Zusammenfassung und Auswertung der Dokumente „Zersetzung“

In der DDR bildeten sich unter dem Dach der Kirche massenhaft Gruppen und Grüppchen, die vorgaben für Frieden einzutreten und kritisch zu sein. Am bekanntesten ist „Schwerter zu Pflugscharen“.

Das begann mit der Stationierung der Atomraketen der USA in der BRD in den 1980er Jahren. 1979 erfolgte der unselige NATO-Beschluss.  Es entstand in der BRD eine große Friedensbewegung. Trotz der großen Demos und Aktionen bewirkte sie nichts.

Da schossen in der DDR angebliche Friedensgruppen wie Pilze aus dem Boden. Sie richteten sich nicht gegen die Atomraketen der USA in der BRD, sondern gegen die Verteidigung des eigenen Landes. Doch sie behaupteten die Friedensbewegung der DDR zu sein. Unter dem Dach der Kirche waren diese Leute aufgrund der Religionsfreiheit schwierig zu bekämpfen, obwohl sie die Beseitigung des Sozialismus im Sinne hatten. Ob die Beseitigung der DDR, war damals noch nicht absehbar

Allerdings hatte die DDR eigene Schwächen, die diese Leute gnadenlos ausnutzten. Die entsprechenden §§ waren weit gefasst und teilweise überzogen. So reichte die Bandbreite von harmlosen Gruppierungen, die etwas scharf formulierten bis hin zu Terrorgruppen.

 

Aufgrund dieser Rechtslage war es für Kulturschaffende, insbesondere für das Kabarett, in der DDR schwierig

Für Laien war es folglich nochmal schwieriger. In diesem Fallbeispiel geht es um eine Laienspielgruppe, die Kabarett macht. Doch wenn man die Dokumente durchgeht, kommt man zu dem Schluss, dass diese Leute tatsächlich der DDR schaden wollten.

Schon der Name der Laienspielgruppe ist aufschlussreich, was aber vom MfS nicht beachtet wurde. Die Gruppe nannte sich „Die Wühlmaus“.  Die Namensgebung lehnte sich an das Westberliner Kabarett „Die Wühlmäuse“ an. Die Frage ist, ob die Namensgebung aus Einfallslosigkeit erfolgte oder eine gewisse Absicht dahinter war, wie die Sehnsucht nach dem „Westen“. Das MfS verwechselte sogar die Namen und schrieb von „Wühlmäuse“, anstatt „Die Wühlmaus“. Anscheinend hatte man das Westberliner Kabarett „Die Wühlmäuse“ nicht „auf dem Schirm“.

Siehe: Maßnahmeplan

Herr Buchheim, ein Mitglied dieser Laienspielgruppe war ein „Scharfmacher“, also er hetzte am meisten und versuchte negativen Einfluss zu nehmen. Im Dokument ist beschrieben, was er alles angestellt hatte und wie unverschämt er sich gegenüber Behörden verhielt.

Letztendlich wurde der Ausreiseantrag des Herrn Buchheim nebst „Anhang“ schneller bearbeitet, um ihn loszuwerden. Das war die vernünftigste Methode

Im nächsten Dokument wird nach Straftatbeständen der Gruppenmitglieder gesucht. Es wird sich wieder mit Herrn Buchheim beschäftigt.

Siehe auch: Paragraphen

Laut dem nächsten Dokument fand man nichts strafrechtlich Relevantes.  Es wird nochmal erwähnt, dass der Herr Buchheim, nebst „Anhang“, bald ausreisen soll.

Das nächste Dokument befasst sich wieder mit Herrn Buchheim nebst „Anhang“.  Mit der Übersiedlung dieser Person, nebst „Anhang“ soll der Zersetzungsprozess der Gruppe „Die Wühlmaus“ eingeleitet werden.

Im darauffolgenden Dokument wurden die weitere Planung und der Einsatz von IM festgelegt.

IMS „Sandra“ berichtet von Uneinigkeit in der Gruppe und beschreibt die Situation.

In Bericht 1 des IMS „Andreas Harms“ geht es darum, dass die Aktivitäten der Gruppe nachlassen und dass das an einer bestimmten Person lag. Die Aktivitäten sollen wieder aufgenommen werden.

In Bericht 2 von „Andreas Harms“ geht es um das junge Mädchen Hella Born, ein Gruppenmitglied. Die Eltern waren damals Staatsangestellte. Es gab bei ihr zu Hause ein Gespräch mit Vertretern des MfS.

Dann geht es noch um Benn Roolf, der eine wichtige Rolle spielt. Er sollte zum Wehrdienst eingezogen werden. Bei der Musterung gab er eine Erklärung ab, dass er seinen Wehrdienst bei den Bausoldaten ableisten möchte.

 

In Bericht 1 des IMS „Roland“ geht es wieder um diesen Benn Roolf. Es stand fest, wo er seinen Wehrdienst als Bausoldat ableisten sollte. Der junge Mann war sehr verärgert, weil er nicht mit so einer kurzfristigen Einberufung gerechnet hatte. Er will nun eine illegale Arbeit organisieren. Bisher war er Leiter der Gruppe, gibt die Leitung aber nun ab.

Im Tätigkeitsbericht OV „Bekenntnis“ vom 28. April 1986 wird über die aufwendigen Ermittlungen berichtet, die schon seit Jahren laufen. Die Frage ist, ob sich das Ganze gelohnt hat. Hier, wie auch in anderen Dokumenten tauchen die Namen späterer bekannter Konterrevolutionäre auf. Doch man konnte sie nicht fassen.

In einem Vermerk über eine Vereinbarung der Kreisdienststelle Treptow an die Hauptabteilung I geht es um Maßnahmen betreffs Benn Roolf, der nun als Bausoldat dient.

Der IM „Andreas Harms“ soll aus der Laienspielgruppe herausgelöst werden. Davon war er zunächst nicht begeistert, doch es ergibt sich ein neues Tätigkeitsfeld für ihn. Alles weitere siehe Dokument.

Im Bericht 3 von IMS „Andreas Harms“ geht es um Hella Born, über die „Andreas Harms“ bereits berichtet hatte. (Bericht 1) Sie kümmert sich nun um die eigene Zukunft (Schule und Beruf).

Dann geht es um einige neue Mitglieder der Gruppe, die aber nicht aktiv waren.

 

Beim nächsten Dokument geht es um die Anforderung von Handschriftenmaterial zu Vergleichszwecken. An dieser Stelle sei angemerkt, dass seinerzeit die Kriminaltechnik noch nicht soweit war, wie heute. Es war alles sehr aufwendig.

Ein Mitglied der Gruppe soll inoffiziell überwacht werden. Man will strafbare Handlungen dieser Person erkennen und aufdecken. Es geht um die Zeit der Ableistung des Wehrdienstes dieser Person.

Aus einer Notiz des IMB „Roland“ geht hervor, dass vorgeschlagen wurde einen Auftritt der Laienspielgruppe zu verhindern.

Im zweiten Operationsplan „Bekenntnis“ geht es darum die Mitglieder der Laienspielgruppe zu verunsichern und Auftritte zu verhindern. Es gab auch vernünftige Kirchenleute, welche diese Maßnahmen unterstützen

Es wird nach Verbindungen zu späteren bekannten Konterrevolutionären gesucht.

Dann geht es nochmal um Hella Born. Es wird kontrolliert, ob sie noch Kontakte zu der Gruppe hat. Es folgt noch ein Gespräch mit der Direktorin der Schule, die Hella Born besucht.

Dann geht es noch um die Überwachung des wichtigen jungen Mannes und dessen Lebensgefährtin.

 

In einer Information des IMB „Roland“ wird berichtet, dass in der Gruppe eine pessimistische Stimmung herrscht, weil keine Erfolge mehr verbucht werden können. Auch der Organisator der Gruppe hat sich zurückgezogen

Mit der Besetzung der Gruppe zum damaligen Zeitpunkt konnte sie kein Programm mehr aufführen.

 

Die Auswertung eines IM-Berichts vom 30.04.1987 ist für die Nachwelt ein wichtiges Dokument. Aber die Nachwelt mag es nicht präsentieren und auswerten, denn es zeigt, wie antikommunistische Propaganda und das Delegitimieren der DDR funktionierten, bzw funktionieren.

In diesem Dokument geht es um Herrn Lydike, der den Wehrdienst und den Ersatzdienst (Bausoldat) verweigern will. (Totalverweigerer)

Herr Lydike hat sich ein raffiniertes Theater ausgedacht, um die antikommunistische Propaganda zu befeuern.

Das MfS hatte rechtzeitig „Wind bekommen“ und Herrn Lydike die Show gestohlen. Was hatte er vor?Er wollte zu seinen Eltern fahren, die seinerzeit in einem kirchlichen Gemeindeheim wohnten. Er wollte dort „seine Verhaftung abwarten“. Einen Zettel mit seinem Aufenthaltsort wollte er an seiner Wohnungstür anbringen. Die erwartete Verhaftung wollte er von, dem MfS namentlich nicht bekannten Personen, mit Fotoapparat und Teleobjektiv dokumentieren lassen. Der vermutete Hergang der Zuführung und Verhaftung sowie Fotos davon sollten in der Zeitschrift „Grenzfall“ veröffentlicht werden. „Grenzfall“ war eine bösartige antikommunistische Zeitschrift, die in der DDR verteilt wurde. Sie wurde illegal in der DDR hergestellt.

Herr Lydike hatte die Gemeindekirchenleitung in Altglienicke über die geplante Aktion informiert und sie gebeten sich nicht einzumischen. Er wollte die Armeezeit in einer Haftanstalt absitzen. Da er mit einer Wohnungsdurchsuchung rechnete, beabsichtigte er illegale Schriften zum Thema Frieden und Umwelt aus der Wohnung zu bringen.

Bei der Aktion des MfS in Absprache mit dem Leiter des zuständigen Wehrkreiskommandos musste darauf geachtet werden, dass der IMB „Roland“ nicht auffliegt. Es war dafür gesorgt worden, dass keine Festnahme erfolgte und keine Fahndung eingeleitet wurde.

Der Herr Lydike sollte bei Nichterscheinen zur Einberufung ca. 2 Tage später zum Wehrkreiskommando Köpenick vorgeladen werden wo ihm der Einberufungsbefehl abgenommen wurde.

Es gab eine Beobachtungsmaßnahme mit dem Ziel der Feststellung und Dokumentation von Personen, die sich auf dem Gelände des Gemeindeheims aufhielten und beabsichtigten die vermutete Festnahme des Herrn Lydike zu dokumentieren.

Es wurde erwogen die Pastorin der evangelischen Kirchengemeinde Altglienicke zu einem Gespräch zur Abteilung Innere Angelegenheiten des Rates des Stadtbezirkes Berlin-Treptow zu bestellen, und die geplante Aktion auszuwerten. (In der DDR war die Abteilung Innere Angelegenheiten eine sehr wichtige kommunale Behörde, wo alle Fäden zusammenliefen.)

IMS „Peter“ berichtete, dass Herr Lydike nun doch seinen Grundwehrdienst antreten wird, um danach doch noch ein Studium aufnehmen zu können. Zuvor erfolgte eine Studienablehnung. Vermutlich wegen dem ganzen „Theater“. Nun ja zumindest ist Herr Lydike vernünftig geworden und eine antikommunistische Aktion ist verhindert worden.

Allerdings war es bei der schieren Masse solcher Aktionen unmöglich alle zu verhindern und die Akteure auf den rechten Weg zu bringen.

 

 

In Bericht 2 beschreibt IMB „Roland“ Auflösungserscheinungen der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ Einige Mitglieder sind beruflich eingebunden, andere schlossen sich anderen kirchlichen Gruppen an und bald war Sommerpause.

Im nächsten Dokument geht es um die Zuarbeit der Kreisdienststelle Treptow an die Bezirksverwaltung Berlin

Es wird über diese Gruppen berichtet, die unter dem Dach der Kirche agierten. Speziell wird nochmal über „Die Wühlmaus“ berichtet.

Es ist vermerkt worden, dass es keine Kontakte zu solchen Gruppieren im sozialistischen Ausland gab. Allerdings gab es Kontakte einzelner Mitglieder der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ zu Personen in Ungarn und der CSSR.

Es wurden keine Kontakte, bzw. Hinweise zu entsprechenden Plänen zu gegnerischen Zentren und Einzelpersonen festgestellt. Na ja, darum war das Ganze trotzdem nicht harmlos. Heute wissen wir, dass diese Gruppierungen die Keimzellen der Konterrevolution waren.

Das Ziel, die vollständige Zersetzung der Gruppe konnte nicht erreicht werden. Doch es herrschte gegenseitiges Misstrauen in der Laienspielgruppe.

 

Das nächste Dokument ist eine Spesenquittung.

Bericht 3 IMB „Roland

Dieses Dokument ist für die Nachwelt interessant.

Hier geht es um die Auflösung der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“.  Einer der Hauptgründe ist wohl nachlassendes Interesse an die Kabarettaufführungen.

Das dargebotene Programm war in vielen Punkten nicht mehr aktuell. So hatte es zum damaligen Zeitpunkt keinen Sinn mehr zu fordern, dass die SS 20 der UdSSR abgebaut werden, bzw. der Osten als erster abrüsten soll. Durch die Abrüstungsmaßnahmen der UdSSR und den anderen sozialistischen Ländern, waren diese Forderungen nicht mehr aktuell.

Auch einige Forderungen zum Umweltschutz oder zu mehr Meinungsfreiheit waren teilweise nicht mehr aktuell.  Allerdings muss dazu gesagt werden, dass es mit dem Thema Umweltschutz in der DDR widersprüchlich aussah. Zum einen hatte man ein vorbildliches System zur Altstoffverwertung. Und das schon in einer Zeit, als man in der BRD noch nicht über Recycling nachdachte. Zum anderen haperte es, was die Umweltverschmutzung durch die Industrie angeht. Man denke an Bitterfeld, was durch die Konterrevolutionäre direkt aufgegriffen wurde. Hans Reichelt, der Umweltminister der DDR, wollte etwas tun und hatte Kontakt zum Umweltminister der BRD, Klaus Töpfer aufgenommen. Klaus Töpfer war einer der wenigen vernünftigen Politiker in der BRD. Doch es scheiterte an der Finanzierung.  Hans Reichelt wandte sich deswegen an Günter Mittag. Doch dieser blockierte.  Nach dem Ende der DDR fand man die Briefe von Hans Reichelt an Günter Mittag ungeöffnet. Hätte es dieses Politikversagen nicht gegeben, hätte die Umweltbibliothek keine nennenswerte Rolle gespielt.

Auch in anderen Bereichen hatte die Politik versagt, was den zahlreichen Gruppierungen unter dem Dach der Kirche Auftrieb gab. Auch wenn das Politikversagen in der DDR längst nicht mit dem heutigen Politikversagen vergleichbar ist, so gibt es doch einen entscheidenden Unterschied. Politikversagen in der DDR hatte harte Konsequenzen bis hin zur Beseitigung der DDR. Heutiges Politikversagen ruft zwar Empörung hervor, aber niemand stellt die Existenz des Staates und des kapitalistischen Systems in Frage. Heute gibt es massenhaft Möglichkeiten der Empörung Luft zu machen, die in der DDR fehlten. So wurde Raum für illegales Treiben gegeben.

Ein damals aktuelles Programm hatte „Die Wühlmaus“ nicht mehr.  Ein weiterer Grund für die Auflösung der Gruppierung war die hohe Fluktuation der Mitglieder.  So konnten die übergesiedelten und zum Wehrdienst einberufenen Mitglieder nicht, bzw. nur ungenügend ersetzt werden. Auch die zu geringe Wirkung auf geplante oder durchgeführte Aktivitäten (auch Provokationen) führte letztendlich zur Auflösung der Gruppe.

 

Abschlussbericht

Dieser ganze Operativvorgang des MfS dauerte vom 06.06.1984 bist zum 29.12.1987

Es wurden 11 Personen bearbeitet. Es wurden fünf IM eingesetzt.

Es wird über die Maßnahmen zu den einzelnen Personen berichtet. So z.B. die Übersiedlung des „Scharfmachers“ (Herr Buchheim) nach Westberlin, die Einberufung zweier Personen zum Wehrdienst. Das Herauslösen einer Person aus der Laienspielgruppe. Das Forcieren von Differenzen zwischen einzelnen Mitgliedern, speziell zwischen zwei Personen. Das Herausbrechen eines Mitgliedes der Gruppe, welches vom MfS angeworben wurde. Das Platzieren des IMB „Roland“ in der Laienspielgruppe. Die Durchführung von mehreren Gesprächen mit Hella Born und ihren Eltern

Diese und weitere Maßnahmen führten zur Zersetzung der Gruppe.

Allerdings waren einzelne Mitglieder der Laienspielgruppe weiter in anderen sogenannten „Friedens- und Ökogruppen“ aktiv. Nach der Übersiedlung nach Westberlin des Herrn Buchheim wurden er und ein anderer (Name geschwärzt) im OV „Bekenntnis“ nicht mehr operativ bearbeitet.

Weitere Maßnahmen zu Herrn Lydike und einer anderen Person (Name geschwärzt), führten dazu, dass die Mitglieder der Laienspielgruppe im September 1987 beschlossen ihre Gruppe aufzulösen.

Es folgen Erwähnungen weiterer Maßnahmen betreffs verschiedener Personen.

 

 

Am 16.12.1987 wurde das Ganze archiviert und am 08.01.1988 bestätigt.

Man kann sagen, dass das Ganze den Effekt der Bekämpfung einer Hydra hatte. Man schlägt einen Kopf ab und es wachsen zwei neue nach.

Für die Nachwelt wichtiges Dokument 1

Die Auswertung eines IM-Berichts vom 30.04.1987 ist für die Nachwelt ein wichtiges Dokument. Aber die Nachwelt mag es nicht präsentieren und auswerten, denn es zeigt, wie antikommunistische Propaganda und das Delegitimieren der DDR  entstanden ist.

In diesem Dokument geht es um Herrn Lydike, der den Wehrdienst und den Ersatzdienst (Bausoldat) verweigern will. (Totalverweigerer)

Dieser Mensch hat sich ein raffiniertes Theater ausgedacht, um die antikommunistische Propaganda zu befeuern.

Das MfS hatte rechtzeitig „Wind bekommen“ und dem Herrn Lydike die Show gestohlen. Was hatte er vor?

Er wollte zu seinen Eltern fahren, die seinerzeit in einem kirchlichen Gemeindeheim wohnten. Er wollte dort „seine Verhaftung abwarten“. Einen Zettel mit seinem Aufenthaltsort wollte er an seiner Wohnungstür anbringen. Die erwartete Verhaftung wollte er von, dem MfS namentlich nicht bekannten Personen, mit Fotoapparat und Teleobjektiv dokumentieren lassen. Der vermutete Hergang der Zuführung und Verhaftung sowie Fotos davon sollten in der Zeitschrift „Grenzfall“ veröffentlicht werden. „Grenzfall“ war eine bösartige antikommunistische Zeitschrift, die in der DDR verteilt wurde. Sie wurde illegal in der DDR hergestellt.

Herr Lydike hatte die Gemeindekirchenleitung in Altglienicke über die geplante Aktion informiert und sie gebeten sich nicht einzumischen. Er wollte die Armeezeit in einer Haftanstalt absitzen. Da er mit einer Wohnungsdurchsuchung rechnete, beabsichtigte er illegale Schriften zum Thema Frieden und Umwelt aus der Wohnung zu bringen.

Bei der Aktion des MfS in Absprache mit dem Leiter des zuständigen Wehrkreiskommandos musste darauf geachtet werden, dass der IMB „Roland“ nicht auffliegt. Es war dafür gesorgt worden, dass keine Festnahme erfolgte und keine Fahndung eingeleitet wurde.

Herr Lydike sollte bei Nichterscheinen zur Einberufung ca. 2 Tage später zum Wehrkreiskommando Köpenick vorgeladen werden wo ihm der Einberufungsbefehl abgenommen wurde.

Es gab eine Beobachtungsmaßnahme mit dem Ziel der Feststellung und Dokumentation von Personen, die sich auf dem Gelände des Gemeindeheims aufhielten und beabsichtigten die vermutete Festnahme des Herrn Lydike zu dokumentieren.

Es wurde erwogen die Pastorin der evangelischen Kirchengemeinde Altglienicke zu einem Gespräch zur Abteilung Innere Angelegenheiten des Rates des Stadtbezirkes Berlin-Treptow zu bestellen, und die geplante Aktion auszuwerten. (In der DDR war die Abteilung Innere Angelegenheiten eine sehr wichtige kommunale Behörde, wo alle Fäden zusammenliefen.)

IMS „Peter“ berichtete, dass der Herr Lydike nun doch seinen Grundwehrdienst antreten wird, um danach doch noch ein Studium aufnehmen zu können. Zuvor erfolgte eine Studienablehnung. Vermutlich wegen dem ganzen „Theater“. Nun ja zumindest ist Herr Lydike vernünftig geworden und eine antikommunistische Aktion ist verhindert worden.

Allerdings war es bei der schieren Masse solcher Aktionen unmöglich alle zu verhindern und die Akteure auf den rechten Weg zu bringen.

Auszug aus Zusammenfassung und Auswertung der Dokumente „Zersetzung“

Original-Dokument aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv

Für die Nachwelt wichtiges Dokument 2

Bericht 3 IMB „Roland“

Dieses Dokument ist für die Nachwelt interessant.

Hier geht es um die Auflösung der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“.  Einer der Hauptgründe ist wohl nachlassendes Interesse an die Kabarettaufführungen.

Das dargebotene Programm war in vielen Punkten nicht mehr aktuell. So hatte es zum damaligen Zeitpunkt keinen Sinn mehr zu fordern, dass die SS 20 der UdSSR abgebaut werden, bzw. der Osten als erster abrüsten soll. Durch die Abrüstungsmaßnahmen der UdSSR und den anderen sozialistischen Ländern, waren diese Forderungen nicht mehr aktuell.

Auch einige Forderungen zum Umweltschutz oder zu mehr Meinungsfreiheit waren teilweise nicht mehr aktuell.  Allerdings muss dazu gesagt werden, dass es mit dem Thema Umweltschutz in der DDR widersprüchlich aussah. Zum einen hatte man ein vorbildliches System zur Altstoffverwertung. Und das schon in einer Zeit, als man in der BRD noch nicht über Recycling nachdachte. Zum anderen haperte es, was die Umweltverschmutzung durch die Industrie angeht. Man denke an Bitterfeld, was durch die Konterrevolutionäre direkt aufgegriffen wurde. Hans Reichelt, der Umweltminister der DDR, wollte etwas tun und hatte Kontakt zum Umweltminister der BRD, Klaus Töpfer aufgenommen. Klaus Töpfer war einer der wenigen vernünftigen Politiker in der BRD. Doch es scheiterte an der Finanzierung.  Hans Reichelt wandte sich deswegen an Günter Mittag. Doch dieser blockierte.  Nach dem Ende der DDR fand man die Briefe von Hans Reichelt an Günter Mittag ungeöffnet. Hätte es dieses Politikversagen nicht gegeben, hätte die Umweltbibliothek keine nennenswerte Rolle gespielt.

Auch in anderen Bereichen hatte die Politik versagt, was den zahlreichen Gruppierungen unter dem Dach der Kirche Auftrieb gab. Auch wenn das Politikversagen in der DDR längst nicht mit dem heutigen Politikversagen vergleichbar ist, so gibt es doch einen entscheidenden Unterschied. Politikversagen in der DDR hatte harte Konsequenzen bis hin zur Beseitigung der DDR. Heutiges Politikversagen ruft zwar Empörung hervor, aber niemand stellt die Existenz des Staates und des kapitalistischen Systems in Frage.

Ein damals aktuelles Programm hatte „Die Wühlmaus“ nicht mehr.  Ein weiterer Grund für die Auflösung der Gruppierung war die hohe Fluktuation der Mitglieder.  So konnten die übergesiedelten und zum Wehrdienst einberufenen Mitglieder nicht, bzw. nur ungenügend ersetzt werden. Auch die zu geringe Wirkung auf geplante oder durchgeführte Aktivitäten (auch Provokationen) führte letztendlich zur Auflösung der Gruppe.

Auszug aus

Zusammenfassung und Auswertung der Dokumente „Zersetzung“

Original-Dokument aus der Broschüre „Zersetzung“ vom  Bundesarchiv

Peter Grimm

Ein später bekannter Konterrevolutionär war auch Mitglied der Gruppe „Die Wühlmaus“.

Peter Grimm wurde am 24. März 1965 in Berlin geboren.

Peter Grimm (1990)
Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1990-0105-315 / Uhlemann, Thomas / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5424984

Peter Grimm wuchs in Berlin-Friedrichshagen auf. Sein Vater ist Diplom-Ökonom, seine Mutter Diplom-Vermessungsingenieurin. Er wurde kurz vor dem Abitur von der Erweiterten Oberschule (EOS) unter dem Vorwurf ausgeschlossen, seine „moralisch-charakterlichen Grundlagen“ erfüllten die Anforderungen nicht. Grimm hatte unter anderem 1982 an der Beerdigung von Robert Havemann teilgenommen. Seitdem steht er in Kontakt zu Werner Fischer und Ralf Hirsch.

Das MfS versuchte ihn anzuwerben, doch Peter Grimm lehnte 1983 entschieden ab.

Nachdem er neun Tage vor dem Abitur die EOS verlassen musste, verrichtete er anschließend Hilfstätigkeiten im Transformatorenwerk Oberspree, um nicht wegen „asozialen Verhaltens“ (§ 249 StGB der DDR) verurteilt zu werden. Im selben Jahr beteiligte er sich an der Gründung eines Friedenskreises in der Bekenntniskirche in Berlin-Treptow und wurde Mitglied des „Friedenskreises Wühlmaus“.[1]   Aus dieser Gruppierung ging die Laienspielgruppe hervor. Wikipedia nennt diese Gruppe nun „Friedenskreis Wühlmaus“.

1985 war er Mitherausgeber eines Protestbriefes anlässlich des Internationalen Jahres der Jugend, im Juli unterzeichnete er einen offenen Brief an die Teilnehmer der XII. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Moskau. Er war einer der Sprecher des Vorbereitungskreises eines Menschenrechtsseminars in der Bekenntnisgemeinde, das von der Leitung der Berlin-Brandenburgischen Evangelischen Kirche verboten wurde. Na, da gab es doch einige vernünftige Kirchenleute.

Am 24. November 1985 wurde in der Wohnung von Wolfgang Templin aus der Vorbereitungsgruppe des Menschenrechtsseminars die „Initiative Frieden und Menschenrechte“ gegründet. Grimm zählte zu den Gründern „Initiative Frieden und Menschenrechte“ (IFM) in Berlin/DDR und war einer ihrer ersten Sprecher.[2]   Diese Organisationen hatten alle so wohlklingende Namen, doch sie waren konterrevolutionäre Organisationen.

Peter Grimm war auch an der Herausgabe der illegalen Zeitschrift „Grenzfall“ beteiligt.

Nun erfolgte der Zusammenschluss mit konterrevolutionären Gruppierungen aus den anderen sozialistischen Ländern, die eine gemeinsame Erklärung herausgaben. Weitere Details des konterrevolutionären Treibens lasse ich hier aus. Wer Interesse hat, kann das aus Wikipedia entnehmen.

Im Oktober 1989 Schloss sich Peter Grimm während der Konterrevolution in der DDR der neugegründeten sozialdemokratischen Partei in der DDR, der SDP an, der er bis 1990 angehörte.

In den Jahren 1990/1991 arbeitete er als Redakteur der Zeitung „die andere“ in Berlin. Ab November 1990 bis März 1991 war Grimm als Pressesprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im ersten bürgerlich gewählten Landtag der nun neuen Bundesländer, dem Sächsischen Landtag tätig.

Danach arbeitet er bei verschiedenen Fernseh-Produktionsfirmen. Seit Herbst 1995 ist Peter Grimm freier Autor und Journalist, drehte Dokumentarfilme über konterrevolutionäres Treiben in der DDR, war Filmproduzent bei Tangens-TV. Zwischenzeitlich war er von 2007 bis 2012 Redakteur der Zeitschrift Horch & Guck“. Daneben veröffentlicht er regelmäßig in dem Weblog Achse des Guten“.[4] Seit 1998 engagierte er sich im Archiv der „Initiative Frieden und Menschenrechte Sachsen e.V.“ (IFM-Archiv Sachsen) im Vorstand sowie in der Forschungsarbeit.

Im Jahre 2011 erschien im AVANT-Verlag eine Comic-Adaption der Geschichte über Peter Grimm als Konterrevolutionär und den „Grenzfall“. Dies wurde von der „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ gefördert, also aus Steuergeldern finanziert. Dieses Schriftgut soll als Unterrichtsmaterial für die Schulen eingesetzt werden, also der Volksverdummung dienen.

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Die Zeitschrift „Grenzfall“

Die Zeitschrift „Grenzfall“ kam ab 1986 in Berlin/DDR illegal heraus.  Herausgeber waren spätere Konterrevolutionäre.

Die illegale Zeitschrift „Grenzfall“ zeigt schon mit dem Titelbild der ersten Nummer ihre Zielsetzung: Grenz-Fall im Sinne von Mauer-Fall oder Zerstörung der Staatsgrenze der DDR. Nun ja, das Ziel ist schließlich erreicht worden. Rainer Dietrich war als IM des MfS unter den Herausgebern. Allerdings konnte er nichts ausrichten. Möglicherweise haben die verantwortlichen Stellen seine Berichte zwar entgegengenommen und abgeheftet, aber den bitteren Ernst der Lage nicht erkannt.

Bild entnommen von AMAZON

Die Zeitschrift wurde 1986 bis 1987 illegal in Berlin/DDR herausgegeben. Die ersten beiden Ausgaben in einer Auflage von ca. 50 Exemplaren auf Fotopapier hergestellt, erreichten die mit Ormig-Hektografie vervielfältigten 800 Exemplare, aber erst durch die Vervielfältigungstechnik mit Wachs-Matrize konnten die Auflagen von über 1000 Exemplaren hergestellt werden. Gedruckt wurde in wechselnden Wohnungen und in der Umwelt-Bibliothek in der Zionskirchengemeinde, wo auch die „Umweltblätter“ erschienen sind.

Weitere Mitarbeiter und Unterstützer waren unter anderem Bärbel Bohley und Gerd Poppe. In der Nacht vom 24. Auf den 25. November 1987 wurde in der „Aktion Falle“ vom MfS die Umwelt-Bibliothek durchsucht, sieben Mitarbeiter der Umwelt-Bibliothek wurden verhaftet.

Dank der Macht der BRD-Medien, die in die DDR hineinstrahlten sowie Mahnwachen und Solidaritätsbekundungen in der DDR erlangte die Zeitschrift eine größere Bekanntheit und die Verhafteten kamen frei. Eine erste Niederlage der DDR.

In dieser Situation hätte Joachim Herrmann als Medienchef der DDR abgelöst werden müssen. Ein neuer Medienchef, bzw. -chefin hätte die Medienlandschaft der DDR umgestalten müssen. Eine Gegenmacht gegenüber den Westmedien hätte geschaffen werden müssen. Da wäre noch eine Chance gewesen die DDR zu schützen. Stattdessen hat man aufgegeben.

2011 erschien im Advant-Verlag eine Comic-Adaption der Geschichte von Peter Grimm als Konterrevolutionär und des „Grenzfalls“, die mit den Mitteln der „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ gefördert wurde, also letztendlich aus Steuergeldern finanziert. Dieses Schriftgut soll als Unterrichtsmaterial in der Schule eingesetzt werden, also der Volksverdummung dienen.

Ein großes Online-Versandhaus bietet den Nachdruck aller in der DDR erschienen Ausgaben an. Ist aber „derzeit nicht verfügbar“. Tatsächlich alle ausverkauft?

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Bericht 3 des IMS „Andreas Harms“

Bericht 3 des IMS „Andreas Harms“

Abteilung XX                               Neubrandenburg, 02.07.1986

 

Abteilung vom Band

Quelle: „Andreas Harms“                                              entgegengenommen:                                                                                               

                                                                                                 Oberleutnant Mitzkat

                                                                                               Am: 27.06.1986

 

 

Situation FK „Wühlmaus“

 

Hella Born hat sich jetzt erst einmal im FK „Wühlmaus“ abgemeldet, man hat sie also klein bekommen und sie wird eine Pause einlegen.

Hella will also nach eigenen Aussagen sehr ruhig treten, erstmal weil sie in den Prüfungen steht, schon eine ganze Zeit, da sie nicht noch vorher kurzfristig geext wird. Dann will sie erstmal ihre weitere persönliche Perspektive sichern, also entweder 12. Klasse oder Lehre.

Einige aus der FK hatten es bereits damals bemängelt, dass sie überall mitmacht, egal wie hart es war und jetzt hat sie es eingesehen, dass es doch nicht das Richtige war.

Hella wird auch schon nicht mehr am 05.07.1986 mit nach Waren kommen.

Neu in den Kreis gekommen ist ein (Name geschwärzt) und eine (Name geschwärzt), beide sich aus Hohnsdorf, haben aber kein großes Interesse an unserer Arbeit.

(Name geschwärzt) selbst arbeitet nicht, soweit mit bekannt, in einem anderen Kabarett.

(Name geschwärzt) selbst beteiligt sich aktiv in unserem FK.

 

Dann folgt der Platz für die Unterzeichnung

 

FK=Friedenskreis

Originaldokument aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv

Anforderung von Handschriftenmaterial für einen Schriftenvergleich

Anforderung von Handschriftenmaterial für einen Schriftenvergleich

Bezirksverwaltung                                                Berlin, 12. September 1986

Für Staatssicherheit Berlin                                     bey-pau 37107 52/76/86

Kreisdienststelle Treptow

Leiter

 

 

Bezirksverwaltung für Staatssicherheit

Abteilung XX

Halle

 

 

OV (Operationsvorgang) „Pazifist“ der KD(Kreisdienststelle) Quedlinburg

 

IN Ihrem Schreiben vom 08.08.1986, Tgb.-Nr. 6040/86 bitten Sie um die Beschaffung von Handschriftenmaterial zu Vergleichszwecken.

Die von Ihnen aufgeführten Mitglieder bzw. ehemaligen Mitglieder der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ werden bzw. wurden im OV (Operationsvorgang) „Bekenntnis“ der KD (Kreisdienststelle) Treptow erfasst.

Für die KD (Kreisdienststelle Treptow erfassten und bearbeiteten Personen wurden Schriftvergleichsmaterialen im Schriftenschrank der Abteilung XX gespeichert.

Wir bitten Sie zu Vergleichszwecken Material zu übersenden, damit ein Schriftenvergleich im dafür eingerichteten Schriftenschrank der Abteilung XX erfolgen kann.

 

Unterzeichner

 

Zeiseweis

Oberstleutnant

Originaldokument aus der Broschüre Zersetzung vom Bundesarchiv

Auftrag zur inoffiziellen Überwachung einer Person

Auftrag zur inoffiziellen Überwachung einer Person

Auftrag

Der Patriot (Der Begriff „Patriot“ hatte früher eine andere Bedeutung und nichts mit Rechtsradikalismus zu tun. P.R.)  „Picasso“ erhält folgenden Auftrag:

Es ist die inoffizielle Kontrolle der Person

Roolf, Benn

Durchzuführen, mit dem Ziel alle strafbaren Handlungen des R. zu erkennen und aufzudecken. Der Auftrag besteht über den Zeitraum der Ableistung des Wehrdienstes ohne Waffe der Person R.

 

Aufgaben im Rahmen des Auftrages

  1. Die Person R. ist am Stationierungsort ausfindig zu machen, entsprechend der Personenmerkmale und vorgelegten Fotos.
  2. Der Umgangskreis der Person R. ist festzustellen und nach Persönlichkeitsmerkmalen zu differenzieren.
  3. Über eine Person des Umgangskreises ist schrittweise ein vertrauensvoller Kontakt zu R. aufzubauen.

Im Rahmen der Auftragserfüllung sind folgende Informationen zielgerichtet zu erarbeiten:

-Bekommt der R. Besuch, (von wem, wann und wo)?

-Mit welchen Personen hält der R. schriftliche und andere Kontakte?

-Welchen Umgangskreis hat der R. in der Einheit, und wie sind diese Personen einzuordnen?

-Besucht der R. die dortige Kirche?

-Sind kirchliche Veranstaltungen durch den R. geplant, wo sollen diese stattfinden und wer nimmt daran teil?

-Wie tritt der R. bei Veranstaltungen o.n. auf?

-Wann beabsichtigt der R. nach Berlin, Stendal oder Thale zu fahren, bzw. wann hatte er sich dort aufgehalten?

Verhaltenslinie

Die eigene Sicherheit und Konspiration ist unter allen Umständen zu wahren. Negative Handlungen des R. sind nicht zu verhindern. Es ist möglichst im Sinne des R. zu handeln, ohne dabei selbst strafbare Handlungen durchzuführen.

Eine weitere Präzisierung der Aufgabenstellung und deren Konkretisierung erfolgt beim 1. Treff nach der Einberufung.

 

Auftrag erhalten: …hier musste der „Picasso“ noch unterzeichnen) Berlin, 29.10.1986

Originaldokument aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv

Zweiter Operativplan zum OV „Bekenntnis“ (Auszug)

Zweiter Operativplan zum OV „Bekenntnis“ (Auszug)

Kreisdienststelle Treptow                                Berlin, 17. März 1987

                                                                                 bey-pau

                                                                                  bestätigt:

 

                                                                                    es folgen zwei Kurzzeichen

Operativplan zum OV (Operationsplan) „Bekenntnis“, Reg.-Nr. XX/1996/84

-Um die Mitglieder der Laienspielgruppe zu verunsichern, werden folgende geplante Auftritte verhindert:

28.03. 1987 in Dresden in der Weinbergskirche

23.04.1987 in Berlin in der Gemeinde Bohnsdorf

In Abstimmung mit der Abt. XX der Bezirksverwaltung Dresden wird durch ein Telegramm mit einer Absage des geplanten Auftritts durch den Diakon der Weinbergskirche der Auftritt verhindert (fingiertes Telegramm).

In Vorbereitung des Auftritts in der Gemeinde Bohnsdorf wird ein Gespräch zwischen der Superintendentin des KK (Kirchenkreises) Oberspree und Vertretern der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ angestrebt, mit der Zielstellung, eine Programmkonzeption vorzulegen bzw. den Auftritt abzusagen. Zu diesem Gespräch werden der Superintendentin Informationen über die Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ übergeben (Programminhalte, Zielstellungen, Schlüsselproblem).

Termin:                      bis 15.04.1987

Zu 3. Die unter Punkt 3 genannte Zielstellung wird durch folgende politisch-operative Maßnahmen realisiert:

-Koordinierung mit der Abt. XX/2 zu den festgestellten Kontakten zwischen Mitgliedern der Laienspielgruppe „Die Wühlmaus“ und Vertretern der sogenannten unabhängigen Friedensbewegung wie Bohley, Hirsch sowie der Klärung, welcher Einfluss von diesen auf die Laienspielgruppe ausgeht.

(Ahh später bekannte Konterrevolutionäre mischen da mit. P.R.)

Termin:                                 ständig

-Als wesentliche Maßnahme erfolgt die Einleitung einer Maßnahme S der Abr. 26 im Wohnbereich des Roolf und dessen Lebensgefährtin. Zur Realisierung dieser Maßnahme erfolgt der Einsatz des IMS „Sandra“.

Termin:                                                         30.05.1987

-Es erfolgt eine Prüfung, ob das ehemalige Mitglied der Laienspielgruppe Born, Hella nach wie vor Kontakte zu einzelnen Mitgliedern der Laienspielgruppe sowie Vertretern der sogenannten unabhängigen Friedensbewegung unterhält.

Diesbezüglich erfolgt ein weiteres Gespräch mit der Direktorin der EOS (Schule – Erweitere Oberschule) sowie der Einsatz des IMS „Sandra“.

Hier endet das Teilschriftstück.

 

Originalschriftstück aus der Broschüre „Zersetzung“ vom Bundesarchiv