Erklärung des Kollegiums des MfS zum Thema Umstellung des MfS zum AfNS(Vom Ministerium für Staatssicherheit zum Amt für Nationale Sicherheit)

Mit der Ankündigung, dass am 17. November 1989 der seinerzeitige Vorsitzende des Ministerrates Hans Modrow, in seiner Regierungserklärung vor der Volkskammer einen Vorschlag zur grundsätzlichen Neubestimmung der Aufgaben und zur Reorganisation des Ministerrates, der einzelnen Ministerien und weiterer staatlicher Organe und Einrichtung unterbreiten wird.

Bezogen auf das Ministerium für Staatssicherheit wurde vorgeschlagen, dass das MfS durch ein Amt für Nationale Sicherheit beim Vorsitzenden des Ministerrates der DDR zu ersetzen. (Ach nee, da nahm man die BRD zum Vorbild. Der BND ist beim Bundeskanzleramt angesiedelt. P.R.)

(Die Begründung ist ja „toll“. Man geht von einer revolutionären Erneuerung des Sozialismus und der Erneuerung der DDR als sozialistischer Staat aus, die unter völlig neuen Bedingungen erfolgen muss. Menschenskind und dann folgt noch weiteres Geschwurbele. Das war Irreführung der Aufrechten. Am 09.11.1989 hat die DDR als Arbeiter und Bauernstaat aufgehört zu existieren. P.R.)

Nun soll es um „detaillierte Regelungen“ gehen, für diejenigen, die aus dem MfS ausscheiden. Auch um deren persönliche Probleme soll sich gekümmert werden.  Bei der Eingliederung der ausscheidenden MfS-Angehörigen beruft man sich auf eine Fördungsverordung vom 25.03.1982 (Das war eine ganz andere Zeit. P.R.), wonach Leute, die aus den bewaffneten Organen, wie es in der DDR hieß, ausscheiden umfassende Unterstützung gegeben werden muss bei der Wiedereingliederung in die zivilberufliche Tätigkeit. Dann folgen noch einige Details.Vom Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit diesen Leuten ist die Rede.

(Heute wissen wir, dass das alles Makulatur war. Wie es für die ehemaligen MfS-Angehörigen weitergangen ist, wissen wir. Ein bitteres Ende inklusive Arbeitslosigkeit, Rentenstrafrecht und der Begegnung mit Hass und Häme. P.R.)

Original-Dokument entnommen aus der Broschüre „Die Stasi in der Friedlichen Revolution“, Herausgeber Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv, bearbeitet von Petra Reichel

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