Für die damalige Sowjetunion ging es um die Existenz. Darum war es für sie nicht einfache nur der II. Weltkrieg, sondern der Große Vaterländische Krieg. Der Begriff „Vaterland“ wird heute im rechten Spektrum verortet. Das war damals in der Sowjetunion anders.
Eine große Leistung war, auf dem damaligen Stand der Technik, die Verlagerung der Rüstungsproduktion in die östlichen Gebiete der UdSSR.
Aus heutiger Sicht erscheint die Beschreibung der damaligen Ereignisse heroisch. Aus heutiger Sicht gesehen, kommt das schlecht an. Man muss sich aber in die Lage der Menschen in der Sowjetunion zur damaligen Zeit versetzen. Dann versteht man den Heroismus.
Sehr wichtig war, dass die Bevölkerung der Sowjetunion hinter ihrem Land stand. Nur so war es möglich die deutschen Faschisten zu besiegen und dazu beizutragen, dass Europa vom Faschismus befreit worden ist.
Auch die Kollaboration von Stepan Bandera mit den Nazis in der Ukraine wird ebenfalls verschwiegen. Das Agieren von Stepan Bandera hat bis heute Nachwirkungen.
Nachdem Hitlerdeutschland viele Jahre lang Kräfte gesammelt hatte, überfiel es tückisch und wortbrüchig das Sowjetland, das mit friedlicher Aufbauarbeit beschäftigt war. Die ganze Wucht ihrer Kriegsmaschine, die in vielen Jahrzehnten geschaffen wurde, sowie der Armeen ihrer Vasallen und die Kapazität fast des gesamten Europas setzte die räuberische deutsche Regierung gegen die Sowjetunion ein. Das Sowjetland musste allein den Ansturm des Feindes standhalten, der stärker war als derjenige, gegen den im ersten Weltkrieg sechs Großmächte kämpften und den zu zerschmettern es vier Jahre gemeinsamer Anstrengungen bedurft hatte.
Die Rote Armee hielt dem wütenden Ansturm der deutsch-faschistischen Armeen stand und brachte deren Vorrücken in den Weiten des Sowjetlandes zum Stillstand. Die Sowjetkrieger haben dem Gegner eine Niederlage bereitet, eine gewaltige Menge Menschen und Material des Gegners aufgerieben und das gesamte Sowjetland von den Eindringlingen gesäubert; sie sind in das Territorium Deutschlands eingerückt, haben gemeinsam mit den Alliierten die deutsch-faschistische Armee restlos zerschmettert und das Siegesbanner über Berlin gehisst. Die Rote Armee zerschmetterte die Verbündeten Deutschlands, die danach ihre Waffen gegen ihren ehemaligen Gebieter richteten. Die Sowjettruppen führten gemeinsam mit den anglo-amerikanischen Alliierten den vernichtenden Schlag gegen Japan. Die heldenmütige Sowjetische Armee war für die ganze Welt – die Befreiungsarmee. Die gesamte fortschrittliche Menschheit zollt ihr Achtung und Anerkennung.
Was hat sie zu diesem gigantischen Befreiungskampf beseelt? Was hat diesen beispiellosen Erfolg des Sowjetvolkes in seinem Zweikampf gegen einen tückischen und starken Feind vorausbestimmt?
1.Die sowjetische Gesellschaftsordnung hat dem Sowjetland und seinen Völkern eine große, unüberwindliche Kraft verliehen.
Durch die Große Sozialistische Oktoberrevolution wurde die Ausbeuterordnung beseitigt und eine neue Ordnung, die fortschrittlichste der Welt – die Sowjetordnung geschaffen. Nur im Sowjetland hatten die werktätigen Massen, die ihre eigene Macht, eine Volksmacht geschaffen hatten, tatsächlich die Freiheit errungen und führten ein glückliches Leben. Zum ersten Mal in der Geschichte begann der Mensch für sich selbst, für die Gemeinschaft und nicht für die Ausbeuter zu arbeiten. Die Gesellschaftsordnung der Sowjetunion erwies sich als weit fortschrittlicher als die der fortgeschrittensten demokratischen Länder der Welt.
Die Sowjetmacht hatte das Land in eine Großmacht verwandelt. Unter Anspannung aller Kräfte wurde vom Sowjetvolk eine leistungsfähige Industrie geschaffen. Nach der Durchführung der Stalinistischen Fünfjahrpläne besaß das Land Industriezweige, die es im zaristischen Russland überhaupt nicht gegeben hatte: Werkbankbau, Traktoren- und Mähdrescherbau, Flugzeug- und Panzerindustrie. Die Sowjetmacht beseitigte die jahrhundertealte industrielle Rückständigkeit des Landes, unter der das Volk so gelitten hatte. Das Sowjetvolk vermochte während des Großen Vaterländischen Krieges seine Armee mit erstklassigem, modernem Kriegsmaterial mehr als reichlich auszustatten.
Auch für die Landwirtschaft erschlossen sich während der Sowjetzeit außerordentliche Möglichkeiten. Auf der Grundlage der Industrialisierung des Landes schuf die Sowjetmacht die kollektive Großlandwirtschaft, die eine reibungslose Versorgung der Armee und der Bevölkerung mit Lebensmitteln und der Industrie mit landwirtschaftlichen Rohstoffen gewährleistete.
In den Stalinschen Planjahrfünften vollzog sich eine wahre Kulturrevolution im Lande. Das Analphabetentum wurde restlos liquidiert und die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Das wichtigste Ergebnis der im Lande durchgeführten Kulturrevolution war die Entstehung der Sowjetintelligenz, was auch für die weitere Stärkung der Streitkräfte der UdSSR von enormer Bedeutung war.
Auch die militärische Rückständigkeit des Landes gehört der Vergangenheit an. Die Werktätigen der Sowjetunion sorgten, nachdem sie die Macht in ihre Hände genommen hatten, für eine zuverlässige Verteidigung des Vaterlandes. Die Erfahrung der Geschichte lehrt, dass die Aufstellung einer Armee langjährige Arbeit sowie Anstrengungen ganzer Generationen erfordert. Die Sowjetmacht löste jedoch diese Aufgabe in kürzester Frist. In weniger als einem Vierteljahrhundert wuchs und erstarkte die mächtige Rote Armee, die sich als fähig erwies, die deutsch-faschistische Kriegsmaschine zu zerschmettern.
So entfesselte die Sowjetmacht den Schöpfergeist der Millionenmassen, organisierte und lenkte deren Anstrengungen und beseitigte in kürzester Frist die Ursachen für die Schwäche Russlands – seine politische, wirtschaftliche, kulturelle und militärische Rückständigkeit. Die ganze Kraft und Stärke der sowjetischen Gesellschaftsordnung offenbarte sich anschaulich während des Großen Vaterländischen Krieges. „Der Krieg hat gezeigt“, sagte J.W. Stalin, „dass die sowjetische Gesellschaftsordnung eine wahrhafte Volksordnung ist, die aus dem Schoße des Volkes emporgewachsen ist und seine machtvolle Unterstützung genießt, dass die sowjetische Gesellschaftsordnung eine durchaus lebensfähige und stabile Form der Gesellschaft ist.“
Kein Land der Welt hätte es vermocht, eine solche kolossale Anspannung an der Front und in der Heimat auszuhalten, wie sie der Sowjetunion zugemutet wurde. Die Sowjetunion hat jedoch nicht nur alle Prüfungen bestanden, sondern wurde mit jedem Kriegsmonat immer stärker.
Nachdem sie in der ersten Kriegsperiode die Industriebezirke einiger südlicher Gebiete – das Donezbecken, das Erzgebiet von Kriwoj Rog und die Ukrainischen Riesenwerke – eingebüßt hatte, ließ die Sowjetindustrie in ihrem Tempo nicht nach, wie das die deutsch-faschistischen Eindringlinge hofften. Von dem Gefühl des lebensspendenden sowjetischen Patriotismus beflügelt, erreichte die Arbeiterklasse der UdSSR unter Anspannung aller Kräfte eine starke Produktionssteigerung. Die Arbeiterklasse stellte sich die Aufgabe, die Front mit allem Notwendigen zu versorgen, um den Feind zu besiegen. Und diese Aufgabe wurde von ihr ehrenvoll erfüllt.
Ein hohes Pflichtbewusstsein in Bezug auf die Interessen des gesamten Volkes legte auch die Kollektivbauernschaft an den Tag. Im alten Russland war – genau so wie in allen anderen kapitalistischen Staaten – ein solcher patriotischer Schwung, wie der, von dem die Kollektivbauern der Sowjetunion erfasst wurden, etwas Unbekanntes. Die Kollektivbauern erfüllten nicht nur die Pläne zur Versorgung der Armee und des Hinterlandes, sondern geben über den Plan hinaus Millionen von Tonnen Getreide und Milliarden von Rubeln aus ihren Ersparnissen für die Verteidigung des Staates. „Das“, sagte J.W. Stalin, „ist ein Ausdruck der Kraft und Lebensfähigkeit der Kollektivwirtschaftsordnung, des Patriotismus der Kollektivbauernschaft.“
Auch die Sowjetintelligenz marschierte mit den Arbeitern und Kollektivbauern im gleichen Schritt. Durch ihre unermüdliche schöpferische Arbeit trug sie zum Sieg des Volkes bei.
Die gesamte fortschrittliche Menschheit neigte sich vor dem Arbeitsheroismus des Sowjetvolkes wie vor einem Wunder. Aber die Völker der Sowjetunion sich dessen bewusst, dass ihre Erfolge keine Wunder, sondern gesetzmäßige Ergebnisse einer aufopfernden Arbeit, der weisen Politik der kommunistischen Partei und der genialen Stalinschen Führung waren.
Der Krieg hatte die ganze Überlegenheit der sowjetischen Gesellschaftsordnung über jede andere Gesellschaftsordnung gezeigt.
„Jetzt handelt es sich darum“, sagte J.W. Stalin, „dass die sowjetische Gesellschaftsordnung sich als lebensfähiger und stabiler erwiesen hat als die nichtsowjetische Gesellschaftsordnung, dass die sowjetische Gesellschaftsordnung eine bessere Organisationsform der Gesellschaft ist als jegliche nichtsowjetische Gesellschaftsordnung.“
2. Die sowjetische Staatsordnung brachte der Sowjetunion den Sieg über den Feind.
Die Geschichte kennt nicht wenig Versuche, einen Vielvölkerstaat zu bilden. Die meisten von ihnen wurden mit Waffengewalt geschaffen und zerfielen unter den Schlägen des Schwertes.
In der UdSSR wurde zum ersten Male in der Weltgeschichte ein Vielvölkerstaat geschaffen, der sich auf dem Wege einer einträchtigen, gelichberechtigten Teilnahme an der Aufbauarbeit aller Völker entwickelt. Die damals unzerstörbare Stalinsche Freundschaft der Völker der UdSSR war bei der Erringung des Sieges von außerordentlicher Bedeutung. Mit dem russischen Volk an der Spitze und zusammen mit ihm kämpften Ukrainer und Bjelorussen (Heute undenkbar und es will niemand daran erinnern und erinnert werden. P.R.), Georgier und Armenier, Usbeken und Tadshiken – alle Völker der riesigen Sowjetunion (Die 1990 zerfallen ist. P.R.). Viele von ihnen haben früher an Kriegen nicht teilgenommen und verfügten über keine Kampferfahrung, weil die zaristische Regierung es fürchtete, ihnen Waffen in die Hände zu geben. Jetzt aber vollbrachten die Söhne dieser Völker auf den Schlachtfeldern Wunder an Tapferkeit. Aus ihrer Mitte gingen Helden der Sowjetunion hervor, wuchsen Kommandeure und Generale heran.
Die Freundschaft der Sowjetvölker wurde zu einer gewaltigen Kraft. Auf einem Sechstel des Erdballs, das von vielen Völkern und Nationalitäten, die ihren Gebräuchen und Sitten, ihrem Kulturniveau und ihren Traditionen nach verschieden sind, bevölkert ist, wuchs das einheitliche Sowjetvolk heran, das sich eng um die Partei von Lenin und Stalin zusammenschloss(…und 1990 all das zerfallen ist. P.R.).
Ander Spitze der damals festzusammengeschweißten Völkerfamilie stand das große russische Volk.
Beim Empfang im Kreml zu Ehren der Befehlshaber der Truppen der Roten Armee am 24. Mai 1945 brachte J.W. Stalin einen Trinkspruch auf das Wohl des russischen Volkes aus, „..weil es die hervorragendste Nation unter allen zur Sowjetunion gehörenden Nationen ist“.
Im Laufe seiner reichen Geschichte – im Kampf gegen die rauhe Natur, im erbitterten Ringen gegen die Feinde innerhalb und außerhalb des Landes – hatte sich das russische Volk die bemerkenswerten Eigenschaften erworben: klaren Verstand, standhaften Charakter und Geduld, sagte J.W. Stalin.
Das russische Volk hat seine Existenz im jahrhundertelangen schweren Kampf gegen äußere Feinde ertrotzt. Es fing den Schlag der mongolischen Eroberer auf und bewahrte damit Europa vor dem Joch. Es brachte die Expansion der deutschen Ritter nach dem Osten zum Stehen. Es vernichtete die Heere Napoleons – eines Anwärters auf die Weltherrschaft. Das russische Volk brachte eine Reihe glänzender Feldherren hervor: den Schöpfer der regulären Armee und Flotte – Peter I., den begabten Militärführer und Organisator der Armee – Rumjanzew, das russische Feldherrngenie Suworow und den Besieger Napoleons Kutusow.
Im Kampf gegen die Feinde der Werktätigen brachte das russische Volk solche Giganten des revolutionären Denkens wie Belinskij, Dobroljubow, Tschernyschewskij und den Pionier des Marxismus in Russland, Plechanow, hervor. Das russische Volk schenkte der Welt das größte Genie unserer Epoche, den Begründer des Sowjetstaates, Lenin. Die Arbeiter Russlands schufen die große Partei Lenins-Stalins, die die Werktätigen aller Völker Russlands zum Kampf gegen die volksfeindliche Regierung führte und einen völligen Sieg errang. Die Literatur und Wissenschaft des russischen Volkes haben die Kultur aller Völker des Landes und der Welt befruchtet und – ihrerseits durch die Kultur der Völker Russlands und die Weltkultur bereichert – der Menschheit die großen Gelehrten und Schriftsteller Lomonossow und Mendelejw, Metschinkow und Pawlow, Puschkin und Lermontow, Tolstoi und Gorki sowie viele andere geschenkt.
Die ganze Fülle seiner Talente stellte das russische Volk während des Großen Vaterländischen Krieges unter Beweis. Beim Empfang zu Ehren der Befehlshaber der Truppen der Roten Armee sagte J.W. Stalin: „Ich bringe einen Toast auf das Wohl des russischen Volkes aus, weil es sich in diesem Kriege die allgemeine Anerkennung als die führende Kraft der Sowjetunion unter allen Völkern unseres Landes verdient hat.“
Das russische Volk hat sich mit Recht an die Spitze aller Völker der UdSSR gestellt. „Von Russland, dem großen, auf ewig verbündet, Steht machtvoll der Volksrepubliken Bastion.“ So heißt die Staatshymne der Sowjetunion. Die Melodie, mit einem anderen Text, ist wieder die Hymne des heutigen Russlands. Sie wurde von Wladimir Putin im Jahre 2000 wieder eingeführt. siehe Wikipedia
3. Im Vaterländischen Kriege haben die sowjetischen Streitkräfte gesiegt.
„Der Krieg hat gezeigt“, sagte J.W. Stalin, „dass die Rote Armee kein ‚Koloss auf tönernen Füßen‘ ist, sondern eine erstklassige Armee unserer Zeit, die eine durchaus moderne Bewaffnung, einen überaus erfahrenen Kommandobestand und hohe moralische und militärische Eigenschaften besitzt.“
Die Sowjetmacht hat die Armee mit vortrefflichem Kriegsmaterial versorgt. Die sowjetischen Panzer und Flugzeuge waren in ihrer Qualität den deutschen überlegen. Was die Menge an Waffen anbetrifft, so hat die Sowjetunion nach dem ersten Kriegsjahr, als die Verlagerung der Industrie nach dem Osten abgeschlossen war, auch in dieser Hinsicht ihren Gegner übertroffen.
Aber die Stärke der Sowjetischen Armee beruht nicht nur auf ihrer starken Kampftechnik. Natürlich spielen die Waffen in jedem Kriege eine gewaltige Rolle, und im modernen Kriege gewinnt die Ausrüstung der Armee mit Kriegsmaterial eine ganz besondere Bedeutung. Aber Kriegsmaterial allein bringt noch nicht den Sieg. Die Technik in den Händen eines Menschen, der nicht weiß, wofür er kämpft, ist keine vollwertige Waffe. Um alles aus ihr herauszuholen, was sie hergeben kann, muss der Krieger nicht nur die Technik selbst kennen und beherrschen, sondern auch wissen, wofür sie eingesetzt wird.
Die russischen Krieger waren stets für ihre Standhaftigkeit und ihre Kriegskunst bekannt. Sie haben viele ruhmreiche Seiten in die Geschichte ihres Volkes geschrieben. Die Feldzüge Suworows oder die Verteidigung von Sewastopol im Krimkrieg 1853-1856 werden für ewig unvergängliche Vorbilder der Tapferkeit der Armee bleiben. Aber damals trat selten der Fall ein, dass die Kriegsziele den Soldaten am Herzen lagen. Die alte russische Armee war ein Werkzeug der Gutsherren und der Bourgeoisie, ein Werkzeug für koloniale Versklavung vieler Völker des zaristischen Russlands. Sie stand im Dienst der zaristischen Raubpolitik. DA die russische Armee im Dienste einer fremden Sache und fremder Interessen stand, waren ihre gigantischen Kräfte gefesselt. Es war den fortschrittlichen Menschen des Landes und vor allem der Partei Lenins-Stalins klar, dass nur die sozialistische Revolution den mächtigen Geist des Volkes befreien und es seiner Armee möglich machen konnte, im Kampf um das Vaterland beispiellosen Mut an den Tag zu legen. Die große sozialistische Revolution schuf eine neue Armee und verwandelte sie aus einem Werkzeug zur Unterdrückung der Arbeiter und Bauern in ein Werkzeug zu deren Befreiung, in ein Bollwerk der Arbeiter und Bauernmacht, in ein Bollwerk der Unabhängigkeit der Völker des Sowjetlandes. Die Stärke der Sowjetischen Armee beruht gerade darauf, dass das vortreffliche Kriegsmaterial in den Händen des politisch bewussten Kämpfers liegt, der sich volle Rechenschaft darüber gibt, wofür er kämpft. Die Stärke der Roten Armee liegt darin, dass sie sich ihre Ziele bewusst und den Ideen Lenins und Stalins treu ergeben ist.
„Die Stärke der Roten Armee besteht vor allem darin“, sagte J.W. Stalin, „dass sie keinen Raubkrieg, keinen imperialistischen Krieg, sondern einen Vaterländischen Krieg, einen gerechten, einen Befreiungskrieg führt… Der deutsche Soldat hat kein erhabenes und edles Kriegsziel, das ich begeistern und auf das er stolz sein könnte. Und umgekehrt, jeder beliebige Kämpfer der Roten Armee kann mit Stolz sagen, dass er einen gerechten, einen Befreiungskrieg, einen Krieg für die Freiheit und Unabhängigkeit seines Vaterlandes führt. Die Rote Armee hat ihr edles und erhabenes Kriegsziel, das sie zu Heldentaten begeistert. Dadurch ist eigentlich auch zu erklären, dass der Vaterländische Krieg bei uns Tausende von Helden und Heldinnen hervorbringt, die bereit sind, für die Freiheit ihrer Heimat in den Tod zu gehen.“
Bei ihrem siegreichen Kampf genoss die Sowjetische Armee eine uneingeschränkte Unterstützung der Volksmassen. Ohne Unterstützung des Hinterlandes kann man nicht kämpfen, das Hinterland stellt Ersatz und schickt Munition und Verpflegung. Im alten Russland aber hat das Hinterland, wie in jedem Klassenstaat, die Front nicht unterstützt. Eine solche Unterstützung wurde bei gerechten, bei Vaterländischen Kriegen geleistet, wenn die Freiheit und nationale Unabhängigkeit des Landes bedroht war. Bei den weitaus meisten Kriegen, die vom Zarismus geführt wurden, besonders in den letzten anderthalb Jahrhunderten seines Bestehens, brachte das Volk seine Unzufriedenheit mit der zaristischen Eroberungspolitik zum Ausdruck, wie das beim Russisch-Japanischen Krieg oder im ersten Weltkrieg der Fall war.
Der Sieg der Oktoberrevolution hatte das Verhältnis zwischen Front und Hinterland grundlegend verändert. In der Sowjetunion waren Front und Hinterland eins. Alle Sowjetbürgerinnen und -bürger leisteten ihren Beitrag zum Sieg über die deutsch-faschistischen Eindringlinge.
Eine große Hilfe für die Rote Armee bedeutete der aufopfernde Kampf der sowjetischen Partisanen im Rücken der deutsch-faschistischen Truppen. In der Geschichte der Völker der Sowjetunion hat die Partisanenbewegung nicht selten eine große Rolle gespielt. Es genügt, auf die Operationen der Partisanen während des Vaterländischen Krieges im Jahre 1812 hinzuweisen. Eine besondere Bedeutung hatte der Partisanenkampf bei dem Befreiungskrieg des Sowjetvolkes gegen die deutschen, englischen, japanischen, französischen und amerikanischen Interventen sowie die russische Konterrevolution in den Jahren 1918-1920. Die Erfahrungen des Partisanenkampfes, die Traditionen dieser heroischen Vergangenheit waren der sowjetischen Epoche in Fleisch und Blut übergegangen.
Der aufopfernde Kampf der Partisanen im Rücken der deutsch-faschistischen Armeen hat in der Geschichte nicht seinesgleichen. Die sowjetischen Partisanen ließen den Faschisten weder bei Tag noch bei Nacht Ruhe und zwangen sie, Dutzende von Divisionen von der Front abzuziehen, um das Hinterland zu bewachen. Die Partisanen ließen den Faschisten weder bei Tag noch bei Nacht Ruhe und zwangen sie, Dutzende von Divisionen von der Front abzuziehen, um das Hinterland zu bewachen. Die Partisanen haben aber nicht nur deutsche Kräfte gefesselt und dadurch den Kampf der Roten Armee erleichtert, sondern auch aktiv an deren Operationen teilgenommen: sie halfen beim Überqueren der Wasserhindernisse, verteidigten Brückenköpfe, die sie dem Feind entrissen hatten, und griffen den Feind unerwartet im Rücken an. Die Volksrächer eröffneten gegen die deutschen Eindringlinge eine innere Front, was auf den gesamten Kriegsverlauf einen starken Einfluss hatte.
Die Siege der Roten Armee wurden dank der Sowjetischen Kriegskunst errungen. Die schweren Niederlagen der deutschen Armee demonstrierten anschaulich die Wirkungslosigkeit der nazistischen Strategie. Im Krieg siegte die Stalinsche Strategie, die auf einer wissenschaftlichen Grundlage aufgebaut ist. Jede der siegreichen Schlachten der Roten Armee wird unzweifelhaft Gegenstand eingehenden Studiums ganzer Generationen von Historikern und Historikerinnen sein. (Falls diese Historikerinnen und Historiker ehrlich sind. Ich denke das sie in Russland anders an die Sache herangehen, als in anderen Ländern. P.R.)
Die Rote Armee hat gesiegt, weil sie es gelernt hatte, den Feind so zu schlagen, wie das die moderne Kriegskunst erfordert. Die sowjetischen Krieger wurden zu Meistern ihres Fachs und die Kommandeure zu Meistern der Truppenführung. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass nur die weise Strategie der Obersten Führung der Roten Armee, sowie die wenige Taktik der Truppenkommandeure -der Vollstrecker des Willens der Obersten Führung- zu den von den Streitkräften der Sowjetunion errungen historischen Siegen führen konnten und tatsächlich geführt haben. In ihren Reihen hatte die Rote Armee Heerführer neuen Typs, Feldherren der Stalinschen Kriegsschule- die Marschälle Wassilewskij, Konjew,Shukow, Rokossowskij, Woroschilow, Budjonnyj, Timoschenko, Goworow, Tolbuchin, Malinowskij, Merezkow, hervorragende Generale und Befehlshaber der Fronten Watutin, Tschernjachowskij, Jeremenko, Bagramjan und andere.
Den Gegner völlig zu zerschmettern, gelang der Roten Armee auch deshalb, weil die Sowjetunion im Kampf gegen Hitlerdeutschland nicht allein stand. Die richtige Außenpolitik der Sowjetregierung gewährleistete dem Sowjetvolk die Unterstützung der gesamten fortschrittlichen Menschheit. Der heroische Kampf des jugoslawischen, tschechoslowakischen, polnischen, französischen und anderer Völker Europas gegen die deutschen Okkupanten verschmolz mit dem Ringen der Sowjetvölker. Im Laufe des Krieges bildete und festigte sich die Anti-Hitler-Koalition, an deren Spitze die UdSSR, Großbritannien und die USA standen.
Die Sowjetunion erkämpfte den Sieg, weil die Partei von Lenin und Stalin, die Partei der Bolschewiki, die führende und lenkende Kraft, der organisierte Kern des Sowjetvolkes im Kampf gegen die faschistischen Eindringlinge war.
Die besten Kräfte der kommunistischen Partei wurden an die Front geschickt. Die Kommunisten kämpften in den ersten Reihen der Roten Armee. Sämtliche Kräfte der Partei waren darauf gerichtet, eine leistungsfähige Kriegswirtschaft zu schaffen und die Anstrengungen des Volkes zur Unterstützung der Front zusammenzufassen.
„In den Tagen des Vaterländischen Krieges“, sagte J.W. Stalin, „steht die Partei vor uns als der Inspirator und Organisator des allgemeinen Volkskampfes gegen die faschistischen Okkupanten. Durch die Organisationsarbeit der Partei wurden alle Anstrengungen der Sowjetmenschen ein eins zusammengefasst und auf das gemeinsame Zeil gelenkt, alle unsere Kräfte und Mittel der Zerschmetterung des Feindes dienstbar gemacht.“
Die Organisatoren des Kampfes der Sowjetarmee und des gesamten Sowjetvolkes gegen die faschistischen Eindringlinge waren die bedeutendsten Persönlichkeiten der kommunistischen Partei und des Sowjetstaates: Molotow, Kalinin, Woroschilow, Kaganowitsch, Shdanow, Andreje, Mikojan, Schtscherbakow, Berija, Malenkow, Chruschtschow, Schwernik, Wosnessenskij, Bulganin, Kossygin und andere. ( Na ja, was Chruschtschow angerichtet hat, ist hinlänglich bekannt. Chruschtschow gelang es sich bei Stalin einzuschleimern. So erkannte Stalin nicht, was Chruschtschow im Schilde führte. Nach Stalins Tod und dem Machtantritt Chruschtschows wird Stalin verdammt. Das hat sich auch nach seiner Absetzung nicht geändert und besteht auch heute noch fort. Das Agieren von Chruschtschow war der erste Schritt ins AUS. Berija wird noch viel schlimmer verdammt, als Stalin. P.R.)
Die Sowjetunion hat gesiegt, weil sie von J.W. Stalin, dem Steuermann des Sowjetlandes und dem großen Strategen und Feldherrn zum Sieg geführt wurde. J.W. Stalin entwickelte einen genialen Plan, wie der Krieg zu führen und der Sieg zu erringen ist. Unter seiner Führung zerschmetterte die Sowjetarmee die faschistischen Eindringlinge bei Moskau, bereitete die Katastrophe bei Stalingrad vor, schlug den Gegner in der Schlacht bei Bjelggorod und Kursk. Die Sowjetarmee verwirklichte die Pläne Stalins, als sie den Sowjetboden von den faschistischen Eindringlingen säuberte und sie endgültig auf ihrem eigenen Territorium zerschmetterte.
Entnommen aus der Buchreihe „Das Sowjetland“, Band 4, aus dem Jahre 1947, Original-Autoren I.I. Minz, I.M. Rasgon und A.L. Sidorow, bearbeitet von Petra Reichel
Original-Text aus „Das Sowjetland“ aus dem Jahre 1947 , Band 4
Die polnische Reaktion unterstützte die nazistische Verleumdungskampagne anlässlich der von den Hitlerleuten im Raum von Smolensk (Katyn P.R.) ermordeten polnischen Offiziere. Mit Unterstützung der polnischen Emigration versuchten die Nazis, dieses bestialische Verbrechen den sowjetischen Truppenteilen zuzuschieben. (Das wird bis heute noch gemacht. Die offizielle westliche Lesart ist bis heute, dass die polnischen Offiziere von sowjetischen Truppenteilen ermordet worden wären. Siehe auch Beiträge zum Thema vom befreundeten Blog „Sascha’s Welt“. Der FSB, der heutige russische Geheimdienst stellt klar, dass die Ermittlungsergebnisse der Nazis gefälscht sind. Angehörige der Opfer von Katyn klagten beim Europäischen Gerichtshof. Ihre Klage wurde abgewiesen. P.R.) Die Sowjetregierung brach ihre Beziehungen zu der reaktionären polnischen Regierung, die sich in London befand, ab, stellte aber die Unterstützung des polnischen Volkes nicht ein.
Ausschnitt aus dem Beitrag: „Der grundlegende Umschwung im Kriegsverlauf“, entnommen aus dem Buch „Das Sowjetland“, Band 4, Original-Autoren: I.I. Minz, I.M. Rasgon und A.L. Sidorow, bearbeitet von Petra Reichel
Die Russen, Ukrainer und Bjelorussen hatten seit alters ein einheitliches Territorium, ein einheitliches Staatsleben, einen Glauben, eine altrussische Sprache – eine einheitliche Kultur gehabt. (Na, heute wollen die Ukrainer davon nichts mehr wissen. P.R.)In einem einheitlichen Staatsverband- dem Kiewer Rusj– hatten sie gemeinsam die Angriffe der Nachbarn im Osten und Westen – der Petschengen, Polowzer, Ungarn, Deutschen, Polen abgewehrt. Auch gegen den Zerfall des Kiewer Rusj hatten sich diese Brudervölker zusammengeschlossen. Besonders große Bedeutung besaß der Kampf des ukrainischen Volkes gegen die türkisch-tatarischen Angriffe auf die Grenzlande des sich bildenden Russischen Staates. Ihrerseits fingen die Bjelorussen an der Westgrenze die ersten Schläge der polnischen und deutschen Feudalherren auf, indem sie ihnen den Weg nach Moskau versperrten. Die ukrainischen und bjelorussischen Gebiete wurden in die Rzecz Pospolita einbezogen. Die polnischen und litauischen Gutsbesitzer eigneten sich in der Ukraine und Bjelorussland riesige Landgüter an und machten die ukrainische und bjelorussische Bevölkerung zu Leibeignen. Gleichzeitig waren die Ukrainer und Bjelorussen einer nationalen und religiösen Unterdrückung ausgesetzt. Aber die freiheitsliebenden Völker der Ukraine und Bjelorusslands unterwarfen sich nicht.
Die unternehmungslustigsten und kriegerischsten Leute gingen in die Grenzlande und wurden freie Leute: Kosaken. Jenseits der Dnjepr-Schnellen, auf den Inseln, errichteten sie ein befestigtes Lager- die Saporoshjer Sjetsch. Zum Schutz vor Angriffen der Feinde legten sie Verhaue an und umgaben ihr Lager mit einer Umzäunung aus gefällten Bäumen (hiervon stammt die Bezeichnung „Sjetsch“- „Verhau“). Die ausgedehnten und dichten Wälder im mittleren Teil des Dnjepergebietes boten den Aufständischen einen zuverlässigen Schutz und ermöglichten ihnen, einen langwierigen Volkskrieg gegen die polnischen Eroberer zu führen.
Im Jahre 1648 brach ein großer Aufstand des ukrainischen Volkes gegen die polnischen Pans aus.
In dem Feuer des Aufstandes loderte die ganze Ukraine links des Dnjepr auf, und danach erhob sich gegen die polnischen Pans das gesamte ukrainische Volk – Bauern, Kosaken, Städter, die Geistlichkeit. An die Spitze des nationalen Befreiungsaufstandes stellte sich der große Sohn des ukrainischen Volkes Bogdan Chmelnizkij.
Seiner Abstammung nach ein wohlhabender Kosak, hatte Chmelniukij für die damalige Zeit eine gute Ausbildung erhalten: er hatte an der Kiewer Akademie studiert, kannte die lateinische, polnische und tatarische Sprache; er war Teilnehmer und Anführer vieler kühner Seefahrten der Kosaken gewesen. Mehrmals hatte man ihn für die Verhandlungen mit der polnischen Regierung ausgewählt, und Chmelnizkij hatte geschickt die Interessen des Kosakentums vertreten.
Als erfahrener Krieger wusste Chmelnizkij, dass für den Erfolg des Aufstandes eine einheitliche Führung notwendig sei. Daher begann er vor allem, eine Befreiungs-Volksarmee aufzustellen, deren Zentrum die nicht unterworfene Saporoshjer Sjetsch bildete.
Im Frühjahr des Jahres 1648 brach Chmelnizkij mit den aufständischen Kosaken aus Saporoshje auf. Der erste Zusammenstoß mit den polnischen Truppen erlitten hier eine Niederlage. Mitte Mai brachte Chmelnizkij den Polen eine empflindliche Niederlage bei Korsun bei. Diese Siege der Kosaken brachten die gesamte ukrainische Bauernschaft in Bewegung. Den aufständischen Kosaken Bogdan Chmelnzkijs schloss sich bald eine große Truppe Bauern an, an deren Spitze der tapfere und populäre Führer der Bauernbewegung Maxim Kriwonos stand. Gemeinsam mit den Truppen Kriwonos brachte Chmelnizkij den Polen im September 1648 an dem Fluss Piljawka eine schwere Niederlage bei. Nach einer Reihe von Siegen zogen die Truppen Bogdan Chmelnizkijs im Dezember 1648 mit großem Triumph in das befreite Kiew ein. Chmelnizkij wurde Hetman der Ukraine. Die polnische Regierung, die Zeit gewinnen wollte, schickte Gesandte nach Kiew, um über den Frieden zu verhandeln. Chmelnizkij forderte vorherige und völlige Räumung der Ukraine von polnischen Truppen. „Ich werde das gesamte ukrainische Volk der polnischen Sklaverei entreißen!“erklärte er den Gesandten.
Im Sommer 1649 brach Chmelnizkij zu einem neuen Feldzug auf. Ihm schloss sich der Krimer Khan mit einem großen Heer an. Den Polen gelang es bald, den Krimer Khan zu bestechen. Da er gleichzeitiges Vorrücken der Polen und der Krimer Tataren befürchtete, sah sich Bodgan Chmelnizkij genötigt, den Frieden von Zborow mit den Polen zu schließen, nach welchem die Kosakenregierung mit einem gewählten Ataman an der Spitze beibehalten, aber die Befreiung von der Leibeigenschaft nur einem kleinen Teil der ukrainischen Bevölkerung gewährt wurde. Diese Friedensbedingungen konnten das ukrainische Volk nicht befriedigen. Die Bauernaufstände dauerten an. Im Frühling 1651 brach eine große polnische Armee gegen das aufständische ukrainische Volk auf. Die Kräfte waren ungleich. Nach einigen militärischen Misserfolgen musste Chmelnizkij auf schwere Friedensbedingungen eingehen. Dieser Frieden wurde im Jahre 1651 in Bjelaja Zerkow unterzeichnet.
Bogdan Chmelnizkij begriff wohl, dass sich die Ukraine nicht aus eigener Kraft allein von dem fremden Joch befreien kann.
Indem Chmelnizkij die wirklichen Gefühle und Wünsche des ukrainischen Volkes zum Ausdruck brachte, führte er gleich von Anfang des Krieges an Verhandlungen mit der russischen Regierung über die Vereinigung der Ukraine mit Russland.
Als Ergebnis dieser Verhandlungen beschloss der Semskij Sobor (Ständeversammlung) im Herbst 1653 in Moskau, der Ukraine zu Hilfe zu kommen und Polen den Krieg zu erklären.
Im Januar 1654 kamen die Moskauer Gesandten mit dieser Nachricht nach Perejaslawl, wohin eine „Rada“ (Versammlung) der Vertreter des ukrainischen Volkes einberufen worden war. Bogdan Chmelnizkij schlug auf dieser Rada die Vereinigung der Ukraine mit Russland vor.„Euch allen ist bekannt“, sagte er, „dass unsere Feinde uns ausrotten wollen, dass selbst die Bezeichnung ‚russisch‘ (d. i. ukrainisch) in unserem Lande nicht erwähnt würde. Daher wählt euch einen Herrscher unter vier Zaren aus: der erste ist der türkische Zar – der Bedrücker der Griechen. Der zweite ist der Krimer Khan – er hat viele Male unserer Brüder Blut vergossen. Der dritte ist der polnische König. Über die Bedrückungen seitens der polnischen Pans erübrigt sich jedes Wort. Der vierte ist der Zar des großen Rusj, der östliche Zar.“ Die Rada rief einmütig und laut: „Wir wollen unter den östlichen Zar!“
Unter Billigung und Jubel des ganzen Volkes nahm die Rada den Beschluss über die Vereinigung der Ukraine mit Russland an.
Unter den historischen Bedingungen jener Zeit war das eine richtige Entscheidung. Der Übergang der Ukraine in den Bestand des Russischen Staates war für sie der beste Ausweg aus der damaligen gefährlichen Lage. Sonst hätte ihr Eroberung durch das Polen der Pans oder durch das türkische Sultanat gedroht. Die Macht des polnischen Königs und der polnischen Gutsbesitzer wäre für die Ukraine um vieles schlechter gewesen als die Untertanenschaft unter dem russischen Zaren. Das großrussische Volk jedoch, nach Herkunft, Sprache, Religion und Kultur mit dem ukrainischen Volk verwandt, wurde im Rahmen eines gemeinsamen Staates ein treuer Kampfgenosse des ukrainischen Volkes in seinem weiteren Kampf um seine Freiheit und Unabhängigkeit.
Bogdan Chmelnizkij, der sein ganzes Leben der Lösung der großen Aufgabe der Befreiung der Ukraine von dem Druck der polnischen Pans und ihrer Vereinigung mit Russland gewidmet hatte, hat seinem Volk einen unschätzbaren Dienst geleistet.
Nach der Perejaslawler Rada begann die russische Regierung sofort den Krieg mit Polen wegen der Ukraine. Der Befreiungskampf desukrainischen Volkes förderte auch in Bjelorussland den Aufschwung der Befreiungsbewegung.
Bodgan Chmelnizkij war bestrebt, den aufständischen Bjelorussen zu helfen, und schickte ihnen eine Kosakentruppe mit einem erfahrenen Heerführer zu Hilfe. Der Befreiungskrieg des bjelosrussischen Volkes hatte für Chmelnizkij große Bedeutung. Er deckte die rechte Flanke seiner Armee und verhinderte die Vereinigung der polnischen und litauischen Truppen gegen die Ukrainer. Die Aufstände des bjelorussischen Brudervolkes banden einen Teil der polnischen Streitkräfte und erleichterten den Befreiungskampf in der Ukraine.
Bald war ganz Bjelorussland befreit. Die russischen Truppen gewannen Smolensk und Wilna zurück. In der Ukraine verlief der Krieg gegen die polnischen Eroberer gleichfalls erfolgreich. Nach der Befreiung des ukrainischen Landes rückte Bogdan Chmelnizkij in polnisches Gebiet ein und nahm Ljublin.
Im Jahre 1656 zur Zeit des schwedisch-polnischen Krieges, versuchte Russland von neuem an die Ostsee vorzudringen. Der Krieg um das baltische Küstenland zog sich Jahre hin. Im Jahre 1661 schloss Russland, das keinen Erfolg errungen hatte, mit Schweden Frieden.
Nach langwierigen Verhandlungen wurde im Jahre 1667 auch mit Polen Frieden geschlossen. An Russland fielen die Gebiete der Ukraine links des Dnjepr und die Stadt Kiew. Es behielt auch Smolensk für sich. Bjelorussland und die Ukraine rechts des Dnjepr jedoch verblieben unter der Gewalt der Rzecz Pospolita.
Entnommen aus dem Buch „Das Sowjetland“, Band 1 „Die Vergangenheit des Sowjetlandes“, aus dem Jahre 1947. Original-Autorin Anna Michailowna Pankratowa, bearbeitet von Petra Reichel
Auch hier gibt es verschiedene Schreibweisen, die wir hier außer Acht lassen können. P.R.
Dimitri Donskoi war von 1359 bis 1389 Großfürst von Moskau und Wladimir. Aufgrund seines 1380 errungen Sieges über die Goldene Horde in der Schlacht auf dem Kulikowo Pole nahe dem Don gilt er in Russland heute noch als Nationalheld und wurde von der Russisch-Orthodoxen Kirche heiliggesprochen.
Geboren: 20. Oktober 1350, Moskau, Russland Verstorben: 27. Mai 1389, Moskau Russland
Dmitri Donskoi ist in der russischen Geschichtsschreibung als ein positiver tatkräftiger Herrscher eingegangen, der vor allem mit dem Sieg in der Schlacht bei Kulikowo assoziiert wird. Obwohl es 1382 zu einer erneuten Plünderung Moskaus durch die Goldene Horde und einer Wiederaufnahme der Tributzahlungen kam, wird hervorgehoben, dass der Sieg eine immense psychologische Bedeutung hatte, da er den Mythos von der Unbesiegbarkeit der Mongolen zerstörte und die politische Einheit der russischen Fürstentümer als notwendige Bedingung für die Befreiung aufzeigte. Dmitri Donskoi war der erste Großfürst, der den Großfürstentitel an seinen Sohn vererbte, ohne eine Erlaubnis des Khans zu erfragen. Die Goldene Horde war nicht mehr imstande, die Machtverhältnisse innerhalb Russlands zu ihren Gunsten zu strukturieren und musste in der Folgezeit zusehen, wie das Großfürstentum Moskau immer stärker wurde.
Nach demÜberfall Hitlerdeutschlandsauf die Sowjetunion 1941 rüstete die Russisch-Orthodoxe Kirche „auf ihre Kosten eine Panzerkolonne aus, die den Namen ‚Dimitri Donskoi‘ erhielt.“[2]1988 wurde er heiliggesprochen.
2002 wurde der Orden „Für den Dienst am Vaterland“ zur Erinnerung an Fürst Dmitrij Donskoj und den ehrwürdigen Abt Sergius von Radonesch gestiftet. Ferner sind in Moskau der Dmitrij-Donskoi-Boulevard und die gleichnamige Metrostration der Serpuchowsko-Timirjasewskaja Linie nach dem Fürsten benannt. Ebenso tragen zwei russische Kriegsschiffe seinen Namen, und zwar einPanzerkreuzerund der strategische U-KreuzerTK-208.
Das Kiewer Rusj, aufgeteilt in eine Reihe von Lehensfürstentümern, die sich untereinander befeindeten, war nicht imstande, den äußeren Feinden Widerstand zu leisten. Vom Westen her rückten die Deutschen, die Schweden, die Ungarn vor. Vom Südosten her fielen Polowzer aus den Steppen am Kaspischen und am Schwarzen Meer in die russischen Gebiete ein. Sie überfielen die bäuerlichen Siedlungen und schickten Scharen von russischen Gefangenen in die Polowezer Steppen und von dort aus auf die Sklavenmärkte des Ostens.
Nicht selten verabredeten sich die Fürsten selbst mit den Polowzern und verwüsteten mit ihnen gemeinsam die Ländereien ihrer Nachbarn. Die Städte und Dörfer des Dnjeprgebietes wurden entvölkert. Auch die Verlegung der Welthandelsstraßen brachte der wirtschaftlichen Entwicklung des Kiewer Rusj ernsthaften Schaden. Gegen Ende des 11. Jahrhunderts begann der alte Wasserweg, der durch die Gebiete der Ostslawen hindurchführte und die Ostsee mit dem Schwarzen Meer verband, in Verfall zu geraten. Die fremdländischen Kauflaute brachten jetzt ihre Waren über das Mittelmeer nach dem Osten und zurück.
Ein trauriges Bild der Verwüstung des russischen Landes zeichnet ein unbekannter Verfasser am Ende des 12. Jahrhunderts in seinem Lied „Die Mär vom Heereszuge Igors“. „Damals kam das Leben der Menschen in den Zwistigkeiten der Fürsten um“, schreibt er, „damals war über der russischen Erde nur selten der Ruf des Pflügers zu hören, aber oft krächzten die Krähen über den Leichnamen der Erschlagenen, oft kreischten die Dohlen, die sich auf die Beute herabstürzten.“Der Dichter beschreibt den Kriegszug der Nowgorod-Sewersker Fürsten mit dem Fürsten Igor Swjatoslawitsch an der Spitze gegen die Polowzer im Jahre 1185. In der erbitterten Schlacht wurde Igors Kriegsgefolge vernichtet, er selbst jedoch gefangengenommen.
Der Verfasser der „Mär vom Heereszug Igors“ ist ein glühender Patriot. Sein Gedicht ist von Vaterlandsliebe und vom Schmerz über dessen Unglück durchdrungen. In seinem Poem erklingt der Ruf nach Einigung des gesamten russischen Volkes.
Marx schreib, dass der Sinn des Gedichtes der Aufruf an die russischen Fürsten zur Einigung gerade vor dem Einfall der Mongolen gewesen war.
Die Mongolen oder die Tataren, wie die Russen sie nannten, waren ein Nomadenvolk, das seit alters her in den Steppen Zentralasiens nördlich von China lebte. Unter der Leitung ihres Anführers Dschingis-Khan bildeten die Mongolen eine gewaltige Kriegsmacht.
Die Mongolen waren berühmt durch treffsicheres Bogenschießen und waren gute Reiter. Sie trugen Helme und Panzer aus dickem Leder sowie mit Leder bezogene Schilde. Für die Belagerung von Städten verwendeten die Mongolen mauerbrechende Geräte – die sogenannten Widder (Tarany), die aus schweren Schwebebalken bestanden. Um in die belagerten Städte Steine und brennendes Naphtha zu werfen, gebrauchten sie besondere Wurfgeräte. Dschingis-Khans Krieger kannten kein Mitleid, keine Gnade gegenüber den Unterjochten. Dort, wo sie durchgezogen waren, blieben nur Brandstätten und Berge von Leichen zurück. Die Mongolen machten die Gefangen zu Sklaven. Ihre Feinde besiegten sie nicht nur mit militärischer Kraft, sondern auch mit List und Tücke.
Dschingis-Khan träumte von gewaltigen Eroberungen und der Weltherrschaft. Auf einem Siegel waren die Worte eingraviert: „Siegel des Beherrschers der Menschheit“. In kurzer Frist eroberte Dschingis-Khan Nordchina, ganz Mittelasien, Persien, den Kaukasus und rückte in die südlichen Steppen von Osteuropa vor. Die Polowezer Khane wandten sich an die russischen Fürsten um Hilfe: „Wenn ihr uns nicht helft“, sagten sie, „werden wir heute geschlagen, aber ihr morgen.“
Im Jahre 1223 zogen die russischen Fürsten gemeinsam mit den Polowzern gegen die Mongolen.
Aber unter den russischen Fürsten herrschte keine Eintracht. Die Tataren lockten die russischen Fürsten in die Steppe und schlugen am Ufer des Kalkaflusses, der in das Asowsche Meer mündet, zuerst die Polowzer, fielen dann aber über die vereinzelten russischen Abteilungen her und vernichteten sie in erbitterten Kämpfen.
Nach dem Sieg an der Kalka zogen sich die Mongolen wieder nach Asien zurück. Einige Jahre nach der Schlacht an der Kalka starb Dschingis-Kahn. Sein Reich hatte er unter seine Söhne und Enkel aufgeteilt. Seinem Enkel Batu hatte Dschingis-Khan sämtliche westlichen Länder vererbt. Batu machte sich mit einem großen Heer durch die kaspischen Steppen zur Eroberung von Osteuropa auf. Am Ende des Jahres 1237 fiel er in das Gebiet des Fürstentums Rjasan ein. Tapfer fingen die Rjasaner den ersten Schlag auf. Sechs Tage haben sie sich – nach der Sage- „so kräftig geschlagen, dass sogar die Erde unter ihnen gestöhnt hat“. Aber die tatarischen Kriegsscharen waren zu stark. Die Rjasaner „tranken den bitteren Todeskelch bis zur Neige und fielen dort alle gemeinsam“.
Die Legende berichtet, dass der Rjasaner Fürst Ewpatij Kolowrat, als er die mit den Leichen russischer Menschen bedeckte Erde seines Heimatlandes gesehen hatte, in der Umgebung der Stadt kühne Männer um sich versammelt und sich in den Kampf der Tataren gestürzt habe.
Lange Zeit konnten die Tataren nicht mit Ewaptijs Kriegsgefolge fertig werden. Erst, nachdem sie etwa 100 Wurfgeräte auf Schlitten gestellt und die Rjasaner mit Steinen und Pfeilen überschüttet hatten, gelang es den Tataren, Kolowrats Kriegsgefolge zu vernichten.
Das russische Volk leistete dem Tatareneinfall heldenmütigen Widerstand, aber die durch innere Fehden voneinander getrennten und geschwächten Fürstentümer konnten dem Druck der machtvollen tatarischen Horde nicht widerstehen.
Im folgenden Jahr, 1238, erstürmten und zerstörten die Tataren die Stadt Wladimir und vierzehn andere Städte des Landes Susdal. Moskau, das damals noch eine kleine und unbedeutende Stadt war, hatten die Tataren schon früher eingenommen. Batu wollte noch weiter nach Norden, in das Nowgoroder Land vordringen, aber Nowgorod war durch undurchdringliche Wälder und Sümpfe geschützt, und Batu kehrte in die Wolgasteppen zurück.
Auf dem Wege nach Süden leisteten viele russische Städte den tatarischen Eroberern hartnäckigen Widerstand. Unter ihnen wurde besonders die Stadt Koselsk durch ihren heldenmütigen Widerstand bekannt. Nach sieben Wochen des Kampfes fielen sämtliche Verteidiger von Koselsk. Die am Leben gebliebenen Frauen und Kinder befahlt Batu zu töten. Die Tataren nannten Koselsk eine „böse Stadt“.
Im Jahre 1240 rückten gewaltige Kriegsscharen der Tataren gegen Kiew vor und belagerten es. Batu bot den Einwohnern von Kiew an, sich kampflos zu ergeben, erhielt jedoch eine Absage. Die Tataren begannen, die Stadt Tag und Nacht mit Mauerbrechern zu zertrümmern, bis die Festungsmauer durchstoßen worden war, Kiew – die Mutter der russischen Städte- wurde in einen Trümmerhaufen verwandelt.
2. Die Vernichtung der schwedischen Eroberer und der deutschen Ritter durch Alexander Newskij
Das russische Land hatte den wuchtigen Schlag der mongolo-tatarischen Eroberer aufgefangen und damit Europa vor dem Tatareneinbruch gerettet. Jedoch in Westeuropa rüstete sich gegen das russische Volk eine neue Kriegsmacht, die nicht weniger gefährlich und grausam war: das Heer der deutschen Ritter. Mit Ritter bezeichnete man die bewaffneten adligen Grundbesitzer.
Im Altertum war mehr als die Hälfte des jetzigen Deutschlands von Slawen besiedelt. Dort, wo sich jetzt die Hauptstadt Deutschlands, Berlin, befindet, wohnten Slawen. Die deutsche Stadt Leipzig war früher slawisch und hieß Lipezk. Das Land Pommern hieß früher auf slawisch Pomorje (Küstengebiet). Die slawischen Ansiedlungen reichten bis jenseits des Flusses Laba oder, wie man ihn heute nennt: der Elbe.
Die westlichen Slawen waren ein Kulturvolk. Sie besaßen große Handelsstädte, wie z.B. Stargrad (von den Deutschen Oldenburg genannt), Schtschetin (deutsch Stettin) und andere. Bei den Westslawen blühten Handwerk und Ackerbau. Aber die slawischen Stämme waren voneinander getrennt und daher schwach. Sie hatten keinen einheitlichen starken Staat. Die deutschen Stämme machten sich das zunutze, die schickten sich an, die Slawen auszurotten und sich ihres Gebietes zu bemächtigen.
Vom 13. Jahrhundert an begann die Unterjochung auch der baltischen Stämme, der Preußen, Liven, Letten und Esten. In dieses Land, das reich an Pelztieren, Fischen und Honig war, kamen anfangs die deutschen Kaufleute, ihnen folgten die katholischen Geistlichen und schließlich die deutschen Ritter.
Im Jahre 1201 bauten die Deutschen an der Mündung der westlichen Düna die Stadt und später die Festung Riga, die ihr Stützpunkt für die Unterwerfung der baltischen und slawischen Stämme wurde.
Um die baltischen Stämme endgültig zu unterjochen, schlossen sich die deutschen Ritter im Jahre 1237 im Schwertbruderorden zusammen. Die Ritter dieses Ordens trugen einen weißen Mantel mit der Abbildung des Kreuzes und Schwertes (im Mittelalter bezeichnete man mit Orden eine militärisch-mönchische Bruderschaft). Dieser deutsche Orden, der sich im Baltikum festgesetzt hatte, begann nun, nach Osten in die russischen Gebiete weiter vorzudringen.
Als Batus Heerscharen nach Rusj vorrückten, beschlossen die Deutschen, dessen schwierige Lage auszunutzen, und begannen die von ihnen längst ausgedachten Pläne der Unterjochung der nordwestlichen russischen Gebiete, besonders von Pskow und Nowgorod, zu verwirklichen. Der römische Paps hatte den deutschen Rittern schon im Voraus seinen Segen erteilt und ihnen ihre Sünden vergeben. Gegen Rusj wurde ein Kreuzzug erklärt. Als Vorwand hierfür wurde die Unterstützung zum Anlass genommen, die Nowgorod den von den deutschen Rittern bedrängten Esten und Liven gewährt hatte. Die Eröffnung des Kreuzzuges gegen Nowgorod hatte der Papst dem schwedischen Regenten Birger übertragen. Ihm sollte Dänemark zu Hilfe kommen, dem man dafür einen Teil von Estland versprach. Die deutschen Ritter selbst planten einen Schlag gegen Pskow.
Alexander, der Fürst von Nowgorod, erkannte wohl die Gefahr, die Nowgorod und ganz Rusj drohte. Das schwedische Heer, mit Birger als Feldherr an der Spitze, galt als unbesiegbar. In Birgers Armee befanden sich auch Finnen, Norweger und deutsche Ritter. Sie waren gut bewaffnet und von ihrer Unbesiegbarkeit überzeugt.
Im Sommer des Jahres 1240 führte Birger seine Truppen zur Newamündung, dorthin, wo die Ishora in die einmündet. Die schwedischen Gesandten übermittelten Alexander die hochmütigen Worte Birgers: „Wenn Du kannst, so leiste Widerstand! Wisse, ich bin gekommen und werde Deine Gebiete in Besitz nehmen.“
Als Alexander dies vernommen hatte, „entflammte sein Herz“, wie die Erzählung berichtet, „vor Wut“, und er erließ einen Aufruf an die Nowgoroder: „Lasst uns die russische Erde verteidigen!“
Auf Alexanders Befehl fuhren einige seiner Abteilungen in Booten den Wolchow hinauf, während andere zu Pferde und zu Fuß heimlich am Newa-Ufer entlang vorrückten. Am Morgen des 15. Juli 1240, als der Morgennebel noch die Ufer der Newa bedeckte, schlugen Alexanders Mannen mit Ungestüm auf das Zentrum des schwedischen Lagers los. Die Schweden, die keinen Angriff erwartet hatten, schliefen ruhig und hatten – wie die Chronik erzählt- nicht einmal Zeit, „die Schwerter um ihre Lenden zu gürten“. Eine große Schlacht begann. Alexanders Mannen kämpften tapfer und standhaft.
Auch der junge Fürst Alexander selbst schlug sich mit Kühnheit und riss seine Mannen zu Heldentaten hin. Das geschlagene schwedische Heer trat einen „schmachvollen Rückzug“ an. Drei Schiffe mit toten und verwundeten Schweden verließen eiligst die Newa. Der Ruhm Alexanders kämpferischer Heldentat verbreitete sich über das ganze russische Land. Die Zeitgenossen nannten ihn wegen des Sieges an der Newa „Alexander Newskij“, während das Volk den Sieg an der Newa in seinen Liedern verherrlichte:
„Und es war eine Tat am Newaflusse,
An dem Newaflusse, an dem großen Strom,
Dort haben wir den bösen Feind zusammengeschlagen…
Und wir haben gerungen,
Wie haben wir gekämpft!
Die Schiffe haben wir in einzelne Bretter zerhackt,
Unser Herzblut haben wir für die große russische Erde
Die russische Erde treten wir nicht ab, {nicht geschont…
Wer nach Rusj kommt, der wird aufs Haupt geschlagen.“
Alexander Newskij 1218 bis 1263 (Nach einem Gemälde von P. Korin)
entnommen aus dem Buch „Das Sowjetland“, Band 1 aus dem Jahre 1947
Die deutschen Ritter wussten wohl, dass die russischen Krieger kühn und tapfer sind und dass es schwer ist, sie im offenen Kampf zu besiegen. Unter dem Pskower Adel fanden sie in dem Fürsten Jaroslaw Wladimiroswitsch einen Verräter und arbeiteten mit seiner Hilfe einen Plan aus, um sich Pskows und Nowgorods zu bemächtigen. Den Zugang zu diesen Städten bildete Isborsk.
Isborsk wurde von den Deutschen im Sturm genommen und „niemand von den Russen“, so berichtet eine deutsche Chronik, „wurde in Ruhe gelassen, und über der ganzen Erde erhob sich ein Wehklagen und Gejammer“.
Ganz Pskow zog gegen die Deutschen, als man die Kunde von der Eroberung Isborks erfuhr. In der Schlacht jedoch fiel der Pskower Heerführer Gawrila Gorislawitsch. Da „führte“, nach den Worten des Chronisten, der Bojar Twerdila Iwankowitsch„die Deutschen nach Pskow“ und öffnete, ohne dass es das Volk wusste, dem Feind die Tore.
Nach der Eroberung von Pskow drangen die Deutschen in das Gebiet Nowgorod ein und eroberten zwei Vororte: Koporje und Tessowo. Jetzt war Nowgorod selbst bedroht- Fürst Alexander befand sich nicht in Nowgorod. Er hatte sich in sein Perejaslawer Teilfürstentum begeben, nachdem sein Bestreben, die fürstliche Macht dies Stadt zu stärken, bei den Bojaren auf Widerstand gestoßen war. Die Nowgoroder baten ihn, zurückzukehren und den Deutschen eine Abfuhr zu erteilen. Alexander eilte nach Nowgorod und begann Streitkräfte aufzubieten. Er sandte seine Mannen in alle Teile von Rusj; sie riefen die russischen Menschen auf, das Vaterland zu verteidigen: „Versammelt euch alle, klein und groß: wer ein Pferd hat, der soll zu Pferde kommen, wer kein Pferd hat, soll im Boot fahren.“
Alexander hatte begriffen, dass man nicht warten durfte, bis die Deutschen gegen Nowgorod marschieren. Er fasste den Beschluss, ihrem Angriff zuvorzukommen und als erster anzugreifen.
Vor allem warf Alexander eine starke Abteilung gegen Koporje, von wo aus der Fluss Luga einen guten Weg nach Nowgorod bildete. Die Deutschen hatten hier eine gut befestigte Burg errichtet. Alexander nahm Koporje in schnellem Sturmangriff und brachte die nordwestliche Grenz Nowgorods außer Gefahr.
Jedoch konnte die Verteidigung der Stadt Nowgorod nicht als sicher angesehen werden, solange deren „jüngere Schwester“ Pskow sich in den Händen der Deutschen befand. Die Nowgoroder Chronik berichtet: „Der Großfürst Alexander war mit gewaltigen Streitkräften mit seinem Bruder Andrej, mit den Nowgorodern und den Nisowzern in das von Deutschen besetzte Gebiet gezogen. Die Feinde sollen nicht prahlen: ‚Wir werden das slawische Volk unterwerfen!‘. Schon haben sie die Stadt Pskow eingenommen und ihre Diener in der Stadt eingesetzt; der Großfürst Alexander aber besetzte nun sämtliche nach Pskow führenden Wege, befreite die Stadt, verjagte die Deutschen und Tschuden; die deutschen Statthalter aber legte er in Ketten und schickte sie nach Nowgorod.“
Nachdem Alexander seine Grenzen nach Südwesten gesichert hatte, zog er nach der Befreiung von Pskow mit dem russischen Heer nach Westen. Er weg führte über die Stadt Isborsk, hinter der das Land der Esten begann. Hier hatten die Deutschen große Streitkräfte konzentriert. Es war zu Beginn des Frühlings – in den ersten Tagen des April im Jahre 1242.
Das Aprileis war stark genug, um die russischen Krieger, die mit Lanzen, Schwertern und Streitäxten bewaffnet waren, zu tragen. Jedoch für die Reiterei der Ordensritter, die aus schweren, in ihre Panzer eingeschlossenen Reitern bestand, war es schwierig, sich während des Kampfes auf dem Eis zu halten. Der begabte russische Heerführer kannte gut die schwachen und starken Seiten des Gegners. Er hatte sich für eine seine Truppen günstige Stellung auf dem Westufer des Tschudj-Sees (des Peipus-Sees), bei dem, „Krähenstein“, einem gewaltigen Felsen, ausgewählt.
In der Nacht zum 5. April 1242 machte Alexander Newskij bei seinen Regimentern die Runde und überzeugte sich noch einmal von der kriegerischen Stimmung.
Der Morgen brach heran, und die Schlacht entbrannte. „Es war eine grimmige Schlacht“, schreibt der Chronist über die Schlacht mit den deutschen Rittern, „und die russischen Krieger schlugen sie, verfolgten sie gleichsam wie durch die Luft, und nirgends konnten sie sich verstecken…“
Die Russen verfolgten die Ritter auf einer Strecke von sieben Kilometern und machten eine große Anzahl Gefangene. Viele deutsche Ritter brachen im Eise ein und kamen samt ihren Pferden um.
Nach der vernichtenden Niederlage auf dem Tschudj-See baten die deutschen Ritter die Nowgoroder um Frieden und versprachen, die früher eroberten Gebiete zurückzugeben. Der Fürst Alexander trug der Tatsache, dass die Kräfte des russischen Volkes noch zersplittert und schwach waren, Rechnung und riet den Nowgorodern, Frieden zu schließen.
Der Sieg der russischen Krieger auf dem Eis des Tschudj-Sees brachte das Vorrücken der Deutschen nach Osten zum Stehen und rettete die Völker Osteuropas vor der Unterjochung.
Die „Eisschlacht“ nachte die Eroberungspläne der deutschen Feudalherren gegenüber Rusj zunichte. Die russischen Menschen, die um ihre Unabhängigkeit tapfer kämpften, wendeten das furchtbare Lose von sich ab, germanisiert oder von den deutschen Feudalherren ausgerottet zu werden.
Alexander Newskij kämpfte um die Erhaltung der Unabhängigkeit und Unantastbarkeit der russischen Erde in jener schweren Zeit, als das durch die inneren Fehden der Fürsten zersplitterte und geschwächte Rusj dem gelichzeitigen Angriff zweier machtvoller Eroberer ausgesetzt war: im Osten seitens der Tataren, im Westen seitens der Deutschen.
3. Die Zerschmetterung der Mongolo-Tataren auf dem Kulikowo-Feld
Die Zerschmetterung der Deutschen auf dem Tschudj-See hatte gezeigt, wie groß die Kraft des russischen Volkes ist, wenn es in Einigkeit handelt. Aber noch gab es im russischen Lande keine Einigkeit, und die Mongolen machten sich dies zunutze. In den weiten Räumen von der Wolga bis nach Westsibirien gründeten sie ihren Staat- die Goldene Horde- und machten sich die russischen Fürstentümer abhängig. Der gesamten männlichen Bevölkerung in Rusj wurde ein tribut auferlegt. Damit sich niemand der Tributzahlung entziehen konnte, veranstalteten die Tataren eine Zählung der gesamten russischen Bevölkerung. Über ganz Rusj jagten die grimmigen tatarischen Tributeinnehmer, die Basaki. Sie waren grausam und unerbittlich. Diejenigen, die den Tribut nicht zahlten, wurden in die Sklaverei verkauft.
Die besten russischen Handwerker wurden von den Tataren in die Horde weggeführt, die gesündesten und stärksten Jünglinge in ihre Kriegsscharen eingereiht.
Aber die russischen Menschen unterwarfen sich den grausamen Bedrückern nicht. Wiederholt lehnten sie sich gegen „die grausame basurmanische Quälerei“
Die Gewaltakte gegenüber den Tributeinnehmern waren so häufig, dass die Tataren gezwungen waren, die Eintreibung des Tributs den russischen Fürsten zu übertragen. Den eingetriebenen Tribut überreichten die Fürsten der Horde durch ihre Großfürsten.
Die Khane förderten die Zwistigkeiten und Kriege zwischen den Fürsten und hinderten die Vereinigung der russischen Länder. Gemäß der Charakteristik von Marx bestand die dauernde Politik der Horde in dem Bestreben, einen russischen Fürsten mit Hilfe eines anderen niederzuhalten, ihre Zwietracht zu nähren, ihre Kräfte im Gleichgewicht zu halten und keinem von ihnen zu gestatten, stark zu werden.
Das schwere Tatarenjoch währte länger als zweihundert Jahre. Marx schrieb, das das Tatarenjoch nicht nur belastete, sondern kränkte und selbst die Seele des Volkes verdarb, das sein Opfer wurde.
Nach dem Zerfall des Kiewer Staates im 13. Jahrhundert verlagerte sich das Zentrum des politischen Lebens nach Nordosten, in das Land Wladimir-Susdal. Die Hauptstadt von Rusj war jetzt Wladimir, das vom Fürsten Wladimir Monomach gegründet worden war.
Die Khane der Goldenen Horde ernannten gewöhnlich einen russischen Fürsten zum Großfürsten von Wladimir. Der Großfürst, der von dem Khan einen Jarlyk (eine Belehnungsurkunde) für das Großfürstentum erhalten hatte, gliederte seinen Besitz die Stadt Wladimir und die sie umgebenden Lande an.
Im 13. Und 14. Jahrhundert gab es in im späteren Zentrum von Groß-Russland verschiedene selbstständige Fürstentümer (Teilfürstentümer): Rostow-Susdal, Twer, Rjasan, Jaroslawl, Kostroma, Nishnij-Nowgorod, sowie auch die Besitzungen von Nowgorod und Pskow. Unter diesen begann Moskau sich hervorzutun.
In der Chronik wird Moskau zum ersten Mal im Jahre 1147 erwähnt. Zu jener Zeit war es ein kleiner Herrensitz des Rostow-Susdaler Fürsten Jurij Dolgorukij. Jedoch die günstige Lage Moskaus, das auf dem hohen Ufer der Moskwa, einem Zufluss der Oka, mitten im Zentrum sich kreuzender Verkehrswege, lag, zog eine große Menge russischer Siedler herbei. Der Fürst Daniil, Alexander Newkijs Sohn, der Moskau als Teilfürstentum erhalten hatte, siedelte dorthin über und legte den Grund für das Fürstentum Moskau.
In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts vergrößerten die Moskauer Fürsten das Territorium des Moskauer Fürstentums um das Doppelte. Unter der wohlwollenden Teilnahme der Bevölkerung, die durch die gegenseitigen Kämpfe der Fürsten gequält und verarmt war, vereinigten die Moskauer Fürsten erfolgreich die um Moskau liegenden Lande. Einer der ersten, die die russischen Länder vereinigten, war Iwan Kalita (Kalita bedeutet „Geldsack“). Er war ein geiziger, reicher, schlauer und weitschauender Fürst. Es gelang ihm, die Unterstützung des tatarischen Khans sich zunutze zu machen und mit dessen Hilfe sich von seinen Rivalen zu befreien.
Iwan Kalita verstand es auch, den russischen Metropoliten für sich zu gewinnen, welcher seinen Sitz von Wladimir nach Moskau verlegt hatte. Von diesen Zeiten an wurde die Kirche den Moskauer Fürsten in ihrem Kampf um die Vereinigung aller russischer Länder um Moskau ein einflussreicher Bundesgenosse.
Nachdem der energische und unternehmungslustige Kalita den Jarlyk (die Belehnungsurkunde) für das Großfürstetum Wladimir erhalten hatte, begann er, Amtsbezirke und Dörfer anderer Fürsten und Bojaren aufzukaufen, von der „Horde“ russische Gefangene loszukaufen und in seinen Landen anzusiedeln. Den Neusiedlern gewährte er Vergünstigungen, befreite sie von Steuerzahlungen. Die im Moskauer Lande errichteten Klöster führten eine Großwirtschaft und lockten gleichfalls Siedler herbei. Auch die Handelsbeziehungen Moskaus hatten zugenommen. Iwan Kalita säuberte die großen Handelsstraßen von Räubern und förderte auf diese Weise die Entwicklung des Handelsverkehrs. Die Moskauer Fürsten wurden die reichsten von allen russischen Fürsten. Der Chronist vermerkt lobend und billigend, dass Iwan Kalita der Organisator der inneren Ordnung und der Verteidiger der russischen Erde vor der unheilvollen tatarischen Zerstörung wurde:„Und es trat eine große Stille im ganzen russischen Lande ein, und die Tataren hörten auf, es zu bekämpfen.“
Auf diese Weise begann unter Iwan Kalita das Territorium des künftigen russischen Staates mit Moskau als Zentrum sich herauszubilden. Die Söhne Kalitas setzten ihres Vaters Politik der Vereinigung der russischen Lande rings um Moskau fort. Marx weist darauf hin, dass sie diese eifrig, konsequent und stetig verfolgten.
Nach dem Tode Iwan Kalitas verschaffte sich sein Sohn Semjon Iwanowitsch, mit dem Beinamen „der Stolze“, den Jarlyk für das Großfürstentum.
Sterbend hinterließ Semjon der Stolze seinen Söhnen und Enkeln das Vermächtnis, die unheilvollen Zwistigkeiten zu vermeiden und Kräfte zu sammeln für den Entscheidungskampf mit dem Hauptfeind des russischen Volkes – den mongolo-tatarischen Eroberern. Die große Aufgabe begann das russische Volk unter der Leitung von Iwan Kalitas Enkel- Dimitrij Iwanowitsch, mit dem späteren Beinamen „Donskoj“, erfolgreich zu verwirklichen.
Der Moskauer Fürst Dimitrij Iwanowitsch wurde im Oktober 1350 geboren. Sein Vater (der Bruder Semjons des Stolzen) starb, als Dimitrij erst im 10. Lebensjahr stand. Dimitrijs Kindheit und Jugend vergingen unter den Bedingungen eines langwierigen und schweren Feudalringens um die Vormachtstellung. Die Gegner Moskaus trachteten danach, den minderjährigen Dimitrij des Großfürstenthrones zu berauben, aber die Moskauer Bojaren und der Metropolit verteidigten ihn für Dimitrij. Moskau wuchs und wurde stark. Dimitrij brachte- wie die Chronik berichtet- „sämtliche Fürsten unter seine Botmäßigkeit und ging gegen jene vor, die sich seinem Willen nicht unterordnen wollten.“ Als seine Hauptaufgabe betrachtete er den Kampf gegen die Unterdrücker des russischen Volkes-die Tataren. In seinen Vorbereitungen hierzu beschloss Dimitrij, vor allem die Hauptstadt seines Staates-Moskau- zu befestigen. Wie auch die anderen Festungsstädte jener Zeit, war Moskau von einer hölzernen Schutzwehr umgeben. Die von der Schutzwehr umgebende Festungsanlage hieß „Kreml“.
Diese Holzwände gerieten öfters in Brand und wurden sehr baufällig. Fürst Dimitrij Iwanowitsch beschloss darum, neue Kremlmauern aus Stein zu bauen. In den Steinbrüchen nahe bei Moskau fand man weiße Steine und brachte sie auf Kähnen in die Stadt. Steinmetzen behauten diese Steine zu großen viereckigen Platten und errichteten eine neue, massive Steinmauer, die den Moskauer Kreml umgab. Von jener Zeit an nannte der Volksmund Moskau „das Weißsteinige“. Der Steinerne Kreml, der von dem Fürsten Dimitrij im Jahre 1367 fertig gebaut worden war, wurde eine sichere Festung des Moskauer Staates.
Für den Kampf mit dem starken Feind waren bewaffnete Kräfte im Staat notwendig. Der Fürst verstärkte auf jede Weise das fürstliche Kriegsgefolge und schuf allmählich starke, gut ausgebildete Regimenter. Sämtliche Fürsten und Bojaren waren dem Großfürsten gegenüber zum Dienst verpflichtet; an den Sammelpunkten mussten sie „mit Pferden, Mannen und bewaffnet“sich einfinden.
Die Bewaffnung der Moskauer Krieger bestand aus Schwertern, Streitäxten und runden Schilden zur Abwehr der Schläge. Man schoss mit Pfeil und Bogen. Die Spitzen der Pfeile waren aus Eisen. Den Kopf eines Kriegers bedeckte ein Helm aus Metall, die Brust wurde von einem Ringpanzernetz (Panzerhemd) geschützt.
Inzwischen begann die Goldene Horde merklich schwächer zu werden. In ihren Reihen wurde ein ununterbrochener Kampf um die Macht ausgetragen. Es kam vor, dass in der Horde mehrere Khane zugleich herrschten, die sich untereinander befehdeten. Unter Ausnutzung der Zwistigkeiten der Khane ergriff die Macht einer der tatarischen Heerführer, Mamaj, der ein 10 000 Mann umfassendes tatarisches Heer, oder eine „Tjma“ befehligte. Er träumte davon, die ehemalige Macht der Goldenen Horde wiederherzustellen und das russische Land noch mehr zu unterjochen. Mamaj befahl den Fürsten der Horde, sich für einen Feldzug nach Russland zu rüsten. In alle Besitzungen der Horde schickte er den Befehlt:„Niemand soll Getreide säen! Stellt Euch auf das Getreide der russischen Lande ein!“
Im Sommer 1380 versammelte Mamaj für den Feldzug nach Russland ein gewaltiges Heer. „Seit Batus Zeiten“, schreibt der Chronist,„hatte es ein solches Heer nicht gegeben.“Aber Mamaj begnügte sich nicht damit. Er schloss ein Kriegsbündnis mit dem litauischen Fürsten Jagiello und trat in Verhandlungen mit Oleg, dem Fürsten von Rjasan.
Eine furchtbare Gefahr schwebte über Rusj. Dimitrij sandte an alle Städte Aufrufe, in denen die Fürsten mit ihren Mannen aufgefordert wurden, sich mit Moskau zu vereinigen. Der Aufruf fand bei den russischen Menschen feurigen Widerhall. Moskau wurde das Zentrum des Kampfes um die Befreiung des russischen Volkes vom tatarischen Joch.
Das große russische Heer, das unter den Fahnen des Fürsten Dimitrij aufgeboten war, brach feierlich von Moskau nach Kolomma auf. Hier veranstaltete der Fürst Dimitrij eine Truppenschau.
Dimitrij hatte erfahren, dass die Tataren planten, sich mit den Litauern zu vereinigen und mit ihnen gemeinsam die Russen anzugreifen. Er beschloss, der Vereinigung der feindlichen Heere zuvorzukommen. Die russischen Regimenter setzten über die Oka und gelangten im schnellen Marsch an den Don. Mamajs Heerscharen standen zu dieser Zeit jenseits des Dons in Erwartung der Bundesgenossen.
Bis zur Ankunft der Litauer waren es noch drei Tage. Fürst Dimitrij entschloss sich, die Feinde einzeln zu schlagen. Er sprach zu den Truppen:„Liebe Freunde und Brüder! Wisset, ich bin nicht hierhergekommen, um auf Oleg oder Jagiello zu schauen oder den Don zu sichern, sondern um das russische Land vor Knechtschaft und Vernichtung zu bewahren, oder meinen Kopf für Russland herzugeben. Ein ehrenhafter Tod ist besser als ein schmachvolles Leben. Besser wäre es, überhaupt nicht gegen die Tataren zu ziehen, als gegen sie zu ziehen und, ohne etwas getan zu haben, wieder umzukehren. Heute schon werden wir über den Don setzen und dort entweder siegen und das ganze russische Volk vor dem Untergang bewahren, oder unsere Köpfe dem Vaterland zu opfern.“
In der Nacht vom 07. Zum 08. September begann der Übergang über den Don. Bei Tagesanbruch hatten sich die russischen Truppen auf den Hügeln bei der breiten Ebene jenseits des Dons in der Nähe der Mündung des Flusses Neprjadwa aufgestellt. Diese Ebene wurde das Kulikowo-Feld genannt. Unter dem Schutz des Morgennebels nahmen die russischen Truppen günstige Stellungen ein. Einem der Regimenter, unter Führung des Fürsten Wladimir Andrejewitsch, Dimitrijs Waffengefährten und Vetter, sowie des tapferen Wojwoden Dimitrij Bobrok, mit dem Beinamen „der Wolhynier“, war befohlen, im dichten Wald verborgen, in Reserve zu bleiben.
Als die Sonne wärmer schien und der Nebel sich zerteilte, kam die russische Streitmacht schnell von den Hügeln herunter. Im tatarischen Lager hatte man die Russen nicht erwartet und sich für das Mittagessen eingerichtet. Die Tataren mussten ihre Kessel im Stich lassen und die Schlacht aufnehmen. Nahe gegeneinandergerückt, machten beide Heere halt. Ein tatarischer Reiter von riesigem Wuchs ritt auf die Russen zu. Höhnend forderte er einen ihm an Stärke gleichkommenden russischen Recken zum Zweikampf heraus. Als Antwort auf die Herausforderung löste sich ein Reiter aus den russischen Reihen. Über seiner Rüstung trug er Mönchskleidung. Er war der Mönch und Recke Pereswjet. Die Reiter stürzten aufeinander los und führten die Lanzen mit solcher Wucht, dass beide sogleich tot zu Boden stürzten.
DA sprach Fürst Dimitrij zu seinen Kriegern: „Brüder, kühne russische Männer! Die Zeit ist da, und die Stunde ist gekommen!“Auf sein Zeichen stürzten die Krieger in die Schlacht. Es war ein erbittertes und blutiges Ringen. „Die Lanzen zerbrachen wie Strohhalme“, berichtet der Chronist.„Der Staub verdunkelte die Sonne, die Pfeile fielen wie Regen.“Fünf Stunden schlug man sich, aber weder die Tataren noch die Russen gewannen die Überhand. Die Tataren warfen auf dem linken Flügel ihre in Reserve gehaltenen schweren Reiter in die Schlacht.
Da griff das russische Reserveregiment die Tataren, die schon bereit waren, den Sieg zu feiern, im Rücken an. Die durch den unerwarteten Schlag überraschten und durch den furchtbaren Kampf ermatteten Tataren wandten sich zur Flucht.
Mamaj, der von seinem Hügel aus sah, dass die Schlacht verloren war, floh mit den Resten seines Heeres. Bei dem Übergang über den Fluss Krassiwaja Metsch kamen viele Tataren ums Leben. Den Russen fiel eine gewaltige Beute in die Hände: Rinderherden, prachtvolle Pferde, die prächtigen Zelte Mamajs und seiner Mursy (d.s. tatarische Fürsten).
Ende September kehrten die Russen siegreich nach Moskau zurück. Der Fürst Dimitrij erhielt für diesen bedeutsamen Sieg die ruhmvolle Bezeichnung „Donskoj“.
Die Kulikower Schlacht ließ erkennen, dass die für unbesiegbar gehaltenen Tataren geschlagen werden können, wenn das russische Volk sich einmütig zum Kampf für seine Unabhängigkeit erhebt. Aber die politische Einigung von Rusj war noch nicht vollendet und das Tatarenjoch noch nicht abgeschüttelt. Der Kulikower Sieg hatte die tatarische Horde stark geschwächt, aber noch nicht vernichtet.
Dimitij Donskoj starb am 19. Mai 1389; er hinterließ seinen Kindern das Vermächtnis, in Frieden und Freundschaft zu leben und den Russischen Staat zu festigen.
Das tapfere Vorbild Dimitrij Donskoj und seine kriegerischen Heldentaten wurden vom Volk nicht vergessen. In ihren Liedern verherrlichten die alten Guslispieler die Verdienste es Fürsten Dimitrij:
„Kommt herbei, ihr russischen Brüder und Söhne, Lasset uns ein Lied verfassen, Lasset uns das russische Land aufheitern, Lasset uns den Sieg über Mamaj preisen.“
Entnommen aus dem Buch „Das Sowjetland“, Band 1 „Die Vergangenheit des Sowjetlandes“ aus dem Jahre 1947
Die Slawen und ihre Vorfahren bewohnten unter verschiedenen Bezeichnungen seit unvordenklichen Zeiten die gewaltige Osteuropäische Tiefebene. Den römischen Schriftstellern des 1. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung (vor Christi) waren die Slawen unter dem Namen Venedae (Weneder, Wenden) bekannt. Die byzantinischen Schriftsteller des 6. Jahrhunderts unserer Zeitrechnung (nach Christi) kannten die Slawen unter der Bezeichnung Slowenen und Anten. Laut den Mitteilungen der Schriftsteller der Alten Welt wohnten die Slawen im Raume zwischen der Donaumündung und dem Asowschen Meer und zwischen dem Oberlauf der Weichsel und dem Oberlauf des Dnjepr und der Oka.
Die Slawen werden eingeteilt in Süd-, West- und Ostslawen. Die West- und Südslawen wohnten in Westeuropa, die Ostslawen sei den ältesten Zeiten am Dnjepr, seinen Nebenflüssen und rund um den Ilmensee.
Die Ostslawen beschäftigten sich seit alters her mit Ackerbau. Sie holzten Kleingehölze aus oder brannten irgendein Waldstück ab. Mit einer schweren Aste gruben sie den Boden um, vermengten ihn mit Asche und säten Korn. Wenn die Erde erschöpft war, wurde das Feld aufgegeben und ein neuer Acker ausgebrannt. Eine solche Bodenbearbeitung nennt man Brandkultur oder Rodewirtschaft. In den Steppengegenden wurde die Erde mit der Hacke aufgegraben. Wurden die Erträge schlecht, dann ging man auf neues Land über und gab das alte Feld auf. Ein solcher Ackerbau wird Brachwirtschaft genannt. Auf ihren Feldern bauten sie Slawen Hirse, Gerste, Roggen und Flachs an.
Neben dem Ackerbau nahmen Jagd, Bienenzucht und Fischerei einen großen Raum in der Wirtschaft der Slawen ein.
Die Slawen wohnten sippenweise. Zur Sippe zählten sämtliche Verwandten, die zusammenlebten und gemeinsam wirtschafteten. Die Herden, die Weideplätze, die Äcker bildeten das gemeinsame Eigentum der Sippe. Alles das, was notwendig war, wurde in gemeinsamer Wirtschaft getan.
An der Spitze der Sippe stand der Sippenälteste: der „Starejschina“, aber er traf keine Entscheidung ohne den Rat der übrigen Männer der Sippe.
Für einen erschlagenen Sippenangehörigen rächten sich die Slawen an dem Mörder und seinen Verwandten durch die Blutrache. Infolgedessen kamen zwischen den einzelnen Sippen häufig Zusammenstöße vor.
Zum Schutz gegen Feinde legten die Slawen auf Hügeln oder an anderen geeigneten Orten Befestigungen an und umgaben sie mit einem Erdwall und mit einem Pfahlzaun. Die Reste von solchen Befestigungsanlagen oder prähistorischen Siedlungen – „Gorodischtsche“-treffen wir noch jetzt (Stand 1947) in vielen Gegenden Russlands an.
Die Schriftsteller des Altertums bezeichnen die Slawen gewöhnlich als ein tapferes, kriegerisches und freiheitsliebendes Volk. Ein byzantinischer Schriftsteller des 6. Jahrhunderts, Mawrikij (Mauritius), schrieb, dass die Stämme der Slawen und der Anten die gleiche Lebensweise und die gleichen Sitten hätten; sie liebten die Freiheit und wären nicht geneigt, sich weder versklaven noch sich unterjochen zu lassen. Sie seien tapfer und ausdauernd, ertrügen leicht Kälte und Hitze, sowie Mangel an Bekleidung und Nahrung. Sie slawischen Jünglinge beherrschten sehr geschickt das Waffenhandwerk.
Bei den Slawen waren sämtliche Männer bewaffnet. Sie waren ein bewaffnetes Volk, das bereit war, mit ganzem Herzen seine Freiheit und Unabhängigkeit gegen die Anschläge der äußeren Feinde zu verteidigen. Die Slawen unternahmen große Feldzüge in die Länder ihrer Nachbarn. Besonders lockten sie die Reichtümer von Byzanz, des östlichen Teils des Römischen Reiches.
Im 6. Und 7. Jahrhundert hatte Byzanz schon nicht mehr mit einzelnen slawischen Stämmen, sondern mit größeren politischen und militärischen Vereinigungen der Ostslawen zu kämpfen.
Ursprünglich waren in der Sippe alle gleich. Mit der Entwicklung des Ackerbaus, der Viehzucht, der Fischerei begannen sich bei den Slawen überschüssige Arbeitsprodukte anzuhäufen. Das Privateigentum entstand. Nach und nach begannen die Wirtschaften der einzelnen Familien sich abzusondern. Jede Familie bestellte ihr Ackerstück und erntete für sich. Nur die Wälder, Weideplätze, die Flüsse und Seen waren, wie bisher, gemeinschaftlicher Besitz. Die Bewohner der Umgegend bildeten eine Bauerngemeinde. Aber das war schon keine Sippengemeinschaft mehr, zu ihr gehörten sämtliche in der Nähe lebenden Nachbarn. Eine solche, aus Nachbarn bestehende Gemeinde wurde bei den Slawen „Mir“ genannt.
In den Händen einzelner Mitglieder der Sippe sammelte sich nach und nach ein großer Grundbesitz an. Die Wohlhabendsten der Sippenmitglieder wurden Sippenälteste, in Kriegszeiten aber wurden sie Heerführer oder Fürsten.
Die Fürsten erhielten von der Kriegsbeute und den Gefangenen den Löwenanteil. Dies gestattete ihnen, ständige Abteilung von Kriegern oder „Drushiny“ (Kriegsgefolge) zu halten, mit deren Hilfe sie das Volk in Zucht hielten. Die Sippenältesten und Stammesfürsten wurden anfangs von den Volksversammlungen gewählt, und sie regierten gemäß den Entscheidungen der Volksversammlung oder „Wjetsche“ (vom Wort „wjeschtschatj“=sprechen).
Auf diese Weise wurden die Anfänge der staatlichen Macht geschaffen. Von den frühesten Anfängen der staatlichen Organisation der Slawen sich die Vereinigungen der antischen Fürsten im 6. Jahrhundert und der Karpathoslawen (Duleben) im 6. Und 7. Jahrhundert bekannt.
Später, im 9. Jahrhundert, bildete sich ein solches Fürstentum im Norden Russlands bei den Ilmenslawen mit Nowgorod an der Spitze. Ein anderes wurde im Süden geschaffen, bei dem slawischen Stamm der Poljanen, mit Kiew an der Spitze. Gleichzeitig mit dem Kiewer und dem Nowgoroder Fürstentum entstanden im Raum Osteuropa noch andere slawische Fürstentümer. Auf diese Weise ergab sich als Resultat der inneren Entwicklung der slawischen Gesellschaft der Zerfall der alten Sippenorganisation, und es wurden Bedingungen für die Entstehung eines Staates geschaffen.
2. Das Kiewer Rusj („das Land der Russy“=Russland)
Am Ende des 9. Jahrhunderts vereinigten sich die einzelnen Fürstentümer der Ostslawen zu einem großen Staat, der sich von den Ufern der Ostsee bis zum Dnjepr erstreckte. Anstelle von zwei Zentren der Ostslawen: Kiew und Nowgorod, wurde Kiew die Hauptstadt des Staates.
Malerisch auf den Hügeln des Dnjepr sich erstreckend, lag Kiew im Zentrum wichtiger Handelsstraßen jener Zeit. Auf dem Dnjepr bei Kiew legten viele Handelsschiffe an. Unten an der Anlegestelle, entstand eine Siedlung von Handwerkern und Kaufleuten: Podol. In der Stadt fand ein lebhafter Handel auf Märkten statt. Die Kiewer trieben mit den Kaufleuten aus dem Osten und Westen Handel. Geld gab es auch, da es in großen Mengen aus dem Orient kam. Vor dem 10. Jahrhundert an begannen die Ostslawen eigene Silbermünzen mit den Bildnissen ihrer Fürsten zu prägen. Dieses Geld hatte ebenso Geltung wie die Silberbarren – die „Griwny“.
Kiew trieb seit alters Her einen ständigen Handel mit Byzanz. Die Griechen nannten sie Sklaven, die das nördliche Küstenland des Schwarzen Meeres bewohnten, bald Skythen, bald den Stamm Ros oder Rusj. Der Name Rusj war in der Mitte des 9. Jahrhunderts bereits im südlichen Küstenland des Schwarzen Meeres und im Norden, im Gebiet des Ladoga- und des Ilmensees, verbreitet. Den Namen Rusj kannten nicht nur die Byzantiner, sondern auch die Araber.
Die Russy, geführt von ihren Fürsten, unternahmen kühne Kriegszüge außerhalb der Grenzen ihres Landes. Es sind Angaben vorhanden, dass die Kiewer Fürsten im Jahre 860 einen erfolgreichen Angriff auf Zarjgrad – so nannten die Slawen die Hauptstadt des Byzantinischen (oströmischen) Reiches – ausführten. Eine Chronik berichtet darüber, dass der Kiewer Fürst Oleg einen großen, siegreichen Feldzug gegen Byzanz unternahm. Im Jahre 911 schloss Oleg einen Vertrag mit den Griechen. Laut diesem Vertrag erhielt er reiche Geschenke und erlangte Privilegien für die russischen Kaufleute.
Nach Oleg regierte Igor in Kiew. Die Chronik berichtet, dass sein gegen Byzanz unternommener Feldzug missglückte. Danach soll Igor eine noch größere Anzahl slawischer Krieger aufgeboten und auch die Petschenegen, die aus Asien gekommen waren und in den russischen Steppen nomadisierten, gedungen und sich zu einem neuen Kriegszug gegen Byzanz aufgemacht haben. Der byzantinische Kaiser schickte dem russischen Heer seine Gesandten mit einem vorteilhaften Friedensangebot entgegen. Mit reichen Geschenken kehrte Igor nach Kiew zurück. Im Jahre 944 wurde zwischen Byzanz und Rusj ein neuer Vertrag abgeschlossen.
Für den Handel mit den Griechen waren Felle, Wachs und Honig erforderlich. Alles dies verschafften sich die Kiewer Fürsten auf dem Wege des Tributs von den benachbarten slawischen Stämmen. Einen Teil des vereinnahmten Tributs gaben sie ihren Kriegsmannen für geleistete Dienste ab. Diejenigen, die Tribut (russisch „Danj“) leisteten, wurden Untertanen (russisch „Poddannnyje“ – Tributpflichtige) genannt.
Einst, so erzählt die Chronik, begab sich Igor mit seinen Mannen zwecks Tributerhebung in das Gebiet des slawischen Stammes der Drewljanen. Nach Empfang des Tributs entschloss sich Igor, den Rundgang mit einem kleinen Kriegsgefolge zu wiederholen. Als die Drewljanen erfuhren, dass Igor ein zweites Mal zwecks Tributerhebung kommen wird, sagten sie: „Wenn der Wolf zu oft bei den Schafen zu Gaste geht, wird der die ganze Herde wegschleppen, falls man ihn nicht erschlägt.“ Sie ergriffen Igor und seine Mannen und erschlugen sie.
Zu jener Zeit war Swjatoslaw, Igors Sohn, noch ein Kind. An seiner Stelle regierte seine Mutter, die Fürstin Olga den Staat. Nach der Überlieferung soll sie den Tod ihres Mannes an den Drewljanen grausam gerächt haben.
Swjatoslaw war ein kriegerischer und tapferer Fürst. Zusammen mit seinem Kriegsgefolge führte er ein raues Kriegsleben. Auf den Kriegszug nahm er keinen Tross und selbst nicht einmal Zelte mit. Er schlief mit dem Sattel unter dem Kopf auf der Erde. Wenn Swjatoslaw ins Feld zog, benachrichtigte er den Feind mit den Worten:„Ich komme über Euch!“
Auf den Kähnen über die Oka bis zur Wolga vordringend, fuhr Swjatoslaw auf der Wolga zunächst in das Gebiet der Kamabulgaren und besiegte sie. Von hier aus richtete er seinen Schlag gegen die Chasaren, in deren Gewalt sich viele russische Gebiete befanden. Nachdem Swjatoslaw das Reich der Chasaren zerstört hatte, unternahm er einen Feldzug gegen den Nordkaukasus und in das Gebiet des Asowschen Meeres.
Die Ostfeldzüge Swjatoslaws rückten die Grenzen des russischen Gebietes weit nach Osten vor. Der byzantinische Kaiser, der den Kriegsruhm Swjatoslaws hoch einschätzte, schloss mit ihm ein Bündnis gegen die Donaubulgaren. Swjatoslaw eroberte Donaubulgarien und blieb dort in der Stadt Perejaslawez wohnen. Nach der Überlieferung soll Swjatoslaw seiner Mutter und den Bojaren gesagt haben: „Mir gefällt es nicht, in Kiew zu wohnen. Dort ist die Mitte meines Landes, dort strömen alle Güter zusammen: von den Griechen Gold, Seide, Wein, verschiedene Früchte; von den Tschechen und Ungarn – Silber und Pferde; aus Rusj – Felle, Honig, Sklaven.“
Byzanz hatte vor einem so starken und drohenden Gegner Furcht bekommen. Der byzantinische Kaiser Johann Tzimiskes stellte ein großes Heer auf, zog auch die Bulgaren auf seine Seite und begann, gegen Swjatoslaw Krieg zu führen. In den Kämpfen mit den Griechen bewiesen Swjatoslaws Truppen viel Tapferkeit, Furchtlosigkeit und Standhaftigkeit. Die Verteidigung der Stadt Dorostol an der Donau durch Swjatoslaw war besonders heldenhaft. Eine gewaltige griechische Armee rückte gegen die Stadt vor. Zwanzigtausend Krieger des Swjatoslaw, in leichte Kettenpanzer gekleidet und mit großen, nach unten schmaler werdenden Schilden ausgerüstet, stellten sich den feindlichen Angriffen gleichsam wie eine lebendige Mauer entgegen. Zwölfmal führte der byzantinische Kaiser seine Krieger zum Angriff, endlich stand er davon ab und befahl, die Stadt einzuschließen. Drei Monate lang dauerte die Belagerung von Dorostol. In der Stadt brach eine Hungersnot aus. Die Griechen führten Belagerungsmaschinen an die Stadtmauer heran und begannen, die Stadt mit Feuer und Steinen zu überschütten. Die Kräfte Swjatoslaws schwanden dahin. Im Kriegsrat schlugen einige Heerführer ihm vor, abzuziehen und zu versuchen, während der Nacht in Kähnen auf der Donau zu entfliehen. Nach den Berichten eines griechischen Autors weigerte sich Swjatoslaw, zu fliehen. Er sagte zu seinen Kriegern: „Der Ruhm, der Gefährte der russischen Waffen, die mühelos die Nachbarvölker besiegt und ohne Blutvergießen ganze Länder unterworfen haben, wird dahinschwinden, wenn wir jetzt den Römern (so nannte Swjatoslaw die Byzantiner) nachgeben. Lasst uns also mit der Tapferkeit unserer Vorfahren und mit dem Gedanken, dass die russische Kraft bis jetzt unüberwindlich war, männlich um unser Leben kämpfen. Bei uns ist es nicht Brauch, uns durch die Flucht in unser Vaterland zu retten, sondern entweder als Sieger am Leben zu bleiben oder aber nach Vollbringung ruhmvoller Heldentaten in Ehren zu sterben!“
Swjatoslaws Krieger schlugen sich grimmig, aber die Kräfte waren ungleich. Verstärkungen aus Kiew trafen nicht ein. Infolgedessen bot Swjatoslaw dem Kaiser Frieden an, mit der gleichzeitigen Verpflichtung, Bulgarien zu räumen.
Nach dem Abschluss der Friedenbedingungen sagte Swjatoslaw zu seinen Kriegern:„Ich werde nach Rusj zurückkehren und ein großes Kriegsgefolge herbeiführen.“ Es gelang ihm jedoch nicht, seine Absicht zu verwirklichen. Die Byzantiner benachrichtigten die Petschenegen, dass Swjatoslaw mit einer großen Kriegsbeute, aber einem kleinen Kriegsgefolge nach Rusj zurückkehrt. An den Stromschnellen des Dnjepr, wo die Russen ihre Boote schleppen mussten, überfielen die Petschenegen Swjatoslaws Krieger und erschlugen ihn und seine Mannen. Der Fürst der Petschenegen befahl, aus dem Schädel Swjatoslaws einen Becher für sich zu machen. Er ließ ihn vergolden und trank aus ihm bei seinen Gelagen.
Swjatoslaws jüngster Sohn, Wladimir, fuhr fort, den Kiewer Staat zu erweitern und zu stärken. Es war die Blütezeit der Kiewer Rusj, Dem Fürsten Wladimir gelang es, die endgültige Vereinigung der ostslawischen Gebiete in einem einzigen Staat durchzuführen und seine internationale Stellung zu festigen. Wladimir machte einige erfolgreiche Feldzüge und empfing pünktlich den Tribut von den unterworfenen Völkern. Der Reichtum des Fürsten selbst und seiner Mannen vermehrte sich beträchtlich. Einst beklagte sich das Kriegsgefolge beim Fürsten, dass es bei den Gelagen mir hölzernen statt mir silbernen Löffeln essen müsse. Wladimir befahl, für das Kriegsgefolge silberne Löffel anzufertigen und sagte:„Für Gold und Silber kann ich kein Kriegsgefolge finden, aber mit dem Kriegsgefolge werde ich Gold und Silber finden, so wie mein Großvater und mein Vater es gefunden haben.“
Während der Kriege und der Handelsreisen nach Byzanz machten sich Wladimir und sein Kriegsgefolge mit dem Leben der Griechen bekannt. Sie fanden an dem Prunk des griechischen Kaiserhofes und an der Pracht der byzantinischen Kirchen Gefallen. Die griechischen christlichen Geistlichen lehrten, dass der Kaiser von Gott und den Thron gesetzt sei, dass das Volk sich in allem dem Kaiser wie Gott selbst unterwerfen solle. Der neue christliche Glaube erhielt unter dem Einfluss von Byzanz um diese Zeit eine bedeutende Ausbreitung sowohl unter den Süd- und Westslawen (besonders in Bulgarien und in Tschechien) wie auch in Rusj. Wladimirs Großmutter und viele Krieger des Fürsten waren bereits Christen. Wladimir beschloss, das Christentum zur Staatsreligion zu erklären. Die Chronik erzählt, dass Wladimir seine Boten zur „Erforschung des Glaubens“ in verschiedene Länder schickte. Zurückgekehrt, lobten die Boten besonders den griechischen Christenglauben. Im Jahre 988 taufte sich Wladimir selbst und befahlt, die Taufe des Volkes im Lande Rusj durchzuführen.
Während der Kriege und der Handelsreisen nach Byzanz machten sich Wladimir und sein Kriegsgefolge mit dem Leben der Griechen bekannt. Sie fanden an dem Prunk des griechischen Kaiserhofes und an der Pracht der byzantinischen Kirchen Gefallen. Die griechischen christlichen Geistlichen lehrten, dass der Kaiser von Gott und den Thron gesetzt sei, dass das Volk sich in allem dem Kaiser wie Gott selbst unterwerfen solle. Der neue christliche Glaube erhielt unter dem Einfluss von Byzanz um diese Zeit eine bedeutende Ausbreitung sowohl unter den Süd- und Westslawen (besonders in Bulgarien und in Tschechien) wie auch in Rusj. Wladimirs Großmutter und viele Krieger des Fürsten waren bereits Christen. Wladimir beschloss, das Christentum zur Staatsreligion zu erklären. Die Chronik erzählt, dass Wladimir seine Boten zur „Erforschung des Glaubens“ in verschiedene Länder schickte. Zurückgekehrt, lobten die Boten besonders den griechischen Christenglauben. Im Jahre 988 taufte sich Wladimir selbst und befahlt, die Taufe des Volkes im Lande Rusj durchzuführen.
Die Annahme des Christentums hatte große und sehr positive Bedeutung für die Festigung des Kiewer Staates. Er wurde dadurch in eine Reihe mit den mächtigen christlichen Staaten des Westens gestellt. Viele gebildete griechische Geistliche kamen nach Rusj und verbreiteten neben dem christlichen Glauben auch griechische Bücher. Die christliche Kirche wurde zur Pflanzstätte der Kunst des Lesens und Schreibens sowie sonstiger Bildung.
Nach dem Tode des Fürsten Wladimir begann unter seinen Söhnen der Kampf um den Großfürstenthron von Kiew. Der eine seiner Söhne, Jaroslaw Wladimirowitsch, der Weise genannt, regierte in Nowgorod und zeichnete sich durch besonderen Verstand und Energie aus. Er besiegte seine Brüder und wurde Großfürst in Kiew.
Unter Jaroslaw dem Weisen erlebte der Kiewer Staat seine Blütezeit. Kiew wurde ein bedeutendes Handelszentrum und trat in lebhafte Beziehungen zu den westlichen Staaten. Jaroslaw verschwägerte sich mit mächtigen europäischen Herrschern. Er selbst heiratete die Tochter des schwedischen Königs, seine Töchter verheiratete er mit dem französischen, norwegischen und ungarischen König, die Söhne mit ausländischen Prinzessinnen. Der Kiewer Staat, der in den Rang eines der führenden Staaten Europas aufgerückt war, wurde reich und immer stärker. Kiew wurde mit herrlichen Palästen und schönen Kirchen bebaut. Hierher strömten zahlreiche Handwerker, Baumeister und Künstler.
Die Kiewer Fürsten waren bemüht, die Bedeutung ihrer Hauptstadt zu erhöhen und verschönerten Kiew auf jede Weise. Jaroslaw der Weise errichtete die Kathedrale der heiligen Sophia und eine Reihe anderer Kirchen und Klöster. Die Kiewer Kathedrale der heiligen Sophia überrascht durch ihre Großartigkeit und Herrlichkeit. Die Paläste und Kirchen, die die Kiewer Fürsten bauten, geben Zeugnis von den gesteigerten kulturellen Ansprüchen der russischen Menschen, die sich eine eigene Kultur schufen und die kulturellen Errungenschaften anderer Länder zunutze machten. Griechische Künstler und Architekten, die von den Fürsten eingeladen worden waren, mussten den Neigungen und Ansprüchen der Auftraggeber Rechnung tragen. Sie erbauten Kirchen mit zahlreichen Kuppeln, wie man sie weder in Byzanz noch in westlichen Ländern antreffen konnte.
Neben Kiew entwickelten sich auch andere Städte. Besonders reich wurde das Große Nowgorod. Auch neuer Städte entstanden; unter ihnen ragte Jaroslawl an der Wolga hervor. Nach dem Tode Jaroslaws des Weisen im Jahre 1054 wurde das weite Kiewer Reich unter seine Söhne aufgeteilt, die sich wegen der Beherrschung der reichsten Fürstentümer bekämpften. Die inneren Zwistigkeiten machten sich die neuen asiatischen Nomaden – die Polowzer – zunutze, die in den südlichen Steppen anstelle der von ihnen verdrängten Petschenegen erschienen waren. Die Überfälle der Polowzer verheerten das russische Land. Im Kampfe mit den Polowzern zeichnete sich einer der Enkel Jarolaws, Wladimir Wsewolodowitsch, genannt der Monomach (was „Einzelkämpfer“ bedeutet) aus. Seinen Beinamen erhielt er nach dem griechischen Kaiser Konstantin Monomachos, mit dem Wladimirs Mutter verwandt war.
Die Siege über die Polowzer brachten Wladimir Monomach großen Ruhm ein und erleichterten ihm die Beherrschung Kiews. Wladimir Monomach verstand es die Einheit des Kiewer Staates wiederherzustellen, und war bemüht, nach dem Beispiel seiner Vorfahren, mit den europäischen Staaten enge Beziehungen zu unterhalten.
Zu jener Zeit bürgerte sich in allen Staaten Westeuropas das Feudalsystem der Wirtschaft ein. Die Fürsten und Heerführer bemächtigten sich der im Gemeinbesitz befindlichen Ländereien, verteilten die Bauern unter sich und zwangen sie, auf ihren Besitzungen als Leibeigene zu arbeiten. Das Land, das die Fürsten ihren Kriegsmannen zuteilten, hieß französisch Féod (Lehn), und seinen Eigentümer nannte man Feudalherren (Lehnsherrn).
Der Übergang zum Feudalismus in Russland fiel in die Blütezeit des Kiewer Staates. Als Denkmal des Feudalsystems dieser Zeit erscheint die „Russische Prawda“. Dies war eine Sammlung von Gesetzen, nach denen Recht gesprochen wurde. In der „Russischen Prawda“ spiegelten sich die Gebräuche und Zustände wider, die sich in der russischen Feudalgesellschaft des 10. Und 11. Jahrhunderts herausgebildet hatten. Nach der „Russischen Prawda“ mussten für den Mord an einem Krieger, einem Gefolgsmann der Fürsten und Bojaren, 80 Griwny (Silberbarren) Strafe, für den Mord an einem Smerd jedoch 5 Griwny gezahlt werden. Auf diese Weise wurde das Leben eines Bauern formal 16mal geringer als das Leben eines fürstlichen Dieners einschätzt.
Die Kirche und die höhere Geistlichkeit begünstigten die Stärkung der Macht der Fürsten und Bojaren. Die Fürsten spendeten der Kirche und den Klöstern große Reichtümer und viele Ländereien. Die Bauern, die auf den Ländereinen der Kirchen und Klöster wohnten, verloren ihre Selbstständigkeit und wurden Leibeigene.
Gleichzeitig waren die Kirchen und Klöster zu jener Zeit fast die einzigen Heimstätten der Kunst des Lesens und Schreibens und der sonstigen Bildung. Bereits 100 Jahre vor Wladimir wurde das slawische Alphabet aufgestellt. Man fing an, das Evangelium und andere kirchliche Bücher aus dem Griechischen in die altslawische Sprache zu übersetzen. Man schrieb nicht auf Papier, sondern auf dünnes Leder. Die Abschreiber zeichneten die Buchstaben mit einem Gänsekiel oder einem Rohrstäbchen sorgfältig auf. Die Anfangsbuchstaben der Kapitel malten sie mit farbigen Mustern aus. An einem Buch arbeitete man viele Monate, mitunter auch Jahre.
Im Kiewer Rusj begann man auch, außer den übersetzten Büchern, eine eigene russische Literatur in der klaren und bilderreichen russischen Volkssprache zu schaffen. Durch den Umgang mit Griechen, Bulgaren und anderen Völkern wurde die russische Sprache mit neuen Wörtern bereichert.
In den Klöstern und auch bei einzelnen vornehmen und reichen Leuten entstanden große Büchereien. Eine ausgezeichnete Bibliothek besaß der Großfürst Jaroslaw der Weise. ER war ein großer Buchliebhaber und flößte seinen Kindern die Liebe zu Büchern ein. Auch Wladimir Monomach war ein sehr gebildeter Mensch. Er schrieb das interessante Werk: „Belehrung der Kinder“, in welchem er das Bild eines idealen russischen Fürsten zeichnete. Seinen Kindern hinterließ er das Vermächtnis, eifrig zu lernen: „Was Ihr Gutes könnt, das vergesst nicht, aber was Ihr nicht könnt, das lernt!“
Der Kiewer Staat dehnte sich immer mehr aus und wurde stark. Ackerbau und Handwerk gediehen, der Großgrundbesitz entwickelte sich, die wirtschaftliche Bedeutung der Städte verstärkte sich. Die ununterbrochene Entwicklung des Feudalismus nahm ihren Lauf. Das Kiewer Rusj schuf seine eigene Kultur und verstand es, von den anderen Völkern das Vorbildliche ihrer Kultur und Kunst zu entlehnen und in seine Stile umzugestalten. Persiche Gewebe, arabisches Silber, chinesische Stoffe, ägyptisches Geschirr, byzantinsicher Brokat, fränkische Schwerter wurden nicht nur weithin über Rusj verbreitet, sondern dienten auch als Muster, die die Entwicklung eines eigenen Kunststiles der russischen Menschen unterstützten.
In dem Maße, wie die örtlichen Grundbesitzer an Macht zunahmen und reich wurden, wuchs auch ihr Bestreben, sich von Kiew zu trennen. Die großen Städte des Kiewer Rusj verwandelten sich in Zentren örtlicher Fürstentümer. Jeder der Fürsten strebe danach, sich der Botmäßigkeit dem Kiewer Großfürsten zu entziehen. Zwischen den Fürsten fanden ununterbrochen Zusammenstöße und Kriege statt. Durch diese Kriege wurde das russische Land verheert und den äußeren Feinden die Möglichkeit zu Überfällen erleichtert. Die ärgsten Feinde waren die nomadisierenden Polowzer aus den asiatischen Steppen. Im 12. Jahrhundert wurde der weiträumige Kiewer Staat unter den Söhnen und Enkeln Wladimirs des Monomachen nach dem Erbgrundsatz aufgeteilt:„Jeder möge über sein väterliches Erbteil herrschen.“Bald zerfiel der Kiewer Staat in eine Reihe unabhängiger Fürstentümer.
1. Die bolschewistische Partei und die Volksmassen
Im Buch „Das Sowjetland“ ist mehr, als einmal von der bolschewistischen Partei, ihrer Bedeutung im Leben des Volkes und des Sowjetstaates sowie von ihren Führern Lenin und Stalin gesprochen worden.
Unter den Bedingungen des Zarenregimes war die bolschewistische Partei eine kleine illegale, verfolgte Organisation, die insgesamt nur einige tausend Mitglieder zählte. Aber ihre Kräfte und ihr Einfluss im Lande wuchsen ständig und wuchsen auch später noch (Stand 1947 P.R.). Vor der Großen sozialistischen Oktoberrevolution zählte die Partei bereits 270 000 Mitglieder. In den Jahren des Bürgerkrieges, als das erbitterte Ringen um die Erhaltung und Festigung der Sowjetmacht im Gange war, hatte sich die Zahl der Parteimitglieder fas verdreifacht und 730 000 überstiegen. Vor dem Großen Vaterländischen Krieg (II. Weltkrieg P.R.) hatte die Partei 3 400 000 Mitglieder, Mitte 1945 – bereits 5 800 000 Mitglieder.
Diese Zahlen zeugen besser als alle Worte nicht nur von dem zahlenmäßigen Wachsen der Partei, sondern auch von ihrem wachsenden Einfluss unter den Volksmassen. Es ist bemerkenswert, dass in den für das Land schwersten Zeiten, wie zum Beispiel in den Jahren des Bürgerkrieges und während des Großen Vaterländischen Krieges, der Zustrom von Mitgliedern in die Partei nicht nur nicht nachließ, sondern sich im Gegenteil verstärkte. Das Vertrauen der Volksmassen wuchs.
Wie ist das zu erklären?
Die Volksmassen haben gesehen, dass die Bolschewiki sich stets tapfer und entschlossen zum Schutze der Arbeiter und Bauern einsetzen und einen unversöhnlichen Kampf gegen alle Feinde des Volkes führen. Die Bolschewiki enthüllten dem Volk die konterrevolutionären Pläne der Gutsbesitzer- und Kapitalistenparteien und entlarvten die volksfeindliche Politik der Zarenmacht und der bürgerlichen Regierung. Die Bolschewiki führten einen unversöhnlichen Kampf auch gegen die falschen „Volksfreunde“, die sich „Sozialisten“ nannten, in Wirklichkeit aber die Gutsbesitzer und Kapitalisten unterstützten.
Im Laufe vieler Jahre, an der Erfahrung von drei Revolutionen, haben die Arbeiter und Bauern gesehen, was die bürgerlichen und pseudosozialistischen Parteien wollen und wofür die bolschewistische Partei kämpft. Sie haben begriffen, dass nur die Partei der Bolschewiki die Freiheit und die Macht für die Werktätigen sowie ein glückliches Leben für das Volk erkämpfen wollte und diese auch wirklich erkämpft hatte. Alle übrigen Parteien hatten sich in den Augen der Volksmassen mit Schmach und Schande bedeckt und waren zusammen mit jenen Klassen, für deren Interessen sie sich einsetzten, zeitweilig abgetreten.
Im Sowjetland waren nur die beiden befreundeten Klassen: Arbeiter und Bauern übriggeblieben. „In der Sowjetunion“, sagte J.W. Stalin, „gibt es Raum für nur eine Partei, für die kommunistische Partei. In der Sowjetunion kann es nur eine Partei geben, die Partei der Kommunisten, die kühn und bis zum letzten die Interessen der Arbeiter und Bauern verteidigt.“
Das ist der Grund, weshalb die Bolschewiki zu der einzigen Partei im Lande geworden waren, die das volle Vertrauen und die Liebe der Volksmassen genoss. Das ist der Grund, weshalb Tausende der besten Menschen aus den Reihen der Arbeiter, Kollektivbauern, Intellektuellen, Soldaten und Kommandeure der Roten Armee in jenen Jahren, da dem Sowjetland tödliche Gefahr drohte, um Aufnahme in die Partei ersuchten.
In den Jahren der friedlichen Arbeit und in den Kriegsjahren, im Hinterland und an der Front sowie im Partisanenkampf zeigten die Kommunisten unvergessliche Beispiel an Opfergeist und Vaterlandstreue. Das Volk sah in der kommunistischen Partei seinen Führer und den Leiter des Sowjetstaates.
2. Wie leitete die Partei das Land?
Die leitende Stellung der Partei in der Sowjetunion war durch die Stalinsche Verfassung verankert. In dieser hieß es, dass die Kommunistische Partei der Sowjetunion (Bolschewiki)„den Vortrupp der Werktätigen in ihrem Kampf für die Festigung und Entwicklung des Sozialistischen Systems“darstellt. In der Verfassung hieß es, dass die kommunistische Partei „den leitenden Kern aller Organisationen der Werktätigen, der gesellschaftlichen sowohl wie der staatlichen bildet.“ J.W. Stalin nannte die Partei der Bolschewiki die führende und richtunggebende und organisierende Kraft des Sowjetstaates und des Sowjetvolkes.
Auf welche Weise führte die kommunistische Partei das Land?
In der Sowjetunion gab es viele verschiedene parteilose Organisationen der Werktätigen. Es waren die Sowjets – eine staatliche Organisation, die alle Sowjetbürger erfasste; die Gewerkschaften, die fast alle Arbeiter und Angestellten vereinigten; die genossenschaftliche-kollektivwirtschaftlichen Organisationen, die fast alle Bauern und Kleingewerbetreibenden vereinigte; die Jugendorganisationen, in denen Millionen der führenden Jugend von Stadt und Land zusammengeschlossen waren, sowie verschiedene kulturelle, wissenschaftliche, wehrsportliche, sportliche und andere gesellschaftliche Organisationen, die viele Mitglieder zählten.
Jede dieser Organisationen war auf ihrem Gebiet tätig. Sie alle dienten den Interessen der Werktätigen. Aber welche Organisation der Arbeiterklasse, der werktätigen Massen, gewährleistete eine gleichgerichtete Tätigkeit, eine einheitliche Führung aller Organisationen?
Eine solche zentrale leitende Organisation war die kommunistische Partei. Warum?
Die Partei vereinigte die fortgeschrittenen Menschen der Arbeiterklasse, der Bauernschaft und der Intelligenz. Sie war mit allen parteilosen Organisationen eng verbunden. Die Partei war die beste Schule, in der die Führer der werktätigen Massen ausgebildet und erzogen wurden, die imstande waren, die verschiedenen Organisationen zu leiten. Nach ihrer Erfahrung und ihrem Einfluss unter den Werktätigen war die Partei die einzige Organisation, die imstande war, für die Tätigkeit aller Organisationen eine gemeinsame Linie auszuarbeiten und die Gesamtführung des Kampfes der Werktätigen in ihren Händen zu konzentrieren. Dabei stützte sich auf die übrigen Organisationen als ihre Gehilfen, die sie mit den Massen verbanden.
Die Partei ersetzte keinesfalls irgendeine der parteilosen Organisationen. Die Parteiorgane befehligten nicht die parteilosen Organisationen und hatten nicht das Recht, von ihnen zu fordern, dass sie sich der Parteiführung unterstellen. Die Parteiorganisationen halfen den parteilosen Organisationen bei ihrer Arbeit. Die Kommunisten, die zu den Mitgliedern der parteilosen Organisationen zählten, erreichten als führende und einflussreiche Menschen durch ihre Überzeugungskraft, dass dies Organisationen der Partei folgten und deren Führung freiwillig akzeptierten.
Nehmen wir die Sowjets der Deputierten (Abgeordneten P.R.)der Werktätigen und die Obersten Sowjets als Beispiel. Das Volk wählte für die Sowjets seine besten Vertreter. Für die führenden Posten in den Sowjets stellte die Partei ihre Kandidaten auf. Und wenn die von der Partei aufgestellten Kandidaten in der Regel als Leiter der staatlichen Organe gewählt wurden, so erfolgte das aus dem Grund, weil diese Kandidaten bewährten, dem Volk ergebene Menschen waren.
Nehmen wir die Gewerkschaften und Kollektivwirtschaften. Die Mitglieder dieser Organisationen waren bei der Besetzung der leitenden Posten ehr wählerisch. Und wenn in den weitaus meisten Fällen Kommunisten gewählt wurden, so ist es dadurch zu erklären, dass sie das Vertrauen der Massen genossen.
Die parteilosen Bürger wählten nicht nur gemeinsam mit den Parteiangehörigen die Leiter der Sowjets, Gewerkschaften, der Kollektivwirtschaften usw., sondern kontrollierten auch deren Arbeit, darunter auch die Arbeit der Kommunisten. Sie nahmen die Berichte der Leiter entgegen, kritisierten ihre Fehler, schlugen Maßnahmen vor, um die Mängel ihrer Arbeit abzustellen, setzten auch manchmal den einen oder anderen Leiter von seinem Posten ab, wenn er mit seiner Arbeit nicht fertig wurde, und wählten an seine Stelle einen anderen.
J.W. Stalin lehrte: „Die Parteiangehörigen sollen sich von den Parteilosen nicht absondern, sich nicht in ihrem engen Parteigehäuse abkapseln, sich nicht mit ihrer Parteiangehörigkeit brüsten, sondern sie sollen auf die Stimme der Parteilosen hören, die Parteilosen nicht nur belehren, sondern auch bei ihnen lernen.“(Allerdings hatte sich das später zum Schlechten geändert. Weniger die „kleinen“ Mitglieder, aber die Mehrheit der Funktionäre und Politiker sonderten sich von der Basis und der parteilosen Bevölkerung ab. Es entstand die abgehobene Schicht der Nomenklatura. Mit der Zeit war die Partei nicht mehr in der Lage die Arbeiterklasse zu vertreten. Natürlich gab es auch Politiker und hauptamtliche Funktionäre bis in die hohen Ämter hinauf, die guten Willens waren, hauptsächlich die Alten. Ebenso mag es Abgeordnete gegeben haben, die bis zum Ende das bestmögliche für ihre Leute tun wollten. Doch sie mussten sich den Gegebenheiten, heute würde man sagen den Sachzwängen, beugen. Es konnte sich der Verräter Gorbatschow an die Spitze schwingen, bzw. er wurde sogar gefördert. Ansonsten wäre ja seine Karriere nicht möglich gewesen. Mit den Schlagworten „Glasnost“ und „Perestroika“ und anderen Sprüchen hatte er die Bevölkerung und die Welt getäuscht. Während im eigenen Land Gorbatschow unbeliebt wurde, hatte er aber im Ausland hohes Ansehen. So konnte Gorbatschow sein verräterisches Werk vollenden und die Konterrevolution marschieren lassen. P.R.)
Die Partei handelte nach ihren Richtlinien. Hier eines der Beispiele. Im Donezbecken klappte es nicht mit der Kohleförderung. Die Frage wurde im Zentralkomitee der Partei mit den Leitern des Volkskommissariats für die Schwerindustrie beraten. Dreimal wurden Bestimmungen entworfen, die aber nicht zufriedenstellen konnten. Da wurden aus dem Donezbecken einige Arbeiter, einfache Wirtschaftler und Gewerkschaftsfunktionäre herangezogen. Drei Tage lang wurde mit ihnen beraten. (Das Wesen der Verbesserungsvorschläge haben sich sogar die Kapitalisten abgeguckt. Aber im Kapitalismus werden nur Verbesserungsvorschläge angenommen und umgesetzt, die den Kapitalisten Nutzen bringen. P.R.)
„Und wir alle, die Mitglieder des ZK“, sagte J.W. Stalin, „mussten zugeben, dass nur sie, diese gewöhnlichen Arbeiter, diese kleinen Leute, es vermocht hatten, uns zu einer richtigen Entscheidung zu verhelfen.“
So leitete die bolschewistische Partei den Sowjetstaat und das Volk. Die Partei brachte den Interessen und den Bedürfnissen der Werktätigen die größte Aufmerksamkeit entgegen. Sie bereicherte die Erfahrungen der Leiter, indem sie diese mit den Erfahrungen der Massen vereinigte, Darin bestand eine der Hauptbesonderheiten der bolschewistischen Führung des Staates und des Volkes. Dafür liebte und achtete seinerzeit das Sowjetvolk seine Partei.
3. Worin lag die Stärke der bolschewistischen Partei?
Die Stärke der bolschewistischen Partei beruhte vor allem auf ihrer fortschrittlichen revolutionären Theorie. Diese Theorie wurde auf Grundlage der Errungenschaften aller Wissenschaften und Erfahrungen der Arbeiterbewegung aller Länder von den großen Gelehrten und Führern der ArbeiterklasseKarl Marx und Friedrich Engels, die im vorvergangenen Jahrhundert lebten, geschaffen. Die Lehre von Marx und Engels wurde vonW.I. Lenin und J.W. Stalin weiterentwickelt.(Nach Stalins Tod hat man seine Weiterentwicklung der Lehre von Marx und Engels auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen. P.R.)
Diese Lehre ist der Schlüssel für alle Vorgänge in der Gesellschaft. Sie erklärt die Einrichtung der menschlichen Gesellschaft, die Teilung in Klassen und den Kampf zwischen den Klassen. Sie zeigt, was jede Klasse will und wonach sie strebt. Diese Lehre hilft der Partei, sich unter den jeweils gegebenen Bedingungen zurechtzufinden, den inneren Zusammenhang der Ereignisse zu begreifen und zu erkennen, wie und in welcher Richtung sich die Ereignisse entwickeln und dich in der Zukunft entwickeln müssen. Diese Lehre bietet die Möglichkeit, den Gang der Ereignisse vorauszusehen und folglich auch den Lauf der Ereignisse so zu lenken, wie das im Interesse der Volksmassen und des Sowjetstaates erforderlich war. (Das hat ja, nach Stalins Tod, bekanntlich nicht funktioniert. P.R.)
Die bolschewistische Partei war der bewusste Vortrupp der Arbeiterklasse und aller Werktätigen, der die große Kraft der revolutionären Theorie von Marx-Engels–Lenin–Stalin beherrschte.(Bekanntlich ist nach Stalins Tod ein Großteil verloren gegangen P.R.)
Die Stärke der bolschewistischen Partei beruhte auf ihrer Organisation. Lenin und Stalin maßen der Organisation der Arbeitermassen eine überaus große Bedeutung bei. Lenin schrieb über die Partei als die führende Schicht, den Vortrupp der Arbeiterklasse: „Die Stärke dieser Avantgarde beträgt das Zehn-, Hundert- und noch Mehrfache seiner zahlenmäßigen Stärke. Wie ist sowas möglich? Kann ein Hundert stärker sein als ein Tausend? Es kann stärker sein, und es ist stärker, wenn das Hundert organisiert ist. Die Organisation verzehnfacht die Kräfte.“
Dank der Organisation ihrer Reihen bestand die bolschewistische Partei die allerschwersten Prüfungen, die sie im Kampf gegen die Feinde des Volkes bestehen musste, und wurde mit den schwierigsten Aufgaben der Führung der Volksmassen und des Sowjetstaates sowohl in den Friedens- als auch Kriegszeiten fertig.
Als Mitglieder der Partei galten nur jene Arbeiter, Kollektivbauern und Intelligenzler, die das Parteiprogramm anerkannten, die Ansichten der Partei teilten, sich den Bestimmungen der Partei unterordneten und der Arbeit einer ihrer Organisationen teilnahmen. Wer als Mitglied in die Partei einzutreten wünschte, musste erst für die Dauer eines Jahres eine Anwärterschaft durchmachen.
Die Partei kämpfte stets unversöhnlich gegen jene, die es versucht haben, die Parteieinheit zu sprengen und innerhalb der Partei Gruppen zu bilden. Die Partei schloss solche Mitglieder als Helfershelfer des Klassenfeindes aus ihren Reihen aus. Die Partei forderte von allen ihrer Mitglieder allerstrengste Disziplin, das heißt unbedingte, genaue und rasche Erfüllung der Parteibestimmungen.
Ohne eine solche Disziplin hätte die Partei zu der Zeit, da sie eine illegale Organisation war, nicht bestehen und kämpfen können. Die Bedeutung der Disziplin war noch mehr gestiegen, als die Partei die Führung des Sowjetstaates übernahm. Lenin schrieb im Jahre 1920, dass die Sowjetmacht ohne allerstrengste, wahrhaft eiserne Disziplin in ihren Reihen sich keine zwei Monate und erst recht keine zweieinhalb Jahre gehalten hätte. Wie wichtig die allerstrengste Parteidisziplin ist, hatte der Große Vaterländische Krieg(II. Weltkrieg P.R.) gezeigt.
Die Partei duldete in ihren Reihen nicht den geringsten Verstoß gegen die Disziplin. Für Nichtausführung der Parteibestimmungen und für andere Vergehen wurden die Parteimitglieder zur Verantwortung gezogen, in ernsten Fällen – bis zum Ausschluss aus der Partei.
Die Partei erkannte jedoch keine „blinde Disziplin“, keine mechanische Unterordnung unter die Parteibeschlüsse an. Die Partei wollte, dass alle Mitglieder durchaus bewusst, nach ihrer Überzeugung handeln. Die bolschewistische Parteidisziplin beruhte darauf, dass die Mitglieder sich freiwillig der Partei unterordneten und ihrer Sache grenzenlos ergeben waren. Die Stärke und seinerzeitige Unbesiegbarkeit der bolschewistischen Partei beruhte auf ihrer damals unlösbaren Verbindung mit den Massen. Lenin und Stalin lehrten, dass die Partei, wenn sie ihre Verbindungen mit den Massen verliert oder auch nur vernachlässigt, das Vertrauen und die Unterstützung der Massen einbüßen und folglich unweigerlich zugrunde gehen wird. (Und es bekanntlich so gekommen. Der dämliche Spruch „Die Partei wird sich dabei was gedacht haben. “, machte die Runde an der Parteibasis, wenn Entscheidungen der Parteispitze in Frage gestellt wurden. Die Konterrevolution konnte marschieren und siegen. P.R.)
Die bolschewistische Partei ließ diese Anweisung nach dem Tod Stalins außer Acht. Zu Lebzeiten von Lenin und Stalin arbeiteten die Bolschewiki inmitten der Volksmassen. Sie wussten genau, was für das Volk lebenswichtig ist. Arbeiter, Kollektivbauern und Intellektuelle wandten sich in ihren Nöten, Anfragen und Vorschlägen an die Bolschewiki. Die Parteiorganisationen luden die Parteilosen ein, die an öffentlichen Parteiversammlungen zu beteiligen.
Die Partei war von Millionen aktiver parteiloser Helfer umgeben. Die Bolschewiki organisierten den Leninschen Kommunistischen Jugendverband der UdSSR, der an die Partei angeschlossen war. Der kommunistische Jugendverband war ein treuer, energischer Helfer der Partei bei ihrer Arbeit und leitete die Parteibeschlüsse an die Massen weiter. Der kommunistische Jugendverband erzog die Jugend im Geiste des Kommunismus. In den Tagen des Vaterländischen Krieges (II. Weltkrieg P.R.) bewiesen die Mitglieder des kommunistischen Jugendverbandes durch Heldentaten an der Front und durch aufopfernde Arbeit im Hinterland aufs Neue ihre Treue und Ergebenheit gegenüber der Partei von Lenin–Stalin und der sowjetischen Heimat.
Die Partei forderte, dass jedes ihrer Mitglieder in seiner Berufsarbeit, in der Aneignung der Technik seines Faches, in der ständigen Erhöhung seiner Qualifikation und seines Wissens, in der Wahrung der Arbeits- und Staatsdisziplin, in seinem ganzen Benehmen in der Gesellschaft und im Alltagsleben als Vorbild für die Massen dient.
Die bolschewistische Partei war durch ihren organisatorischen Aufbau stark. Die primären Parteiorganisationen in den Betrieben, Ämtern, in der Arme, in den Lehranstalten usw. stellten die Grundlage der Partei dar. Die Partei war jedoch nicht die einfache Summe ihrer primären Organisationen. Die Partei war eine einheitliche, die ganze Sowjetunion umfassende Organisation der Kommunisten mit unteren und höheren leitenden Organen, mit einer Unterordnung der Minderheit unter die Mehrheit. Ihre Beschlüsse waren für alle Parteimitglieder bindend. Das höchste Organ der primären Organisation stellte die allgemeine Versammlung ihrer Mitglieder dar. Das höchste Organ der Partei war der Allunions-Parteitag der KPdSU(B). In der Zeit zwischen den Parteitagen war die gesamte Arbeit der Partei durch das Zentralkomitee der KPdSU(B) geleitet. Alle leitenden Parteiorgane – vom Büro der primären Organisationen bist zum Zentralkomitee der Partei– waren in geheimer Abstimmung gewählt worden. Die Parteiorgane waren ihren Parteiorganisationen rechenschaftspflichtig. Die Beschlüsse der höheren Organe waren für die unteren unbedingt verbindlich.
Alle Parteimitglieder genossen das Recht einer freien sachlichen Erörterung der praktischen Fragen der Parteipolitik. Jeder Kommunist kann auf Mängel in der Arbeit der Parteiorganisation hinweisen und jeden Parteifunktionär sachlich kritisieren.
Die Partei zog auch die Parteilosen zur Erörterung praktischer Fragen ihrer Arbeit heran. Jeder Arbeiter, Angestellte und Kollektivbauer konnte in eine öffentliche Parteiversammlung oder in das Parteikomitee kommen und sagen, wo und was an der Arbeit der Parteiorganisation schlecht war.
Auf diese Weise waren beim organisatorischen Aufbau der Partei eine umfassende innerparteiliche Demokratie und Selbstständigkeit bei der Entscheidung lokaler Fragen mit der Unterordnung der niederen Organe unter die höheren sowie die Leitung der Partei aus einem einheitlichen Zentrum in Einklang gebracht. Ein solcher organisatorischer Aufbau trug dazu bei, dass die bolschewistische Partei, die den Sowjetstaat und das Sowjetvolk leitete, stellte eine der Hauptquellen der Stärke und Macht der Sowjetunion dar.
Der Partei hatte das Sowjetvolk zu verdanken, dass im Lande alle anderen Quellen der Stärke und Macht der Sowjetunion entstanden waren und erschlossen wurden: die sowjetische Gesellschaftsordnung; die sowjetische Staatsordnung; die moralisch-politische Einheit der Sowjetgesellschaft; die Freundschaft der Sowjetvölker; der glühende sowjetische Patriotismus.
Unter der Führung der kommunistischen Partei errang das Sowjetvolk zur damaligen Zeit einen vollen Sieg über seine Feinde und sicherte damit die Voraussetzung für eine weitere Blüte seines Landes.
Unter Führung der kommunistischen Partei und ihres großen Führers J. W. Stalin schritt die Sowjetunion neuen Erfolgen bei der Festigung der Macht des Sowjetstaates sowie bei der Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft zu Kommunismus entgegen. (Allerdings ist der Kommunismus ein Wolkenkuckucksheim geblieben. Nach Stalins Tod ging es langsam, aber stetig bergab. P.R.)
Entnommen aus dem Buch „Das Sowjetland“, Band 3 aus dem Jahre 1947, Original-Autor W.A. Kapinskij, bearbeitet von Petra Reichel
Original-Text aus dm Buch „Das Sowjetland“ aus dem Jahre 1947, Original-Autor W.A. Kapinskij
Wenn man Sowjetmenschen der älteren Generation fragte: „Wie war Ihre Einstellung zu den Pflichten, die Ihnen vom alten Staat auferlegt wurden, und zu den Gesetzen, die durch die Zarenregierung erlassen wurden?“, so antworteten sie: „Wir waren bestrebt, diesen Pflichten auszuweichen und die zaristischen Gesetze zu umgehen.“
Und das ist begreiflich, denn die Herren des alten Russlands waren die Gutsbesitzer und Kapitalisten. Sie hatten ihre den Werktätigen verhasste Ordnung errichtet. Die Rechte und Pflichten verteilten sie auf folgende Weise: die Rechte – der Bourgeoisie, die Pflichten – den Werktätigen.
Nehmen wir zum Beispiel die Arbeit. Wer hatte die Pflicht zu arbeiten? Ausschließlich die besitzlosen und besitzarmen Klassen – die Arbeiter und Bauernmassen. Wer genoss das Recht, die Früchte der Arbeit zu ernten und die Güter des Lebens zu genießen? Die Reichen, die Ausbeuterklassen – die Kapitalisten, Gutsbesitzer, Kulaken.
Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die Werktätigen danach trachteten, den ihnen vom bürgerlichen Staat auferlegten Pflichten sowie der Erfüllung der durch eine fremde Macht erlassenen Gesetze auszuweichen. Zwischen den Interessen der Werktätigen und Interessen des bürgerlichen Staates, der bürgerlichen Gesellschaft bestand ein tiefer, unversöhnlicher Gegensatz: was für die Bourgeoisie günstig war, war für die Werktätigen ungünstig und umgekehrt. Der führende Teil der Arbeiter und Bauern war bestrebt, die Macht der Bourgeoisie zu stürzen und die Macht der Werktätigen zu errichten. (Heute, nach dem Sieg der Konterrevolution, sieht das anders aus. P.R.)
Unter der Sowjetmacht wurden die Werktätigen zu Herren des Landes und führten ihre eigene Ordnung ein.
In der UdSSR gab es keine Rechte ohne Pflichten, genauso wie es keine Pflichten ohne Rechte gab. Nehmen wir die Arbeit. Wer war in der Sowjetunion zur Arbeit verpflichtet? Alle. Die Stalinistische Verfassung verkündete die Arbeit als „Pflicht und Ehrensache jedes arbeitsfähigen Bürgers“. Gleichzeitig räumte die Verfassung jedem Sowjetbürger das Recht auf die Früchte der Arbeit entsprechend der Menge und Qualität der von ihm geleisteten Arbeit ein. Umgekehrt entzog die Sowjetverfassung einem nichtarbeitenden, aber arbeitsfähigen Menschen das Recht, Früchte der Arbeit zu erhalten:„Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen.“(Dieser Spruch ist aus heutiger Sicht kritisch zu sehen. Näheres: bitte Link klicken.P.R.)
Als vollberechtigte Herren im Lande hatten die Werktätigen sowohl Rechte als auch die Pflichten der Sowjetbürger selbst festgesetzt. Jede dieser Pflichten entsprach voll und ganz den lebenswichtigen Interessen der Werktätigen. In der UdSSR gab es keinen Gegensatz zwischen den Interessen der Werktätigen und des Staates, der Gesellschaft. Diese Interessen stimmten völlig überein. In der UdSSR wurde eine gerechte Gesellschafts- und Staatsordnung geschaffen. Diese wurde gefestigt und weiterentwickelt. Die Sowjetbürger waren bereit, die Ordnung zu verteidigen und ihr sowjetisches Heimatland mit allen Kräften zu schützen. Was war dazu notwendig?(zu Lebzeiten Stalins P.R.)
Dazu wurde von jedem Sowjetbürger vor allem gefordert, dass er ehrlich jene Pflichten, jene sowjetischen Gebote erfüllte, die von der Stalinschen Verfassung in den Artikeln 130-133 festgesetzt waren. Was waren das für Gebote?
2. Die Stalinsche Verfassung einhalten, die Sowjetgesetze befolgen
In der Verfassung waren die Grundlagen der sowjetischen Gesellschafts- und Staatsordnung niedergelegt. Jeder Sowjetbürger war der Tatsache eingedenk, dass die Stalinsche Verfassung eine Ordnung verankert hatte, bei der Ausbeutung, Unterdrückung des Menschen durch Menschen unmöglich war, eine Ordnung, bei der die Macht im Lande den Werktätigen gehörte. Die Verfassung war das Statut des gesamten Gesellschafts- und Staatslebens. Die strikte Befolgung der Verfassung gewährleistete die Blüte und die Macht des Sowjetlandes und folglich auch den persönlichen Wohlstand der Sowjetbürger.
Deshalb lautete das erste Gebot des Sowjetbürgers: die Verfassung der Sowjetunion sowie die Verfassungen der Sowjetrepubliken waren genauestens einzuhalten.
Die Stalinsche Verfassung war das Gesetz der Gesetze. Auf ihrer Grundlage wurden alle anderen Gesetze ausgearbeitet. In den sowjetischen Gesetzen kam der Wille der Werktätigen zum Ausdruck. In ihnen war niedergeschrieben, was die Vertreter des Volkes im Interesse des Sowjetstaates, im Interesse der gesamten Gesellschaft, das heißt aller Werktätigen, für richtig erkannt und für notwendig befunden hatten. Die Interessen des Sowjetstaates, der Gesellschaft sowie die Interessen der Sowjetbürger waren die gleichen. Wer die Sowjetgesetze nicht befolgte und verletzte, der widersetzte sich dem Willen des Volkes, der schädigte die Interessen des Sowjetstaates, der gesamten Gesellschaft.
Strikt und bedingungslos die Gesetze zu befolgen, das war das zweite gebot des Sowjetbürgers. Für die Verletzung der Sowjetgesetze wurden die Schuldigen je nach Schwere des Verbrechens und nach dem Schuldgrad des Verbrechers bestraft.
In der alten Zeit fing ein Neuling, der gerade in ein Werk gekommen war, gewöhnlich an, aus allen Kräften zu arbeiten. Aber die Kameraden dämpften bald seinen Eifer: „Was strengst du dich denn an? Für den Säckel des Unternehmers etwa?“ Und in der Tat, eine eifrige Arbeit im kapitalistischen Betrieb bereicherte den Besitzer nur noch mehr, brachte aber dem Arbeiter keinen Nutzen ein. Die Arbeitsorganisation im kapitalistischen Betrieb wurde vor allem durch Hungerdisziplin aufrechterhalten. Der Arbeiter befürchtete, bei schlechter Arbeit vor die Tür gesetzt zu werden und dann hungern zu müssen.(Ähnlich sieht es heute aus. Auch wenn es nicht überall der nackte Hunger ist, der als Konsequenz droht, so ist es die geringe Unterstützung mit Gängelung. Diese Aussicht wirkt ebenso abschreckend. Insbesondere nach dem weltweiten Sieg des Kapitalismus. Durch falsche Hoffnungen und/oder durch Angst den Arbeitsplatz zu verlieren, Beeinflussung durch die Faullenzerdiskussion, und vielerlei anderen Gründen sind arbeiten die Leute im Kapitalismus sehr eifrig. Die Vertreter des Kapitals freut es. P-R.)
Das hatte sich während der Sowjetmacht in grundlegender Weise geändert. Die Wirtschaftsbetriebe gehörten in der UdSSR dem Staat oder den Kollektivwirtschaften und Genossenschaften. Je eifriger die Arbeiter und Kollektivbauern arbeiteten, desto reicher wurde der Sowjetstaat und die Sowjetgesellschaft, die sich nur aus Werktätigen zusammensetzte, um so reicher wurden die Kollektivwirtschaften, um so mehr erhielten die Arbeiter und Kollektivbauern für ihre Arbeit, um so besser wurden sie versorgt. Die Werktätigen wurden selbst zu Herren im Lande. Sie arbeiteten nur für sich selbst und waren daran interessiert, möglichst gut zu arbeiten. Deshalb beruhte die Organisation der Arbeit in den sozialistischen Betrieben auf einer freien, bewussten Disziplin der Werktätigen selbst.
Ohne eine solche freie, bewusste Disziplin wären in den Sowjetbetrieben der sozialistische Wettbewerb der Werktätigen um die rascheste Erfüllung und Übererfüllung der Erzeugungsaufgaben sowie die Stachanow-Bewegung unmöglich gewesen. Die Stachanow-Arbeiter waren führende Arbeiter und Bauern, welche die Technik ihrer Arbeit beherrschten. Die Stachanow-Arbeiter erfanden täglich eine Unmenge von verbesserten Arbeitsmethoden und technischen Vervollkommnungen zur Erhöhung der Arbeitsproduktivität. In jedem Betrieb gab es „Zweihundertprozentler“, „Dreihundertprozentler“ und manchmal sogar „Tausendprozentler“, das heißt Stachanow-Arbeiter, welche die Produktivität ihrer Arbeit im Vergleich zur Norm verdoppelt, verdreifacht oder verzehnfacht haben. Sie dienten als Vorbild für die übrigen Arbeiter. (ImKapitalismus sind solche eifrigen Arbeiter Arbeiterverräter. P.R.)
Die Entlohnung der Arbeit in der UdSSR erfolgte entsprechend der Menge und Qualität der geleisteten Arbeit. Werktätige, die besondere Leistungen aufzuweisen hatten, erhielten Prämien und wurden durch Urkunden, Abzeichen, Medaillen und Orden ausgezeichnet. Die höchste Auszeichnung für Arbeitsleistungen war der Titel des „Helden der Sozialistischen Arbeit“. Er wurde bei gleichzeitiger Aushändigung des Lenin-Ordens und der goldenen Medaille „Sichel und Hammer“ für außerordentliche Verdienste zuerkannt, die zur Entwicklung der Volkswirtschaft, Kultur und Wissenschaft, zum Wachstum der Macht und des Ruhms der Sowjetunion beigetragen hatten. (Auch in der kapitalistischen Welt gab, bzw. gibt es Arbeiter, die hohe Leistungen und besonderen Einsatz aufzuweisen hatten. In der Regel sind diese Helden der Arbeit unsichtbar geblieben.Nur in Ausnahmefällen wurden diese geehrt.P.R.)
Unter den Helden der Sozialistischen Arbeit waren hervorragende Staatsmänner, Wirtschaftler, Konstrukteure und Gelehrte, aber auch einfache Arbeiter und Kollektivbauern zu finden.
Die Entlohnung der Arbeit nach Menge und Qualität sowie besondere Auszeichnungen für hervorragende Arbeit dienten als überaus wichtiges Erziehungsmittel, welche die Werktätigen zur disziplinierten, gewissenhaften Erfüllung und Übererfüllung der Arbeitsaufgaben anregten und aufmunterten.
4. Den gesellschaftlichen Pflichten nachkommen
In seinem Buch „Südural“ berichtet der Schriftsteller L. Nikulin folgende Episode.
Ein schwerer, mit Panzern und Munition beladener Transportzug war auf dem Weg an die Front. Der Lokomotivführer steigerte das Tempo, das die Eisenbahnbauten und Stationen nur so vorbeiflogen. Plötzlich kreischten die Bremsen, und der Zug hielt mitten in der Steppe. „Was ist hier los?“fragte Obersergeant Rodinow, der zur Lokomotive gerannt kam. „Der hintere Kontrollstopfen ist am Gewinde undicht geworden, der Kessel kann explodieren“, antwortete der Lokomotivführer. „Bis zum nächsten Depot werden wir noch irgendwie hin kriechen…Den Stopfen nachzuziehen, wäre eine Kleinigkeit, aber das Feuer muss gelöscht werden. Dadurch scheidet die Maschine für einen ganzen Tag aus. Dabei haben wir so einen wichtigen Transport! Jede Minute ist kostbar.“ Er trat zur Feuerkiste und öffnete die Klappe. Die Flamme schlug wütend heraus. Plötzlich warf der Lokomotivführer einen sonderbaren Blick auf seinen Gehilfen und kommandierte: „Alles auf! Luft `rein! Durchzug!“„Jetzt Kohle drauf!“ befahl der Lokomotivführer. Die blutigrote Flamme begann unter der wachsenden Schicht schwarzer Kohle allmählich zu erlöschen. Giftige Gase schlugen unter der Schicht empor. Oben im Kessel tobte der bis auf 10 Atmosphären zusammengepresste Dampf. „Los, pass auf!“ sagte der Lokomotivführer heiser.„Wenn was ist, ziehst mich zurück.“ Und er verschwand in der finsteren glutspeienden Öffnung der Feuerkiste. Es vergingen quälend lange Augenblicke. Rodionow, der Dutzende von Malen dem Tod ins Auge geblickt hatte, der selbst beinahe im Panzer verbrannt wäre, fühlte, wie ihm zwischen den Schulterblättern Schweißtropfen den Rücken entlangliefen. Endlich erschien eine schwarze, gebeugte Silhouette in der Öffnung. Der Lokomotivführer sank fast in Rodionows Arme. Sein Gesicht war spitz geworden und völlig schwarz vor Ruß. Er atmete tief und gierig die kalte, feuchte Luft ein. Dann sagte er: „Fertig…Wir können…abfahren…“ „Lokomotivführer!“ sagte Rodionow mit stockender Stimme. Dieser schaute ihn schweigend an. „Hör mal Genosse! Wie heißt du?“ „Tschernischow.“ „Aus welchem Depot?“„Troizkoje. Wozu fragst du denn?“ „Bloß so. Ihr seid ein gutes Volk, ihr Uraler!“ Rodionow umarmte den Lokomotivführer und sprang von der Lokomotive herunter. Es klirrten die Puffer. Der Zug begann die Geschwindigkeit zu steigern….
Wir wollen uns fragen: was hat eigentlich den Lokomotivführer Tschernichow zu solch einer aufopfernden Tat bewogen?
Er wurde durch hohes Bewusstsein der gesellschaftlichen Pflicht bewogen. Er war sich bewusst, dass die Interessen genau solcher Werktätiger, wie er selbst einer war, die Interessen der Sowjetgesellschaft des Landes, wo die Werktätigen selbst die Herren waren, diese Tat von ihm forderten. Er fühlte seine innere Verbundenheit mit der gesamten Gesellschaft, mit dem gesamten Lande und setzte ihretwegen sein Leben ein.
Ein solch hohes Bewusstsein der gesellschaftlichen Pflicht konnte es im alten Russland(und kann es im heutigen Russland P.R.)natürlich nicht geben und gibt es auch in keinem kapitalistischen Land, wo die Gesellschaft in feindliche Klassen mit gegensätzlichen Interessen geteilt ist. (Heute ist ein solcher Einsatz undenkbar. P.R.)
Die gesellschaftliche Pflicht des Sowjetbürgers forderte vor allem eine ehrliche Befolgung der durch die Sowjetmacht festgesetzten Gesetze. Das Gesetz brachte in der UdSSR zum Ausdruck, was die besten, von dem gesamte Volk erwählten Vertreter als im Interesse der gesamten Gesellschaft für notwendig und obligatorisch anerkannt hatten. Die Forderungen des Gesetzes, die vom sowjetischen Bürger begriffen wurden, waren für ihn Gebote der gesellschaftlichen Pflicht, die er nicht aus Furcht vor Strafe, sondern freiwillig erfüllte, weil er sich der Notwendigkeit dieser Forderungen für die Gesellschaft, für das Land bewusst war.
Die Auffassung, die der führende Teil der Sowjetbürger von der gesellschaftlichen Pflicht hatte, ging weit über die unmittelbaren Forderungen des Gesetzes hinaus. Unter gesellschaftlicher Pflicht verstand er alles, was zur Festigung und Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft, für das Wohl des sozialistischen Heimatlandes notwendig und nützlich könnte.
So forderten zum Beispiel das Gesetz und die Dienstregeln vom Lokomotivführer Tschernichow, dass er, wenn er an der Lokomotive einen Defekt entdeckt, diese mit aller Vorsicht bis zum nächsten Depot zu bringen und zur Reparatur abzuliefern hatte. Aber dadurch wäre der Zug an die Front um einen ganzen Tag verspätet eingetroffen. Und das hohe Pflichtgefühlt des Sowjetbürgers diktierte Tschernichow einen anderen Entschluss, obwohl dieser mit Gefahr für sein Leben verbunden war.
Das sowjetische Gesetz forderte von jedem die Erfüllung der Erzeugungsnormen. Die führenden Arbeiter und Kollektivbauern, die Stachanow-Arbeiter erfüllten aber nicht nur die Erzeugungsnormen, sondern übertrafen diese um ein Vielfaches. Es kam immer wieder vor, dass eine Arbeitsbrigade, die einen eiligen Auftrag erhielt, tagelang die Werkhallen nicht verließ, um die Arbeit vor Ablauf der Frist abliefern zu können.
Die gesellschaftliche Pflicht- wie sie von den führenden Sowjetbürgern verstanden wurde – forderte, dass jeder sich mit Leib und Seele für die Sache der Gesellschaft einsetzt, dass er die gesellschaftlichen Interessen über seine persönlichen Interessen stellt, dass er alles bekämpft, was der sozialistischen Gesellschaft und dem Land Schaden zufügen könnte. Der bewusste Sowjetbürger, der in seinem Werk, in seiner Kollektivwirtschaft einen Missstand bemerkte, warte nicht ab, bis dieser beseitigt worden war, sondern griff selber ein. Wenn die Stachanow-Arbeiter feststellten, dass einige Arbeiter die Norm nicht erfüllen konnten, bemühten sei sich, den zurückbleibenden Kameraden zu helfen und ihnen ihre Erfahrungen mitzuteilen.(Heute undenkbar. P.R.) So erreichten sie eine allgemeine Steigerung der Arbeitsproduktivität. Ein bewusster Sowjetbürger hätte keinen Fall einer unehrlichen und erst recht einer verbrecherischen Einstellung seinen Pflichten gegenüber geduldet, ohne die sowjetische Öffentlichkeit zum Kampfe gegen derartige Fälle aufzurufen.
Durch die Vorbilder einer selbstlosen Erfüllung der gesellschaftlichen Pflicht wurden sowohl aus der Jugend als auch aus den erwachsenen Bürgern bewusste aktive Mitglieder der sozialistischen Gesellschaft erzogen, die bereit waren, alle ihre Kräfte und – falls notwendig – auch das Leben für das Wohl des sowjetischen Heimatlandes hinzugeben.(Nach Stalins Tod ist das alles langsam, aber sich aufgeweicht worden. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wuchs. So wurde langsam, aber sicher der Nährboden für die Konterrevolution bereitet. P.R.)
5. Die Regeln des sozialistischen Gemeinschaftslebens achten
Unter sozialistischem Gemeinschaftsleben verstand die Verfassung die gesamte sozialistische Gesellschaft. In der Verfassung wurde von jenen Verhaltensregeln gesprochen, welche die Sowjetbürger in ihren Beziehungen zur Gesellschaft und untereinander einzuhalten hatten.
Regeln des Gemeinschaftslebens gibt es natürlich in jeder menschlichen Gesellschaft. Ihr Wesen hängt von der Gesellschaftsordnung des betreffenden Landes ab. Wie eine Gesellschaftsordnung ist, so sind auch die Regeln des Gemeinschaftslebens.
Im alten und heutigen Russland war und ist wieder das Privateigentum an den Produktionsmitteln die Grundlage der Gesellschaftsordnung. Das Privateigentum bietet dem einen Menschen die Möglichkeit, andere Menschen auszubeuten und zu unterdrücken. Die alte(und wieder neue P.R.) Gesellschaft, so sagte Lenin, beruht(e) auf dem Prinzip: entweder du raubst den anderen aus, oder er raubt dich aus, entweder du arbeitest für den anderen oder für dich. Das Privateigentum trennt die Menschen und schafft unter ihnen Verhältnisse des Misstrauens, der Feindschaft, des Kampfes. Es ist begreiflich, dass die bürgerliche Gesellschaft die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen sowie alle Beziehungen zwischen den Menschen und alle Verhaltensmaßregeln, die sich daraus ergeben, zulässt und rechtfertigt. Die praktischen Regeln des bürgerlichen Gemeinschaftslebens kommen anschaulich in alten Sprichwörtern zum Ausdruck, wie zum Beispiel:„Jeder für sich, Gott allein für alle“, „Das eigene Hemd ist am nächsten“ usw..
Der zeitweilige Sieg des gesellschaftlichen, sozialistischen Eigentums in der gesamten Volkswirtschaft der UdSSR machte die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen unmöglich. Das gesellschaftliche, sozialistische Eigentum einte die Menschen auf der Grundlage der gemeinsamen Arbeit in gesellschaftlichen Betrieben und schaffte unter ihnen ein Verhältnis des Vertrauens, der Freundschaft und der Kameradschaft.
Auf dieser Grundlage entstanden in der UdSSR ganz andere Regeln des Gemeinschaftslebens, die den Regeln der bürgerlichen Gesellschaft direkt entgegengesetzt waren und die immer tiefer in das Bewusstsein aller Sowjetbürger eindrangen.
Die sozialistische Gesellschaft verurteilte natürlich scharf die Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen durch den Menschen sowie alle Verhältnisse und Verhaltensmaßregeln, die damit in Zusammenhang stehen. In der Sowjetgesellschaft stießen die geringsten Versuche, der Arbeitspflicht auszuweichen und auf Kosten der Arbeit der anderen ein Nichtstuerleben zu führen, auf heftige Verurteilung. (Ist aus heutiger Sicht kritisch zu sehen. Auch im Sozialismus wurde der Wert eines Menschen an seiner Erwerbsarbeit gemessen. P.R.)
Die Bürger der UdSSR verurteilten und verachteten jene Überreste der alten(und jetzt wieder neuen P.R.) Welt, jene schwarzen Schafe in der Sowjetfamilie, die sich in die enge Eierschale persönlicher, selbstsüchtiger Interessen einschließen und nur um ihr eigenes Wohlergehen besorgt sind. (Diesen gelang es mit der Zeit sich trotzdem einzuschleichen. Während der Konterrevolution raubten sie sich Partei- und Volksvermögen zusammen und sind dann zu Oligarchen aufgestiegen. P.R.)
Die sozialistische Gesellschaft forderte von ihren Mitgliedern, dass sie sich in ihrem ganzen Verhalten vor allem durch die Interessen der Gesellschaft, des Staates leiten lassen. Die sozialistische Gesellschaft forderte brüderliche gegenseitige Hilfsbereitschaft, brüderliches Verhalten gegenüber den Werktätigen aller Nationen und Rassen der sowjetischen Völkerfamilie, kameradschaftliche Einstellung zur Frau als zum gleichberechtigten Mitglied der Gesellschaft (Das schafft man nicht durch gendern. P.R.), rührende Fürsorge um Kinder und Greise(heute würde man sagen Senioren P.R.), Achtung vor der Menschenwürde, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit usw.
Diese Forderungen der Gesellschaft an ihre Mitglieder kamen in solchen Regeln des sozialistischen Gemeinschaftslebens zum Ausdruck, wie zum Beispiel: „Einer für alle, alle für einen.“(Diesen Spruch findet man auch in bürgerlichen Gesellschaften, aber in anderen Zusammenhängen. P.R.)
Der Sowjetbürger sonderte sein persönliches Leben, seine persönlichen Interessen nicht von den großen Interessen des Heimatlandes ab. Die Sowjetbürger stellten die Interessen des Sowjetstaates an erste Stelle. (Das hat sich später, insbesondere nach dem Tode Stalins, nach und nach zum Schlechten geändert. P.R.)
6. Das gesellschaftliche, sozialistische Eigentum hüten und festigen
Im Zaristischen Russland hätte man vom gesellschaftlichen, sozialistischen Eigentum wohl nur auf einer illegalen Versammlung von einem bolschewistischen Agitator (Propagandist P.R.)etwas zu hören bekommen.
Die Kapitalisten, Gutsbesitzer, Kulaken und bürgerlichen Schriftsteller hoben das Privateigentum in den Himmel. Sie redeten den Arbeitern und Bauern ein, dass das Privateigentum die Grundlage für den Wohlstand eines jeden sei. „Arbeitet“, so sagten sie, „im Schweiße des Angesichts, seid sparsam, legt etwas zurück, und ihr werdet es zu einem reichen und glücklichen Leben für euch und eure Kinder bringen.“ Aber das war nur eine Täuschung der werktätigen Massen. (An dieser Propaganda hat sich bis heute nichts geändert. Diese ist heute umso wirksamer, da sie durch die modernen Medien transportiert wird. Als es noch die sozialistischen Länder in Europa gab, wurde durch westlichen Einfluss die Bevölkerung Glauben gemacht, dass die kapitalistische Wirtschaftsordnung mehr Wohlstand für alle bringen würden. Viele machten sich diese Illusion zu eigen. Die Konterrevolution konnte marschieren. P.R.)
Wenn man damals die alten Arbeiter fragte, was für sie Privateigentum bedeutete, antworteten sie einem, dass die außer ihren Arbeiterhänden und einem elenden Hausrat niemals irgendeinen Besitz ihr Eigen nannten, während das „gepriesene“ Privateigentum für sie hemmungslose Ausbeutung ihrer Arbeit durch die Kapitalisten bedeutete.
Wenn man damals die alten Bauern fragte, so erinnerten sie sich daran, wie die Bauern geschlagen, ausgepeitscht, verurteilt und in die Kerker geworfen wurden, weil sie Holz im Wald des Gutsbesitzers geschlagen oder aber im Wald gejagt oder Beeren gesammelt hatten. Sie erinnerten sich auch daran, wie den Bauern der Besitz weggenommen und für die Schulden beim Gutsbesitzer und Kulaken das letzte Schaft vom Hof getrieben und wie dem Bauern das Hemd ausgezogen wurde. Und mit welchem Recht? Nach dem Gesetz von dem „gepriesenen“ Privateigentum! (Heute sind die nicht mehr überall so drastisch. Allerdings ist dies in vielen Ländern noch oder wieder der Fall. Scheinheilig wird über das Schicksal der Bauarbeiter in Katar, welche die Stadien für die WM 2022 erbaut haben, diskutiert. Das ist nichts anderes, als der Kapitalismus in Reinkultur. Auch über die Zustände in anderen Ländern wird sich scheinheilig empört. Andererseits ist der Kapitalismus froh, dort auf billige Arbeitskräfte zurückgreifen zu können. Durch die Existenz der sozialistischen Länder in Europa mussten die Kapitalisten Zugeständnisse machen. Darum ist die Lage in Westeuropa besser, da die sozialistischen Länder als Konkurrenz sich in Nachbarschaft befanden. Nach der Niederlage des Sozialismus in Europa werden diese Zugeständnisse aber nach und nach abgebaut. P.R.)
Das war und ist die Kehrseite des „heiligen und unantastbaren“ Privateigentums, die der Arbeiter und Bauer zu sehen bekam, bzw. bekommt. Unantastbar war, bzw. ist nur das Eigentum der Großbesitzer. Das Eigentum der Kapitalisten, Gutsbesitzer und Kulaken wurde von Polizisten, Landgendarmen, Gerichtsvollziehern und Richtern wie von Kettenhunden bewacht. (Heute kommen private Wachdienste hinzu. P.R.)Der Schutz des Privateigentums bedeutete in Wirklichkeit den Schutz ihrer Reichtümer, den Schutz ihrer „Rechte“ auf Ausbeutung der Armen.
Gewalt und Macht der Gutsbesitzer und Kapitalisten beruhten auf dem Privateigentum. Das Privateigentum an Produktionsmitteln war, bzw. ist die Grundlage der gesamten kapitalistischen Ordnung mit ihrer Ausplünderung und Vergewaltigung der Massen.
Das alles hatte sich in der Sowjetunion grundlegend geändert, seit die Macht der Bourgeoisie gestürzt und das gesellschaftliche, sozialistische Eigentum an Produktionswerkzeugen und -mitteln eingeführt wurde. Das gesellschaftliche Eigentum war die Grundlage, auf der die Sowjetmenschen eine neue, sozialistische Ordnung aufgebaut und ein glückliches, gesichertes Leben für alle Werktätigen wirklich geschaffen hatten.
Jeder Werktätige war mit Leib und Seele daran interessiert, das sozialistische Eigentum als heilige und unverletzliche Grundlage der Sowjetordnung, als Quelle des Reichtums und der Macht der Heimat, als Quelle des wohlhabenden und kulturvollen Lebens aller Werktätigen zu hüten, zu festigen und zu mehren.(Nach dem Tode Stalins ist dies immer mehr aufgeweicht und ist am Ende ganz abhandengekommen. Die Konterrevolution konnte marschieren. P.R.)
7. Ehrenpflicht der Bürger der UdSSR
Es ist aus der Geschichte des Sowjetlandes bekannt, dass die junge Sowjetrepublik von den ersten Tagen ihres Bestehens an einen überaus schweren bewaffneten Kampf gegen die ausländischen Interventen und gegen die innere Konterrevolution führen musste. W.I. Lenin sagte: „Um die Macht der Arbeiter und Bauern vor den Räubern, das heißt vor den Gutsbesitzern und Kapitalisten zu schützen, brauchen wir eine mächtige Rote Armee.“ Die Hauptorganisatoren und Führer der Roten Armee waren W.I. Lenin und J.W. Stalin. Wie ein Lieblingskind zogen sie die Rote Armee groß. Ihre nächsten Gehilfen bei der Organisation und Führung der Roten Armee waren M.W. Frunse und K.J. Woroschilow.
Die Rote Armee wurde auf den Schlachtfeldern, im Feuer der Kämpfe gegen die Feinde der Sowjetmacht geboren und gestählt. In den Jahren 1918-1920 verteidigte die Rote Armee, vom Sowjetvolk einmütig unterstützt, in einem schweren und ruhmreichen Kampf gegen die Feinde der Arbeiter- und Bauernmacht die Errungenschaften der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution. Ohne die Rote Armee hätte es keine freie und unabhängige Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken gegeben.
In den Jahren 1941-1945 behauptete die Rote Armee die Freiheit und Unabhängigkeit der Sowjetunion in einem beispiellos heroischen Kampf gegen das faschistische Deutschland und seine Komplizen. Die Rote Armee zog drei Viertel der faschistischen Armeen auf sich und zerschmetterte einen gewaltigen, den besten Teil der Streitkräfte des Feindes. Dadurch gab sie den verbündeten Staaten -Großbritannien und den USA- die Möglichkeit, ihre Kräfte zu sammeln und den Schlag gegen den gemeinsamen Feind zu führen. Die Streitkräfte des faschistischen Deutschlands und seiner Komplizen wurden vor allem und in der Hauptsache durch die Rote Armee zerschlagen. Der deutsch-faschistische Staat, der den Boden von ganz Europa mit Blut getränkt hatte, wurde vernichtet. Die Rote Armee befreite das Sowjetland von der ständigen Bedrohung durch eine deutsche Invasion im Westen. Anschließend zwang die Rote Armee durch ihre entschlossenen und geschickten Operationen im Fernen Osten den letzten Raubstaat, der den Krieg fortsetzte, den Hauptverbündeten des faschistischen Deutschlands – Japan, die Waffen zu strecken. Damit trug die Rote Armee zur rascheren Beendigung des II. Weltkrieges mit einem vollen Sieg der demokratischen Länder bei. Die Rote Armee befreite das Sowjetland von der ständigen Bedrohung durch eine japanische Invasion im Osten.
Die Rote Armee hat nicht nur ihr Land von den fremden Eindringlingen befreit. Sie hat auch in Ehren die hohe und edle Aufgabe erfüllt, die unter das Joch der deutschen Faschisten geratenen Völker Europas zu befreien, sie bei ihrem Befreiungskampf zu unterstützen. Die Rote Armee brachte allen jenen Menschen Freiheit, die in die faschistischen Kerker und Konzentrationslager geraten, zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt oder im eigenen Lande von den faschistischen Eroberern versklavt worden waren. Die Rote Armee befreite viele Millionen der Bevölkerung Ost- und Mittelasiens aus der Sklaverei der japanischen Eindringlinge. Die Sowjetische Armee unterschied sich grundlegend von den Armeen aller anderen Staaten. (Stand 1947 P.R.)
Die erste und wichtigste Besonderheit der Sowjetischen Armee bestand darin, dass die von der Staatsgewalt der durch die Oktoberrevolution befreiten Arbeiter und Bauern geschaffen wurde und den Interessen des Sowjetstaates diente. Sie hielt Wacht über alle Errungenschaften des Sowjetvolkes. Sie verteidigte das Land der Sowjetmenschen, ihre Werke, Fabriken, ihre Kollektivwirtschaften und Sowjetgüter, ihre Schulen und Universitäten, ihre Kulturschätze, ihre Freiheit und Unabhängigkeit, ihre sozialistische Sowjetheimat gegen die Feinde der Sowjetmacht.
Deshalb liebte das Sowjetvolk seine Sowjetische Armee, sorgte für sie und war stolz auf sie. In der UdSSR bildeten Volk und Armee eine einzige Familie, und das war eine der Kraftquellen der Sowjetischen Armee.
Die zweite wichtige Besonderheit der Sowjetischen Armee bestand darin, dass sie eine Armee war, die den einst unterdrückten Völkern des eigenen Landes Freiheit brachte, dass sie eine Armee zur Verteidigung aller nationalen Sowjetrepubliken, eine Armee der brüderlichen Eintracht aller Völker der Sowjetunion war. Deshalb wurde auch die Sowjetische Armee von allen Nationalitäten, die das Sowjetland bevölkerten, eifrig und einmütig unterstützt, und das war die andere Kraftquelle der Stärke der Sowjetischen Armee.
Die dritte wichtige Besonderheit der Sowjetischen Armee bestand darin, dass sie im Geiste der Achtung der Rechte anderer Völker erzogen war, dass sie eine Armee zur Verteidigung der Rechte eines jeden Volkes auf Freiheit und Unabhängigkeit, eine Armee des Friedens und der Freundschaft zwischen den Völkern aller Länder war.
Das ist auch der Grund, weshalb die Sowjetische Armee die Sympathien und die Unterstützung aller freiheitsliebenden Völker der Welt genoss.
Die Verfassung der UdSSR bezeichnete den Militärdienst in den Streitkräften der Sowjetunion als Ehrenpflicht der Bürger der UdSSR.
Die Kommandeure der Sowjetischen Armee stammten ebenso sie die Soldaten aus den Reihen der Arbeiter, Bauern und Intellektuellen. In der Sowjetischen Armee gab es keine Klassenunterschiede, wie sie zwischen den Offizieren und Soldaten der Armeen kapitalistischer Länder üblich sind. Die Offiziere und Soldaten der Sowjetischen Armee stellten eine einheitliche Kampfgemeinschaft dar, die nicht nur durch eine hohe militärische Disziplin, sondern auch durch eine weitgehende innere moralisch-politische Einheit – Einheit der Ansichten, Bestrebungen und Ziele- sowie durch bedingungslose Treue dem sowjetischen Heimatland gegenüber zusammengeschweißt ist. Die Sowjetische Armee wahrte die besten Kampftraditionen der alten russischen Armee, die das Heimatland ehrenvoll verteidigt und dessen Feinde geschlagen hat. Die Sowjetische Armee übernahm die flammende Begeisterung, den beispiellosen Opfergeist und das unvergleichliche Heldentum der Kämpfer der größten Revolutionen – der Sozialistischen Oktoberrevolution.
Die von Stalin erzogenen begabten Feldherren ließen sich bei ihren Operationen durch die von ihm entwickelte fortgeschrittene Militärwissenschaft leiten. Unter dieser Führung erwarb sich die Sowjetische Armee ihre vortrefflichen Kampfqualitäten und ihre unvergleichliche Kunst, den Feind zu schlagen.
8. Die Verteidigung des Vaterlandes ist die heilige Pflicht eines jeden Bürgers der UdSSR
Worin bestand die heilige Pflicht eines jeden Bürgers der UdSSR bei der Verteidigung des sowjetischen Vaterlandes? Auf diese Frage gab J.W. Stalin die Antwort. In seiner bekannten Rundfunkrede an das Volk am 3. Juli 1941 entwickelte er ein ganzes Kampfprogramm zur Verteidigung des sowjetischen Vaterlandes. Er sagte, dass nicht nur die Soldaten und Kommandeure der Roten Armee und der Roten Flotte, sondern auch alle Bürger der Sowjetunion jeden Fußbreit sowjetischen Bodens verteidigen und um ihre Städte und Dörfer bis zum letzten Blutstropfen kämpfen müssen. Er rief das ganze Volk auf, die Rote Armee in ihrem Kampf gegen den Feind allseitig zu unterstützen. Er rief dazu auf, im Rücken des Feindes einen Partisanenkrieg zu entfachen. Weshalb fand dieser Apell J.W. Stalins einen solch begeisterten und einmütigen Widerhall bei dem Sowjetvolk? Weshalb kämpfte es ohne Rücksicht auf die Opfer so hingebungsvoll bis zum Ende – bis zum vollen Sieg der Sowjetunion? Es ist auch früher mehr als einmal vorgekommen, dass das russische Volk zusammen mit den anderen Völkern seines Landes heldenmütig gegen fremde Eindringlinge kämpfte und diese besiegte. Aber seit der Zeit, da im Lande die Sowjetmacht errichtet wurde, gewann die Verteidigung des Heimatlandes für die Volksmassen einen ganz besonderen Sinn und eine außerordentlich große Bedeutung.
In den Jahren 1918-1920 verteidigten die Volkmassen gegen den Feind zum ersten Mal in der Geschichte nicht nur ihr Heimatland, sondern auch ihre eigene Macht, die sie soeben in ihrem eigenen Land geschaffen hatten. Sie verteidigten gegen den Feind den mit Schweiß und Blut getränkten Boden, den sie gerade den Gutsbesitzern, ihre Fabriken und Werke, die sie gerade den Kapitalisten weggenommen hatten. Sie kämpften um ihr wahres, sowjetisches Vaterland, das sie gerade geschaffen hatten und in dem sie gerade uneingeschränkte Herren geworden waren. Deshalb vermochte auch das in jenen Jahren schwache, ausgezehrte und schlecht bewaffnete Sowjetland mit allen starken und zahlreichen Feinden fertig zu werden. Lenin sagte damals: „Das Volk ist niemals zu besiegen, das in seiner Mehrheit begriffen und verspürt hat, dass es seine eigene, die Sowjetmacht verteidigt, dass es um seine Sache kämpft, die ihm und seinen Kindern die Möglichkeit gewährleisten wird, alle Früchte seiner Arbeit und alle Segnungen der Kultur zu genießen.“
Mehr als 20 Jahre später musste das Sowjetvolk wieder seine Macht und sein Sowjetland heldenmütig gegen fremde Eindringlinge verteidigen. Diesmal kämpfte ein Sowjetvolk, das bereits erfahren hat, was freies Leben innerhalb der neuen, sozialistischen Sowjetordnung bedeutet. Diesmal kämpfte es in voller Einmütigkeit nicht nur um die Möglichkeit alle Früchte seiner Arbeit und alle Segnungen der Kultur zu genießen, sondern auch um die bereits bestehenden, von ihm selbst geschaffenen großen Güter der freien, einträchtigen Arbeit.
Um so weniger wird es jemanden gelingen, ein solches Volk zu besiegen. Der sowjetische Patriotismus kam aus dem Gefühl der glühenden Liebe zu seinem Heimatland, in dem er geboren wurde und heranwuchs, zum Ausdruck. Im sowjetischen Patriotismus fand die grenzenlose Ergebenheit der Sowjetbürger ihrem großen Heimatland- der Sowjetunion gegenüber Ausdruck, die allen Sowjetvölkern ein freies und glückliches Leben gewährleistet hatte. Im sowjetischen Patriotismus äußerte sich auch die Kraft der moralisch-politischen Einheit, die unlösbare brüderliche Verbundenheit des Sowjetmenschen mit der gesamte Sowjetgesellschaft, die Kraft des gerechten Hasses der Sowjetbürger gegen die Feinde des Heimatlandes sowie der unerschütterliche Glaube an die volle Gerechtigkeit ihres großen Werkes. Der sowjetische Patriotismus verzehnfachte die Kräfte des Sowjetvolkes im Kampf gegen seine Feinde, überwand alle Schwierigkeiten und räumte Hindernisse aus dem Weg. Die Quelle der Arbeitsgroßtaten der Sowjetmenschen in der Heimat, so sagte J.W. Stalin, ebenso wie der unvergänglichen Kampftaten der sowjetischen Krieger an der Front ist im glühenden und lebensspendenden Sowjetpatriotismus zu suchen. Der Sowjetpatriotismus war eine der Hauptquellen der großen Stärke und Macht der Sowjetunion.
(Nun ja, bei den nächsten Generationen hat es anders ausgesehen, denn nach seinem Tod wurde Stalin verdammt. Der Niedergang begann dann langsam aber stetig über Jahrzehnte hinweg bis zum Sieg der Konterevolution 1989/90. So war der opfereiche Kampf letztendlich umsonst. P.R.)
Entnommen aus „Das Sowjetland“, Band 3 aus dem Jahre 1947, Original-Autor W.A. Karpinskij, bearbeitet von Petra Reichel
Original-Text aus dem Buch „Das Sowjetland“, Band 3, aus dem Jahre 1947, Original-Autor W.A. Karpinskij
Der Begriff „Bürger“ war im zaristischen Russland unbekannt. Im zaristischen Russland gab es keine Bürger, es gab „Einwohner“ oder „Untertanen“ des russischen Zaren, die von der Willkür der zaristischen Beamten völlig abhängig waren. Besonders schwer hattes es die werktätigen Massen und die nichtrussischen Völker.
Die Sowjetmacht prägte gleich in einem ihrer ersten Dekrete den hohen Titel „Bürger der Russischen Sowjetrepublik“.
Mit der Bildung der UdSSR wurde für die Bürger der Unionsrepubliken eine einheitliche Staatsbürgerschaft der Sowjetunion festgesetzt, und das Wort „Sowjetbürger“ erwarb einen noch erhabenderen Sinn indem es nicht nur die Zugehörigkeit zum ersten sozialistischen Staat der Welt, sondern auch die brüderliche Freundschaft der Völker kennzeichnete, die ihn bildeten. Mit welchem Stolz schrieb der Dichter W.W. Majakowskij darüber, wie der im Ausland seinen „hammer- und sichelgeschmückten“ Sowjetpass vorlegte:
„Lest und beneidet mich, ich bin Bürger der Sowjetunion!“
Die Stalinsche Verfassung gewährte den Sowjetbürgern Rechte und Freiheiten, wie es sie in keinem der kapitalistischen Länder gibt, noch geben kann.(Auch wenn stets das Gegenteil behauptet wird. P.R.)
Dabei enthielt die Stalinsche Verfassung keinerlei Vorbehalte oder Begrenzungen in Bezug auf die von ihr verkündeten Rechte, während in den Verfassungen der kapitalistischen Länder eine ganze Reihe von Beschränkungen und Vorbehalten vorkommen. Darüber hinaus weist die Stalinsche Verfassung in den Artikeln über die Bürgerrechte darauf hin, wie diese Rechte in der Praxis gewährleistet werden. Das gibt es in keiner bürgerlichen Verfassung. Und die Gewährleistung der Rechte in der Praxis, im Leben, ist natürlich das Wichtigste.
Warin bestanden nun die Grundrechte der Sowjetbürger? Wodurch wurden diese Rechte in der Praxis, im Leben gewährleistet?
Der Sowjetjugend war Arbeitslosigkeit unbekannt. Aber hören wir, was ein alter Bolschewik, der ehemalige Lugansker Schlosser und spätere Marschall der Sowjetunion, K.J. Woroschilow, auf einer Rotarmistenversammlung erzählte:
„Ich musste es am eigenen Leibe erfahren, was Arbeitslosigkeit ist. Das ist etwas Furchtbares, nicht nur in physischer, sondern auch in moralischer Hinsicht. Wenn ein Proletarier seine Arbeit verliert, fühlt er, dass ihn keiner braucht, obwohl er bei voller Kraft und arbeitsfähig ist. Er beginnt bei allen möglichen Werken, Fabriken und Werkstätten herumzulaufen, läuft jahrelang herum, und wenn er außerdem noch als politisch unzuverlässig den Verdacht der Polizei erregt, wird er überhaupt ein Paria, ein Ausgestoßener, ein Mensch der nicht weiß, wo er sein Haupt niederlegen soll.“
Millionen von Arbeitern und Bauern wanderten durch Russland auf der Suche nach Arbeit. Im zaristischen Russland gab es kein Recht auf Arbeit, wie dieses Recht auch heute noch in keinem kapitalistischen Land gibt.
Dafür gibt es in der kapitalistischen Gesellschaft ein Recht auf fremde Arbeit. Dieses Recht genießen alle Reichen dadurch, dass ihnen Werke, Fabriken, Gruben. Ländereien und Waldungen gehören und sie die Amen zwingen können, für sie zu arbeiten, damit sie selber auf Kosten fremder Arbeit leben können.
Die Sowjetmacht schaffte das Recht der reichen Nichtstuer auf fremde Arbeit ab. Die Stalinsche Verfassung verankerte das Recht aller Sowjetbürger auf Arbeit. Jeder Sowjetbürger hatte das Recht auf garantierte Beschäftigung mit Entlohnung seiner Arbeit nach Menge und Qualität gemäß dem in der Verfassung niedergeschriebenen sozialistischen Grundsatz: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung.“
Das Recht auf Arbeit war eine der größten Errungenschaften des Sowjetvolkes. Ein solches Recht gibt es nicht in den kapitalistischen Ländern und kann es gar nicht geben. Wodurch war dieses Recht in der UdSSR gewährleistet? Dieses Recht wurde gewährleistet durch die sozialistische Organisation der Volkswirtschaft. Die Produktionswerkzeuge und -mittel waren den Privatbesitzern aus den Händen genommen und in der staatlichen oder genossenschaftlich-kollektivwirtschaftlichen Wirtschaft vergesellschaftet worden. Dadurch eröffnete sich allen Bürgern der Zugang zu den Produktionswerkzeugen und -mitteln und faktisch die Möglichkeit, eine garantierte Arbeit zu erhalten.
Es gab in der Sowjetunion keine Ausbeuterklassen. Und das heißt, dass der gesamte Teil der durch die Arbeit geschaffenen Werte, den sich früher die Kapitalisten, Gutsherren, Kulaken aneigneten, jetzt zur Verfügung aller Werktätigen, der gesamten Sowjetgesellschaft verbleibt. Allein dadurch war (damals –unter Stalin ging es aufwärts- P.R.)die materielle Lage der Volksmassen in der Sowjetunion radikal verbessert worden.
Als die Sowjetmenschen die gesamte Wirtschaft des Landes auf sozialistischer Grundlage, auf der Grundlage des gesellschaftlichen Eigentums und eines einheitlichen volkswirtschaftlichen Planes im Interesse der Steigerung des gesellschaftlichen Reichtums organisiert hatten, begann der materielle Wohlstand und das kulturelle Niveau der Volksmassen rasch zu steigen. Das führte zu einer ständig wachsenden Nachfrage nach allen möglichen Gebrauchsgegenständen. Wieviel Erzeugnisse auch produziert wurden, im Sowjetland wurde die Nachfrage immer größer und größer! Und das erforderte eine ständige Erweiterung der Erzeugung: den Bau neuer Betriebe, Erschließung neuer Kohlen-, Erdöl-, Erz- und Waldgebiete, Schaffung neuer Produktionszweige, Vergrößerung der Anbaufläche, Vergrößerung des Viehbestandes usw. Das alles zusammengenommen schaffte eine ständig wachsende Nachfrage nach Arbeitskräften und garantierte also Arbeit für alle Sowjetbürger.
Das ist eine ganze Kette von Ursachen, durch die jedem Sowjetbürger die volle Möglichkeit gewährleistet wurde, sein Recht auf Arbeit zu verwirklichen.
Im Staatshaushalt der UdSSR waren verschiedene Ausgaben vorgesehen, um die Werktätigen zu versorgen, aber es gab keine Summe für Arbeitslosenunterstützungen. In der UdSSR gab es keine Arbeitslosen. Den Sowjetmenschen schreckte das Gespenst der Arbeitslosigkeit nicht, wie es damals bei den Arbeitern im Ausland und heute wieder weltweit der Fall ist.
Nach Beendigung des Krieges wurden in den kapitalistischen Ländern Millionen von entlassenen Soldaten ihrem Schicksal überlassen. In der UdSSR waren nach dem vom Obersten Sowjet am 23. Juni 1945 angenommenen Gesetz die sowjetischen Staatsorgane, die Leiter der Betriebe und Ämter verpflichtet, den aus der sowjetischen Armee entlassenen Soldaten innerhalb eines Monats nach ihrer Ankunft am Wohnort Arbeit zu gewähren und sie mit Wohnung und Heizung zu versorgen. Wer in den vorübergehend besetzt gewesenen Gebieten seine Wohnung wiederherstellen oder neu erbauen musste, erhielt kostenlos Bauholz und ein Darlehen in Höhe von 5000 – 10 000 Rubel, das er im Laufe von fünf bis zehn Jahren zurückzahlen konnte. Das war die Fürsorge des sowjetischen Heimatlandes für seine Verteidiger, für seine Bürger.
Jedes junge Mädchen und jeder junge Mann hatte beim Eintritt ins Berufsleben die Möglichkeit, sich einen beliebigen Beruf auszusuchen. Alle Berufe waren aussichtsreich, alle interessant, und in jedem gab es Arbeit mehr als genug!
Es gab soviel Arbeit, dass der Sowjetstaat zu einem besonderen Verfahren greifen musste, um die Ausbildung qualifizierter Arbeitskräfte aus dem Nachwuchs zu organisieren.
Auf Vorschlag von J.W. Stalin gab das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR am 02. Oktober 1940 einen Erlass über die staatlichen Arbeiterreserven heraus- über die Ausbildung qualifizierter Arbeitskräfte aus den Reihen der Jugend für die Industrie, das Verkehrswesen, das Bauwesen sowie für das Post- und Telegraphenwesen. Zu diesem Zweck wurden gewerbliche und Eisenbahnfachschulen mit einem zweijährigen Lehrplan sowie Werkschulen mit einem sechsmonatigen Ausbildungskurs geschaffen. Darüber hinaus wurden im August 1943 besonders gewerbliche Fachschulen mit einem vierjährigen Lehrplan für die Kinder von Angehörigen der Sowjetischen Armee, Partisanen des Vaterländischen Krieges sowie für die Waisenkinder organisiert, deren Eltern durch die Hand deutsch-faschistischer Eindringlinge ums Leben kamen. Der Sowjetstaat übernahm alle Ausgaben nicht nur für das Studium, sondern auch für den Unterhalt der Schüler dieser Lehranstalten. Sie erhielten vom Staat kostenlos Lehrbücher, Lehrmittel, volle Verpflegung, Kleider, Wäsche, Schuhe und die auswärtigen auch eine Wohnmöglichkeit. Das Studium in diesen Lehranstalten war mit produktiver Arbeit vereinigt. Dieses gesamte Werk unterstand dem Ministerium für die Arbeiterreserven der UdSSR.
Wie weise und weitsichtig der Stalinsche Vorschlag über die organisierte, planmäßige Auffüllung der Reihen der Arbeiterklasse war, trat mit aller Deutlichkeit während des Vaterländischen Krieges gegen die deutsch-faschistischen Eindringlinge zutage, als der Bedarf an neuen Kadern geschulter Arbeiter besonders stark fühlbar wurde.
Aus allen Enden des Landes, aus den fernen Berg-Aúls und aus der abgelegenen Taiga kam die Jugend in die Schulen und Lehranstalten der Arbeiterreserven. Im Laufe von fünf Jahren wurden hier 2 250 000 junge Facharbeiter ausgebildet, davon 1 Million Metallarbeiter, 400 000 Bauarbeiter, 200 000 Bergarbeiter, 150 000 Eisenbahner usw. Im Betrieb hatten sich viele von ihnen bereits als vortreffliche Meister, Chefmechaniker, Abteilungsleiter, Lokomotivführer usw. bewährt.
Die Lehranstalten der Arbeiterreserven bereiteten nicht nur qualifizierte Arbeitskräfte vor, sondern erzogen die Jugend zu Sowjetbürgern, die sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Heimatland und der Arbeiterklasse – der führenden Klasse der Sowjetgesellschaft – bewusst waren.
Nicht nur was Arbeit, sondern auch was Erholung anbetrifft, hing(hängt P.R.) das Leben des Arbeiters, des Tagelöhners in der alten Zeit (und der heutigen Zeit P.R.) von der Willkür des Arbeitgebers ab. Die Unternehmer versuchten(versuchen P.R.) den Arbeitstag in jeder Weise zu verlängern sowie die Zahl der Tage, Stunden und Minuten der Erholung der Arbeiter zu kürzen, um an deren Arbeit mehr zu profitieren. (Heute im modernen Gewand, Stichwort Flexibilität P.R.)
Die Sowjetmacht setzte sofort den Acht-Stunden-Arbeitstag fest, um den die Arbeiter jahrzehntelang gekämpft hatten. In einigen Industriezweigen wurde sogar ein noch kürzerer Arbeitstag festgesetzt.
Zum 10. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution verkürzte die Sowjetmacht für die erdrückende Mehrheit der Arbeiter den Arbeitstag auf sieben Stunden. Bei der Arbeit unter Tage und bei Nachtarbeit, bei besonders gesundheitsschädlichen Arbeiten, für die geistigen Arbeiter und für die Jugendlichen (16-18 Jahre) war die Dauer der Arbeitszeit auf sechs Stunden beschränkt. Darauf wurde die Sechs-Tage-Arbeitswoche eingeführt, wobei jeder sechste Tag ein Erholungstag war.
Man ersieht hieraus, wie die Sowjetmacht entsprechend der steigenden Arbeitsproduktivität den Arbeitstag verkürzte und bestrebt war, den Sowjetbürgern für Erholung und Beschäftigung mit Wissenschaft und Kunst sowie für Zerstreuung möglichst viel Zeit zur Verfügung zu stellen.
Die Stalinsche Verfassung verankerte das Recht der Sowjetbürger auf Erholung und wies gleichzeitig darauf hin, wie dieses Recht in der Praxis gewährleistet war.
Es war dadurch gewährleistet, dass die Werktätigen von Stadt und Land im Sowjetland durch ihr höchstes Organ der Staatsgewalt unter Anteilnahme ihrer gesellschaftlichen Organisationen selbst die Fragen der Arbeitsdauer und der Erholung regeln.
Das Recht auf Erholung der Sowjetbürger war dadurch gewährleistet, dass in der Sowjetunion der kürzeste Arbeitstag der Welt festgesetzt wurde, dass den Arbeitern und Angestellten außer den freien Tagen ein alljährlicher voll bezahlter Urlaub gewährt wurde und dass es den Werktätigen möglich gemacht wurde, sich in Sanatorien und Erholungsheimen zu erholen.
Einen alljährlichen Urlaub haben die Arbeiter früher nicht gekannt. Plätze, wo die Arbeiter ihre Freizeit kultiviert hätten verbringen können, hat es so gut wie nicht gegeben. Der Sowjetstaat und die Gewerkschaften schufen im ganzen Land ein umfassendes Netz von Erholungsheimen, Sanatorien, Klubs mit Filmvorführsälen Bibliotheken und Lesesälen, Sportplätze, Parks und Spielplätze. In den größeren Städten waren Kulturpaläste geschaffen worden. Die Kollektivwirtschaften hatten Erholungsheime, Klubs und Parks. Theater, Kinos und Museen fand man in allen Städten und in vielen Dörfern. Alle diese Einrichtungen wurden den Bürgern kostenlos oder gegen geringe Bezahlung zur Verfügung gestellt.
Millionen und aber Millionen von Sowjetmenschen hatten in den Erholungsheimen und Sanatorien Erholung und Heilung gefunden.
Aber nun brach in Westeuropa der Krieg aus. Im Jahre 1940 wurde bereits über die Hälfte der Bevölkerung des Erdballs vom Krieg erfasst. Der Zentralrat der Gewerkschaften der UdSSR regte vor der Sowjetmacht die Frage der Verlängerung des Arbeitstages an. Das erforderten die Interessen des sowjetischen Vaterlandes. Am 26. Juni 1940 gab das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR den Erlass heraus, wonach der Arbeitstag der Arbeiter von sieben auf acht Stunden verlängert wurde. Für die Jugendlichen wurde der Arbeitstag von sechs bis auf acht Stunden verlängert. Bei gesundheitsschädlichen Arbeiten ließ man den Sechs-Stunden-Arbeitstag bestehen. An Stelle der Sechs-Tage-Woche wurde die Sieben-Tage-Woche eingeführt. Für jeden sowjetischen Patrioten war klar, dass diese Maßnahmen zur rechten Zeit ergriffen wurden und unbedingt richtig waren.
4. Das Recht auf materielle Versorgung(Soziales P.R.)
Bildquelle: „Das Sowjetland“, Band 3, aus dem Jahre 1947
M.I. Kalinin erzählte, wie es ihm ergangen war in einer Zeit, als er bei einem Kapitalisten im Werk arbeitete:
„Ich war ein Facharbeiter, mein Verdienst war höher als der Durchschnittslohn der Arbeiter. Eines Tages erkrankte ich im Werk. Ich war zwei Monate krank und erhielt im Laufe dieser Zeit aus der Versicherungskasse nur fünfzehn Rubel. Dabei wurden aber von meinem Verdienst anderthalb Prozent Versicherungsbeiträge abgezogen. Rechnen Sie die Bezahlung des Arztes und die Kosten für die Medikamente hinzu, und Sie werden sich vorstellen können, in welche Situation ich – ein qualifizierter Arbeiter – geraten war. Die zwei Monate Krankheit haben mir, wie man so sagt, die Taschen ausgeschüttelt.“
Ein solches und noch schwereres Los erwartete früher jeden Arbeiter im Falle einer längeren Krankheit. Wenn ein Arbeiter arbeitsunfähig wurde, wurde ihm natürlich sofort gekündigt, und keiner bekümmerte sich mehr um den Arbeitsinvaliden.
Wenn aber das Alter kam, wurde der Arbeiter, der im Laufe von 30-40 Jahren durch seine Arbeit für den Kapitalisten bereichert hatte, wie eine ausgepresste Zitrone vor das Fabriktor geworfen.
Nicht besser erging es den Bauernmassen. Weitaus die meisten Bauern nagten am Hungertuch. Im Alter fiel der Bauer seiner eigenen Familie zur Last.
Im Falle einer längeren Krankheit des Ernährers oder eines anderen Unglücks brach die Wirtschaft zusammen. Millionen von Bauern verarmten, füllten das Heer der Proletarier auf oder wurden zu Bettlern.
Eine ganz andere Lage entstand in der Sowjetunion während der Sowjetmacht. Die Stalinsche Verfassung verankerte das Recht der Sowjetbürger auf materielle Versorgung im Alter sowie im Falle von Krankheit und Invalidität.
Dadurch, dass der Sowjetstaat auf eigene Kosten Renten und Unterstützungen an Arbeiter und Angestellte auszahlte und den Bürgern eine kostenlose ärztliche Hilfe zu Hause, in den Ambulatorien, in den Heilstätten und Krankenhäusern zuteilwerden ließ; dadurch, dass den Bürgern ein umfassendes Netz von Sanatorien zur Verfügung gestellt wurde, wobei die Kosten der Verschickung zum beträchtlichen Teil durch die staatliche Versicherung und die Gewerkschaften bestritten wurden.
Die Altersrente wurde an Arbeiter und Angestellte (Männer und Frauen) lebenslänglich und unabhängig von der Arbeitsfähigkeit in Höhe von 50-60 v.H. des Durchschnittslohes des Pensionsberechtigten ausgezahlt. Die Rente nahm dem Rentner nicht das Recht auf Arbeit. Wenn der Ernährer starb, wurde eine Rente an arbeitsunfähige und minderjährige Familienmitglieder weitergezahlt.
Arbeiter und Angestellte, die ihre Arbeitsfähigkeit durch Betriebsunfall, durch Berufserkrankung oder bei Erfüllung der Militärdienstpflichten für immer eingebüßt hatten, erhielten eine Rente in Höhe von 50-100 v. H. des Durchschnittslohns, während diejenigen, die ihre Arbeitsfähigkeit aus andren Ursachen eingebüßt hatten, diese in Höhe von einem bis zu zwei Dritteln des Durchschnittslohns erhielten.
Symbolbild
Im Falle einer vorübergehenden Einbuße der Arbeitsfähigkeit wurde eine Unterstützung in Höhe von 50-100 v.H. des Arbeitslohnes ausbezahlt.
Kollektivbauern wurden im Alter, im Krankheitsfalle und bei Arbeitsunfähigkeit durch ihre Kollektivwirtschaft entsprechend dem Statut des Landwirtschaftlichen Artels materiell versorgt.
Symbolbild
Hier einige Zahlen, die für die Sorge des Sowjetstaates um die Menschen kennzeichnend sind.
Im Jahre 1945 wurden für staatliche Beihilfen an kinderreiche und alleinstehende Mütter 2 102 000 000 Rubel und für die Sozialversorgung einschließlich Renten und Beihilfen an Militärangehörige und deren Familien 17 763 000 000 Rubel ausgegeben.
Im Lichte dieser Zahlen wird die große lebenswichtige Bedeutung des Rechtes der Sowjetbürger auf materielle Versorgung klar.
Die Bäuerin Ananjéwa, die von der Zaristischen Polizei für Teilnahme an der revolutionären Bewegung verhaftet wurde, schrieb in ihren Aussagen, dass sie davon träumte, ihren Sohn in ein Gymnasium zu schicken. Zar Alexander III. las diese Aussagen und machte auf ihnen den Vermerk:„Das ist ja furchtbar. Ein Bauer – und möchte ins Gymnasium!“
Im alten Russland war die Bildung ein Privileg, ein ausschließliches Recht der besitzenden Klassen. Die zaristischen Minister verboten es, die Kinder von Arbeitern und Bauern in die mittlere Schule aufzunehmen. Und woher hätte ein Arbeiter oder ein werktätiger Bauer auch die Hunderte von Rubel jährlich nehmen sollen, um das Studium und den Unterhalt des Studierenden in der Mittleren und erst recht in der Hochschule zu bestreiten?
Im zaristischen Russland waren dreiviertel der Bevölkerung nicht einmal des Lesens und Schreibens kundig. Unter vielen nichtrussischen Völkern waren Lesekundige vereinzelt anzutreffen. Über 40 Nationalitäten besaßen kein Schrifttum und hatten nicht einmal ein Alphabet.
Die Sowjetmacht stellte sich von Anfang an die Aufgabe, das schändliche Erbe des Zarenregimes, das Analphabetentum, zu liquidieren und dem gesamten Volk Bildung zu geben.
Die Stalinsche Verfassung verankerte für alle Bürger das Recht auf Bildung, einschließlich des Rechts auf Hochschulbildung.
Der Besuch der Anfangs- und Sieben-Klassen-Schulen war in der UdSSR völlig kostenlos. In den letzten drei Klassen der Zehn-Klassen-Schulen, in den höheren Fachschulen sowie in den Hochschulen übernahm der Sowjetstaat den Hauptteil der Studienkosten, die nur zu geringem Teil von den Bürgern selbst bestritten wurden.
Die Berufsausbildung war überall kostenlos. In den gewerblichen und Eisenbahnfachschulen sowie in den Werkschulen war, wie bereits erwähnt, nicht nur das Studium, sondern auch der Unterhalt der Schüler kostenfrei. Genauso kostenfrei war die Ausbildung und der Unterhalt der Zöglinge in den Suworow- und Nachimow-Militärschulen sowie in den besonderen gewerblichen Fachschulen für die Kinder der Angehörigen der sowjetischen Armee und der Partisanen sowie für die Kinder, deren Eltern durch die Hand der deutsch-faschistischen Eindringlinge ums Leben kamen.
An alle Studenten der Hochschulen und der höheren Fachschulen, die gute Fortschritte machten, wurden staatliche Stipendien ausgezahlt. Studenten mit besonders guten Fortschritten erhielten ein um 25. V. H. erhöhtes Stipendium. Das Recht auf Bildung wurde ferner auch dadurch gewährleistet, dass der Unterricht in den Schulen in der Muttersprache eines jeden Volkes der UdSSR erfolgte.
Auch unter den schweren Bedingungen des Vaterländischen Krieges gegen die deutsch-faschistischen Eindringlinge ließ die Sowjetmacht der Volksbildung, der normalen Arbeit der Lehranstalten, der Erziehung der heranwachsenden Generation, der Vorbereitung des Offiziersnachwuchses für die Rote Armee und Fachleute für alle Zweige der Volkswirtschaft, Bildung, Wissenschaft und Kunst auch weiterhin ihre besondere Sorge angedeihen. In den befreiten Gebieten wurde die Wiederherstellung nicht nur der Anfangs- und mittleren Schulen, sondern auch der Hochschulanstalten mit ihrer komplizierten Ausstattung unverzüglich in Angriff genommen. Es genügte drauf hinzuweisen, dass im Studienjahr 1944/45 174 000 junge Männer und Frauen mit höherer Schulbildung in die Hochschulen aufgenommen wurden. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 128 Hochschulanstalten wiederhergestellt und 52 neu eröffnet worden. In den Jahren 1943-44 wurden Tausende von neuen Abendschulen für die Arbeiter- und die Dorfjugend geschaffen, um den jungen Männern und Mädchen eine Möglichkeit zu bieten, sich nebenberuflich eine Sieben- oder Zehn-Klassen-Bildung zu erwerben.
So wurde im Sowjetland das Recht der Bürger auf Bildung gewährleistet. Und das sind die Ergebnisse:
Nach der allgemeinen Zählung am 17. Januar 1939 blieben im Lande 18,8 v.H. Leseunkundige (vor allem Menschen über 50 Jahre).
Die Gesamtzahl der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die im Studienjahr 1938/39 in den Schulen und Lehrkursen studierten, betrug etwas 48 Millionen Menschen. Das heißt, dass im Sowjetland jeder dritte Mensch studierte! Im zaristischen Russland hingegen entfiel auf 17 Einwohner ein Studierender.
An den Hochschulen studierten im Jahre 1939/40 620 000 Studenten, das heißt um vieles mehr, als in den 22 westeuropäischen Ländern zusammengenommen.
In vielen kapitalistischen Ländern wuchs die Zahl der Hochschulstudenten langsam, blieb auf demselben Stand oder ging sogar zurück. In Deutschland war die Studentenzahl allein in den ersten fünf Jahren der faschistischen Herrschaft von 128 000 bis auf 70 000 zurückgegangen,
Um so feierlicher klangen die Worte der Stalinschen Verfassung über das Recht der Bürger auf Bildung – sie klangen wie eine Hymne auf wahre Bildung, Wissenschaft und Kultur.
6. Gleichberechtigung der Bürger aller Nationalitäten und Rassen
J. W. Stalin sagte auf einer Beratung der Kollektivbauern und -bäuerinnen der Tadschikischen und Turkmenischen Sowjetrepubliken:
„In der alten Zeit, da in unserem Lande der Zar, die Kapitalisten und die Gutsherren an der Macht waren, bestand die Politik der Regierung darin, ein Volk – das russische Volk- zu einem herrschenden Volk, alle anderen Völker gegen zu Untergebenen und Unterdrückten zu machen. Das war eine bestialische, ein Wolfspolitik.“
Die Zarenregierung hetzte die Russen gegen die Juden, die Tataren usw. Sie schuf besondere Banden – die „Schwarzen Hundertschaften“ – aus Händlern, Kulaken, Gutsbesitzern und Polizisten. Die Schwarzen Hundertschaften veranstalteten wilde Judenprogrome, misshandelten Studenten und Revolutionäre. Durch eine solche Politik waren die russischen Zaren, Gutsherren und Kapitalisten bestrebt, die Feindschaft zwischen den Völkern des Landes zu schüren, um desto leichter zu herrschen und die Werktätigen aller Nationen zu unterdrücken.
Die Sowjetmacht führte von Anfang an eine ganz andere Nationalitätenpolitik durch. Am 16. November 1917 wurde die von Lenin und Stalin unterzeichnete „Deklaration der Rechte der Völker Russlands“ veröffentlicht. In dieser erklärte die Sowjetregierung, dass es im Sowjetland künftig keine herrschende Nation und auch keine untergebenen Nationen geben würde, sondern dass alle Völker frei und gleichberechtigt sein werden. Jedem Volk wurde das Recht auf Selbstbestimmung, das heißt das Recht eingeräumt, die Fragen der staatlichen Einrichtung seines Lebens selbst zu lösen, bis zu Lostrennung und Bildung eines selbstständigen Staates. (Was nach der Konterrevolution praktiziert wurde und es zu Auflösung der Sowjetunion gekommen ist. P.R.)
Diese Lenin–Stalinsche Nationalitätenpolitik wurde von der Sowjetmacht und der bolschewistischen Partei konsequent durchgeführt. Dank dieser Politik war die nationale Gleichberechtigung im Sowjetland voll und ganz verwirklicht worden. Dank dieser Politik war das gegenseitige Vertrauen unter den Völkern der Sowjetunion gewachsen und gefestigt worden und die unerschütterliche Freundschaft unter ihnen entstanden.
Die Stalinsche Verfassung verankerte die Gleichberechtigung der Sowjetbürger unabhängig von ihrer Nationalität und Rasse auf allen Gebieten des staatlichen, wirtschaftlichen, kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Lebens. Welcher Nation oder Rasse der Sowjetbürger auch angehört. Er genoss die gleichen politischen Rechte wie alle anderen Bürger. Er konnte auf jeden beliebigen staatlichen Posten gewählt oder ernannt werden, er konnte zu jeder Arbeit zugelassen werden und erhielt für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn, wie die anderen. Er konnte in eine beliebige Lehranstalt eintreten und sich mit beliebiger wissenschaftlicher oder kultureller Tätigkeit auf gleicher Grundlage wie alle anderen Bürger befassen.
Die Stalinsche Verfassung verbot auf das allerstrengste irgendwelche Beschränkungen der Rechte der Bürger mit Rücksicht auf ihre Zugehörigkeit zu dieser oder jener Nation oder Rasse direkt oder indirekt. Die Stalinsche Verfassung verbot genauso streng jede Bevorzugung von Bürgern einer bestimmten Nationalität oder Rasse.
Wenn es im Sowjetland irgend jemanden eingefallen wäre, solche der Sowjetordnung zutiefst feindlichen Absichten zu predigen, wie etwa, dass die Bürger einer bestimmten Nation oder Rasse ausschließliche Qualitäten besäßen und darum besondere Vorrechte oder Privilegien genießen müssten, wenn irgend jemand Hass oder Missachtung Menschen einer anderen Nation oder Rasse gegenüber äußern würde – ein solcher Mensch wäre im Sowjetland auf die Anklagebank gekommen.
Die Verletzung der Forderungen der Verfassung über die Gleichberechtigung der Bürger wurde vom Sowjetgesetz als ein schweres Staatsverbrechen durch Freiheitsentzug für die Dauer bis zu zwei Jahren bestraft. Im Krieg konnte für das gleiche Vergehen die Höchststrafe verhängt werden.
So stand es in der Sowjetunion mit der nationalen Gleichberechtigung. Wie sah es seinerzeit im Ausland aus?
In den kapitalistischen Ländern, in denen sich die Bevölkerung aus vielen Nationalitäten zusammensetzt, gab es keine nationale Gelichberechtigung, oder aber sie wurde in den Gesetzen niedergeschrieben, aber nicht in die Tat umgesetzt und im Leben durchgeführt: die eine Nation herrscht, die anderen dagegen befanden sich in einer abhängigen, untergebenen Lage oder wurden sogar verfolgt.
Das sieht man am Beispiel der rechtlosen Lage zahlreicher damals abhängiger Völker Afrikas, Indiens, Indonesiens. (Obwohl diese Länder heutzutage formal unabhängig sind, so sind sie mehrheitlich bitterarm und in gewisser Weise immer noch abhängig. P.R.)
Eine besonders bestialische Politik der nationalen Unterdrückung und Ausrottung der Völker führten die faschistischen Mächte Deutschland und Japan in den eroberten Ländern durch.
Die nationale Gleichberechtigung, die in der UdSSR voll und ganz verwirklicht wurde, stellte die Losung der Völker dar, die um ihre nationale Befreiung kämpften.
Im alten Russland war das ganze Volk unterdrückt; die Frau war darüber hinaus Sklavin des Mannes. Nach den zaristischen Gesetzen war die Frau verpflichtet, dem Mann zu gehorchen. Wenn die Frau ihren Mann verließ, konnte dieser sie mit Hilfe der Polizei zurückbringen lassen. Ohne Genehmigung des Mannes hatte die Frau nicht das Recht, eine Lohnarbeit anzunehmen. Die Frauen hatten kein Wahlrecht. Sie waren ferner in ihren Rechten auf gesellschaftliche Arbeit und staatlichen Dienst, in den Rechten auf Bildung und sogar in ihren Vermögenswerten beschränkt.
Frauen aus den werktätigen Klassen befanden sich in einer besonders schweren Lage. Der Lohn der Arbeiterinnen betrug die Hälfte des Arbeiterlohnes. In der Bauernwirtschaft hatten die Frauen keinen selbstständigen Verdienst. Die Mädchen arbeiteten für den Vater, die verheiratete Frau für den Mann.
Es gab keinerlei Gesetze zum Schutz von Mutter und Kind. Es kam vor, dass die Arbeiterinnen in der Fabrik an der Werkbank, die Bäuerinnen auf dem Feld entbanden.
Außer der schweren Arbeit in der Fabrik und auf dem Feld waren die werktätigen Frauen durch ermüdende, abstumpfende Arbeit im Haushalt und mit der Kinderpflege belastet.
Die Sowjetmacht setzte sofort die volle Gleichberechtigung der Frauen fest, wie es sie seinerzeit in keinem Land gab. Die Sowjetmacht begann von den ersten Tagen ihres Bestehens an, die Frauen zur gesellschaftlichen, zur staatlichen Tätigkeit heranzuziehen. W.I. Lenin lehrte, dass es ohne Heranziehung der Frauen unmöglich sei, die Revolution zu entfalten und den Sozialismus zu errichten.
Symbolbild
Die Stalinsche Verfassung verankerte die gleichen Rechte der Frauen und Männer auf allen Gebieten des staatlichen, wirtschaftlichen, kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Lebens. Die Frauen in der UdSSR hatten das gleiche Recht wie die Männer, für alle Organe der Staatsgewalt, bis zu den höchsten Organen, zu wählen und gewählt zu werden.
Die Frauen in der UdSSR genossen die gleichen Rechte wie die Männer auf Arbeit, auf Entlohnung der Arbeit, auf Erholung, auf Bildung und materielle Versorgung.
In der Sowjetunion begegnete man Frauen auch bei solcher Arbeit, die früher ausschließlich als „Männerarbeit“ galt. Man fand Frauen auf solchen Posten wie Vorarbeiter, Meister, Lokomotivführer, Abteilungsleiter, Werkdirektor, was früher niemals der Fall war. In den sowjetischen wissenschaftlichen Institutionen bis zur Akademie der Wissenschaften der UdSSR spielten die Frauen ebenfalls eine hervorragende Rolle. (Man bedenke, wie lange es gedauert hat, bis dies in anderen Ländern so weit gekommen ist- P.R.)
In den Kollektivwirtschaften hatte die Frau ihr eigenes Arbeitsbuch, in das die von ihr geleisteten Tagewerke eingetragen wurden. (Das Arbeitsbuch war in allen sozialistischen Ländern, bis zu deren Ende, ein sehr wichtiges Dokument. P.R.) Dadurch wurde die Kollektivbäuerin zu einem selbstständigen Menschen. Weder der Mann noch der Vater konnten sie missachten, wie es früher der Fall war.
Der Arbeit und der Gesundheit der Frauen brachte der Sowjetstaat eine außerordentliche Fürsorge entgegen und schützte und behütete die Mütter und Säuglinge. Bei besonders schwierigen und gesundheitsschädlichen Arbeiten war der Einsatz von Frauen verboten. Nacht- und Überstundenarbeit für stillende Mütter wurden nicht zugelassen. Für das Stillen waren besondere Pausen in der Arbeit der Mutter festgesetzt.
In den staatlichen Betrieben und Ämtern war für die Frauen ein vollbezahlter Urlaub von 35 Kalendertagen vor der Entbindung und 28 Tagen nach der Entbindung festgesetzt. Dieser Urlaub wurde im Jahre 1944 verlängert. Die Frauen hatten das Recht auf zusätzliche Versorgung für das Stillen und die Pflege des Kindes.
Nach dem Statut des Landwirtschaftlichen Artels befreiten die Kollektivwirtschaften die Frauen von der Arbeit für die Dauer von je einem Monat vor und nach der Entbindung, wobei die Hälfte der Durchschnittszahl der von ihr geleisteten Tagewerke weitergezahlt wurde.
Im Sowjetland wurde ein dichtes Netz von Einrichtungen zum Schutz der Mutter und Kind geschaffen, wie es dies in keinem anderen Land der Welt gab. In der UdSSR zählte man im Jahre 1939 über 5300 besondere ärztliche Beratungsstellen für Mutter und Kind (im zaristischen Russland gab es nur neun Beratungsstellen). Im gleichen Jahr gab es in der UdSSR Entbindungsheime mit über 140 000 Betten, davon 25 000 Betten in den Entbindungsheimen der Kollektivwirtschaften (im zaristischen Russland gab es nur einige tausend Betten). Die Zahl der Plätze in den Kindergärten, Kinderkrippen und Kinderspielplätzen betrug fast acht Millionen (im alten Russland nur einige Tausende). (Schade, dass hier nicht die Zahlen des heutigen Russlands gegenübergestellt werden können. P.R.)
Kinderreiche Mütter erhielten in der Sowjetunion große staatliche Beihilfen für die Erziehung der Kinder. Während des Vaterländischen Krieges; am 08. Juli 1944, gab das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR einen Erlass heraus über die Erweiterung der staatlichen Unterstützung der werdenden, kindereichen und alleinstehenden(ledigen) Mütter. Der Urlaub für werdende Mütter wurde bis auf 77 Tage verlängert. Die Lebensmittelzuteilungen für die werdenden Mütter wurden vom 6. Monat der Schwangerschaft an verdoppelt. Das Netz der Einrichtungen zur Betreuung von Mutter und Kind wurde erweitert. Es wurde eine staatliche Beihilfe für alleinstehende Mütter festgesetzt.(Man bedenke, dass ledige Mütter seinerzeit in anderen Ländern als Schande galten und gesellschaftlich geächtet wurden. In manchen Ländern ist das heute noch so. P.R.)Solche Mütter konnten ihre Kinder auch der vollen Fürsorge des Staates anvertrauen. An die kinderreichen Mütter wurden die staatlichen Unterstützungen jetzt bereits bei der Geburt des dritten (und jedes folgenden) Kindes ausgezahlt. (Man bedenke, dass dies in Kriegs- und Notzeiten möglich war. P.R.)
Es wurde der Ehrentitel „Mutter-Heldin“ geschaffen, den Müttern zuerkannt wurde, die zehn und mehr Kinder geboren und erzogen hatten. Als Auszeichnung für kinderreiche Mütter wurden der Orden „Mutter-Heldin“, der Orden „Mutter-Ruhm“ und die „Mutterschaftsmedaille“ gestiftet. (Aus heutiger und deutscher Sicht betrachtet, hat das einen bitteren Beigeschmack. Denn im faschistischen Deutschland wurden kindereiche Mütter mit dem „Mutterkreuz“ ausgezeichnet. Natürlich hatten die Faschisten und die die Sowjets unterschiedliche Intentionen für diese Auszeichnungen. Doch ist dies nun „Futter“ für diejenigen Kräfte, die den Sozialismus mit dem Faschismus gleichstellen und damit den Faschismus verharmlosen. P.R.)
Mit größter Aufopferung und Heldenmut verteidigten die Frauen ihre großen Rechte und ihr sowjetisches Heimatland gegen die deutsch-faschistischen Eindringlinge, die danach trachteten, die freie Sowjetfrau in eine Sklavin der deutschen Kapitalisten, Gutsherren und Großbauern zu verwandeln.
8. Die Gewissensfreiheit(z.B. Religionsfreiheit P.R.)
Im alten Russland gab es viele verschiedene Religionen, von dem orthodoxen Glauben angefangen bis zu heidnischen Kulturen.
Darunter war der orthodoxe Glaube der „erste und herrschende“. Die orthodoxe Kirche genoss den Schutz und die Unterstützung des Staates. Die Diener des orthodoxen Kultes erhielten außer den Abgaben der Gläubigen einen Unterhalt vom Staat. In allen staatlichen und privaten Schulen wurde „Religion“ (die orthodoxe Glaubenslehre) als Pflichtfache gelehrt. Die Schulobrigkeit achtete darauf, dass alle Schüler die Gottesdienste besuchten und die religiösen Riten verrichteten. Erwachsene, die den religiösen Forderungen nicht nachkamen, liefen Gefahr, ihre Arbeit zu verlieren.
Die Urkunden über Geburt, Ehe und Tod wurden durch die Kirchenbehörden ausgestellt. Eine Ehe, die ohne den religiösen Ritus geschlossen wurde, galt als ungesetzlich. Kinder aus einer solchen Ehe galten als „ungesetzlich geboren“ und genossen nicht den Schutz des Gesetzes.
Menschen, die sich zu einem anderen Glauben bekannten, wurden in ihren Rechten beschnitten und oftmals grausam verfolgt. Atheistische Propaganda war verboten und wurde strafrechtlich verfolgt.
Es ist klar, dass bei einer solchen Lage von irgendeiner Gewissensfreiheit nicht die Rede sein konnte.
Durch das Dekret vom 05. Februar 1918 verkündete die Sowjetmacht die Gewissensfreiheit und schaffte alle mit der Religion im Zusammenhang stehenden Beschränkungen ab. In dem Dekret heißt es:
„Jeder Bürger kann sich zu einer beliebigen oder auch gar keiner Religion bekennen.“
Das ist es gerade, was man unter der Gewissensfreiheit versteht. Um sie in der Tat zu gewährleisten, führte die Sowjetmacht durch dasselbe Dekret eine Trennung der Kirche vom Staat und eine Trennung der Schule von der Kirche durch. Das heißt mit anderen Worten, dass die Kirche und der Geistlichkeit die Unterstützung des Staates entzogen und dass der Geistlichkeit verboten wurde, Religionsunterricht in den Schulen zu erteilen. Die Ausstellung von Urkunden über Geburt, Ehe und Tod wurde von zivilen Behörden – den Sowjets übertragen.
Gleichzeitig gewährleistete das gleiche Dekret eine freie Verrichtung religiöser Gebräuche. Gebäude und Gegenstände, die zur Ausübung religiöser Kulthandlungen bestimmt sind, wurden den religiösen Gemeinschaften zur kostenlosen Nutzung übergeben.
Dieses Gesetz war auch bei Erscheinen des Buches (1947) voll in Kraft. Die Einstellung der Sowjetmacht zur Religion, zu den Gläubigen und deren Organisationen wurde auch weiterhin durch dieses Gesetz bestimmt, das in der Stalinschen Verfassung verankert wurde.
Die Stalinsche Verfassung gewährleiste den Bürgern eine wahre Gewissensfreiheit. Die verankerte das Recht der Sowjetbürger auf religiöse Kulthandlungen. Gleichzeitig verankerte die Verfassung das Recht der Sowjetbürger auf freie antireligiöse Propaganda.
Die Sowjetmacht stützte sich in ihre Tätigkeit auf die Wissenschaft. Sie tat alles Mögliche, um die Volksmassen weitestgehend aufzuklären. Sie trug in ihrer Weise dazu bei, dass diese sich Wissen aneignen, wissenschaftliche Erklärungen für die Erscheinungen der Natur und im Leben der menschlichen Gesellschaft, für die Entstehung der Welt und die Menschen, zu bewussten Schöpfern und Kämpfern um ein glückliches Leben im Sowjetland.
Die Sowjetmacht schützte alle Werktätigen, unabhängig von ihren religiösen Anschauungen. Die Sowjetmacht verfolgte keine Gläubigen dafür, dass sie an irgendeine übernatürliche Macht glauben, die angeblich über da Schicksal der Menschen entscheidet, sondern sie schützte auch die Gläubigen vor religiöser Verfolgung. Davon konnte sich die ganze Welt durch Tatsachen überzeugen.
Die deutschen Faschisten begannen, in den von ihnen vorübergehend besetzten Ländern und Gebieten der Sowjetunion die gläubigen Menschen zu verfolgen, deren religiöse Gefühle zu verhöhnen, die Kirchen zu plündern, zu schänden und zu zerstören sowie die Diener des Kults zu ermorden. Die Sowjetregierung stellte diese Naziverbrechen bloß und erklärte, die Schuldigen würden mit der ganzen Strenge des Sowjetgesetzes bestraft werden. Die Sowjetregierung nahm einen Vertreter der orthodoxen Kirche in die Außerordentliche Staatliche Kommission zur Feststellung und Untersuchung der Gräueltaten der deutsch-faschistischen Eindringlinge auf.
Bei der sowjetischen Regierung bestanden besondere Organe für die Angelegenheiten der religiösen Kulte. Die Hauptaufgabe dieser Organe bestand darin, die richtige und rechtzeitige Durchführung von Gesetzen und Bestimmung der Sowjetmacht, die sich auf die Tätigkeit der religiösen Vereinigungen bezogen, ohne irgendwelche Einmischung in deren inneres Leben, zu überwachen.
Die Politik der Sowjetmacht in der Frage der Gewissensfreiheit brachte ihr die Unterstützung der Gläubigen und der Geistlichkeit aller Religionen sowohl im Sowjetland als auch im Ausland ein.
Im zaristischen Russland gab es besondere Beamte, die darauf zu achten hatten, die in die Presse keinerlei „freie“ Gedanken eindringen. Ohne ihre Genehmigung konnte kein Buch und kein Zeitungsexemplar erscheinen. Die zaristischen Zensoren entdeckten überall „Freidenkerei“ und Bestreben, das zaristische Regime zu stürzen.
Die Revolutionäre waren gezwungen, sich illegale Druckereinen zu schaffen und ihre Literatur geheim herauszugeben und zu verbreiten, so wie das seinerzeit J.W. Stalin im Kaukasus machte. Das Zentralorgan der Bolschewiki wurde im Ausland herausgegeben, von wo es auf geheimen Wegen nach Russland befördert und dort verbreitet wurde.
Die Polizei und besondere Agenten der zaristischen „Ochrana“ (Geheimdienst) beobachteten das Verhalten der Untertanen und verhafteten sie für jedes unvorsichtige Wort. Versammlungen waren verboten. Straßenumzüge und Demonstrationen wurden durch bewaffnete Gewalt brutal auseinandergetrieben. Für Teilnahme an geheimen Versammlungen und Organisationen drohten Verhaftung, Gefängnishaft, Verbannung und Todesstrafe. Zehntausende von Bolschewiki und anderen Revolutionären kamen in die Gefängnisse oder zur Zwangsarbeit und fielen im Kampf um die Freiheit.
Die Stalinsche Verfassung verankerte für alle Bürger die politischen Rechte: die Rede- und Pressefreiheit, die Versammlungs- und Kundgebungsfreiheit, die Freiheit von Straßenumzügen und Demonstrationen, die Freiheit der Vereinigung in verschiedenen gesellschaftlichen Organisationen – in Gewerkschaften, genossenschaftlichen Vereinigungen, Jugendorganisationen, Sport- und Wehrorganisationen, kulturellen, technischen und wissenschaftlichen Gesellschaften und der kommunistischen Partei.
Wie waren in der UdSSR die politischen Freiheiten und Rechte in der Tat, im Leben gewährleistet?
Sie waren durch den gesamten Staats- und Gesellschaftsaufbau der UdSSR gewährleistet.
In der Sowjetunion befand sich die Staatsgewalt in den Händen der Werktätigen. Die Macht der Sowjets war als eine wahre Volksmacht in keiner Weise an irgendeiner Beschränkung der politischen Rechte und Freiheiten interessiert. Im Gegenteil, die Sowjetmacht war unmittelbar daran interessiert, dass die politische und gesellschaftliche Selbstständigkeit der Volksmassen sich möglichst breit entfaltet, bis zur ausnahmslosen Erfassung aller Bürger. Gerade zu diesem Zweck waren durch die Stalinsche Verfassung die politischen Rechte und Freiheiten verkündet worden. (Nun ja, heute behauptet man etwas anderes, insbesondere für die Stalinzeit. P.R.)
In der UdSSR standen den Werktätigen die materiellen Mittel und Voraussetzungen zur Verfügung, die notwendig waren, um die politischen Rechte und Freiheiten zu verwirklichen. Die Werktätigen und ihre Organisationen benutzten ungehindert die Druckereinen und Papiervorräte, um Bücher und Zeitungen zu drucken, die Gebäude für gesellschaftliche Versammlungen, alle Nachrichtenmittel usw.
Deshalb war die Freiheit in der UdSSR kein leeres Wort und keine Phrase. Sie war die Wirklichkeit, das Leben selbst. So gut wie alle Arbeiter und Angestellte waren in Genossenschaften zusammengeschlossen. Fast die gesamte Bauernschaft war in den genossenschaftlich-kollektivwirtschaftlichen Organisationen vereinigt. Millionen und aber Millionen von Menschen waren Mitglieder verschiedener freiwilliger Gesellschaften. Millionen von Mitgliedern zählte die kommunistische Partei und der Leninsche Kommunistische Jugendverband. Es wurden Hunderte von Millionen Exemplare Bücher jährlich in 90 Sprachen herausgegeben. Die Zeitungen erschienen in Milliarden von Exemplaren Jahresauflage in 66 Sprachen. Es braucht gar nicht erwähnt zu werden, dass so etwas im alten Russland völlig unbekannt war. Ein solch umfassendes freies, pulsierendes gesellschaftlich-politisches Leben gab/gibt es nicht in den kapitalistischen Ländern und es auch gar nicht geben.(Auch wenn stets etwas anderes behauptet wird. P.R.) Dort steht die Bourgeoisie an der Macht, und die materiellen Mittel, die zur Verwirklichung politischer Rechte und Freiheiten notwendig sind, befinden sich im Privatbesitz der Kapitalisten und ihrer Organisationen. (Nach dem Sieg des Kapitalismus gilt dies umso mehr. P.R.)
Entnommen aus „Das Sowjetland“ aus dem Jahre 1947, Band 3, von 1947, Original-Autor W.A. Karpinskij, bearbeitet von Petra Reichel