folgenden Personen dieser Theatergruppe an:

Es folgt eine Namensliste.

Der nächste Abschnitt ist unleserlich gemacht worden.

Aufgrund des Auftritts von Buchheim, Gerd am 30.06.1985 auf der Evangelischen Friedenswerkstatt in der Erlöserkirche in Berlin-Rummelsburg wurde im Juli 1985 der Abteilung IX ein (jetzt folgt ein § aus dem Strafgesetzbuch – ein politischer §) im Rahmen des OV „Bekenntnis“ wegen Verletzung des Straftatbestandes (wieder ein politischer §) zu Buchheim festgelegt.

Diesbezüglich wurde entschieden, die beabsichtigte Übersiedlung des Buchheim nach Westberlin zu genehmigen. (Das war das Vernünftigste. Weg mit dem Scharfmacher. P.R.)

Durch die Einleitung koordinierter Zersetzungsmaßnahmen der KD Köpenick, der KD Königs Wusterhausen und der KD Treptow konnte erreicht werden, dass innerhalb der Laienspielgruppe Differenzen auftraten, die dazu führten, dass sich einige Mitglieder aus ihrer Tätigkeit in der Laienspielgruppe verabschiedeten.

Zu diesen politisch-operativen Zersetzungsmaßnahmen zählte

die Übersiedlung des Buchheim nach Westberlin,

-die Einberufung des Meier, Bernd zur NVA,

-das Herauslösen des (Name geschwärzt) seitens der KD Königs Wusterhausens aus der Laienspielgruppe.

-die Durchführung von zwei Gesprächen mit Meier, Bernd, bei den ihm Informationen gegeben wurden, die die Differenzen unter den Mitgliedern der Laienspielgruppe und speziell zwischen Roolf und Grimm weiter forcierten,

-das Herausbrechen eines Mitgliedes aus der Laienspielgruppe und Gewinnung zur inoffiziellen Zusammenarbeit mit dem MfS.

Weitere Maßnahmen führten dazu, dass der Zersetzungsprozess weiter beschleunigt werden konnte und die Gruppe derzeitig nicht in der Lage ist, ein Programm aufzuführen.

Derzeitig gehören der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ folgende Personen an:

(Es folgt eine Namensliste.)

(Unvollständiger Satzanfang..) können derzeitig noch keine Aussagen getroffen werden. Mit der Born wurde ein Gespräch geführt, in dessen Ergebnis sie sich vorerst als Mitglied der Laienspielgruppe verabschiedete.

Am 09.04. 1986 fand nach längerer Pause wieder eine Veranstaltung der Laienspielgruppe, durch die Gestaltung eines Diskussionsabends im Gebäude des evangelischen Kindergartens (Vermutlich ist „Kindergarten“ ein Schreibfehler. Später ist vom „Kirchengarten“ die Rede. Das halte ich für wahrscheinlicher. P.R.) in der Firlstraße in Berlin-Oberschönweide, statt.

In diesem Gebäude finden regelmäßig dienstags Zusammenkünfte der Mitglieder der Laienspielgruppe statt. Seit dem 08.04.1986 gehört ein (Name geschwärzt) zu den Mitgliedern der Laienspielgruppe. Es bestehen Bemühungen, dass der Handlungsspielraum innerhalb der Kirche wieder stärker zu politisch-negativen Zwecken missbraucht wird und ein neues Programm erarbeitet wird. Im April 1986 ist es gelungen, den IMS „Roland“ der KD Treptow in die Laienspielgruppe zu integrieren.

Weitere Zielstellung der Bearbeitung

  1. Erarbeitung von Informationen zur vorbeugenden Verhinderung negativ-feindlicher Aktivitäten in der Öffentlichkeit.
  2. Einleitung weiterer Maßnahmen zur Zersetzung der Gruppe.
  3. Feststellung des Charakters der festgestellten Kontakte zu Personen der sogenannten unabhängigen Friedensbewegung und Prüfung, ob von diesen eine Anleitung und Inspiration ausgeht.

Die weiteren konkreten Maßnahmen zur Bearbeitung des OV „Bekenntnis“ werden in einem gesonderten Operativplan festgelegt. Der Operativplan wird bis zum 5. Mai 1986 erarbeitet.

Die Personen Buchheim, (weitere Namen geschwärzt) werden vom Index des OV „Bekenntnis“ gelöscht und für die KD Treptow KK (eine Registrierungsart, siehe Abkürzungsverzeichnis) erfasst.

Sternchenvermerk: wie Eppelmann, nächster Name unkenntlich gemacht, Hirsch und Grimm. (Später bekannte Konterrevolutionäre. P.R.)

Es folgt der Verteiler und Unterzeichnung durch Leutnant Beyer

Originaldokument entnommen aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv.