
- Lesen Sie Dokument 1 und fassen Sie Kurz Meisners Lebenslauf zusammen.
- Zeichnen Sie in eine Deutschlandkarte die Orte seiner Lebensstationen ein.
- Stellen Sie in einer Tabelle Meisner Lebenslauf- bis zum Ende seiner Tätigkeit für das MfS – die politischen Ereignisse in Deutschland gegenüber.
- Lesen Sie Dokument 2 und überlegen Sie, weshalb Meissner von sich aus seine Beobachtungen meldete. Diskutieren Sie, was er mit seinen Meldungen bewirken wollte.
- Arbeiten Sie aus den Dokumenten 3 und 4 in kurzen Stichworten heraus, was das Ministerium für Staatssicherheit in Regensburg und Umgebung besonders interessierte – und wie Meissner seinen Auftrag ausführte.
Dokumente in der anhängenden Broschüre vom Bundesarchiv Stasi-Unterlagen-Archiv.
Zusatzaufgabe:
Nach dem Abbruch der Verbindung steht über Meissners weiteren Lebensweg nichts mehr in den Stasi-Akten. Formulieren Sie aufgrund Ihrer Kenntnisse Meisners wie auch der deutschen Geschichte nach 1953 zwei fiktive Lebensläufe, wie sein Leben nach 1953 bis in die Gegenwart verlaufen sein könnte. Stellen Sie die Lebensläufe zur Diskussion, welcher Ihnen und Ihrer Klasse als der realistischere erscheint.
Ich fasse die Lösungen zusammen, denn warum soll im Nachhinein ein Lebenslauf für einen Menschen geschrieben werden, der längst in Rente ist, soweit er noch lebt?
Wozu die Lebensstationen in einer Karte einzeichnen? Das ist fächerübergreifend und geht in Richtung Geografie. Das finde ich überflüssig.
Am Anfang der DDR gab es die Arbeiter- und Bauernfakultäten. Das Bildungsmonopol für die Wohlhabenden und Akademiker wurde gebrochen. Arbeiter und Bauern sollten auch eine höhere Bildung erlangen und studieren. In qualifizierten Bereichen brauchte die DDR in möglichst kurzer Zeit gebildete Menschen während der Aufbauphase, um qualifizierte Stellen zu besetzen. Die KPD ermöglichte auch Menschen aus Westdeutschland sich an den Arbeiter- und Bauernfakultäten zu bilden.
Später gab es für Westdeutsche Parteischulen. Diese waren ausschließlich auf politische Bildung ausgerichtet. Die Schülerinnen und Schüler waren internatsmäßig untergebracht und hatten kaum Kontakt mit der Bevölkerung.
Warum half Meisner dem MfS? Er wollte kein Geld und tat dies auf Überzeugung. Ich denke, es ging ihm um die Erhaltung des Friedens.
Es war der Anfang der DDR. Verzeichnisse über Örtlichkeiten und Militärliegenschaften im Westen waren da vermutlich im Aufbau. So waren Menschen wie Wilhelm Meisner sehr hilfreich.
Es soll spekuliert werden, wie das Leben von Wilhelm Meisner weiter verlaufen ist
- Variante: Er heiratet seine Verlobte, von der in den Dokumenten die Rede ist und lässt sich mit ihr in der DDR nieder. Er arbeitete weiterhin für das Institut für Publizistik, soweit es noch bestand. In dieser Richtung gab es in der DDR gewiss weiterhin gute Stellen. Wie es während und nach der Konterrevolution weiterging ist schwer zu sagen. Hoffentlich hat(te) er da schon Rente.
- Variante: Er heiratet seine Verlobte, von der in den Dokumenten die Rede ist und lässt sich mit ihr in seiner Heimat in Bayern nieder. Nun war er arbeitslos. 1956 war er vom KPD-Verbot betroffen und musste in den Knast. Für seine Tätigkeit für das MfS erfolgte keine Strafe, da es um öffentliche Dinge und nicht um den Verrat von Staatsgeheimnissen ging. Nach Gründung der DKP wurde er dort Mitglied und fand eine politische Heimstatt. Während und nach der Konterrevolution blieb er Mitglied der DKP und war, bzw. ist ein Veteran. Über seine Tätigkeit für das MfS ließ er weder bei der KPD noch bei der DKP etwas verlauten, um die Parteien und auch sich nicht zu gefährden. Vermutlich wären die Parteien nicht mit der Tätigkeit für das MfS einverstanden gewesen und hätten Wilhelm Meisner ausgeschlossen. So konnte spätestens nach Veröffentlichung der Akte Wilhelm Meisner kein Mitglied mehr in der DKP gewesen sein.
