Thema „Zersetzung“

Entnommen aus der Broschüre „Zersetzung“ Das Bundesarchiv – Stasiunterlagen-Archiv
- Herrn Buchheim wurde schnellstens die Übersiedlung nach Westberlin ermöglicht. Er war ein „Scharfmacher“. Man musste ihn loswerden. Diese Maßnahme war der Anfang des Zersetzungsprozesses dieser Gruppe. Im 2. Operativplan ist eine lange Liste von vorgesehenen Maßnahmen. Das war am 22. Oktober 1985
- Herr Buchheim ist unaufgefordert bei der Behörde vorstellig geworden. Er verhielt sich frech und unverschämt. Er wollte was über die Rückweisung an der Grenze zur CSSR. Grenzübergang Schönberg, wissen und warum sein Personalausweis eingezogen wurde und er als Ersatzdokument den PM 12 bekam. Mit einem PM 12 hatte man weniger Rechte. Außerdem wollte er sich nach dem Stand der Bearbeitung seines Übersiedlungsantrages erkundigen. Was soll man da bewerten.? Am besten schnell weg mit dem Kerl. Die Maßnahme des MfS war richtig.
- Das eine waren die Aufgaben von IMS „Sandra“ und das andere die Ergebnisse. Siehe auch Bericht des IMS „Sandra“ vom 08.11.1985
- Der IMS „Andreas Harms“ schildert das Erlebnis von Hella Born, als Mitarbeiter des MfS sie, bzw. ihre Eltern zu Hause besuchten. Die Position in der Laienspielgruppe des „Andreas Harms“ scheint wichtig zu sein.
- Es waren 3 IM beteiligt. Es wurde erreicht, dass die Gruppe zerstritten war. Weiteres siehe Sachstandsbericht – Tätigkeitsbericht – OV „Bekenntnis“ gemäß §§ vom 28.04.1986.
- Bausoldaten in der DDR waren sozusagen Ersatzdienstleistende. Sie leisteten zwar ihren Wehrdienst ab, aber ohne Waffe. Sie wurden zu Bau- und Reparaturarbeiten eingesetzt. Ihr Kennzeichen war der Spaten auf der Schulterklappe ihrer Uniform. Benn Roolf sollte bevorzugt behandelt werden. Siehe Vermerk über eine Vereinbarung.
- Hier geht es um die Überwachung von Benn Roolf während seines Wehrdienstes. Der Begriff „Patriot“ hatte in der DDR eine andere Bedeutung, als heute. Siehe Auftrag zur inoffiziellen Überwachung einer Person.
- Es geht um die Maßnahme B, die Raumüberwachung mittels Abhörwanze. Na ja, Überwachung ist was Langweiliges. Da wird Kaffee getrunken, geraucht und Limonade getrunken. Das wurde als Spesen abgerechnet. Daher die Quittung.
- Bericht 3 des IMB „Roland“ sagt, dass die Gruppe beschlossen hat sich aufzulösen. Als Gründe gibt die Gruppe z.B. an: Nachlassendes Interesse an Kabarettaufführungen, Programm war in vielen Punkten nicht mehr aktuell, kein geeignetes Programm mehr vorhanden.
- Der weitere Lebensweg der nun ehemaligen Mitglieder der Gruppe wird weiterhin beobachtet. Ist ja eigentlich logisch. Weiteres siehe Abschlussbericht.
- Eine gute Frage. Das Ganze war sehr aufwändig und personalintensiv. Da das Ganze nur an einem Ort (Berlin-Treptow) durchgezogen wurde, war es der berühmte „Tropfen auf den heißen Stein“ und war wie bei einer Hydra. Schlägt man einen Kopf ab, wachsen zwei neue nach. In Berlin-Treptow hatte das MfS mit Herzblut daran gearbeitet, einer solchen Gruppe den Garaus zu machen. Doch das war nur punktuell. Das MfS hätte flächendeckend und gleichzeitig konsequent diese Maßnahmen anwenden müssen. Doch in den „oberen Etagen“ war man sich des Ernstes der Lage nicht bewusst. Erich Mielke sah diejenigen, die in den Kirchen agierten verharmlosend als „Strolche“. Womöglich war ihm das so verharmlosend berichtet worden. Siehe Power Point-Vortrag „Erich Mielke übersieht den Beginn der Konterrevolution“
- Na da kann man spekulieren. Jeder Geheimdienst dieser Welt wendet Zersetzung als Methode an. Nun ja, da die DDR-Gegnerschaft zu den Siegern der Geschichte zählt, können diese Leute sich ja nun auslassen. Trotzdem ärgern sich diese Leute und sehen sich als Opfer.

Ein Kommentar zu „Lösung der Aufgaben für Einzel- und Partnerarbeit“